Im Rahmen des Atelierprogramms werden sieben Arbeitsstipendien an herausragende Künstlerinnen und Künstler sowie Bewerber*innen aus den Bereichen Architektur und Theorie vergeben. Ihnen steht mietfrei ein Arbeitsraum im 3. Stock des Künstlerhauses zur Verfügung. Zudem können die Werkstätten des Künstlerhauses kostenfrei genutzt werden. Eine Mitgliedschaft im Künstlerhaus muss bei Bezug des Ateliers abgeschlossen werden.

Die Arbeitsräume werden anhand der eingegangenen Bewerbungen jährlich vergeben. Die Entscheidung über die Vergabe trifft der Beirat des Künstlerhauses. Stipendienbeginn ist am 1. Mai 2021.

 

Atelierstipendium für Kunst, Architektur und Theorie

Zum 1. Mai 2021 vergibt das Künstlerhaus Stuttgart im Rahmen seines Atelierprogramms sechs Arbeitsräume für die Dauer von 12 Monaten. Die Arbeitsräume sind jeweils ca. 25 qm groß. Zusätzlich steht ein großer Vorraum zur Verfügung, der mit den anderen Stipendiat*innen gemeinsam genutzt werden kann. Zu den hauseigenen Werkstätten haben die Stipendiat*innen freien Zugang. Die Arbeitsräume werden mietfrei vergeben, eine Mitgliedschaft im Künstlerhaus ist aber erforderlich.

Es besteht die Möglichkeit das Stipendium zu verlängern und sich für ein weiteres Jahr zu bewerben. Diese Option besteht bis zu zweimal, so dass bei Wiederauswahl durch die Jury eine maximale Nutzungszeit eines Arbeitsateliers von drei Jahren möglich ist.

Das Künstlerhaus Stuttgart wurde 1978 von Stuttgarter Künstler*innen als Produktions- und Präsentationsort für zeitgenössische Kunst gegründet und hat sich seitdem zu einer überregional und international bekannten Institution für Gegenwartskunst entwickelt. Neben den Ausstellungsflächen unterhält das Künstlerhaus Produktionsmöglichkeiten im Medienbereich (mit Ausstattungen im Video-, Audio- und Filmbereich). Hinzu kommen ein Fotolabor sowie Werkstätten für Siebdruck, Hochdruck, Radierung, Lithografie und Keramik.

Das Künstlerhaus wünscht Vorschläge aus den Arbeitsfeldern Kunst, Architektur, Theorie und Design, welche die Entwicklung spezifischer Ideen und Projekte erkennen lassen, zu denen die Angebote der Institution beitragen können. Bewerbungen von Gruppen sind ebenso wie Einzelbewerbungen willkommen. Von den Stipendiat*innen wird im Laufe ihres Aufenthalts im Künstlerhaus ein Vortrag bzw. eine Präsentation ihrer Arbeit ausdrücklich gewünscht.

Bitte fügen Sie Ihrer Bewerbung folgende Unterlagen bei:

  • Lebenslauf
  • Informationsmaterial zu Ihrer künstlerischen Arbeit wie Portfolios, Kataloge (max. 2), Bilder etc.
  • Kurzbeschreibung, in welcher Weise Sie das Atelier nutzen wollen.

Bitte Bewerbungsunterlagen ausschließlich digital als pdf per Mail bis spätestens 30. November 2020 einreichen:

Ansprechpartnerin: Romy Range
E-Mail: info@kuenstlerhaus.de
Betreff: Atelierbewerbung

Die Jury, die sich aus dem künstlerischen Beirat zusammensetzt, tagt im Dezember/Januar. Alle Bewerber*innen werden zeitnah über die Entscheidungen benachrichtigt.

Bitte beachten Sie, dass es sich um Arbeitsstipendien handelt, die weder mit einer Vergütung noch mit Wohnmöglichkeiten verbunden sind. Internationale Bewerbungen werden grundsätzlich akzeptiert, sofern sich die Bewerber*innen eigenständig um eine Unterkunft bemühen. Für die Nutzung der Werkstätten ist eine kostenpflichtige Einführung notwendig.

Aktuelle StipendiatInnen

  • Alba Frenzel

    Alba Frenzel (*1984) lebt seit ihrem Studium an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig. Während ihres Studiums befasste sie sich mit Fotografie im Feld der zeitgenössischen Kunst. Nach ihrem Diplom im Sommer 2017 stellte sie ihre Arbeiten Fotopapier, Licht, Ei zusammen mit weiteren Preisträger*innen im Rahmen des Fotowettbewerbs gute aussichten – junge deutsche fotografie in den Deichtorhallen Hamburg aus. Entstanden sind die Bilder ausschließlich in der Dunkelkammer auf Grundlage des Zusammenspiels von Fotopapier und Licht. Als Material dienten ihr Hühnereier in verschiedenen Aggregatzuständen, die so verschiedene Formen von unterschiedlicher Intensität erzeugen. 2019 trat sie ein Arbeitsstipendium im Künstlerhaus Salzwedel an.
    In ihrer fotografischen Arbeit Aus erdgeschichtlicher Sicht fotografierte sie in Eisdielen die Theken mit Speiseeis, welche durch Aufnahmewinkel und Farbgebung wie Naturformationen von Gestein, Lava oder Schlamm erscheinen.
    In ihrer aktuellen Arbeit geht sie der Frage nach der Entstehung einer lebendigen Kunst nach, welche sie anhand des Leberwurstbaums erforscht.

    Foto: Alba Frenzel, aus erdgeschichtlicher sicht, Foto: Alba Frenzel

  • Amiko Li

    Amiko Li (*1993) ist ein bildender Künstler, der in den Bereichen Fotografie, Text und Video arbeitet. Seine Arbeiten erforschen das Paradoxon von Intimität und Distanz. Durch Strategien der Nachstellung, des Austauschs und der Fehlübersetzung erforscht er in seinen Arbeiten eine aleatorische Herangehensweise an Nuancen des kulturellen und sozialen Systems sowie der Ethik von Sprache und Repräsentation. Derzeit arbeitet er an einem textbasierten Projekt, in dem Quellen wie Akupunktur, Handlesen, Induktion psychogener Erkrankungen, Tetrochromie bei Vögeln, Evolution, Bewertungssystem und Körperautonomie herangezogen werden.

    Foto: Amiko Li, Untitled (Butterfly in the Lab), Foto: Amiko Li

  • Lennart Cleemann

    Lennart Cleemann (*1990) hat Architektur an der Universität Hannover, der Arkitektskolen Aarhus (Dänemark) und der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart studiert und mit Bachelor und Master abgeschlossen. Bevor er zur Kunsthochschule in Stuttgart kam, machte er ein Praktikum bei Buchner Bründler Architekten in Basel (Schweiz). Diese Zeit prägte seine Denkweise und Arbeitshaltung bezüglich des von ihm so benannten „poetischen Pragmatismus“.
    In seiner Arbeit behandelt er vor allem Themen der Ein- und Zweisamkeit sowie Themen des sexuellen Begehrens und Konsums. Die Befreiung aus einer gefühlten Hilflosigkeit gegenüber gesellschaftlich und gedanklich festgefahrenen Strukturen ist dabei ein Ziel seiner Arbeit. Am Künstlerhaus Stuttgart hat er sich mit dem Bestreben beworben, das bereitgestellte Atelier als einen Testraum für Installationen, im Sinne eines dystopischen Schlafzimmers, zu nutzen. Die Idee stammt vor allem aus der Auseinandersetzung mit dem Motiv des Bettes als Ort des Rückzugs, der Lethargie, aber auch der Intimität und Freude.
    Er erkundet an diesen Betonbetten Gefühls- und Beziehungszusammenhänge, welche ihn in seinem Alltag beschäftigen. Der Testraum kann auch als eine Art Baustelle betrachtet werden, die sich in stetigem Wandel befindet. Tod und Leben haben hier gleichermaßen eine Daseinsberechtigung.

    Foto: Lennart Cleemann, Bumpy Grumpy, Foto: Lennart Cleemann

  • Stadtlücken

    Stadtlücken e.V. ist eine Gruppe von Gestalter*innen aus unterschiedlichen Disziplinen, die das Bewusstsein für öffentlichen Raum und Stadterfahrung schärfen und ein digital-analoges Netzwerk für das gemeinsame Entwickeln einer lebenswerten Stadt fördern. Eine lebenswerte Stadt bietet nichtkommerzielle öffentliche Räume, in denen sich unterschiedliche Akteur*innen begegnen und urbane Strukturen mitgestalten können. Der zu gestaltende urbane Raum ist dabei nicht nur städteplanerisch zu verstehen, sondern umfasst Rechts- und Wissensräume genauso wie Bauten und Infrastruktur, die für alle zugänglich sein müssen.
    Regelmäßige Diskussionsveranstaltungen wie Einmal im Monat – Wem gehört die Stadt? fördern den Austausch und bieten Initiativen und interessierten Bürger*innen die Chance, sich weiter zu vernetzen. Gemeinsam diskutieren sie stadträumliche Fragen wie „Was ist Partizipation?“, „Wo wohnen eigentlich Obdachlose?“ oder „Wie geht Kooperation?“. Das Recht auf Stadt in Stuttgart wird über diese Vernetzung erprobt, experimentiert, weiterentwickelt und als Grundsatz implementiert. Daneben arbeitet Stadtlücken an der Entwicklung eines Kooperativen Stadtraums am Österreichischen Platz und an einem Konzept für eine Schnittstelle von Politik, Verwaltung und Bürger*innen in Form des Amtes für öffentlichen Raum, das im Sommer 2020 in der Architekturgalerie am Weißenhof startet.

    Foto: Stadtlücken, Visualisierung Österreichischer Platz, Courtesy Stadtlücken

  • Ülkü Süngün

    Ülkü Süngün studierte Bildhauerei an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste. Mit unterschiedlichen Medien wie Fotografie, Installation, Bildhauerei und Lecture Performances setzt sie sich in ihrer Arbeit kritisch mit Migrations- und Identitäts(politiken) und Erinnerung auseinander und betreibt mit ihren prozessorientierten und kollaborativen Ansätzen künstlerische Forschung. Als Dozentin an der Merz Akademie und der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart beschäftigte sie sich auch mit emanzipatorischen Fragen in der Lehre.
    Im Künstlerhaus realisiert sie ihr Projekt Institut für Künstlerische Migrationsforschung (IKMF). Mit ihrem 2017 gegründeten Verein, macht sie ihre bisherige künstlerische und sozial- und gesellschaftskritische Praxis strukturell sichtbar und nutzt dabei Räume nomadisch. Im Frühjahr 2019 wurde im Rahmen dieses Projektes die Veranstaltungsreihe ACTIVIST ACADEMY. VISUAL STRATEGIES I mit mehreren offenen Workshops im Künstlerhaus realisiert. 2019 hatte sie mit dem IKMF einen Aufenthalt im zeitraumexit in Mannheim: GEMEINGUT JUNGBUSCH. Sie untersuchte im Viertel Jungbusch, Funktionen von Migration und Kultureinrichtungen im Kontext der Gentrifizierung. Stationen des Aufenthaltes waren die Kurzfilm-Kinoreihe KANAKINO mit Belit Sag und Cana Bilir-Meier.

    Foto: Ülkü Süngün, zeitraumexit, Foto: Ülkü Süngün

  • Jasmin Schädler

    Jasmin Schädler ist Regisseurin und bildende Künstlerin. Nach ihrem Bachelor in Physik und Kulturwissenschaften studierte sie Theaterregie bei Christof Nel an der Akademie für Darstellende Kunst Baden-Württemberg und absolvierte einen Master in Kunst Praxis am Dutch Art Institute. Ihr künstlerischer Fokus liegt in der Sezierung von Zusammenhängen und Etymologien. Technologie und Wahrnehmung stehen aktuell im Zentrum ihrer Auseinandersetzung. Ein längerfristiges künstlerisches Forschungsprojekt ist ihre Arbeit zur Interaktion zwischen Mensch und Algorithmen. Zuletzt zeigte sie hierzu eine Lecture Performance am Silent Green (Berlin) im Mai 2019.
    2020 realisiert sie gemeinsam mit Bongile Gorata Lecoge-Zulu eine Arbeit für das Festival Die irritierte Stadt, in der es um die performative Diversität der Wahrnehmung des Stadtraums geht. Als Teil des Kollektivs die apokalyptischen tänzer*innen (www.apocalyptic.dance) entwickelt sie Performances in enger Zusammenarbeit mit dem Theater Rampe und als Teil der Nachwuchsplattform Freischwimmen.

    Foto: Jasmin Schädler, Banana Island, Foto: Julia Schäfer

  • Marlon Lanziner & Valentino Biagio

    Marlon Lanziner und Valentino Biagio arbeiten seit 2014 als Künstlergruppe MAVA an der skulpturalen Ausarbeitung von Umweltphänomenen. In ihrem Projekt the rain brings the color zeigen sie, wie durch Verwitterungsprozesse von Kupfermaterialien in Reaktion mit Regenwasser Farbschlieren auf einer weißen Marmortreppe entstehen und wie diese das Aussehen der Treppe transformieren.
    Marlon Lanziner (*1989) und Valentino Biagio (*1988) absolvierten das Studium der Bildenden Kunst an der ABK Stuttgart von 2010 bis 2018.
    2019 entwarf Marlon Lanziner mit Eva-Marie Holzner die erste Edition von „Vadonna“-Kleinskulpturen. Die aus Bronze gefertigten und individuell gefärbten Unikate beziehen sich zum einen auf die klassische Mariendarstellung, der „Madonna“, zum anderen auf das weibliche Geschlecht, und verbinden beide Aspekte in den Skulpturen.

Bisherige StipendiatInnen

  • 2019
    • LOWLAND
    • anorak
    • Ülkü Süngün
    • Marlon Lanziner & Valentino Biagio (MAVA)
    • Stadtlücken
    • Jasmin Schädler
    • Mahsa Saloor (Residency Juni bis August 2019)
    • Sophie Innmann (Residency März bis Mai 2019)
  • 2018
    • Sören Hiob
    • LOWLAND
    • Anna Romanenko & Björn Kühn
    • anorak
    • Katharina Jabs
    • Ülkü Süngün
    • Ulrike Buck (Residency, September 2018 bis Februar 2019)
    • Marie Raffn (Residency, Januar bis April 2018)
  • 2017
    • Maximilian Bauer
    • Sören Hiob
    • LOWLAND
    • Anna Romanenko & Björn Kühn
    • Gruppe Staub
    • Minyoung Paik (Residency, Februar bis April 2017)
    • Guy Königstein (Residency, August bis Oktober 2017)
  • 2016
    • Maximilian Bauer
    • Sören Hiob
    • Min-Seob Ji
    • Anna Romanenko & Björn Kühn
    • Gruppe Staub
    • Ahram Kwon (Residency)
  • 2015
    • Nana Hülsewig & Fender Schrade
    • Min-Seob Ji
    • Studio Soleils
    • Maximilian Bauer
    • Gruppe Staub
    • Grażyna Roguski (Residency)
  • 2014
    • Juliane Otterbach
    • Nana Hülsewig & Fender Schrade
    • Min-Seob Ji
    • Studio Soleils
    • Demian Bern
    • Humberto Duque (Residency)
  • 2013
    • Juliane Otterbach
    • Demian Bern
    • Nana Hülsewig
    • Manuel Krumrain
  • 2012
    • Matthias Megyeri
    • Florian Klette
    • Melanie Mohren & Bernhard Herbordt
    • Juliane Otterbach
  • 2011
    • Bernhard Kahrmann
    • Karima Klasen
    • Matthias Megyeri
    • Eva Schmeckenbecher
    • JAK (Jangyoung Jung, Andreas Geisselhardt & Kestutis Svirnelis)
  • 2010
    • Bernhard Kahrmann
    • Sebastian Klemm
    • Matthias Megyeri
    • JAK (Jangyoung Jung, Andreas Geisselhardt & Kestutis Svirnelis)
  • 2009
    • Fergus Feehily
    • Bernhard Kahrmann
    • Sebastian Klemm
    • JAK (Jangyoung Jung, Andreas Geisselhardt & Kestutis Svirnelis)
  • 2008
    • Yildiz Aslandogan & Lukas Hofer
    • Fergus Feehily
    • Benjamin Fischer & Monika Schlachter
  • 2007
    • Eva Paulitsch & Uta Weyrich
    • Laurenz Theinert, Wolf Helzle & Matthias Siegert
    • Yildiz Aslandogan & Lukas Hofer
    • Mareike Hofmann & Jan Löchte
    • Fergus Feehily
  • 2006
    • Ronald Kolb & Volker Schartner
    • Laurenz Theinert, Wolf Helzle & Matthias Siegert
    • Mirja Wellmann
    • Ilka Götz
  • 2005
    • Julia Wenz & Katrin Kinsler
    • Ronald Kolb & Volker Schartner
    • Mirja Wellmann
    • Michael Dreyer
  • 2004
    • Julia Wenz & Katrin Kinsler
    • Rock und Bluse
    • Sylvia Winkler & Stephan Köperl
    • Ashok Kapur
  • 2003
    • Wendelien van Oldenborgh
    • Astrid S. Klein
    • Sylvia Winkler & Stephan Köperl
    • Ashok Kapur
  • 2002
    • Monika Nuber
    • Alexander Frangenheim
    • Ilka Götz
  • 2000
    • Ute Zeller
    • Christine Embert
    • Julia Lenzmann
    • Stef Stagel
    • Ralph Künzler
  • 1999
    • Petra Mihm
    • Hannes Trüjen & Kathrin Wörwag
    • Charlotte Wilde & Michael Vogel
    • Johannes Kiefer & Sintgund Seif
    • Stefanie Bollinger & Kim Zieschang