Als regionale Anlaufstelle für die „Neuen Auftraggeber“ vernetzt das Künstlerhaus Stuttgart Bürger*innen, Vermittler*innen und Künstler*innen in der Metropolregion Stuttgart und Baden-Württemberg.

 

Das Programm der „Neuen Auftraggeber“ richtet sich an Menschen, die im Sinne des Gemeinwohls lokal etwas verändern wollen – sei es, um neue Perspektiven zu eröffnen, Ungesagtem Ausdruck zu verleihen oder Wünschen eine Form zu geben. Lehrer*innen, Eltern, Rentner*innen, Jugendliche, Agraringenieur*innen, Bürgerrechtler*innen, Mechatroniker*innen – jede und jeder kann „Neue Auftraggeber“ sein und öffentliche Kunstprojekte anstoßen.

 

Erfahrene Mediator*innen begleiten die Auftraggeber*innen dabei, ihre Idee als konkreten Auftrag zu formulieren. Sie bringen ihr Kunstwissen ein und schlagen eine*n passende*n Künstler*in oder eine Künstler*innengruppe vor, die sich mit dem jeweiligen Anliegen auseinandersetzt. Die entstehenden Projekte können vielfältige Formen annehmen – von Skulpturen und Bauvorhaben über Tanzperformances bis hin zu Gartengestaltungen.

 

Das Modell geht auf den belgischen Künstler François Hers zurück, der in den 1990er-Jahren das „Protocole des Nouveaux Commanditaires“ entwickelte. Es beschreibt Handlungsempfehlungen für Bürger*innen, Kulturproduzent*innen und Vermittler*innen und hat seitdem in vielen Ländern engagierte Gruppen mit Künstler*innen zusammengebracht.

Projekte der Neuen Auftraggeber

2026 01.05.2026
NA Waiblingen
Neue Auftraggeber
01.05.2026

Im Mai 2026 haben die Neuen Auftraggeber von Waiblingen ihren Auftrag unterzeichnet. Anwohner*innen und Gewerbetreibende haben sich zusammengeschlossen und gemeinsam überlegt, wie sie ihre Fronackerstraße künftig nutzen, erleben und spielerisch aneignen möchten.

 

Die Fronackerstraße zählt zu den lebendigsten Straßen Waiblingens – und doch hat sie ein Imageproblem. Sie wird nicht immer so wahrgenommen, wie die Auftraggebergruppe sie erlebt: als vielfältigen, bunten, von unterschiedlichen Menschen und Generationen geprägten Ort mitten in der Stadt. Dem möchte die Gruppe etwas entgegensetzen – nicht durch ein statisches, „fertiges“ Gestaltungsprojekt, sondern durch einen Möglichkeitsraum, der sich durch Spiel, Nutzung und Aneignung immer wieder verändert.

 

Die Neuen Auftraggeber von Waiblingen wünschen sich eine künstlerische Intervention, die dieser Straße einen Wiedererkennungswert gibt – und die zum Verweilen, zum Begegnen, zum Erzählen anregt. Im Zentrum des Auftrags steht die Transformation der Fronackerstraße hin zu einem vielfältig nutzbaren Stadtraum, der gezielt Spielräume eröffnet. Grünflächen – etwa bepflanzte Inseln, Beete oder entsiegelte Zonen – werden nicht nur als ökologische Maßnahmen verstanden, sondern als offene Spielfelder, die zur Aneignung einladen. Unterschiedliche Aufenthaltsbereiche entstehen als flexible Settings: Sitzgelegenheiten werden zu Treffpunkten oder Bühnen, schattige Orte zu Rückzugs- oder Erzählräumen, Übergangsflächen zu Zonen für Bewegung, Interaktion und Improvisation.

 

 

Foto: Fereshteh Arman
Foto: Fereshteh Arman
Foto: Fereshteh Arman
2025 01.10.2025
NA Stuttgart
Neue Auftraggeber
01.10.2025

Stuttgart hat im Oktober 2025 einen ersten Auftrag unterschrieben: Die Neuen Auftraggeber von Stuttgart wünschen sich ein Kunstwerk, das sichtbar macht, was oft im Verborgenen bleibt: die Kraft, Vielfalt und gesellschaftliche Bedeutung der Nachtkultur.

 

Clubs und Musikspielstätten stehen unter zunehmendem wirtschaftlichem Druck – Umsatzrückgänge von rund 30 % sind keine Ausnahme. Dabei erfüllen sie eine gesellschaftliche Aufgabe, die weit über Unterhaltung hinausgeht: Sie sind Orte der Begegnung, der sozialen Durchmischung und der kulturellen Vielfalt. Als niedrigschwellige Räume für Austausch und Kreativität tragen sie wesentlich zum städtischen Zusammenleben bei – eine Wirkung, die im Alltag spürbar ist, aber selten die Anerkennung findet, die sie verdient.

 

Aus diesem Spannungsfeld entstand der Auftrag für ein dauerhaftes Kunstwerk im öffentlichen Raum. Es soll nicht die wirtschaftliche Lage der Nachtkultur thematisieren, sondern ihren gesellschaftlichen Wert sichtbar machen: Nachtkultur als Infrastruktur für Kreativität, Gemeinschaft und urbane Offenheit.

 

Auftraggeber*innengruppe. Foto: Johannes Ocker

Kontaktaufnahme

Bei Interesse oder Fragen wenden Sie sich bitte an Projektkoordinatorin Natalia Sartori: neueauftraggeber@kuenstlerhaus.de

 

Weitere Informationen zu deutschlandweiten Projekten: www.neueauftraggeber.de