Im Rahmen des Atelierprogramms werden fünf Arbeitsstipendien an herausragende Künstlerinnen und Künstler sowie Bewerber_innen aus den Bereichen Architektur und Theorie vergeben. Ihnen steht mietfrei ein Arbeitsraum im 3. Stock des Künstlerhauses zur Verfügung. Zudem können die Werkstätten des Künstlerhauses kostenfrei genutzt werden. Eine Mitgliedschaft im Künstlerhaus wird erforderlich.

Die Arbeitsräume werden anhand der eingegangenen Bewerbungen jährlich vergeben. Die Entscheidung über die Vergabe trifft der Beirat des Künstlerhauses. Stipendienbeginn ist jeweils zum 1. März des Jahres.

 

Atelierstipendium für Kunst, Architektur und Theorie

Zum 1. März jedes Jahres vergibt das Künstlerhaus Stuttgart im Rahmen seines Atelierprogramms fünf Arbeitsräume für die Dauer von 12 Monaten. Die Arbeitsräume sind jeweils ca. 25 qm groß. Zusätzlich steht ein großer Vorraum zur Verfügung, der mit den anderen Stipendiat_innen gemeinsam genutzt werden kann. Zu den hauseigenen Werkstätten haben die StipendiatInnen freien Zugang. Die Arbeitsräume werden mietfrei vergeben, eine Mitgliedschaft im Künstlerhaus ist aber erforderlich.

Es besteht die Möglichkeit das Stipendium zu verlängern und sich für ein weiteres Jahr zu bewerben. Diese Option besteht bis zu zweimal, so dass bei Wiederauswahl durch die Jury eine maximale Nutzungszeit eines Arbeitsateliers von drei Jahren möglich ist.

Das Künstlerhaus Stuttgart wurde 1978 von Stuttgarter Künstler_innen als Produktions- und Präsentationsort für zeitgenössische Kunst gegründet und hat sich seitdem zu einer überregional und international bekannten Institution für Gegenwartskunst entwickelt. Neben den Ausstellungsflächen unterhält das Künstlerhaus Produktionsmöglichkeiten im Medienbereich (mit Ausstattungen im Video-, Audio- und Filmbereich). Hinzu kommen ein Photolabor sowie Werkstätten für Siebdruck, Hochdruck, Radierung, Lithografie und Keramik.

Das Künstlerhaus wünscht Vorschläge aus den Arbeitsfeldern Kunst, Architektur, Theorie und Design, welche die Entwicklung spezifischer Ideen und Projekte erkennen lassen, zu denen die Angebote der Institution beitragen können. Bewerbungen von Gruppen sind ebenso wie Einzelbewerbungen willkommen. Von den Stipendiat_innen wird im Laufe ihres Aufenthalts im Künstlerhaus ein Vortrag bzw. eine Präsentation ihrer Arbeit ausdrücklich gewünscht.

Bitte fügen Sie Ihrer Bewerbung folgende Unterlagen bei:

  • Lebenslauf
  • Informationsmaterial zu Ihrer künstlerischen Arbeit wie Portfolios, Kataloge (max. 2), Bilder etc.
  • Kurzbeschreibung, in welcher Weise Sie das Atelier nutzen wollen.

Bitte Bewerbungsunterlagen nicht auf CD/DVD, sondern nur in ausgedruckter Form einsenden (außer Videos oder Filme). Bei Bewerbung per Email bitte ausschließlich PDF-Dateien senden.

Bewerbungen sind bis spätestens 31. Oktober 2019 (Poststempel) zu richten an:

Künstlerhaus Stuttgart Email: info@kuenstlerhaus.de

ATELIERBEWERBUNG
Reuchlinstr. 4b
70178 Stuttgart

Die Jury, die sich aus dem künstlerischen Beirat zusammensetzt, tagt im November/Dezember 2019. Alle Bewerber_innen werden zeitnah über die Entscheidungen benachrichtigt.

Bitte beachten Sie, dass es sich um Arbeitsstipendien handelt, die weder mit einer Vergütung noch mit Wohnmöglichkeiten verbunden sind. Internationale Bewerbungen werden grundsätzlich akzeptiert, sofern sich die Bewerber_innen eigenständig um eine Unterkunft bemühen. Für die Nutzung der Werkstätten ist eine kostenpflichtige Einführung notwendig.

Aktuelle StipendiatInnen

  • Lowland Kollektiv
    Lowland Issue 2

    Lowland Kollektiv steht für einen imaginären Ort der freien Gedanken, einer Sphäre der Fantasie, der Sehnsucht und der Kontroverse. Das Kunstmagazin umfasst ein Kollektiv aus Literaten, Künstlern und Kreativen und vermischt verschiedene künstlerische Positionen miteinander.

    Die Gründerinnen des Kollektivs sind Anne Pflug, Christiana Teufel und Damaris Wurster.

    Anne Pflug (1989) arbeitet in den Bereichen Performance, Video und Musik, um die Herstellung von Realitäten und Körpern zu erproben. Sie ist aktiv in verschiedenen Musikprojekten (u.a. Perigon und Foam). Sie hat bis 2015 an der Merz Akademie Stuttgart bei Quigley, Muhle, Ott und Dreyer studiert und einen Master of Arts Abschluss. Derzeit studiert sie im Masterprogramm der HFBK Hamburg „Zeitbasierte Medien“ bei Michaela Melián.

    Christiana Teufel (1985) studierte an der HfG Karlsruhe Medienkunst mit Schwerpunkt künstlerische Fotografie bei Elger Esser und führte ihr Studium an der Merz Akademie in Stuttgart fort. Dort absolvierte sie ihren Master of Arts bei David Quigley und Michael Dreyer. In ihrer künstlerischen Forschung verwendet sie Techniken des Archivierens, der Montage, der Abstraktion sowie der Dichtung um Kulturtechniken wie der kollektiven Erinnerung nachzuspüren.

    Damaris Wurster (1984) schloss im Februar 2013 ihr Studium an der Merz Akademie mit dem Schwerpunkt Film und Video (B.A) ab. Sie setzte ihr Studium fort und ist seitdem an der Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart. Hier studierte sie bei Christian Jankowski, Mike Bouchet und seit 2015 bei Mariella Mosler. In ihren Arbeiten setzt sich Damaris Wurster mit der Abstraktion der Fotografie auseinander. Hierbei spielt das von ihr gewählte Trägermaterial eine wichtige Rolle.

  • Stadtlücken

    ist eine Gruppe von Gestalter*innen aus unterschiedlichen Disziplinen, die das Bewusstsein für öffentlichen Raum und Stadterfahrung schärfen und ein digital-analoges Netzwerk für das gemeinsame Entwickeln einer lebenswerten Stadt fördern wollen.

    „Wir wollen Lücken im Stadtsystem finden, sichtbar machen, den ungenutzten Raum öffnen und für Menschen sowie deren Bedürfnisse zugänglich und gemeinsam nutzbar machen. Lücken sind für uns Baulücken, Zeitlücken, soziale Lücken, rechtliche Lücken und Wissenslücken. Öffentlicher Freiraum in einer Stadt bedeutet, dass man sich hier austauschen, kennenlernen und unser Zusammenleben immer wieder aushandeln kann.“

  • anorak

    ist ein Trio, bestehend aus Lukas Ludwig, Johanna Markert und Florian Model. Im Mittelpunkt ihrer Arbeit steht der kollaborative Prozess und die Überzeugung, dass eine gemeinschaftliche Arbeitsweise Möglichkeiten eröffnet, die über ihre individuellen Herangehensweisen hinausgehen. Anoraks Projekte haben ihren Ausgangspunkt im Interesse an anderen künstlerischen Positionen und entstehen in enger Zusammenarbeit mit lokalen und internationalen jungen Künstler_innen und Kulturschaffenden. Im Experimentieren mit Formaten wie Ausstellungen, Dinner, Gesprächen und Film-Screenings versucht anorak, Orte des ernsthaften, gegenseitigen Austauschs und Dialos junger Künstler_innen zu entwickeln. Seit 2016 leitet das Trio den gemeinnützigen Kunstverein Anorak e.V. Zu ihren letzten Ausstellungs- und Veranstaltungsprojekten zählen Mixed Feelings (2016), in Kollaboration mit dem Künstlerhaus Stuttgart und der Palermo Galerie sowie In a Room (2017) in der Leopoldstr. 2 in Karlsruhe.

    Das anorak Atelier im Künstlerhaus Stuttgart ist zugleich Arbeitsraum, Treffpunkt und Ausgangspunkt für neue Projekte. Zur Zeit arbeitet anorak an einem mehrteiligen Ausstellungs- und Veranstaltungsprojekt mit dem Titel Gemini, welches im Frühsommer 2018 eröffnen wird. Gemini wird unter anderem in Kooperation mit der Akademie Schloss Solitude realisiert.

  • Ülkü Süngün

    1970 in Istanbul geboren, lebt und arbeitet in Stuttgart. Aufgewachsen in der Türkei und Deutschland übte sie zunächst ihren Erstberuf als Ingenieurin aus, bevor sie Bildende Kunst bei Werner Pokorny, Udo Koch und Felix Ensslin studierte. Mit unterschiedlichen Medien wie Fotografie, Installation, Bildhauerei und Lecture Performances setzt sie sich dabei kritisch mit Migrations- und Identitäts(politiken) und Erinnerung auseinander und betreibt mit ihren prozessorientierten und kollaborativen Ansätzen künstlerische Forschung. Als Dozentin an der Merz Akademie und der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart beschäftigt sie sich auch mit emanzipatorischen Fragen in der Lehre.

    Sie wird im Künstlerhaus ihr Projekt „Institut für Künstlerische Migrationsforschung“ (IKMF) realisieren. Mit ihrem 2017 gegründeten Verein macht sie ihre bisherige künstlerische und sozial- und gesellschaftskritische Praxis strukturell sichtbar und nutzt dabei Räume nomadisch. Süngün wird das Atelier als Zentrale des IKMF für laufende Projekte und Gäste öffnen und in regelmäßigen Abständen Workshops, Lecture Performances und Diskussionen veranstalten. Mit interdisziplinären Kooperationen und Kollaborationen gibt sie anderen Künstlerin_innen, Aktivist_innen, Wissenschaftler_innen und Sozialarbeiter_innen eine Plattform.

  • Jasmin Schädler

    (1989) ist Regisseurin und bildende Künstlerin. Nach ihrem Bachelor in Physik und Kulturwissenschaften studierte sie Theaterregie bei Christof Nel an der Akademie für Darstellende Kunst Baden-Württemberg. Aktuell macht sie ihren Master am Dutch Art Institute.

    Ihr künstlerischer Fokus liegt in der Sezierung von Zusammenhängen und Etymologie. Technologie und Welthandel stehen aktuell im Zentrum ihrer Auseinandersetzung. Ein längerfristiges künstlerisches Forschungsprojekt ist ihre Arbeit Algorithmic Gaze, in der sie untersucht, wie sich der Blick auf den Körper durch Machine Vision verändert. Diese Arbeit war 2018 in verschiedenen Formen im Kunstverein Hildesheim, in Athen im Projectspace Circuits&Currents und im Kunstverein Schorndorf zu sehen.
    Als Teil des Kollektivs die apokalyptischen tänzer*innen (www.apocalyptic.dance) entwickelt sie gerade eine Performance über die Handelsgeschichte der Banane, welche Ende des Jahres im Theater Rampe in Stuttgart und an der Schwankhalle Bremen zu sehen sein wird.

    Jasmin Schädler ist Teil des Vorstands der InterAKT Initiative e.V. Ein Zusammenschluss aus Stuttgarter Künstler*innen verschiedener Sparten, die genreübergreifend Projekte realisieren.

    2016/2017 war Jasmin Schädler Stipendiatin der Akademie Schloss Solitude.

  • Marlon Lanziner & Valentino Biagio

    arbeiten seit 2014 als Künstlergruppe MAVA an der skulpturalen Ausarbeitung von Umweltphänomenen. Im Künstlerhaus Stuttgart möchten sie sich ihrem Projekt Erosionsrinnen widmen.
    Die Arbeit Erosionsrinnen, bestehend aus einem hängenden miteinander verbundenem Dachrinnenkonstrukt, verbindet sich mit dem vorhandenen Regenabwassersytem der Wilhelmshöhe Ettlingen. Die Dachrinnen hängen rhizomartig im Raum und leiten das Wasser an vier Stationen, welche in den Ausstellungsräumen verteilt sind.
    Biagio und Lanziner züchten mit Hilfe von stetem Tropfen, welches durch den Erosionsrinnenapparat fließt, Stalagniten und ähnliche erodierte Objekte, wie Tropfgebilde und Sedimentablagerungen.
    Die Werke, die in jeder Wanne entstehen, werden im Laufe der Ausstellung trocknen und anschließend aus der Wanne entnommen, um durch neues Material ersetzt zu werden.
    Das Aussehen der Werke wird durch den Inhalt der Dachrinnen bestimmt. Jede Dachrinne wird mit der einheimischen Dachrinnenvegetation und diversen Erden und mineralhaltigen Substanzen befüllt, welche Einfluss auf die Struktur und Farbgebung des Tropfens haben, das wiederum das Ergebnis in den Wannen beeinflussen. In diesem Prozess ist der Regen der Taktgeber und bestimmt die Geschwindigkeit, in der die Skulpturen wachsen. Die Künstler passen sich daran an und beeinflussen das Ergebnis durch die Auswahl der Fundstücke und Zugabe diverser Materialien.

    Marlon Lanziner (*1989) absolvierte das Studium der Bildenden Kunst an der ABK Stuttgart von 2010 bis 2017 bei Professor Werner Pokorny und Professorin Mariella Mosler.
    Valentino Biagio (*1988) studierte von 2012 bis 2018 Bildende Kunst in den Grundklassen der Professoren Werner Pokorny und Rolf Bier sowie bei Mariella Mosler, Professorin für Bildhauerei und Keramik der ABK Stuttgart. Zuvor schloss er das Studium der Informatik und der Digitalen Musikproduktion sowie eine Ausbildung zum Steinbildhauer und Restaurator erfolgreich ab.

Bisherige StipendiatInnen

  • 2018
    • Sören Hiob
    • LOWLAND
    • Anna Romanenko & Björn Kühn
    • anorak
    • Katharina Jabs
    • Ülkü Süngün
    • Ulrike Buck (Residency, September 2018 bis Februar 2019)
    • Marie Raffn (Residency, Januar bis April 2018)
  • 2017
    • Maximilian Bauer
    • Sören Hiob
    • LOWLAND
    • Anna Romanenko & Björn Kühn
    • Gruppe Staub
    • Minyoung Paik (Residency, Februar bis April 2017)
    • Guy Königstein (Residency, August bis Oktober 2017)
  • 2016
    • Maximilian Bauer
    • Sören Hiob
    • Min-Seob Ji
    • Anna Romanenko & Björn Kühn
    • Gruppe Staub
    • Ahram Kwon (Residency)
  • 2015
    • Nana Hülsewig & Fender Schrade
    • Min-Seob Ji
    • Studio Soleils
    • Maximilian Bauer
    • Gruppe Staub
    • Grażyna Roguski (Residency)
  • 2014
    • Juliane Otterbach
    • Nana Hülsewig & Fender Schrade
    • Min-Seob Ji
    • Studio Soleils
    • Demian Bern
    • Humberto Duque (Residency)
  • 2013
    • Juliane Otterbach
    • Demian Bern
    • Nana Hülsewig
    • Manuel Krumrain
  • 2012
    • Matthias Megyeri
    • Florian Klette
    • Melanie Mohren & Bernhard Herbordt
    • Juliane Otterbach
  • 2011
    • Bernhard Kahrmann
    • Karima Klasen
    • Matthias Megyeri
    • Eva Schmeckenbecher
    • JAK (Jangyoung Jung, Andreas Geisselhardt & Kestutis Svirnelis)
  • 2010
    • Bernhard Kahrmann
    • Sebastian Klemm
    • Matthias Megyeri
    • JAK (Jangyoung Jung, Andreas Geisselhardt & Kestutis Svirnelis)
  • 2009
    • Fergus Feehily
    • Bernhard Kahrmann
    • Sebastian Klemm
    • JAK (Jangyoung Jung, Andreas Geisselhardt & Kestutis Svirnelis)
  • 2008
    • Yildiz Aslandogan & Lukas Hofer
    • Fergus Feehily
    • Benjamin Fischer & Monika Schlachter
  • 2007
    • Eva Paulitsch & Uta Weyrich
    • Laurenz Theinert, Wolf Helzle & Matthias Siegert
    • Yildiz Aslandogan & Lukas Hofer
    • Mareike Hofmann & Jan Löchte
    • Fergus Feehily
  • 2006
    • Ronald Kolb & Volker Schartner
    • Laurenz Theinert, Wolf Helzle & Matthias Siegert
    • Mirja Wellmann
    • Ilka Götz
  • 2005
    • Julia Wenz & Katrin Kinsler
    • Ronald Kolb & Volker Schartner
    • Mirja Wellmann
    • Michael Dreyer
  • 2004
    • Julia Wenz & Katrin Kinsler
    • Rock und Bluse
    • Sylvia Winkler & Stephan Köperl
    • Ashok Kapur
  • 2003
    • Wendelien van Oldenborgh
    • Astrid S. Klein
    • Sylvia Winkler & Stephan Köperl
    • Ashok Kapur
  • 2002
    • Monika Nuber
    • Alexander Frangenheim
    • Ilka Götz
  • 2000
    • Ute Zeller
    • Christine Embert
    • Julia Lenzmann
    • Stef Stagel
    • Ralph Künzler
  • 1999
    • Petra Mihm
    • Hannes Trüjen & Kathrin Wörwag
    • Charlotte Wilde & Michael Vogel
    • Johannes Kiefer & Sintgund Seif
    • Stefanie Bollinger & Kim Zieschang