Ateliers, Foto: Frank KleinbachHi!
Marlon Lanziner & Valentino Biagio
Ülkü Süngün, zeitraumexit, Foto: Ülkü Süngün
Stadtlücken, Visualisierung Kooperativer Stadtraum Österreichischer Platz, Courtesy Stadtlücken
Lennart Cleemann, My Dear Friends (One of Them is a Dramaqueen), 2020, Foto: Lennart Cleemann

Das

interdisziplinäre Atelierprogramm

bietet Künstler:innen, Architekt:innen, Designer:innen und Theoretiker:innen Ateliers für einen Zeitraum von bis zu drei Jahren. Bewerbungen für die Ateliers werden jährlich von einer Kommission bestehend aus Vorstand und Beirat begutachtet. Die Atelierstipendiat:innen erhalten einen eigenen Arbeitsraum mit Zugang zu einem großen Gemeinschaftsraum mit Küche in der dritten Etage sowie freien Zugang zu den verschiedenen Werkstätten und Verwaltungsräumen des Künstlerhauses Stuttgart. Die einzelnen Atelierräume sind ca. 25m² groß.

Stipendiat:innen

2021
Eva Dörr & Lena Meinhardt

Lena Meinhardt und Eva Dörr arbeiten seit 2019 als Künstlerinnenduo zusammen. Ihre Arbeiten begegnen sich im Feld der Soundinstallation.

 

Lena Meinhardt war Kontaktstudentin in Computermusik an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart.  In ihren Kompositionen verselbstständigen sich Aufnahmen von Orten, Objekten oder Texten durch kraftvolle Klangsynthesen. Zusammen mit Eva Dörr, die unter anderem am KIT Karlsruhe und der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart Bildende Kunst und Mathematik studierte, entstehen Orts- oder kontextbezogene Arbeiten. Eva Dörrs künstlerische Schwerpunkte liegen im Bereich der (Sound-) Installation und dem Video. Sie konzentriert sich auf die akustische Wahrnehmung von zumeist marginalen Räumen und Orten.

 

Die Arbeit ABELKA ist Teil des selbstorganisierten Ausstellungsprojektes „Kehrmaschine“. Gleich getaktet mit weiteren Arbeiten der Ausstellung vermischt die 8-Kanal-Sound Installation die Lüftungsanlage der Halle mit einer 60-minütigen Komposition, die das Raumgedächtnis zum Thema hat und die Halle mit Klängen und deren Reflexionen füllt.

Eva Dörr & Lena Meinhardt, ABELKA
2021
Lennart Cleemann

Lennart Cleemann (*1990) kommt aus der Architektur. Er studierte in Hannover, Aarhus und Stuttgart. Bevor er zur Kunsthochschule in Stuttgart kam, machte er ein Praktikum bei Buchner Bründler Architekten in Basel (Schweiz). Diese Zeit prägte seine Denkweise und Arbeitshaltung bezüglich des von ihm so benannten „poetischen Pragmatismus“. In der Kunstklasse Reto Bollers hat er seine Affinität für den direkten Kontakt mit Material und dessen emotionale Potenz entdeckt.

In seiner Arbeit behandelt er vor allem Themen der Ein- und Zweisamkeit sowie Themen des sexuellen Begehrens und Konsums. Die Befreiung aus einer gefühlten Hilflosigkeit gegenüber gesellschaftlich und gedanklich festgefahrenen Strukturen ist dabei ein Ziel seiner Arbeit. Er hat eine Verbundenheit zu rohen, unbehandelten Materialen, welche häufig den Ausgangspunkt seiner Arbeit darstellen. Diese werden gerne mit Fundobjekten von der Straße und Baustellen kombiniert und in Kontext miteinander gesetzt.

Am Künstlerhaus Stuttgart hat er sich mit dem Bestreben beworben, das bereitgestellte Atelier als einen Testraum für Installationen, im Sinne einer dystopischen Wohnung, zu nutzen. Die Idee stammt vor allem aus der Auseinandersetzung mit dem Motiv des Bettes als Ort des Rückzugs, der Lethargie, aber auch der Intimität und Freude.
Er erkundet Gefühls- und Beziehungszusammenhänge, welche ihn in seinem Alltag beschäftigen. Der Testraum kann auch als eine Art Baustelle betrachtet werden, die sich in stetigem Wandel befindet. Leben und Tod, Schönheit, Zerstörung und Verfall haben hier gleichermaßen eine Daseinsberechtigung.

Lennart Cleemann, My Dear Friends (One of Them is a Dramaqueen), 2020, Foto: Lennart Cleemann
Lennart Cleemann, Urlaub in Italien, 2020, Stoff, Latex, Pigment, Adiletten, 144 x 76 x 5 cm
Lennart Cleemann, Bumpy Grumpy, 2020, Beton, Stahl, Plastikreste, 205 x 113 x 11 cm + 307 x 47 x 11 cm
Lennart Cleemann, Whoops!, 2018, Isolieranstrich, Kleider, Farbreste, 5 x 43 x 190 cm
2021
Janis Eckhardt

Janis Eckhardts (*1994) Arbeitsweise verbindet ausgehend von Konstellationen und Objekten, persönliche Faszinationen mit gegenwärtigen sozialen Umständen. Arbeiten entstehen meist durch einen beiläufigen Moment, der aus den angesammelten Materialien hervorgeht. Performative Aspekte, das Wiederverwenden von eigenem und fremdem Material sowie dessen Historie, Distribution und Rekontextualisierung, ziehen sich als Mechanismen durch seine Arbeit. Dabei ist er stets auf der Suche nach nicht rein symbolischer Reproduktion und Darstellung, sondern einem Eingriff, der eine Ambivalenz produziert und aufrechterhält.

Janis Eckhardt, Video Still
2021
Alba Frenzel

Alba Frenzel studierte an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig. Während ihres Studiums befasste sie sich mit Fotografie im Feld der zeitgenössischen Kunst. Nach ihrem Diplom im Sommer 2017 stellte sie ihre Arbeiten Fotopapier, Licht, Ei zusammen mit weiteren Preisträger:innen im Rahmen des Fotowettbewerbs gute aussichten – junge deutsche fotografie in den Deichtorhallen Hamburg aus. Im Frühjahr 2021 erscheint ihre erste Publikation Kreatur o.T. beim Vexer Verlag.

 

In ihrer künstlerisch-forschenden Arbeit interessiert sie sich dafür, wie „lebendige Kunst“ entsteht. Bei ihrer aktuellen Recherche stieß sie durch Zufall auf den „Leberwurstbaum“, der im Duden auf derselben Seite steht wie „Leben“. „Meine Arbeit ist eine groß angelegte Forschung, in der mit dem Leberwurstbaum so umgegangen wird als ob er Kunst sei oder mit Kunst als sei sie ein Leberwurstbaum. Die Qualitäten, die sich auf die Eigenschaften von Kunst umdenken lassen, werden dabei ausgewählt.

 

Das von mir gesammelte heterogene Material zu dem ursprünglich in Westafrika heimischen Baum stammt aus verschiedenen gefundenen Quellen: Bildern, Katalogtexten, Videos, Fachaufsätzen und Internet-Suchergebnissen.“

Alba Frenzel, Trennblätterbefreiung, 2018
2021
Marlon Lanziner & Valentino Berndt

Marlon Lanziner und Valentino Berndt arbeiten seit 2014 als Künstlergruppe MAVA an der skulpturalen Ausarbeitung von Umweltphänomenen. In ihrem Projekt “the rain brings the color” zeigen sie, wie durch Verwitterungsprozesse von Kupfermaterialien in Reaktion mit Regenwasser Farbschlieren auf einer weißen Marmortreppe entstehen und wie diese das Aussehen der Treppe transformieren.

Marlon Lanziner (*1989) und Valentino Berndt (*1988) absolvierten das Studium der Bildenden Kunst an der ABK Stuttgart von 2010 bis 2018.

2019 entwarf Marlon Lanziner mit Eva-Marie Holzner die erste Edition von „Vadonna“-Kleinskulpturen. Die aus Bronze gefertigten und individuell gefärbten Unikate beziehen sich zum einen auf die klassische Mariendarstellung, der „Madonna“, zum anderen auf das weibliche Geschlecht, und verbinden beide Aspekte in den Skulpturen.

 

2020 publizierte Marlon Lanziner und Valentino Berndt das MAVA Kunstbuch Die Geschwindigkeit der Erde, welches die künstlerischen Projekte von 2014 – 2020 zusammenfasst. Im folgenden Jahr 2021 planen sie die Veröffentlichung des Buches im Rahmen einer Ausstellung.

MAVA Atelier, Foto: MAVA
MAVA, The Speed of the Earth, 2020
MAVA. Erosionen
2021
n.n.n. collective

n.n.n. collective wurde im Jahr 2014 von Jasmin Schädler, Julia Schäfer und Susanne Brendel gegründet. Schädler studierte Theaterregie an der Akademie für Darstellenden Künste Baden-Württemberg (2016) und Kunst Praxis am Dutch Art Institute (2019). Schäfer machte ihren Abschluss in Bildender Kunst an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart (2020) und Brendel studierte Bühnen- und Kostümbild und Bildende Kunst an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart (2021).
Gemeinsam entwickeln sie Formate, die sich sowohl im Bereich der Bildenden als auch der DarstellendenKunst bewegen. Inhaltlich beschäftigen sie sich gleichermaßen mit literarischen und theoretischen Texten und deren Potential, szenische Vorgänge auszulösen. Ihre Arbeiten waren u. a. im Projektraum des Kunstverein Wagenhalle, dem Schauspiel Stuttgart und dem Theater Rampe zu sehen.
Unterstützt durch die Publikationsförderung des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg erscheint 2021 ihre Publikation vom Aufgang der Sonne. Darin werden Texte und künstlerische Arbeiten präsentiert, die im Rahmen einer kritischen Auseinandersetzung mit Hegels Vorlesungen über die Philosophie der Weltgeschichte entstanden sind.

© n.n.n. collective
© n.n.n. collective
2021
Helen Weber

Helen Weber (*1994) studierte Bildende Kunst in Stuttgart und in Istanbul. Arbeitet individuell und kollektiv zwischen Innen- und Außenraum. Teil des Schwäbischen Online-Albvereins, des kollektiv_mitteperformance und ROSANNAWIDUKIND. Wirft sich mit feldforscherischem Anspruch in Kontexte, was Aktionen, Skulpturen, Texte, Videoinstallationen und diverse Formen der Dokumentation zur Folge hat. Seit Längerem gilt ihr Interesse den Widersprüchen des “Deutschen Waldes”, einer ideologischen Spielwiese zwischen Survival, Waldeinsamkeit*, Volkstum, Protest, Zecken, Natur- und Klimaschutz.
*Im Juli 2020 entwaffnet der “Schwarzwald- RAMBO“ Y. Rausch bei einer Kontrolle in seinem Gartenhüttchen 4 Polizeibeamte und findet anschließend auf sechstägiger Flucht vor Polizeihubschraubern Obdach im heimischen Schwarzwald. In einem Video schildert die Anwohnerin die Situation: „Ich war im Garten beschäftigt und auf dem Weg runter habe ich die Straße abgeguckt – weil man sich halt irgendwie umschaut momentan – und dann habe ich einen jungen Mann in Tarnanzug mit einem langen Wanderstock die Straße langlaufen sehen. Er lief wie ein Wanderer.“

Helen Weber, RAMBO 2020, Foto: Julia Schäfer
2020
Stadtlücken

Stadtlücken e.V. ist eine Gruppe von Gestalter:innen aus unterschiedlichen Disziplinen, die das Bewusstsein für öffentlichen Raum und Stadterfahrung schärfen und ein digital-analoges Netzwerk für das gemeinsame Entwickeln einer lebenswerten Stadt fördern. Eine lebenswerte Stadt bietet nichtkommerzielle öffentliche Räume, in denen sich unterschiedliche Akteur:innen begegnen und urbane Strukturen mitgestalten können. Der zu gestaltende urbane Raum ist dabei nicht nur städteplanerisch zu verstehen, sondern umfasst Rechts- und Wissensräume genauso wie Bauten und Infrastruktur, die für alle zugänglich sein müssen.
Regelmäßige Diskussionsveranstaltungen wie Einmal im Monat – Wem gehört die Stadt? fördern den Austausch und bieten Initiativen und interessierten Bürger*innen die Chance, sich weiter zu vernetzen. Gemeinsam diskutieren sie stadträumliche Fragen wie „Was ist Partizipation?“, „Wo wohnen eigentlich Obdachlose?“ oder „Wie geht Kooperation?“. Das Recht auf Stadt in Stuttgart wird über diese Vernetzung erprobt, experimentiert, weiterentwickelt und als Grundsatz implementiert. Daneben arbeitet Stadtlücken an der Entwicklung eines Kooperativen Stadtraums am Österreichischen Platz und an einem Konzept für eine Schnittstelle von Politik, Verwaltung und Bürger:innen in Form des Amtes für öffentlichen Raum, das im Sommer 2020 in der Architekturgalerie am Weißenhof startet.

Stadtlücken. Derzeit aktive Mitglieder: Natalie Brehmer, Sascha Bauer, Ania Corcilius, Mark Julien Hahn, Lena Engelfried, Sebastian Klawiter, Carolin Lahode, Martin Mannweiler, Hanna Noller, Dominik Schultheiß, Christine von Raven, Jens-Holger Streck, Valerie Rehle, Jonas Wansing, Elisabeth Schaumann, Marco Zörn, Dagmar Staiger, Felicitas Straka, Sarah Ann Sutter, Courtesy Stadtlücken
Stadtlücken-Installation in der Ausstellung "Visionäre Räume“, Kunstverein Neuhausen, 2019, Courtesy Stadtlücken
Stadtlücken, Visualisierung Kooperativer Stadtraum Österreichischer Platz, Courtesy Stadtlücken
2020
Lennart Cleemann

Lennart Cleemann (*1990) hat Architektur an der Universität Hannover, der Arkitektskolen Aarhus (Dänemark) und der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart studiert und mit Bachelor und Master abgeschlossen. Bevor er zur Kunsthochschule in Stuttgart kam, machte er ein Praktikum bei Buchner Bründler Architekten in Basel (Schweiz). Diese Zeit prägte seine Denkweise und Arbeitshaltung bezüglich des von ihm so benannten „poetischen Pragmatismus“.
In seiner Arbeit behandelt er vor allem Themen der Ein- und Zweisamkeit sowie Themen des sexuellen Begehrens und Konsums. Die Befreiung aus einer gefühlten Hilflosigkeit gegenüber gesellschaftlich und gedanklich festgefahrenen Strukturen ist dabei ein Ziel seiner Arbeit. Am Künstlerhaus Stuttgart hat er sich mit dem Bestreben beworben, das bereitgestellte Atelier als einen Testraum für Installationen, im Sinne eines dystopischen Schlafzimmers, zu nutzen. Die Idee stammt vor allem aus der Auseinandersetzung mit dem Motiv des Bettes als Ort des Rückzugs, der Lethargie, aber auch der Intimität und Freude.
Er erkundet an diesen Betonbetten Gefühls- und Beziehungszusammenhänge, welche ihn in seinem Alltag beschäftigen. Der Testraum kann auch als eine Art Baustelle betrachtet werden, die sich in stetigem Wandel befindet. Tod und Leben haben hier gleichermaßen eine Daseinsberechtigung.

Lennart Cleemann, My Dear Friends (One of Them is a Dramaqueen), Gartenstühle, variable Maße, 2020
Lennart Cleemann, Urlaub in Italien, 2020, Stoff, Latex, Pigment, Adiletten, 144 x 76 x 5 cm
Lennart Cleemann, An almost fancy Sofa, 2020, ehemaliges Klappsofa, variable Maße
Lennart Cleemann,I Used to Hate our Living Room Table Now He is Impractical, 2020, Beton, Hartschaum, Silikon, 60 x 60 x 42 cm
Lennart Cleemann, Bumpy Grumpy, 2020, Beton, Stahl, Plastikreste, 205 x 113 x 11 cm + 307 x 47 x 11 cm
Lennart Cleemann, Whoops!, 2018, Isolieranstrich, Kleider, Farbreste, 5 x 43 x 190 cm
2020
Alba Frenzel

Alba Frenzel (*1984) studierte an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig. Während ihres Studiums befasste sie sich mit Fotografie im Feld der zeitgenössischen Kunst. Nach ihrem Diplom im Sommer 2017 stellte sie ihre Arbeiten Fotopapier, Licht, Ei zusammen mit weiteren Preisträger:innen im Rahmen des Fotowettbewerbs gute aussichten – junge deutsche fotografie in den Deichtorhallen Hamburg aus. Entstanden sind die Bilder ausschließlich in der Dunkelkammer auf Grundlage des Zusammenspiels von Fotopapier und Licht. Als Material dienten ihr Hühnereier in verschiedenen Aggregatzuständen, die so verschiedene Formen von unterschiedlicher Intensität erzeugen. 2019 trat sie ein Arbeitsstipendium im Künstlerhaus Salzwedel an.
In ihrer fotografischen Arbeit Aus erdgeschichtlicher Sicht fotografierte sie in Eisdielen die Theken mit Speiseeis, welche durch Aufnahmewinkel und Farbgebung wie Naturformationen von Gestein, Lava oder Schlamm erscheinen.
In ihrer aktuellen Arbeit geht sie der Frage nach der Entstehung einer lebendigen Kunst nach, welche sie anhand des Leberwurstbaums erforscht.

Alba Frenzel, Trennblätterbefreiung, 2018
Alba Frenzel, Salome Vissèr, Meine Insel in Afrika (2014), 2020, Taschenbuch, Tipp-Ex Korrekturband 5mm, Foto: Alba Frenzel
Alba Frenzel, Endoplasmatisches Retikulum, Siebdruck (work in progress), auf 80 Gramm holzfreiem Papier, 2020, 119 x 168 cm, Foto: Alba Frenzel
Alba Frenzel, Konstruktionsholz vor und zurück, 2019, Holz und Holzdübel, 20 x 60 x 10 cm, Foto: Alba Frenzel
2020
Ülkü Süngün

Ülkü Süngün studierte Bildhauerei an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste. Mit unterschiedlichen Medien wie Fotografie, Installation, Bildhauerei und Lecture Performances setzt sie sich in ihrer Arbeit kritisch mit Migrations- und Identitäts(politiken) und Erinnerung auseinander und betreibt mit ihren prozessorientierten und kollaborativen Ansätzen künstlerische Forschung. Als Dozentin an der Merz Akademie und der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart beschäftigte sie sich auch mit emanzipatorischen Fragen in der Lehre.
Im Künstlerhaus realisiert sie ihr Projekt Institut für Künstlerische Migrationsforschung (IKMF). Mit ihrem 2017 gegründeten Verein, macht sie ihre bisherige künstlerische und sozial- und gesellschaftskritische Praxis strukturell sichtbar und nutzt dabei Räume nomadisch. Im Frühjahr 2019 wurde im Rahmen dieses Projektes die Veranstaltungsreihe ACTIVIST ACADEMY. VISUAL STRATEGIES I mit mehreren offenen Workshops im Künstlerhaus realisiert. 2019 hatte sie mit dem IKMF einen Aufenthalt im zeitraumexit in Mannheim: GEMEINGUT JUNGBUSCH. Sie untersuchte im Viertel Jungbusch, Funktionen von Migration und Kultureinrichtungen im Kontext der Gentrifizierung. Stationen des Aufenthaltes waren die Kurzfilm-Kinoreihe KANAKINO mit Belit Sag und Cana Bilir-Meier.

Ülkü Süngün, zeitraumexit, Foto: Ülkü Süngün
Ülkü Süngün, zeitraumexit, Foto: Ülkü Süngün
Ülkü Süngün, zeitraumexit, Foto: Ülkü Süngün
Ülkü Süngün, zeitraumexit, Foto: Ülkü Süngün
Ülkü Süngün, zeitraumexit, Foto: Ülkü Süngün
2020
Jasmin Schädler

Jasmin Schädler ist Regisseurin und bildende Künstlerin. Nach ihrem Bachelor in Physik und Kulturwissenschaften studierte sie Theaterregie bei Christof Nel an der Akademie für Darstellende Kunst Baden-Württemberg und absolvierte einen Master in Kunst Praxis am Dutch Art Institute. Ihr künstlerischer Fokus liegt in der Sezierung von Zusammenhängen und Etymologien. Technologie und Wahrnehmung stehen aktuell im Zentrum ihrer Auseinandersetzung. Ein längerfristiges künstlerisches Forschungsprojekt ist ihre Arbeit zur Interaktion zwischen Mensch und Algorithmen. Zuletzt zeigte sie hierzu eine Lecture Performance am Silent Green (Berlin) im Mai 2019.
2020 realisiert sie gemeinsam mit Bongile Gorata Lecoge-Zulu eine Arbeit für das Festival Die irritierte Stadt, in der es um die performative Diversität der Wahrnehmung des Stadtraums geht. Als Teil des Kollektivs die apokalyptischen tänzer*innen (www.apocalyptic.dance) entwickelt sie Performances in enger Zusammenarbeit mit dem Theater Rampe und als Teil der Nachwuchsplattform Freischwimmen.

Foto: Julia Schäfer
Jasmin Schädler, Foto: Anastasia Diavasti
Jasmin Schädler, Foto: Ivan Syrov
Jasmin Schädler, Foto: Johana Gómez
2020
Marlon Lanziner & Valentino Berndt

Marlon Lanziner und Valentino Berndt arbeiten seit 2014 als Künstlergruppe MAVA an der skulpturalen Ausarbeitung von Umweltphänomenen. In ihrem Projekt the rain brings the color zeigen sie, wie durch Verwitterungsprozesse von Kupfermaterialien in Reaktion mit Regenwasser Farbschlieren auf einer weißen Marmortreppe entstehen und wie diese das Aussehen der Treppe transformieren.
Marlon Lanziner (*1989) und Valentino Berndt (*1988) absolvierten das Studium der Bildenden Kunst an der ABK Stuttgart von 2010 bis 2018.
2019 entwarf Marlon Lanziner mit Eva-Marie Holzner die erste Edition von „Vadonna“-Kleinskulpturen. Die aus Bronze gefertigten und individuell gefärbten Unikate beziehen sich zum einen auf die klassische Mariendarstellung, der „Madonna“, zum anderen auf das weibliche Geschlecht, und verbinden beide Aspekte in den Skulpturen.

Atelier MAVA, Foto: Marlon Lanziner & Valentino Berndt
Marlon Lanziner in seinem Atelier, Foto: Marlon Lanziner & Valentino Berndt
Foto: Marlon Lanziner & Valentino Berndt
2020
Amiko Li

Amiko Li (*1993) ist ein bildender Künstler, der in den Bereichen Fotografie, Text und Video arbeitet. Seine Arbeiten erforschen das Paradoxon von Intimität und Distanz. Durch Strategien der Nachstellung, des Austauschs und der Fehlübersetzung erforscht er in seinen Arbeiten eine aleatorische Herangehensweise an Nuancen des kulturellen und sozialen Systems sowie der Ethik von Sprache und Repräsentation. Derzeit arbeitet er an einem textbasierten Projekt, in dem Quellen wie Akupunktur, Handlesen, Induktion psychogener Erkrankungen, Tetrochromie bei Vögeln, Evolution, Bewertungssystem und Körperautonomie herangezogen werden.

 

Aufgrund der Pandemie ist es Amiko Li aktuell nicht möglich, nach Deutschland einzureisen, sodass sein Stipendium entsprechend verschoben wird.

Amiko Li, The Purpose of Disease, Performance documentation at University of Georgia, 2020
Amiko Li, The Purpose of Disease, Installationsansicht an der University of Georgia, 2020
Amiko Li, Meditations in an Emergency, Installationsansicht am UCCA Center for Contemporary Arts, 2020
2020
Veronika Schneider

Nach einem Designstudium in Bozen zog Veronika Schneider (*1991 in Berlin) nach Stuttgart, um dort seit 2016 an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Kunst und Kunstpädagogik zu studieren. Sie studierte bei Rainer Ganahl, discoteca flaming star und momentan absolviert sie ihr Bachelorstudium unter der Betreuung von Antonia Low. Mittels Workshops in Museen und eigens initiierten Kunstprogrammen hinterfragt sie den Moment, in dem Kunst entsteht. Veronika Schneider interessiert sich für den offenen Zustand der Ahnungslosigkeit. Es geht um den menschlichen Körper, der durch Architektur, Kunst oder andere Formen symbolischer Gewalt bestimmt wird und ständig in Kontakt mit kalten und glatten Oberflächen ist. Der Kontrast von harten Fakten zu intuitivem Wissen steht auch im Mittelpunkt ihrer skulpturalen Erforschung des Materials Glas.

 

Veronika Schneider nutzt aktuell das Atelier von Amiko Li, ist jedoch keine Stipendiatin des Künstlerhaus Stuttgart.

Veronika Schneider, Wir feiern das Leben!, 2020, Workshop und Performance in Zusammenarbeit mit dem WKV und JES
2019
Sophie Innmann (Residency)

März 2019 bis Mai 2019

 

Website: https://sophieinnmann.com

 

 

 

2019
Mahsa Saloor (Residency)

Juni 2019 bis August 2019

2019
anorak

anorak ist ein kuratorisches Trio, bestehend aus Lukas Ludwig, Johanna Markert und Florian Model. Im Mittelpunkt ihrer Arbeit steht der kollaborative Prozess und die Überzeugung, dass eine gemeinschaftliche Arbeitsweise Möglichkeiten eröffnet, die über ihre individuellen Herangehensweisen hinausgehen. Anoraks Projekte haben ihren Ausgangspunkt im Interesse an anderen künstlerischen Positionen und entstehen in enger Zusammenarbeit mit lokalen und internationalen jungen Künstler_innen und Kulturschaffenden. Ausstellungsmachen bedeutet für anorak, Orte des ernsthaften, gegenseitigen Austauschs und Dialos junger Künstler:innen zu entwickeln. Seit 2016 leitet das Trio den gemeinnützigen Kunstverein Anorak e.V. mit dem Ziel eine institutionelle Infrastruktur zu schaffen, die es jungen Künstler:innen und Kulturschaffenden ermöglicht ihre Arbeiten zu realisieren und zur Diskussion zu stellen. Im ersten Jahr ihres Atelierstipendiums realisierten anorak das Ausstellungsprojekt Gemini (2018/19), welches in Kooperation mit dem Künstlerhaus Stuttgart, der Akademie Schloss Solitude und dem Delphikino realisiert wurde. Ausgehend von der Figur des Doppels, als einem Anderen in sich selbst, stellte Gemini die Frage, inwiefern Formen vorgefasster Narrative – Mythen, Schicksal und Geschichte – Identifikationsprozesse anstoßen und darin gegenwärtige Subjektivitäten formen. Das mehrteilige Projekt, welches im Herbst mit der Filmpremiere A GRIN WITHOUT A CAT — THE VERY TALE von Katharina Jabs  begann, umfasste ein Online- und Printmagazin, ein Veranstaltungsprogramm und zwei Ausstellungskapitel.
Das anorak Atelier im Künstlerhaus Stuttgart ist zugleich Arbeitsraum, Vereinssitz, Treffpunkt und Ausgangspunkt für neue Projekte. Zur Zeit arbeitet anorak an freien kuratorischen Projekten u.a. einer Ausstellung in der Villa Merkel, die 2020 im Rahmen des Bahnwärterstipendiums realisiert wird.

 

Mehr Informationen finden Sie unter: anorakanorak.com

A GRIN WITHOUT A CAT — THE VERY TALE von Katharina Jabs, Filmpremiere und Launch von Gemini
2019
LOWLAND

Lowland bietet einen Möglichkeitsraum für den Austausch künstlerischer Positionen und Realitäten. Es vereint Magazin und wechselnde interdisziplinäre Künstlergruppe. Während jedes Zyklus des Austauschs erhalten die teilnehmenden Künstler:innen die Gelegenheit, ihre Positionen füreinander zu öffnen. Die Gründerinnen sind Anne Pflug, Christiana Teufel und Damaris Wurster.

 

Weitere Informationen zu Lowland und deren Gründerinnen finden Sie unter:

Lowland

Damaris Wurster

Christiana Teufel

Anne Pflug

 

Magazin Lowland 3
2019
Ülkü Süngün

Mit unterschiedlichen Medien wie Fotografie, Installation, Bildhauerei und Lecture Performances setzt Ülkü Süngün (*1970) sich kritisch mit Migrations- und Identitäts(politiken) und Erinnerung auseinander und betreibt mit ihren prozessorientierten und kollaborativen Ansätzen künstlerische Forschung.
Sie realisiert im Künstlerhaus ihr Projekt „Institut für Künstlerische Migrationsforschung“ (IKMF). Mit ihrem 2017 gegründeten Verein macht sie ihre bisherige künstlerische und sozial- und gesellschaftskritische Praxis strukturell sichtbar und öffnet das Atelier als Zentrale des IKMF für laufende Projekte und Gäste.
Im Frühjahr 2019 findet die Workshopreihe Visual Strategies derAktivisten Akdemie des IKMF statt,die mit politischen Aktivisten aus Stuttgart konzipiert wurde. Hauptanliegen dieser Workshopreihe ist die Suche nach neuen visuellen Sprachen, sowie die Netzwerkbildung und Solidarisierung von lokalen (Protest-)Bewegungen.

2019
Marlon Lanziner & Valentino Biagio

Marlon Lanziner und Valentino Biagio arbeiten seit 2014 als Künstlergruppe MAVA an der skulpturalen Ausarbeitung von Umweltphänomenen. Im Künstlerhaus Stuttgart möchten sie sich ihrem Projekt Erosionsrinnen widmen.
Marlon Lanziner (*1989)  und Valentino Biagio (*1988) absolvierten das Studium der Bildenden Kunst an der ABK Stuttgart von 2010 bis 2017.
Zuvor schloss Biagio ein Studium der Informatik und der Digitalen Musikproduktion sowie eine Ausbildung zum Steinbildhauer und Restaurator erfolgreich ab.

Erosionsrinnen, Foto: Marlon Lanziner & Valentino Biagio
2019
Jasmin Schädler

Jasmin Schädler (*1989) ist Regisseurin und Bildende Künstlerin. Ihr künstlerischer Fokus liegt in der Sezierung von Zusammenhängen und Etymologie. Technologie und Welthandel stehen aktuell im Zentrum ihrer Auseinandersetzung. Ein längerfristiges künstlerisches Forschungsprojekt ist ihre Arbeit Algorithmic Gaze, in der sie untersucht, wie sich der Blick auf den Körper durch Machine Vision verändert.
Als Teil des Kollektivs die apokalyptischen tänzer*innen (www.apocalyptic.dance) entwickelt sie gerade eine Performance über die Handelsgeschichte der Banane, welche Ende des Jahres im Theater Rampe in Stuttgart und an der Schwankhalle Bremen zu sehen sein wird.
Jasmin Schädler hat einen Bachelor in Physik und Kulturwissenschaften und studierte im Anschluss Theaterregie bei Christof Nel an der Akademie für Darstellende Kunst Baden-Württemberg.

forever apocalyptic – die apokalyptischen tänzer*innen, Stadtbibliothek Stuttgart, Foto: Susanne Brendel
2019
Stadtlücken

„Stadtlücken” ist eine Gruppe von Gestalter*innen aus unterschiedlichen Disziplinen, die das Bewusstsein für öffentlichen Raum und Stadterfahrung schärfen und ein digital-analoges Netzwerk für das gemeinsame Entwickeln einer lebenswerten Stadt fördern wollen. Sie möchten Lücken im Stadtsystem finden, sichtbar machen, den ungenutzten Raum öffnen und für Menschen sowie deren Bedürfnisse zugänglich und gemeinsam nutzbar machen. Stadtlücken besteht aus derzeit 15 Mitgliedern aus den Bereichen Architektur, Stadtplanung, Kunst, Produkt- und Kommunikationsdesign, Sozialgeographie, Handwerk, Soziale Arbeit, Filmdokumentation und Betriebswirtschaftslehre.

2018
Ulrike Buck (Residency)

September 2018 bis Februar 2019

2018
Sören Hiob

Sören Hiob studierte an der Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart bei Christian Jankowski und Mike Bouchet. Er arbeitet sozusagen über die Grenzen hinweg in den verschiedenen Bereichen zeitgenössischer bildender Kunst: Von Malerei, Skulptur über Installation bis hin zu seinen Schwerpunkten Performance und Video. Inhaltlich versucht er zunehmend außerinstitutionelle, ungebundene Perspektiven zu entwickeln. Mit seinen Arbeiten war Hiob bereits in zahlreichen Gruppenausstellungen vertreten – natürlich an verschiedenen Stellen in Stuttgart, aber auch bereits europaweit in Breslau, Warschau, Vaduz, London, Edinburgh, Basel oder Rom.

2018
Anna Romanenko & Björn Kühn

Anna Romanenko (Jahrgang 1983 und in Moskau geboren) studierte zunächst Schauspieltheaterregie an der Theaterakademie Hamburg und dann Architektur, Neue Medien und Skulptur an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart. Sie „entwirft Gegenstände mit operativen Kapazitäten sowie Vorgänge, die sich anhand von Objekten ereignen“. Gemeinsam mit Björn Kühn war sie Mitbegründerin des Performancekollektivs Punch and Jude und des Verlages für Handbücher.

 

Björn Kühn (Jahrgang 1987) studierte Bildende Kunst an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart sowie am Goldsmiths College der University of London. Neben reger Ausstellungs-, Performance- und Vortragstätigkeit war Kühn außer bei den genannten Kollektiven mit Anna Romanenko auch Mitbegründer des Magazins Copter. In ihrer künstlerischen Praxis befassen sich Romanenko und Kühn damit, „neue Mechaniken zwischen Mensch, Objekt und Umwelt zu erfinden, sie zu beschreiben und Werkzeuge für diese Mechaniken zu entwerfen“.

2018
Katharina Jabs

Katharina Jabs, 1986 in Kasachstan geboren, ist Künstlerin und Filmemacherin. Sie studierte Bildende Kunst an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart, Dokumentarfilm an der Filmakademie Baden-Württemberg und im Rahmen eines Auslandaufenthaltes Neue Medien an der Kyushu Sangyo University in Japan.

 

Von 2016 bis 2017 erhielt sie das Landesgraduiertenstipendium für das künstlerisch-wissenschaftliche Forschungsvorhaben Ein Grinsen ohne Katze, mit Bezug auf die Methodik der japanischen Dokumentarfilm Avantgarde der 60er-Jahre und auf zeitgenössische filmästhetische Theorien zum Thema „OFF“. Die Dreharbeiten zu ihrem aktuellen Film Ein Grinsen ohne Katze – THE VERY TALE wurden durch den DAAD in Japan gefördert.

 

Katharina Jabs arbeitet in ihren Filmen an verschiedenen Aggregatzuständen von Absenz. Ein wesentliches Kriterium ihrer filmischen Praxis ist die Beschäftigung mit der Materialität des OFF (hors-champ, off-screen space), jenem imaginären Raum des Filmes, der außerhalb des Bildfeldes potentiell existiert/insistiert und durch Kamera und Mise en Scène von ihr konzipiert und inszeniert wird.

 

2017 erhielt ihr Film TERRY JO WANTED den „Link 2 Future“-Preis der Psychoanalytischen Gesellschaft Zürich.

Katharina Jabs, MAKAVA, 2015, Courtesy Katharina Jabs
2018
anorak

Anorak ist ein Trio, bestehend aus Lukas Ludwig, Johanna Markert und Florian Model. Im Mittelpunkt unserer Arbeit steht der kollaborative Prozess. Wir sind davon überzeugt, dass eine gemeinschaftliche Arbeitsweise Möglichkeiten eröffnet, die über unsere individuelle Arbeit hinausgehen. Unsere Projekte haben ihren Ausgangspunkt im Interesse an anderen künstlerischen Positionen und entstehen in enger Zusammenarbeit mit lokalen und internationalen jungen Künstler*innen und Kulturschaffenden. Im Experimentieren mit Formaten wie Ausstellungen, Dinner, Gesprächen und Film-Screenings versuchen wir Orte des ernsthaften, gegenseitigen Austauschs zu entwickeln.
Seit 2016 leiten wir den gemeinnützigen Kunstverein Anorak e.V., dessen Ziel es ist den Austausch und Dialog junger Künstler*innen zu fördern.
Zu unseren letzten Ausstellungs- und Veranstaltungsprojekten zählen Mixed Feelings (2016), in Kollaboration mit dem Künstlerhaus Stuttgart und der Palermo Galerie sowie In a Room (2017) in der Leopoldstr. 2, Karlsruhe.

www.anorakanorak.com

anorak, 2016 (v. links n. rechts: Johanna Markert, Florian Model, Lukas Ludwig)
2018
LOWLAND
2018
Ülkü Süngün

Ülkü Süngün, 1970 in Istanbul geboren, lebt und arbeitet in Stuttgart. Aufgewachsen in der Türkei und Deutschland übte sie zunächst ihren Erstberuf als Ingenieurin aus, bevor sie Bildende Kunst bei Werner Pokorny, Udo Koch und Felix Ensslin studierte. Mit unterschiedlichen Medien wie Fotografie, Installation, Bildhauerei und Lecture Performances setzt sie sich dabei kritisch mit Migrations- und Identitäts(politiken) und Erinnerung auseinander und betreibt mit ihren prozessorientierten und kollaborativen Ansätzen künstlerische Forschung. Als Dozentin an der Merz Akademie und der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart beschäftigt sie sich auch mit emanzipatorischen Fragen in der Lehre.
Sie wird im Künstlerhaus ihr Projekt „Institut für Künstlerische Migrationsforschung“ (IKMF) realisieren. Mit ihrem 2017 gegründeten Verein macht sie ihre bisherige künstlerische und sozial- und gesellschaftskritische Praxis strukturell sichtbar und nutzt dabei Räume nomadisch. Süngün wird das Atelier als Zentrale des IKMF für laufende Projekte und Gäste öffnen und in regelmäßigen Abständen Workshops, Lecture Performances und Diskussionen veranstalten. Mit interdisziplinären Kooperationen und Kollaborationen gibt sie anderen Künstlerin*innen, Aktivist*innen, Wissenschaftler*innen und Sozialarbeiter*innen eine Plattform.

2018
Marie Raffn (Residency)

Januar 2018 bis April 2018

2017
Guy Königstein (Residency)

August 2017 bis Oktober 2017

 

 

2017
Maximilian Bauer
2017
Sören Hiob
2017
LOWLAND
2017
Anna Romanenko & Björn Kühn
2017
Gruppe Staub
2017
Minyoung Paik (Residency)

Februar bis April 2017

 

Die Südkoreanerin Minyoung Paik, Jahrgang 1983, studierte bis 2008 Textildesign an der Konkuk Universität in Seoul, Südkorea. Danach begann sie ihr Studium der Bildhauerei an der Akademie der Bildenden Künste München unter Magdalena Jetelová. 2015 wurde sie Meisterschülerin von Gregor Schneider und machte ihr Diplom, welches mit dem DAAD Preis ausgezeichnet wurde. Die Künstlerin lebt und arbeitet seit 2008 in München, Deutschland. Ihre Installationen, Objekte und Fotografien befassen sich mit den kulturellen und politischen Strukturen ihres Heimatlandes und den Mechanismen zeitgenössischer Kunst.

2016
Maximilian Bauer
2016
Sören Hiob
2016
Min-Seob Ji
2016
Anna Romanenko & Björn Kühn
2016
Gruppe Staub
2016
Ahram Kwon (Residency)
2015
Nana Hülsewig & Fender Schrade
2015
Min-Seob Ji
2015
Studio Soleils
2015
Maximilian Bauer
2015
Gruppe Staub
2015
Grażyna Roguski (Residency)
2014
Juliane Otterbach
2014
Nana Hülsewig & Fender Schrade
2014
Min-Seob Ji
2014
Studio Soleils
2014
Demian Bern
2014
Humberto Duque (Residency)
2013
Juliane Otterbach
2013
Demian Bern
2013
Nana Hülsewig
2013
Manuel Krumrain
2012
Florian Klette
2012
Melanie Mohren & Bernhard Herbordt
2012
Juliane Otterbach
2012
Matthias Megyeri
2011
Bernhard Kahrmann
2011
Karima Klasen
2011
Matthias Megyeri
2011
Eva Schmeckenbecher
2011
JAK (Jangyoung Jung, Andreas Geisselhardt & Kestutis Svirnelis)
2010
Bernhard Kahrmann
2010
Sebastian Klemm
2010
Matthias Megyeri
2010
JAK (Jangyoung Jung, Andreas Geisselhardt & Kestutis Svirnelis)
2009
Fergus Feehily
2009
Bernhard Kahrmann
2009
Sebastian Klemm
2009
JAK (Jangyoung Jung, Andreas Geisselhardt & Kestutis Svirnelis)
2008
Yildiz Aslandogan & Lukas Hofer
2008
Fergus Feehily
2008
Benjamin Fischer & Monika Schlachter
2007
Eva Paulitsch & Uta Weyrich
2007
Laurenz Theinert, Wolf Helzle & Matthias Siegert
2007
Yildiz Aslandogan & Lukas Hofer
2007
Mareike Hofmann & Jan Löchte
2007
Fergus Feehily
2006
Ronald Kolb & Volker Schartner
2006
Laurenz Theinert, Wolf Helzle & Matthias Siegert
2006
Mirja Wellmann
2006
Ilka Götz
2005
Julia Wenz & Katrin Kinsler
2005
Ronald Kolb & Volker Schartner
2005
Mirja Wellmann
2005
Michael Dreyer
2004
Julia Wenz & Katrin Kinsler
2004
Rock und Bluse
2004
Sylvia Winkler & Stephan Köperl
2004
Ashok Kapur
2003
Wendelien van Oldenborgh
2003
Astrid S. Klein
2003
Sylvia Winkler & Stephan Köperl
2003
Ashok Kapur
2002
Monika Nuber
2002
Alexander Frangenheim
2002
Ilka Götz
2000
Ute Zeller
2000
Christine Embert
2000
Julia Lenzmann
2000
Stef Stagel
2000
Ralph Künzler
1999
Petra Mihm
1999
Hannes Trüjen & Kathrin Wörwag
1999
Charlotte Wilde & Michael Vogel
1999
Johannes Kiefer & Sintgund Seif
1999
Stefanie Bollinger & Kim Zieschang

Ausschreibung

Atelierstipendium für Kunst, Architektur und Theorie

 

Zum 1. Mai 2022 vergibt das Künstlerhaus Stuttgart im Rahmen seines Atelierprogramms bis zu sieben Arbeitsräume für die Dauer von zwölf Monaten. Die Arbeitsräume sind jeweils ca. 25 qm groß. Zusätzlich steht ein großer Vorraum zur Verfügung, der mit den anderen Stipendiat:innen gemeinsam genutzt werden kann. Zu den hauseigenen Werkstätten haben die Stipendiat:innen freien Zugang. Die Arbeitsräume werden mietfrei vergeben, eine Mitgliedschaft im Künstlerhaus ist aber erforderlich.

 

Es besteht die Möglichkeit das Stipendium zu verlängern und sich für ein weiteres Jahr zu bewerben. Diese Option besteht bis zu zweimal, so dass bei Wiederauswahl durch die Jury eine maximale Nutzungszeit eines Arbeitsateliers von drei Jahren möglich ist.

Das Künstlerhaus Stuttgart wurde 1978 von Stuttgarter Künstler:innen als Produktions- und Präsentationsort für zeitgenössische Kunst gegründet und hat sich seitdem zu einer überregional und international bekannten Institution für Gegenwartskunst entwickelt. Neben den Ausstellungsflächen unterhält das Künstlerhaus Produktionsmöglichkeiten im Medienbereich (mit Ausstattungen im Video-, Audio- und Filmbereich). Hinzu kommen ein Fotolabor sowie Werkstätten für Siebdruck, Hochdruck, Radierung, Lithografie und Keramik. Für die Nutzung der Werkstätten ist eine kostenpflichtige Einführung notwendig.

 

Das Künstlerhaus wünscht Vorschläge aus den Arbeitsfeldern Kunst, Architektur, Theorie und Design, welche die Entwicklung spezifischer Ideen und Projekte erkennen lassen, zu denen die Angebote der Institution beitragen können. Bewerbungen von Gruppen sind ebenso wie Einzelbewerbungen willkommen. Von den Stipendiat:innen wird im Laufe ihres Aufenthalts im Künstlerhaus eine Präsentation ihrer Arbeit ausdrücklich gewünscht.

Bewerbung

 

Bitte fügen Sie Ihrer Bewerbung folgende Unterlagen bei:
– Lebenslauf
– Informationsmaterial zu Ihrer künstlerischen Arbeit wie Portfolios, Kataloge (max. 2), Bilder etc.
– Kurzbeschreibung, in welcher Weise Sie das Atelier nutzen wollen.

 

Bitte Bewerbungsunterlagen ausschließlich digital als pdf per Mail bis spätestens 30. November 2021 einreichen:

 

Ansprechpartnerin: Romy Range
E-Mail: info@kuenstlerhaus.de
Betreff: Atelierbewerbung

 

Die Jury, die sich aus dem künstlerischen Beirat zusammensetzt, tagt im Dezember/Januar. Alle Bewerber:innen werden zeitnah über die Entscheidungen benachrichtigt.

 

Bitte beachten Sie, dass es sich um Arbeitsstipendien handelt, die weder mit einer Vergütung noch mit Wohnmöglichkeiten verbunden sind. Internationale Bewerbungen werden grundsätzlich akzeptiert, sofern sich die Bewerber:innen eigenständig um eine Unterkunft bemühen.

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2021 25.09.2021–27.02.2022
This meeting is being recorded
Andrea Fraser
Ausstellung
25.09.2021–27.02.2022
Eröffnung:
Sa, 25.09.2021
19:00 Uhr

 

Seit den 1980er Jahren ist Andrea Fraser dafür bekannt, Arbeiten zu schaffen, die soziale und psychologische Strukturen mit analytischer Schärfe, schneidendem Humor und Pathos befragen. Während Frasers Arbeit häufig mit kritischen Untersuchungen von Kunstinstitutionen assoziiert wird, widmen sich ihre Performances seit Mitte der 2000er Jahre der Erforschung von Schnittstellen zwischen soziopolitischen und psychologischen Strukturen sowie deren Rolle in der Produktion und Reproduktion von individueller Identität, Gruppenidentität und gesellschaftlichen Systemen. Frasers Einzelausstellung im Künstlerhaus Stuttgart stellt diese Untersuchungen anhand dreier auf Performances beruhenden Videoinstallationen in den Mittelpunkt: Projection (2008), Men on the Line: Men Committed to Feminism, KPFK, 1972 (2012/2014) und ihre neue zentrale Arbeit This meeting is being recorded (2021), eine achtundneunzigminütige Videoarbeit, die die Prozesse und Entstehung von Rasse, Gender und Alter innerhalb einer intergenerationalen Gruppe von sieben selbst als weiß identifizierten Frauen untersucht.

 

Formal gesehen bilden die Arbeiten ProjectionMen on the Line und This meeting is being recorded zwar keine Trilogie. Sie sind jedoch klar durch ihren Prozess, ihre Methode und formale Strategie miteinander verbunden. Alle drei Arbeiten bauen auf der vielstimmigen Performance-Praxis auf, die Fraser seit den frühen 1990er Jahren entwickelt hat. Alle drei Arbeiten sind vor schwarzem Hintergrund aufgenommen und in Lebensgröße projiziert, um die Erfahrung des mit der Performerin in einem Raum Seins zu evozieren. Alle drei Arbeiten sind direkt in die Kamera performt, um Betrachter*innen in die Gespräche einzubinden. Alle drei Arbeiten beruhen auf Aufnahmen von Gesprächsformen mit hohem emotionalem Einsatz, die üblicherweise im Privaten stattfinden, die Fraser aber in den öffentlichen Raum verschiebt. Und alle drei Arbeiten beruhen auf Frasers Verständnis künstlerischer Performance als Praxis der Erfassung und Rahmung von Prozessen der Internalisierung und Projektion, der Inkorporation und Inszenierung, durch die sich das Soziale und das Psychologische bei der Produktion und Reproduktion von sozialer Identität, Gruppen und Institutionen überschneiden. In einer Kombination aus rigorosen Untersuchungen und intimer Selbstdarstellung untersucht Fraser, wie künstlerische, intellektuelle und politische Positionen von emotionalen Bedürfnissen angetrieben werden und wie psychologische Kräfte soziale und politische Strukturen sowohl formen als auch von ihnen geformt werden.

 

This meeting is being recorded: Andrea Fraser wird organisiert von der Kuratorin Rhea Anastas und Eric Golo Stone, dem künstlerischen Leiter des Künstlerhaus Stuttgart.

 

Der vollständige Text zur Ausstellung kann im oben genannten Pamphlet nachgelesen werden.

 

 

Veranstaltungstermine:

 

28/09/2021 (19 Uhr):

Andrea Fraser hält einen öffentlichen Vortrag im Auditorium der ABK Stuttgart und diskutiert anschließend mit der Kuratorin Rhea Anastas

(eine Anmeldung per E-Mail an veranstaltungen(at)abk-stuttgart.de ist aufgrund beschränkter Kapazitäten notwendig)

 

01/10/2021 (nur für Studierende):

Andrea Fraser leitet einen Workshop mit Studierenden des Masterprogramms Körper, Theorie und Poetik des Performativen der Fachgruppe Kunst im Heusteigtheater der ABK Stuttgart

 

16/10/2021 (15 Uhr):

Öffentliche Ausstellungsführung im Künstlerhaus Stuttgart mit Eric Golo Stone, künstlerischer Leiter des Künstlerhaus Stuttgart

 

04/12/2021 (15 Uhr):

Öffentlicher Workshop am Künstlerhaus Stuttgart mit Nikita Gale

 

18/12/2021 (15 Uhr):

Öffentlicher Workshop am Künstlerhaus Stuttgart mit Kurator und Psychotherapeut Jamie Stevens

 

Fri, Sa, So (12–18 Uhr):

Künstlerhaus Vermittler*innen führen öffentliche Diskussionen in der Ausstellung

 

 

Frasers neue Arbeit This meeting is being recorded (2021) wird vom Hammer Museum und dem Künstlerhaus Stuttgart koproduziert. Die Produktion wurde durch ein Stipendium der Mike Kelley Foundation unterstützt, die auch die Ausstellung Hammer Projects: Andrea Fraser (Hammer Museum, Los Angeles, 2019), eine Präsentation von Men on the Line (2019) und die Veröffentlichung von Andrea Fraser: Collected Interviews, 1990-2018, herausgegeben von Fraser, Rhea Anastas und Alejandro Cesarco (New York und London: A.R.T. Press und Koenig Books, 2019), gefördert hat.

 

 

In Zusammenarbeit mit der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart und mit der großzügigen Unterstützung von:

Andrea Fraser, This meeting is being recorded, 2021. 1-Kanal-HD-Videoinstallation. Videostill. 00:98:00 min. Kamera und Beleuchtung: Haley Saunders; Ton: Adam Borel und Ivan Rivera. Courtesy the artist.
2021 31.08.–12.09.2021
Permanente Performance - 40 Jahre Konzil
Veranstaltung
Festival
Gespräch
Performance
31.08.–12.09.2021
Eröffnung:
Mo, 30.08.2021
18:00 Uhr

collectively uncurated

 

mit

Beria Altinoluk, Joannie Baumgärtner, Begleitbüro SOUP, Ulrich Bernhardt, Bureau Baubotanik, Lennart Cleemann, Armin Chodzinski, Ania Corcilius, Theo Dietz, Eva Dörr, Janis Eckhardt, Alba Frenzel, Peter Hauer, Herbordt/Mohren, Yvette Hoffmann, Hannelore Kober, Justyna Koeke, Paul Kramer, Otto Kränzler, Caro Krebietke, Björn Kühn, Marlon Lanziner & Valentino Berndt, Maximilian Lehner, Matteo Locci, Matthias Megyeri, Lena Meinhardt, Elmar Mellert, Boris Nieslony, n.n.n. collective, Romy Range, Yara Richter, Jasmin Schädler, Ursula Scherrer, Anna Schiefer, Fender Schrade, Mira Simon, Michael Stockhausen, Başak Tuna, Helen Weber, Heidemarie von Wedel, Olav Westphalen, Georg Winter

et al

 

Täglich: Tischgespräche ab 18 Uhr im Künstlerhaus – Performances im Stadtraum – Ausstellung

 

Vor genau 40 Jahren, vom 01. bis 30. September 1981, lud das Künstlerhaus Stuttgart unter der Leitung von Ulrich Bernhardt zum künstlerischen Gruppenprojekt KONZIL mit 57 lokalen und 19 internationalen Künstler:innen ein. An einem 40qm großen Tisch wurden jeden Abend Fragen zur Zusammenarbeit, zum künstlerischen Austausch, zu inhaltlichen, politischen, formalen und sozialen Aspekten ephemerer und Performancekunst diskutiert. Ergänzt wurde das Projekt durch Aktionen und Veranstaltungen im Stadtraum. Aus dem KONZIL heraus hat der Künstler Boris Nieslony 1981 das weltweit erste Perfomancekunst-Archiv entwickelt, „die Schwarze Lade“ (Black Kit).

 

40 Jahre später holt das Künstlerhaus Stuttgart das KONZIL zurück nach Stuttgart und schlägt die Brücke zu aktuellen Themen, Debatten und Diskursen. Im Rahmen einer zweiwöchigen Veranstaltung wird das historische Konzil in Form einer archivarischen Ausstellung mit einem Performanceprogramm und täglichen Gesprächsrunden verknüpft.

 

Neun Künstler:innen wurden im Rahmen eines Open Calls ausgewählt, um im Stuttgarter Stadtraum Performances zu präsentieren. Joannie Baumgärtner, Theo Dietz, Justyna Koeke, Paul Kramer, Caro Krebietke, Matthias Megyeri, Ursula Scherrer und Başak Tuna & Matteo Locci werden an unterschiedlichen Orten in Stuttgart wie Sternwarte, Rosensteingarten oder auch am Neckar Performances durchführen. Im Anschluss an die einzelnen Aktionen laden wir jeden Abend ab 18 Uhr zum Austausch mit wechselnden Gästen und gemeinsamen Essen ins Künstlerhaus ein.

 

Alle Abendveranstaltungen finden im 4. Stock des Künstlerhauses statt, wo auch die Ausstellung mit historischem Material aus dem Black Kit Archiv von Boris Nieslony zu sehen ist. Dokumente, Fotografien, Plakate und Videomaterial, unter anderem von Künstler:innen, die 1981 im Künstlerhaus und in Stuttgart aktiv waren, geben einen Einblick in die Bedeutung des Archivs und stellen die aktuellen Performances in einen historischen Kontext.

 

Die Ausstellung Permanente Performance – 40 Jahre Konzil ist vom 31.08. bis 12.09.2021 Dienstag bis Sonntag von 14 bis 18 Uhr geöffnet.

 

 

Programm

 

Montag, 30. August 2021, 18 Uhr

Eröffnung

 

Grußwort: Ania Corcilius, 1. Vorsitzende, Künstlerhaus Stuttgart

Grußwort: Dr. Fabian Mayer, Erster Bürgermeister, Bürgermeister Referat Allgemeine Verwaltung, Kultur und Recht

Einführung: Ulrich Bernhardt (Mitgründer und 1. Künstlerischer Leiter, Künstlerhaus Stuttgart / Organisator Konzil, 1981); Boris Nieslony (Gründer Performance Art Archiv „Die Schwarze Lade“ / Organisator Konzil, 1981)

Einführung: Anna Schiefer, 2. Vorsitzende, Künstlerhaus Stuttgart

 

 

Dienstag, 31. August 2021

Theo Dietz

How to build fishing rods
Ort: Künstlerhaus Innenhof
Zeit: 16 Uhr

 

Ein Vortrag über sogenannte Fehlwurfhaken, die zum Fischen in Müllcontainern praktisch sein können, und wie diese gebaut werden. Mülltrennung wird zur künstlerischen Handlung und Haltung.

 

Theo Dietz setzt sich in seinen medienübergreifenden Projekten mit Orten in ihren sozialen, materiellen und politischen Dimensionen auseinander und stellt diesen seine eigenen postironischen Utopieräume entgegen. Er war mit Performances u.a. bei der 15. Istanbul Biennale und der Manifesta11 beteiligt. Neben seiner künstlerischen Tätigkeit arbeitet Dietz als Müllmann.

 

Tischgespräch ab 18 Uhr im Künstlerhaus

Gast: Armin Chodzinski

 

Armin Chodzinski verhandelt das Beziehungsgeflecht zwischen Kunst und Wirtschaft in Performances, Lectures und Ausstellungen. Seine Praxis bewegt sich zwischen Vermittlung, Selbstexperiment und Forschung, die er sowohl in Theatern und Ausstellungsräumen als auch im Radio und Fernsehen weiterentwickelt.

 

 

Mittwoch, 1. September 2021
Caro Krebietke

MISSING!

Ort: Haupteingang Schloss Rosenstein, Naturkundemuseum Stuttgart, Rosenstein 1, 70191 Stuttgart
Zeit: 15 bis 17 Uhr

 

Der dramatische Rückgang der Insektenvielfalt Süddeutschlands ist das Thema der Performance MISSING!. Tiere, die uns durch viele Jahrhunderte begleitet haben, verschwinden fast unbemerkt, in den letzten Jahren mit besorgniserregender Geschwindigkeit.
MISSING! ist eine Kooperation mit dem Naturkundemuseum Stuttgart.

 

Die Themen ihrer Projekte findet Caro Krebietke im Dialog mit der Umwelt. Spuren, Geschichten und Verknüpfungen sind die Ausgangspunkte ihrer performativen Interventionen. Alltägliche Orte verwandeln sich so in Schauplätze besonderer Ereignisse. Fast immer besteht ein Bezug zu historischen oder aktuellen politischen Fakten.

www.carokrebietke.com

 

Tischgespräch ab 18 Uhr im Künstlerhaus
Gäste: Bureau Baubotanik

 

Bureau Baubotanik steht für die Integration der Lebensprozesse unserer pflanzlichen Umwelt in die Architektur. 2017 hat das Bureau die künstlerische Leitung des „Theatre of the Long Now“ übernommen, das verspricht, auf einer Brachfläche in Stuttgart eine mindestens 100 Jahre andauernde Natur-Theater-Aufführung stattfinden zu lassen.

http://www.bureau-baubotanik.de

 

 

Donnerstag, 2. September 2021
Paul Kramer

Song Cycle 150 
Live Studioaufnahmebox Recording
Ort: Audiowerkstatt, Künstlerhaus Stuttgart
Zeit: 15 bis 18 Uhr

 

Paul Kramer knüpft an mit einer Live-Aufnahme von Song Cycle No. 150, seinem Archiv von selbst vorgetragenen musikalischen Fragmenten, die in einer Sitzung aufgenommen werden – ohne Noten, ohne Liedtexte. Eine Arbeit an den persönlichen und kollektiven Ohrwürmern bedeutet außer dem Vortragen von allerlei Musik und Nichtmusik (Klingeltöne, Tierlaute, Maschinentöne), das Recherchieren von Titeln und dessen Scheitern in Form der „Mystery Tracks“. Neben der Live-Aufnahme in der Studioaufnahmebox des Künstlerhauses wird dem Publikum die Möglichkeit gegeben, die „Mystery Tracks“ (also die, die Paul Kramer nicht kennt) anzuhören, und zu identifizieren, sowohl über Hörstationen sowie online über Sound Cloud. (https://soundcloud.com/paul-kramer-10)

www.kramerpaul.wordpress.com/

 

Tischgespräch ab 18 Uhr im Künstlerhaus
Gäste: Otto Kränzler, Eva Dörr & Lena Meinhardt

 

Eva Dörr und Lena Meinhardt sind aktuell Atelierstipendiatinnen im Künstlerhaus Stuttgart und arbeiten seit 2019 als Künstlerinnenduo zusammen. Ihre Arbeiten begegnen sich im Feld der Soundinstallation.

 

Otto Kränzler, Musiker und Tonmeister, studierte an der Universität und Musikhochschule Stuttgart und war als freier Mitarbeiter im Studio für Elektronische Musik des WDR Köln unter Karlheinz Stockhausen und Mauricio Kagel tätig. Er ist Mitbegründer der Audio-Werkstatt am Künstlerhaus Stuttgart.

 

 

Freitag, 3. September 2021
Joannie Baumgärtner

Bat Shit Crazy

Treffpunkt: Eingang Leuze, Am Leuzebad 2a, 70190 Stuttgart

Zeit: 15 Uhr

 

Bat Shit Crazy widmet sich einem zentralen Rohstoff der frühen Globalisierung: Guano, der von den Industrienationen als Dünger geschätzt und in der ganzen Welt abgebaut wurde. Die Performance verbindet Archivmaterial, Tagebucheinträge und Gedichte mit Field Recordings und elektronischer Musik.

 

Joannie Baumgärtner arbeitet seit 2010 zwischen Bildender Kunst, Schriftstellerei und Philosophie. Joannie identifiziert sich als nichtbinär und benutzt sie/ihnen als Pronomen. Ihre Performances setzen Sound-Art, Spoken-Word, kritische Theorie und Kulturgeschichte miteinander in Verbindung.
www.jbaumgaertner.com

 

Tischgespräch ab 18 Uhr im Künstlerhaus
Gast: Fender Schrade

Fender Schrade setzt sich musikalisch, performativ, in Installationen, technischen Erfindungen und live Soundengineering mit Transgenderidentitäten und -verkörperungen im Kontext größerer kulturgeschichtlicher Narrative auseinander. Mit dem Künstler:innenkollektiv NAF bespielt er* Theaterbühnen genauso wie den öffentlichen Raum.

 

 

Samstag, 4. September 2021
Peter Hauer

Der Stuhl ohne Eigenschaften
Performance Workshop
Ort: Künstlerhaus Stuttgart und im Stadtraum
Zeit: 16:30 Uhr

Besondere Vorkenntnisse oder Fähigkeiten sind nicht nötig. Anmeldung per E-Mail unter info@kuenstlerhaus.de

 

In dem Workshop geht es um die Problematik der Domänenabhängigkeit in Bezug auf den Körper, Bewegung und Umgebung. Das Problem der Domänenabhängigkeit beschreibt das Phänomen, dass wir Sachen ausschließlich aufgrund bestimmter Annahmen über Ihre Eigenschaften oder Kontexte wahrnehmen, und dadurch blind werden für eine Vielzahl von anderen Möglichkeiten. Diese Sachen können Gegenstände, Ort oder Zeit sein, aber auch Handlungen selbst, oder ein sozialer Kontext. Wir werden uns damit beschäftigen, wie man verschiedene Strategien verkörpern kann, um mit diesem Problem umzugehen.

 

In seiner Arbeit beschäftigt sich Peter Hauer mit Bewegung im weitesten Sinn. Vom Körper als Werkzeug und Werkstätte von Wahrnehmung, Ausdruck und Funktion, bis zur Bewegung als Medium von Kultur und Wissensproduktion. Mit seinem interdisziplinären Ansatz entwickelt er neue Perspektiven und verbindet, was vermeintlich nicht zusammenpasst.

 

Tischgespräch ab 18 Uhr im Künstlerhaus
Gast: Olav Westphalen

 

Olav Westphalen ist ein deutsch-amerikanischer Künstler, in dessen Werk die Ausdrucksformen von Spiel, Unterhaltung und Cartoons eine zentrale Rolle spielen. Seine Aktivitäten zielen darauf ab, kulturelle blinde Flecken und Scheinheiligkeiten in seinen unmittelbaren sozialen und kulturellen Umfeldern aufzuzeigen.

 

 

Sonntag, 5. September 2021

Von und mit: Lennart Cleemann, Eva Dörr & Lena Meinhardt, Janis Eckhardt, Alba Frenzel, Marlon Lanziner & Valentino Berndt, n.n.n. collective (Susanne Brendel, Julia Schäfer & Jasmin Schädler), Helen Weber

CKonvention

Ort: Atelieretage, 3. Stock, Künstlerhaus Stuttgart
Zeit: Zwischen Kirche und Tatort

 

11:00 Uhr Frühschoppen (n.n.n. collective)

12:00 Uhr Brunch (Eva Dörr & Lena Meinhardt)

14:00 Uhr Ausflug (Janis Eckhardt, Helen Weber)

15:30 Uhr Kaffee & Kuchen (Lennart Cleemann)

17:00 Uhr Stadt, Land, Fluss (Alba Frenzel)

 

 

Mittwoch, 8. September 2021
Justyna Koeke

Stadtaufhübschungsmaßnahmen
Treffpunkt: Schiffmann-Brunnen Trinkbrunnen, Badstraße 31D, 70372 Stuttgart
Zeit: 15:00 Uhr
Anmeldung per E-Mail unter info@kuenstlerhaus.de

 

Justyna Koeke sucht vermeintliche Unorte in Stuttgart auf, mit vorgefundenen und gesammelten Plastikmüll baut sie mit den Teilnehmer:innen Vasen, füllt diese mit Wasser und Blumen aus der Umgebung. Diese Intervention des “Aufhübschens” soll an die Komplexität des Umgangs mit Fortschritt und den Erhalt der Natur erinnern.

 

Als Künstlerin sucht Justyna Koeke vor allem die Berührung von Kunst und Wirklichkeit. Aus diesem Grund verlagert sie ihre performativen Arbeiten häufig in den öffentlichen Raum, was aber auch bedeutet, die Komfortzone des geschulten und gezähmten Kunstpublikums zu verlassen und so unmittelbare und intime Momente zu erzeugen. Viele ihrer selbst initiierten Projekte bewegen sich an der Schnittstelle zu politischem Aktivismus – gerade in diesem Bereich wird Kunst nahbar, hier ist die Auseinandersetzung mit verschiedenen Akteur:innen essentiell.

Inhaltlich setzt sich ihre Arbeit mit feministischen und sozialpolitischen Themen auseinander: Frauenrechte, Bürgerpartizipation, Nachhaltigkeit, Selbstbestimmung und Urbanität spielen eine entscheidende Rolle in vielen meiner Arbeiten.

www.justynakoeke.com

 

Tischgespräch ab 18 Uhr im Künstlerhaus
Gäste: Beria Altinoluk, Elmar Mellert

 

Beria Altinoluk und Elmar Mellert machen aus Stuttgarter Sperrmüllfunden spontane Interventionen im Stadtraum.
Beria Altinoluk studierte Medienphilosophie und Kunstwissenschaft an der Hochschule für Gestaltung Karlsruhe. Elmar Mellert ist neben seiner Tätigkeit als DJ Mitglied der elektronischen Musikgruppe Rework.

 

 

Donnerstag, 9. September 2021
Matthias Megyeri

Innerer Frieden, Pusteblume, 77/2021 
Ort: Königstraße 5 (Höhe Marstallstr.), »Pusteblume-Brunnen« (B. Woodward, G. Behnisch, 1977), 70173 Stuttgart
Zeit: 14 bis 17 Uhr (Dauer 180 Minuten)

 

Sechs vom Künstler engagierte SicherheitsdienstmitarbeiterInnen (SDM’s) positionieren sich 180 Minuten lang, im gleichen Abstand zueinander, mit dem Rücken zum Brunnen. Höchstens 3 der 6 SDM’s sitzen über den Zeitraum hinweg gleichzeitig auf dem Ring aus Muschelkalk.

 

Der Konzeptkünstler Matthias Megyeri erforscht in seiner Praxis die kulturellen, sozialen und psychologischen Aspekte der visuellen Erscheinung von Schutz und Sicherheit. Die Arbeiten aus seiner Serie Sweet Dreams Security® verbinden zum Beispiel unser Bedürfnis nach Sicherheit mit dem gleichzeitigen Verlangen nach Harmonie und Schönheit. So werden Abgrenzungen, wie Zäune, Metallgitter, Vorhängeschlösser, Stacheldraht und Ketten zu liebenswürdigen Objekten. Megyeri realisiert seit 20 Jahren international standortbezogene Kunst am Bau wie auch im öffentlichen Raum. Seine Installationen beziehen sich immer auf den jeweilig ortsspezifischen Kontext in dem sie wirken.
www.matthiasmegyeri.net / Instagram: @matthiasmegyeri

 

Tischgespräch ab 17 Uhr im Künstlerhaus
Gäste: Begleitbüro SOUP

Harry Walter und Ulrich Bernhardt sprechen über das Kunstprojekt BRASILIEN und dessen partizipative Vorgeschichte. Im Anschluss Ausflug zum Hauptbahnhof.

 

Begleitbüro SOUP ist eine 2009 von den Künstler:innen Ulrich Bernhardt, Steffen Bremer, Michael Gompf, Kurt Grunow, Andreas Mayer-Brennenstuhl, Karin Rehm und Harry Walter gegründete künstlerische Formation, die urbane Prozesse einer Langzeitbeobachtung unterzieht und in Form von Ausstellungen, Interventionen, Publikationen und performativen Wanderungen der Öffentlichkeit zugänglich macht.
www.begleitbuero.de

 

 

Freitag, 10. September 2021
Ursula Scherrer

Can you see me

Treffpunkt: Schillerplatz, Am Fruchtkasten 3, 70173 Stuttgart

Zeit: 15 Uhr

Treffpunkt: Landtag, Konrad-Adener-Straße 3, 70173 Stuttgart

Zeit: 16:30 Uhr

 

Wir versuchen gesehen zu werden indem wir uns Gehör verschaffen.
Wir versuchen uns Gehör zu verschaffen indem wir gesehen werden.
Was zuerst wie ein Spiel wirkt wird zu einem verzweifelten Versuch gehört zu werden, gesehen zu werden.

 

Die poetische Qualität von Ursula Scherrers Arbeit zieht die Betrachter:in in das Seiende hinein und lässt sie in ihre eigenen Geschichten sinken. Ursula Scherrers Weg begann mit Tanz und Choreografie und führte weiter zu Fotografie, Video, Text, Mixed Media, Performance Art. Sie wurde 1966 in der Schweiz geboren und lebte von 1988 bis 2019 in New York.

www.ursulascherrer.com

 

Tischgespräch ab 18 Uhr im Künstlerhaus
Gäste: Ulrich Bernhardt, Heidemarie von Wedel

 

Ulrich Bernhardt, Künstler und ehemaliger Leiter des Künstlerhaus Stuttgart, beschäftigt sich seit 1973 mit Film und Video, Video- und Rauminstallationen und mit Raum-Zeit-Phänomenen in der Fotografie. Seine Arbeiten umfassen Panoramen, Fotosequenzen und Filmfriese, lichtkinetische Objekte und Skulpturen. Heidemarie von Wedel und Ulrich Bernhardt reden über offene Arbeitssituationen und Kooperationen.

 

Heidemarie von Wedel, Künstlerin und Verlegerin, schleicht sich mit ihren Fotos in den Alltag hinein. Sie produziert ein ständig wachsendes Archiv von Bildern, deren Ziel nie das Einzelbild, die Präsenz eines ikonischen Tafelbildes ist, sondern eher ein assoziatives Rauschen im Ablauf einzelner Momente des Gesehenen, Erlebten, Erhaschten.

 

 

Samstag, 11. September 2021
Başak Tuna & Matteo Locci & Maximilian Lehner

Downtown daydreaming–Upward public walk
Treffpunkt: Ecke Marienstraße/Paulinenstraße, 70178 Stuttgart
Zeit: 16 Uhr (Dauer ca. 90 Minuten)
Anmeldung per E-Mail unter info@kuenstlerhaus.de

 

Ein Spaziergang durch die Stadt mit dem Kopf in den Wolken, ausgerüstet mit einer 90-Grad-Winkelspiegelbrille. Die Wolkenbeobachtung sucht weder nach Symbolen noch nach spiritueller Weissagung. Vorerst genießen wir es, keine Entscheidung zu treffen, und lassen wie desillusionierte Aeromancer die Wolken über unseren Blick treiben.

 

Tuna-Locci ist ein Künstlerduo, das die sichtbaren und unsichtbaren Formen der Beziehungskunst erforscht. Başak Tuna ist eine kritische Raumkünstlerin aus der Türkei, die in ihrer Arbeit über die Ontologie von Netzwerken und Machtbeziehungen spekuliert.

Matteo Locci ist ein Multimedia-Künstler mit einem architektonischen Hintergrund. Die meisten seiner Forschungen führt er mit und dank des römischen interdisziplinären Kollektivs ATI suffix durch.

www.matteolocci.com, Instagram: @basak.tuna / @ma_l3h

 

Tischgespräch ab 18 Uhr im Künstlerhaus
Gast: Georg Winter

 

Georg Winter lebt in Saarbrücken, Stuttgart und Budapest. Kennzeichnend für Georg Winters künstlerische Praxis sind temporäre Laboratorien, urbane Situationen, Self Organizing Performances, Forschungsprojekte in einem fächerübergreifenden Arbeitsfeld.

 

ab 21 Uhr
musikalischer Ausklang

 

 

Sonntag, 12. September 2021
Herbordt/Mohren

Ort: Künstlerhaus Stuttgart
Zeit: ab 12 Uhr

 

Melanie Mohren und Bernhard Herbordt (Die Institution) sind Absolvent:innen der Angewandten Theaterwissenschaft in Gießen. Seit 2000 erarbeiten sie interdisziplinäre Arbeiten im Grenzbereich der darstellenden Künste. Sie arbeiten an einem erweiterten Theaterbegriff und seit 2012 in unterschiedlichen Formaten und Medien zu Institutionen und ihrer Aktualisierung.

In ihrer Arbeit greifen Herbordt / Mohren die Idee des Performance-Archivs auf. Eine Sammlung von Dokumenten, und Videos zur jüngeren Performancegeschichte ist im Schaudepot in Stuttgart einsehbar.

www.die-institution.org

 

Die Jury, die die neun Künstler:innen ausgewählt hat, setzte sich zusammen aus: Ulrich Bernhardt (Mitgründer und erster Künstlerischer Leiter des Künstlerhaus Stuttgart/Organisator des Konzils 1981); Ania Corcilius (Vorstand), Yvette Hoffmann (Beirat), Björn Kühn (Beirat), Jasmin Schädler (Beirat), Anna Schiefer (Vorstand).

 

 

Mit freundlicher Unterstützung von

Permanente Performance - 40 Jahre Konzil, Foto: Frank Kleinbach
Permanente Performance - 40 Jahre Konzil, Foto: Frank Kleinbach
Permanente Performance - 40 Jahre Konzil, Foto: Frank Kleinbach
Permanente Performance - 40 Jahre Konzil, Foto: Frank Kleinbach
Permanente Performance - 40 Jahre Konzil, Foto: Frank Kleinbach
Permanente Performance - 40 Jahre Konzil, Foto: Frank Kleinbach
Permanente Performance - 40 Jahre Konzil, Foto: Frank Kleinbach
Permanente Performance - 40 Jahre Konzil, Foto: Frank Kleinbach
Eröffnung Permanente Performance - 40 Jahre Konzil, Foto: Jochen Detscher
Ania Corcilius, Eröffnung Permanente Performance - 40 Jahre Konzil, Foto: Jochen Detscher
Dr. Fabian Mayer, Erster Bürgermeister, Bürgermeister Referat Allgemeine Verwaltung, Kultur und Recht, Eröffnung Permanente Performance - 40 Jahre Konzil, Foto: Jochen Detscher
Eröffnung Permanente Performance - 40 Jahre Konzil, Foto: Jochen Detscher
Boris Nieslony, Eröffnung Permanente Performance - 40 Jahre Konzil, Foto: Jochen Detscher
Heidemarie von Wedel im Gespräch mit Boris Nieslony, Eröffnung Permanente Performance - 40 Jahre Konzil, Foto: Jochen Detscher
Anna Schiefer, Eröffnung Permanente Performance - 40 Jahre Konzil, Foto: Jochen Detscher
Eröffnung Permanente Performance - 40 Jahre Konzil, Foto: Jochen Detscher
Eröffnung Permanente Performance - 40 Jahre Konzil, Foto: Jochen Detscher
Tarika Johar, Michael Stockhausen. Ulrich Bernhardt und Boris Nieslony, Eröffnung Permanente Performance - 40 Jahre Konzil, Foto: Jochen Detscher
Eröffnung Permanente Performance - 40 Jahre Konzil, Foto: Jochen Detscher
Eröffnung Permanente Performance - 40 Jahre Konzil, Foto: Jochen Detscher
Eröffnung Permanente Performance - 40 Jahre Konzil, Foto: Jochen Detscher
Theo Dietz, How to build fishing rods, Workshop Werstoffhof Asperg, Foto: Patricia Paryz
Theo Dietz, How to build fishing rods, Workshop Werstoffhof Asperg, Foto: Patricia Paryz
Theo Dietz, How to build fishing rods, Workshop Werstoffhof Asperg, Foto: Patricia Paryz
Theo Dietz, How to build fishing rods, Workshop Werstoffhof Asperg, Foto: Patricia Paryz
Theo Dietz, How to build fishing rods, Workshop Werstoffhof Asperg, Foto: Patricia Paryz
Theo Dietz, How to build fishing rods, Workshop Werstoffhof Asperg, Foto: Patricia Paryz
Theo Dietz, Foto: Manu HarmsSchlaf
Theo Dietz, How to build fishing rods, Lecture Performance, 31.08.2021, Foto: Manu HarmsSchlaf
Theo Dietz, How to build fishing rods, Lecture Performance, 31.08.2021, Foto: Manu HarmsSchlaf
Armin Chodzinski im Gespräch mit Theo Dietz, 31.08.2021, Foto: Manu HarmsSchlaf
Armin Chodzinski im Gespräch mit Theo Dietz, 31.08.2021, Foto: Manu HarmsSchlaf
Armin Chodzinski im Gespräch mit Theo Dietz, 31.08.2021, Foto: Manu HarmsSchlaf
Caro Krebietke, MISSING!, Performance am 01.09.2021, Rosenstein, Foto: Manu HarmsSchlaf
Caro Krebietke, MISSING!, Performance am 01.09.2021, Rosenstein, Foto: Manu HarmsSchlaf
Caro Krebietke, MISSING!, Performance am 01.09.2021, Rosenstein, Foto: Manu HarmsSchlaf
Caro Krebietke, MISSING!, Performance am 01.09.2021, Rosenstein, Foto: Manu HarmsSchlaf
Caro Krebietke, MISSING!, Performance am 01.09.2021, Rosenstein, Foto: Manu HarmsSchlaf
Caro Krebietke, MISSING!, Performance am 01.09.2021, Rosenstein, Foto: Manu HarmsSchlaf
Caro Krebietke, MISSING!, Performance am 01.09.2021, Rosenstein, Foto: Manu HarmsSchlaf
Caro Krebietke, MISSING!, Performance am 01.09.2021, Rosenstein, Foto: Manu HarmsSchlaf
Caro Krebietke, MISSING!, Performance am 01.09.2021, Rosenstein, Foto: Manu HarmsSchlaf
Caro Krebietke, MISSING!, Performance am 01.09.2021, Rosenstein, Foto: Manu HarmsSchlaf
Caro Krebietke, MISSING!, Performance am 01.09.2021, Rosenstein, Foto: Manu HarmsSchlaf
Paul Kramer, Song Cycle #150, Aufnahme im Tonstudio am 02.09.2021, Foto: Manua HarmsSchlaf
Paul Kramer, Song Cycle #150, Aufnahme im Tonstudio am 02.09.2021, Foto: Manua HarmsSchlaf
Paul Kramer, Song Cycle #150, Aufnahme im Tonstudio am 02.09.2021, Foto: Manua HarmsSchlaf
Paul Kramer, Song Cycle #150, Aufnahme im Tonstudio am 02.09.2021, Foto: Manua HarmsSchlaf
Paul Kramer, Song Cycle #150, Aufnahme im Tonstudio am 02.09.2021, Foto: Manua HarmsSchlaf
Joannie Baumgärtner, Bat Shit Crazy, Performance am Neckar, 03.09.2021, Foto: Manu HarmsSchlaf
Joannie Baumgärtner, Bat Shit Crazy, Performance am Neckar, 03.09.2021, Foto: Manu HarmsSchlaf
Joannie Baumgärtner, Bat Shit Crazy, Performance am Neckar, 03.09.2021, Foto: Manu HarmsSchlaf
Joannie Baumgärtner, Bat Shit Crazy, Performance am Neckar, 03.09.2021, Foto: Manu HarmsSchlaf
Joannie Baumgärtner, Bat Shit Crazy, Performance am Neckar, 03.09.2021, Foto: Manu HarmsSchlaf
Joannie Baumgärtner, Bat Shit Crazy, Performance am Neckar, 03.09.2021, Foto: Manu HarmsSchlaf
Joannie Baumgärtner, Bat Shit Crazy, Performance am Neckar, 03.09.2021, Foto: Manu HarmsSchlaf
Joannie Baumgärtner, Bat Shit Crazy, Performance am Neckar, 03.09.2021, Foto: Manu HarmsSchlaf
Olav Westphalen, Foto: Jochen Detscher
Peter Hauer, Der Stuhl ohne Eigenschaften Performance Workshop, 04.09.2021, Foto: Jochen Detscher
Peter Hauer, Der Stuhl ohne Eigenschaften Performance Workshop, 04.09.2021, Foto: Jochen Detscher
Peter Hauer, Der Stuhl ohne Eigenschaften Performance Workshop, 04.09.2021, Foto: Jochen Detscher
Peter Hauer, Der Stuhl ohne Eigenschaften Performance Workshop, 04.09.2021, Foto: Jochen Detscher
Peter Hauer, Der Stuhl ohne Eigenschaften Performance Workshop, 04.09.2021, Foto: Jochen Detscher
Peter Hauer, Der Stuhl ohne Eigenschaften Performance Workshop, 04.09.2021, Foto: Jochen Detscher
Workshopteilnehmer, Peter Hauer, Der Stuhl ohne Eigenschaften Performance Workshop, 04.09.2021, Foto: Jochen Detscher
Peter Hauer, Foto: Jochen Detscher
Peter Hauer im Gespräch mit Olav Westphalen, Foto: Jochen Detscher
Peter Hauer im Gespräch mit Olav Westphalen, Foto: Jochen Detscher
Olav Westphalen im Gespräch mit Peter Hauer, Foto: Jochen Detscher
Olav Westphalen im Gespräch mit Peter Hauer, Foto: Jochen Detscher
Lennart Cleemann, Eva Dörr & Lena Meinhardt, Janis Eckhardt, Alba Frenzel, Marlon Lanziner & Valentino Berndt, n.n.n. collective (Susanne Brendel, Julia Schäfer & Jasmin Schädler), Helen Weber, CKonvention, 05.09.2021, Atelieretage, Foto: Künstlerhaus Stuttgart
Lennart Cleemann, Eva Dörr & Lena Meinhardt, Janis Eckhardt, Alba Frenzel, Marlon Lanziner & Valentino Berndt, n.n.n. collective (Susanne Brendel, Julia Schäfer & Jasmin Schädler), Helen Weber, CKonvention, 05.09.2021, Atelieretage, Foto: Künstlerhaus Stuttgart
Lennart Cleemann, Eva Dörr & Lena Meinhardt, Janis Eckhardt, Alba Frenzel, Marlon Lanziner & Valentino Berndt, n.n.n. collective (Susanne Brendel, Julia Schäfer & Jasmin Schädler), Helen Weber, CKonvention, 05.09.2021, Atelieretage, Foto: Künstlerhaus Stuttgart
Lennart Cleemann, Eva Dörr & Lena Meinhardt, Janis Eckhardt, Alba Frenzel, Marlon Lanziner & Valentino Berndt, n.n.n. collective (Susanne Brendel, Julia Schäfer & Jasmin Schädler), Helen Weber, CKonvention, 05.09.2021, Atelieretage, Foto: Künstlerhaus Stuttgart
Lennart Cleemann, Eva Dörr & Lena Meinhardt, Janis Eckhardt, Alba Frenzel, Marlon Lanziner & Valentino Berndt, n.n.n. collective (Susanne Brendel, Julia Schäfer & Jasmin Schädler), Helen Weber, CKonvention, 05.09.2021, Atelieretage, Foto: Künstlerhaus Stuttgart
Lennart Cleemann, Eva Dörr & Lena Meinhardt, Janis Eckhardt, Alba Frenzel, Marlon Lanziner & Valentino Berndt, n.n.n. collective (Susanne Brendel, Julia Schäfer & Jasmin Schädler), Helen Weber, CKonvention, 05.09.2021, Atelieretage, Foto: Künstlerhaus Stuttgart
Eva Dörr, 05.09.2021, Atelieretage, Foto: Künstlerhaus Stuttgart
Lena Meinhardt, 05.09.2021, Atelieretage, Foto: Künstlerhaus Stuttgart
2021 30.07.–01.08.2021
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Eva Dörr & Lena Meinhardt
Veranstaltung
Ateliers
30.07.–01.08.2021
Eröffnung:
Fr, 30.07.2021
19:00 Uhr

Bei Einlass werden Kontaktdaten entweder schriftlich oder per LUCA App erfasst. Es gilt die Maskenpflicht im Künstlerhaus.

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Lena Meinhardt und Eva Dörr zeigen aktuelle Arbeiten in der Atelieretage des Künstlerhauses Stuttgart. Es werden unterschiedliche Arbeitsstände aus den Bereichen Sound und Video zu sehen sein, die mit Mustern von Zeit und Zeitgefühl experimentieren.

 

Öffnungszeiten

 

Fr. 30.07.21 18.00 – 21.00
Sa. 31.07.21 12.00 – 20.00
So 01.08.21 12.00 – 20.00

Eva Dörr & Lena Meinhardt
2021 25.07.–26.07.2021
Reconsidering Institutional Conduct (Almost Everything Still Remains to be Done)
Heba Y. Amin, Grayson Earle, Irena Haiduk, Clara Sukyoung Jo, Sandrine Micossé-Aikins, Anike Joyce Sadiq, Anna Schiefer, Bea Schlingelhoff, Ülkü Süngün, Stefan Wäldele
Veranstaltung
Konferenz
25.07.–26.07.2021
Kuratiert von:
Eric Golo Stone

Während der zweitägigen Veranstaltung Reconsidering Institutional Conduct (Almost Everything Still Remains to be Done) am Künstlerhaus Stuttgart kommt eine Gruppe Künstler:innen zusammen, um Richtlinien für einen rechtswirksamen Verhaltenskodex zu entwerfen. Auf Basis verschiedener kritischer Perspektiven wird die Gruppe spezifische Überlegungen anstellen und Vorschriften konzipieren, die einem internen Prozess als Grundlage dienen, den die Leitungsgremien des Künstlerhaus Stuttgart aktuell durchlaufen, um den ersten Verhaltenskodex in der Geschichte der Institution auszuarbeiten und umzusetzen.

 

Die Veranstaltung untersucht die Art und Weise, wie Kunstinstitutionen ihre unmittelbaren sozialen und Arbeitsbedingungen gestalten. Dabei bezieht sie sich auf das Künstlerhaus Stuttgart als responsive institutionelle Fallstudie und ermöglicht gleichzeitig die Auseinandersetzung mit der Erfahrung, gemeinsam an politischen Inhalten und in kollaborativen Führungsstrukturen zu arbeiten. Darüber hinaus hinterfragt die Veranstaltung die gängige Erwartungshaltung an künstlerische Arbeit als rein auf inhaltliche Ergebnisse fokussiert, indem sie Künstler:innen als zentrale Impulsgeber:innen für institutionelle Politik in den Mittelpunkt rückt. Tatsächlich geht es in dem Prozess, einen Verhaltenskodex zu erstellen, darum, das Ausmaß anzuerkennen, in dem Künstler:innen die gelebten Beziehungen und Arbeitsbedingungen definieren, unter denen sie ihre Arbeit produzieren und verbreiten.

 

Sobald der Verhaltenskodex vollständig umgesetzt ist, wird er sowohl intern als auch nach außen als Richtlinie wirken, die alltägliche, spezifisch für das Künstlerhaus Stuttgart gültige Überlegungen beinhaltet, aber auch auf andere Institutionen übertragbare Modelle anbietet, die die im Kunstsektor allgemein vorherrschenden ausbeuterischen, diskriminierenden und enteignenden Praktiken in Frage stellen. Obwohl das deutsche Kunstvereinssystem dafür bekannt ist, den Aufbau rechtskräftiger Strukturen, die künstlerisches Schaffen regeln, besonders zu fördern, ist noch viel Arbeit hinsichtlich dessen zu tun, wie diese Strukturen ein gerechtes, inklusives und tatsächlich diverses Feld künstlerischer Produktion garantieren können. Während sich Verhaltenskodizes auf bestehenden Rechtsschutz für Arbeitnehmer:innen und das Publikum berufen, geht solch ein Dokument doch viel weiter, indem es Bedingungen und Einspruchsmöglichkeiten beinhaltet, die spezifischer als die vom Gesetz vorgeschriebenen sind. Gemeinsame Neu-Überlegungen darüber anzustellen, was diese spezifischen Prinzipien und ihre Effekte ausmacht, ist genau das, wofür diese Veranstaltung Raum gibt.

 

Reconsidering Institutional Conduct (Almost Everything Still Remains to be Done) versammelt mit Heba Y. Amin, Grayson Earle, Irena Haiduk, Clara Sukyoung Jo, Sandrine Micossé-Aikins, Anike Joyce Sadiq, Anna Schiefer, Bea Schlingelhoff, Ülkü Süngün, und Stefan Wäldele eine internationale Gruppe herausragender Künstler:innen und Kulturschaffender. Um einen realisierbaren Verhaltenskodex zu entwerfen, beraten die eingeladenen Praktiker:innen Vertreter:innen des Künstlerhaus Stuttgart – dazu zählen der Vorstand, der künstlerische Beirat und die Vereinsmitglieder, die mehrheitlich selbst praktizierende Künstler:innen sind – und arbeiten direkt mit ihnen zusammen. Die zweitägige Veranstaltung aus gerichteter Gruppenarbeit und Diskussion findet öffentlich statt und lebt somit eine Kultur der Transparenz rund um die Arbeit hinter der Bühne, die üblicherweise hinter geschlossenen Türen stattfindet. Die Besuchskapazität wird jedoch entsprechend den aktuell gültigen Maßnahmen zur weiteren Eindämmung des Corona-Virus beschränkt. Das Programm wird in englischer Sprache stattfinden, eine deutsche Übersetzung gibt es auf Nachfrage.

 

Ablauf:

 

*Die einzelnen Sessions bilden sich um die eingeladenen Künstler:innen. Zusätzliche Vortragende sind in den jeweiligen Beschreibungen aufgeführt. Das Publikum ist zur Teilnahme an allen Sessions eingeladen, wird jedoch gebeten, Fragen und Kommentare nur in den als „offene Diskussion“ gekennzeichneten Programmteilen einzubringen.

 

Sonntag, 25. Juli

 

15.00 – 15.30 Uhr
Intro Session
Vortragende: Eric Golo Stone, Künstlerischer Leiter Künstlerhaus Stuttgart
– Willkommen, Vorstellungsrunde und Veranstaltungsablauf

 

15.30 – 17.00 Uhr
Session 1
Vortragende: Eric Golo Stone mit Anna Schiefer, Künstlerin, Wissenschaftlerin und KHS Vorstandsmitglied (offene Diskussion)
– Ziel und Nutzen des CoC über anwendbares Recht hinaus
– Zusammenfassung gängiger Richtlinien der CoCs anderer Organisationen und spezifische Richtlinien des aktuellen

CoC-Entwurfs für das KHS

 

17.00 – 17.30 Uhr
Pause

 

17.30 – 19.00 Uhr
Session 2
Vortragende: Sandrine Micossé-Aikins, Direktorin Diversity Arts Culture, Berlin
– Richtlinien für Anti-Diskriminierung, Anti-Rassismus, Gerechtigkeit, Diversität und Inklusion

 

19.00 – 19.30 Uhr
Pause

 

19.30 – 20.30 Uhr
Session 2 Follow-up (offene Diskussion)

 

20.30 Uhr –
Essen und Getränke

 

Montag, 26. Juli

 

10.00 – 11.30 Uhr
Session 3 (offene Diskussion)
Vortragende: Grayson Earle, Gründer von Artists for Workers, New York
Moderation: Anna Schiefer
– Faire Arbeitspraktiken und Arbeitnehmer:innenrechte
– Arbeitsbedingungen

 

11.30 – 12.00 Uhr
Pause

 

12.00 – 13.00 Uhr
Session 4
– Compliance, Beratung, Ombudsprogramm und Beschwerdeprozess
– Rechts- und außerrechtliche Wirksamkeit

 

13.00 – 14.00 Uhr
Mittagspause

 

14.00 – 15.30 Uhr
Session 5 (offene Diskussion)
– Zusätzliche Richtlinien
– Anhang und Beilage

 

15.30 Uhr Veranstaltungsende

Vielen Dank an: Ania Corcilius, Juliane Gebhardt, Yvette Hoffmann, Björn Kühn, Florian Model, Daniel Niccoli, Monika Nuber, Regine Pfisterer, Romy Range, Jasmin Schädler, Anna Schiefer, Damaris Wurster

 

Deutsche Übersetzung von Programmtext und Ablaufplan: Johanna Schindler

 

Die Veranstaltung wurde mit freundlichen Unterstützung der Stiftung Kunstfonds im Rahmen von NEUSTART KULTUR realisiert.

KHS, 2021
2021 16.07.2021, 16:00 Uhr
MAVA Book Release
Veranstaltung
Ateliers
Publikationen
16.07.2021, 16:00 Uhr

Bei Einlass werden Kontaktdaten entweder schriftlich oder per LUCA App erfasst. Es gilt die Maskenpflicht im Künstlerhaus.

Die Atelierstipendiaten Marlon Lanziner und Valentino Berndt (MAVA) präsentieren am Freitag, den 16.07. ab 16 Uhr ihre gemeinsame Publikation MAVA erstmals im Künstlerhaus Stuttgart.

 

Künstlerhaus Stuttgart

Ateliers, 3. OG

 

Das Wende-Cover MAVA-Buch (von Marlon Lanziner und Valentino Berndt ) wird zum erstes Mal der Öffentlichkeit live in Zusammenhang mit Werken, Objekten, Installationen, Reliefs der letzten Jahren bis jetzt präsentiert. Diese Publikation umkreist Themen, die nicht nur an der Oberfläche der Erde zu sehen sind. Um zu verstehen, wo wir stehen, bedarf es manchmal einer Reise in die Tiefe, weit unter die Schichten. Man könnte sagen, eine Art Reise ins Innere des Erdkerns und wieder zurück, wobei dieser Rückzug künstlerisch in Installationen, Objekten, Reliefs und Gedichten verdichtet wurde und somit in Fragmenten der Realität sichtbar gemacht wird.

 

Dieses Buch konnte dank der Unterstützung und Kollaboration zahlreicher Menschen, Instanzen, Unternehmen, sowie Kulturvermittler:innen, Sponsor:innen und Spender:innen realisiert werden.

MAVA, Publikation, Courtesy MAVA
MAVA, Publikation, Courtesy MAVA
MAVA, Publikation, Courtesy MAVA
2021 13.07.2021, 19:00 Uhr
Dienstags-Werkstatt IX
Anna Schiefer
Veranstaltung
Gespräch
13.07.2021, 19:00 Uhr

Zu unserer neunten Dienstags-Werkstatt laden wir Anna Schiefer ein.

 

13.07.2021, 19 Uhr

 

Nach vielen Online-Veranstaltungen wird diese endlich wieder in Präsenz im Künstlerhaus stattfinden.

 

Anna Schiefer

ist Künstlerin. Sie studierte Theaterregie an der Hochschule für Musik und Theater in Hamburg und Bildende Kunst an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart. Zusammen mit Björn Kühn leitet sie den Verlag für Handbücher (www.verlagfuerhandbuecher.de).
In dieser Dienstags-Werkstatt stellt sie ihre Forschung zum Gegenstand in performativen Zusammenhängen vor. Dabei geht es um das Requisit als zentrales Mittel ihrer künstlerischen Methode. Sie wird anhand eines Granatapfels, eines Dammes, einer Tasse Tee und anderer kollateraler Dinge die narrative Schwerkraft und Eigensinnigkeit des Objektes im performativen Gebrauch herauskehren.

___

 

Dienstags-Werkstatt

Mit der Dienstags-Werkstatt lädt das Künstlerhaus Künstler:innen oder Kollektive ein, über ihre Arbeitsweisen, Hintergründe und Vorgehensweisen zu sprechen. Wir wollen eine Plattform etablieren, in der sich intensiver zur künstlerischen Praxis ausgetauscht wird und uns so vernetzen, solidarisieren und gegenseitig stärken.
Die Reihe richtet sich an alle Mitglieder des Künstlerhaus Stuttgart, an Künstler:innen aus Stuttgart und Umgebung, oder auf der Durchreise, an alle Kunstvermittler:innen, Kurator:innen, Kulturschaffende usw. und ist offen für alle!

Jean Genet, die Zofen, 1947, Strichfassung der Künstlerin 2005
2021 10.07.2021, 13:00 Uhr
Satellit Stuttgart: Epilog
Veranstaltung
10.07.2021, 13:00 Uhr

Nach 3 ereignisreichen, dynamischen Monaten mit Ausstellungen, Interventionen, Präsentationen, Kollaborationen und Events geht die Season 1 des temporären Projekt “Satellit Stuttgart” in der Innenstadt zu Ende.

 

Abschlussveranstaltung: Samstag, den 10.07.21 zwischen 13-20 Uhr in der Königstraße 22

 

Es gibt eine limitierte Auflage von Satellit T-Shirts (16€) und Taschen (4€) zum Selbstkostenpreis und gekühlte Getränke. Wie immer ist es möglich, sich drinnen und draußen einzufinden.

Wir wollen uns bei allen Beteiligten herzlich bedanken!

Der Epilog mit den SPACE HACKERS startet direkt nach den LINIENSCHAREN ab Mittwoch den 07.07.21, so dass Satellit durchgängig und bis zum Projektende am Samstag, den 10.07.21, 20 Uhr bespielt wird.

Die SPACE HACKERS überführen das Satellit Konzept vom virtuellen in den realen Raum.

Raumstipendium No. 2: Thomas Weber, Foto: Frank Kleinbach
Raumstipendium No. 2: Thomas Weber, Bilder aus der näheren Umgebung, Satellit 2021, Foto: Frank Kleinbach
Raumstipendium No. 3: Ann-Josephin Dietz, CARPE DIEM. Holistic Nail Concepts, Satellit 2021, Foto: Frank Kleinbach
Raumstipendium No. 3: Ann-Josephin Dietz, CARPE DIEM. Holistic Nail Concepts, Satellit 2021, Foto: Frank Kleinbach
Raumstipendium No. 4: Friedrich Hensen, HUMAN CLOUD, Satellit 2021, Foto: Frank Kleinbach
Raumstipendium No. 4: Friedrich Hensen, HUMAN CLOUD, Satellit 2021, Foto: Frank Kleinbach
Raumstipendium No. 5: Fünfte Kraft, Ausstellungsansicht "Home in an Eggshell", Satellit 2021, Foto: Frank Kleinbach
Raumstipendium No. 5: Fünfte Kraft, Ausstellungsansicht "Home in an Eggshell", 2021, Foto: Frank Kleinbach
Raumstipendium No. 6: Linienscharen, Funkenflug, Satellit 2021, Foto: Frank Kleinbach
Raumstipendium No. 6: Linienscharen, Funkenflug, Satellit 2021, Foto: Frank Kleinbach
2021 01.07.2021
Open Call: Permanente Performance – 40 Jahre Konzil
News
01.07.2021
Ein Projekt des Künstlerhaus Stuttgart

Das Künstlerhaus Stuttgart sucht für das Projekt “Permanente Performance – 40 Jahre Konzil” nach künstlerischen Positionen aus dem Bereich der Performancekunst. Künstler:innen und Künstler:innenkollektive sind eingeladen, Konzepte für Performances an von ihnen selbst definierten Orten im Stuttgarter Stadtraum einzureichen. Die Wahl der Orte ist dabei den Künstler:innen freigestellt. Das Künstlerhaus bietet aber Unterstützung bei der Suche nach einem geeigneten Ort an.
Die Auswahl der teilnehmenden Künstler:innen für den Zeitraum vom 30. August bis 12. September erfolgt durch eine Jury, bestehend aus Mitgliedern des Vorstandes und Beirates des Künstlerhauses.

 

Projektzeitraum: 30. August bis 12. September 2021
Bewerbungsfrist: 18. Juli 2021
Honorar: 1.000 EUR
Evtl. Transport-, Material- und Reisekosten können nicht erstattet werden.
Einzureichende Unterlagen: Bewerbungsformular, Projektbeschreibung (max. 2 Seiten), Portfolio und CV
Die Bewerbungsunterlagen bitte in einem pdf (max. 10 MB) per E-Mail an info@kuenstlerhaus.de senden. Nicht fristgerecht eingesendete Bewerbungen bzw. Bewerbungen mit unvollständigen Unterlagen können leider nicht berücksichtigt werden.

 

Hintergrund

Vor genau 40 Jahren, vom 01.09. bis 30.09.1981, lud das Künstlerhaus Stuttgart unter der Leitung von Ulrich Bernhardt zum künstlerischen Gruppenprojekt KONZIL mit 57 lokalen und 19 internationalen Künstler:innen ein. In diesem Projekt wurden Fragen zur Zusammenarbeit, zum künstlerischen Austausch und zu thematischen Aspekten ephemerer und Performancekunst an einem 40qm großen Tisch täglich um 18 Uhr diskutiert. Ergänzt wurde das Projekt durch Aktionen und Veranstaltungen im Stadtraum. Aus dem Projekt heraus hat der Künstler Boris Nieslony die Schwarze Lade (Black Kit) entwickelt. Die Schwarze Lade archiviert die Dokumentationen von Organisationen, Assoziationen, Artist-Run-Spaces und wichtigste internationale Projekte im Performancebereich seit 1975. Es verweist auf ca. 3800 Künstler:innen, beinhaltet Fotografien, einzelne Performance-Relikte und Aufzeichnungen.

 

40 Jahre später wird das Künstlerhaus Stuttgart das KONZIL zurück nach Stuttgart und in die Gegenwart holen und den Brückenschlag zu aktuellen Themen, Debatten und Diskursen schlagen. In einem zweiwöchigen Zeitraum soll das historische Konzil in Form einer archivarischen Ausstellung mit einem Performanceprogramm verknüpft werden.

 

Für die historische Aufbereitung stellt das Black Kit Archiv von Boris Nieslony dem Künstlerhaus Dokumente, Fotografien, Plakate und Videomaterial von Künstler:innen zur Verfügung, die 1981 im Künstlerhaus und in Stuttgart aktiv waren. Parallel lädt das Künstlerhaus Künstler:innen und Künstler: innenkollektive ein, um im Stuttgarter Stadtraum – von Stuttgart West bis Bad Cannstatt, von Zuffenhausen bis Wangen – über einen Zeitraum von vierzehn Tagen Performances zu präsentieren. Im Anschluss an diese Performances wird in mehreren Panels zum gemeinsamen Austausch, zum Diskurs und Miteinander ins Künstlerhaus eingeladen.

 

Weitere Informationen zur Ausschreibung finden Sie auch hier

Das Konzil, 1981, Foto: Ellen Bailey
2021 25.06.–06.07.2021
Satellit Stuttgart No. 6: Linienscharen
Veranstaltung
25.06.–06.07.2021

Projekt- und Raumstipendium No. 6

 

Funkenflug

fortlaufendes Arbeiten an der kollektiven Zeichnung

 

täglich von 10–18 Uhr
Satellit Stuttgart, Königstraße 22, 70173 Stuttgart

 

Im Herbst 2012 wurde Linienscharen gegründet, eine Plattform für zeitgenössische Zeichnung in Stuttgart. Linienscharen möchte den Diskurs über Zeichnung in Stuttgart lebendig halten und einen Rahmen für Austausch, Vorträge und Präsentationen zu diesem Thema bieten.

 

Dabei fungiert Linienscharen als ein offenes Forum für Künstler:innen aus Stuttgart und der Region, die sich in ihrer Arbeit mit Zeichnung oder dem Thema Linie in einem anderen Medium beschäftigen.

 

Das Satellit-Projekt Funkenflug ist als ergebnisoffener Prozess ausgelegt, der über zwölf Tage hinweg den Raum in der Königstraße als Ort sich konzentrierender Zeichnung nutzt. 47 Künstler:innen der Linienscharen werden in dem Projektraum in Zweiergruppen nach und nach aktiv sein und während der gesamten Projektdauer mit zeichnerischen Setzungen auf die räumlichen Gegebenheiten des Raums und des umgebenden Stadtraums reagieren und einen Dialog mit den bereits vorhandenen künstlerischen Interventionen fortführen. Das von den Kolleg:innen begonnene Nachdenken und Erkunden mit Zeichnung und Linie öffnet dabei neue Wege des eigenen Handelns und inspiriert zu unerprobten Herangehensweisen und durch das paarweise Agieren wird der zeichnerische Austausch wiederum das Ergebnis wechselseitiger Gedankenfunken sein.

 

25. Juni bis 30. Juni 2021
Julia Wenz-Delaminsky mit Barbara Armbruster // AC Klarmann mit Jürgen Klugmann // Elly Weiblen mit Vasiliki Konstantinopoulou // Sabine Fessler mit Alicia Hernandez Westpfahl // Matthias Kohlmann mit Harald Kröner // Kanoko Hashimoto mit Margarete Lindau // Michelin Kober mit Stanislaus Müller-Härlin // Erwin Holl mit Uwe Schäfer // Melanie Grocki mit Stef Stagel // U!!i Berg mit Alexandra Centmayer // Helga Schuhmacher mit Karina Stein // Uta Krauss mit Tobias Greiner

 

1. Juli bis 6. Juli 2021
Annie Krüger mit Anja Klafki // Karl-Heinz Bogner mit Josephine Bonnet // Sabina Aurich mit Ute Fischer-Dieter // Christian Schiebe mit Doris Erbacher // Nina J Bergold mit Veronika Kergaßner // Monika Schaber mit Rita Schaible-Saurer // Silke Schwab mit Simone Eckert // Werner Degreif // Thora Gerstner mit Heike Grüß // Frauke Schlitz mit Beate Baumgärtner // Maria Grazia Sacchitelli mit Barbara Karsch-Chaïeb // Conny Luley mit Christiane Haag

 

Mehr über das Projekt Satellit Stuttgart unter:

Instagram: satellit_stuttgart

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Season 1 — Auf der Umlaufbahn

Folgende Künstler:innen und Kollektive wurden für die Satellit Raum- und Projektstipendien 2021 am Schlossplatz ausgewählt:

 

Episode I
Mi 14.04.21—Mi 28.04.21

Lowland

 

Episode II
Mi 28.04.21—Mi 12.05.21

Thomas Weber

 

Episode III
Mi 12.05.21—Mi 26.05.21

Ann-Josephin Dietz

 

Episode IV
Mi 26.05.21—Mi 09.06.21

Friedrich Hensen

 

Episode V
Mi 09.06.21—Mi 23.06.21

Fünfte Kraft: Min Bark, Mizi Lee, Johanna Mangold, Paula Pelz

 

Episode VI
Mi 23.06.21—Mi 07.07.21

Linienscharen

 

SATELLIT STUTTGART ist ein Zusammenschluss von Künstler:innen in Kooperation mit dem Künstlerhaus Stuttgart und gefördert von der Wüstenrot Stiftung im Rahmen der Sonderförderung Kultur trotz Corona.

 

Die aktuelle Situation bringt für soloselbstständige Künstler:innen, Gestalter:innen und Kulturschaffende viele Herausforderungen mit sich. Satellit Stuttgart soll eine Plattform sein, durch die freie Projekte jetzt sichtbar werden. Wir möchten unser lokales Netzwerk stärken und weitreichende, interdisziplinäre Dialoge generieren.

Wir suchen nach neuen Orten der Kunst im öffentlichen Raum und wünschen uns Kooperation und Kollaboration unterschiedlicher Akteur:innen, um in unserer gegenwärtigen Lebensrealität Kunst weiterhin zu produzieren und erfahrbar zu machen.

 

Mit Satellit Stuttgart schaffen wir ein neues Format eines temporären, innerstädtischen Kunstraums, zu dem wir professionelle soloselbständige Künstler:innen, Gestalter:innen und Kollektive aus Stuttgart und Umgebung einladen.

Eine leerstehende Ladenfläche in der Stuttgarter Innenstadt wird für 3 Monate (April—Juli) zum temporären Atelier, Ausstellungs- und Galerieraum, zur Interventions- und Experimentierfläche für Kulturschaffende unterschiedlicher Sparten.

 

Die Projektstipendien werden jeweils für zwei Wochen (14 Tage) an eine/n Künstler:in (oder eine Künstlergruppe/Kollektiv) vergeben.

 

Projektleitung: Karima Klasen, in Kooperation mit dem Künstlerhaus Stuttgart

Raumstipendium No. 6: Linienscharen, Funkenflug, Satellit 2021, Foto: Frank Kleinbach
Linienscharen, Funkenflug, Satellit 2021, Foto: Frank Kleinbach
Linienscharen, Funkenflug, Satellit 2021, Foto: Frank Kleinbach
Linienscharen, Funkenflug, Satellit 2021, Foto: Frank Kleinbach
Linienscharen, Funkenflug, Satellit 2021, Foto: Frank Kleinbach
Raumstipendium No. 6: Linienscharen, Funkenflug, Satellit 2021, Foto: Frank Kleinbach
Linienscharen, Funkenflug, Satellit 2021, Foto: Frank Kleinbach
Linienscharen, Funkenflug, Satellit 2021, Foto: Frank Kleinbach
Linienscharen, Funkenflug, Satellit 2021, Foto: Frank Kleinbach
Linienscharen, Funkenflug, Satellit 2021, Foto: Frank Kleinbach
Linienscharen, Funkenflug, Satellit 2021, Foto: Frank Kleinbach
Linienscharen, Funkenflug, Satellit 2021, Foto: Frank Kleinbach
Linienscharen, Funkenflug, Satellit 2021, Foto: Frank Kleinbach
Linienscharen, Funkenflug, Satellit 2021, Foto: Frank Kleinbach
Linienscharen, Funkenflug, Satellit 2021, Foto: Frank Kleinbach
Linienscharen, Funkenflug, Satellit 2021, Foto: Frank Kleinbach
Design: Steffi Schwarz
Design: Steffi Schwarz
2021 21.06.–27.08.2021
Schaukeln mit Fischen
Lennart Cleemann
Veranstaltung
Ateliers
21.06.–27.08.2021
Eröffnung:
Fr, 25.06.2021
19:00 Uhr

Unser Atelierstipendiat Lennart Cleemann zeigt im experimentellen Projektraum Lagune erstmals seine Installation Schaukeln mit Fischen.

Sommerausstellung! Lennart Cleemann (*1990) zeigt in der Lagune erstmals seine Installation Schaukeln mit Fischen, den Versuch einer abstrakten Reproduktion seiner Atelieratmosphäre. Viele Objekte nehmen den Raum ein, überlagern sich räumlich, visuell und verweigern ihre entkoppelte Betrachtung. Ein wichtiges Thema Cleemanns Arbeit ist die Erkundung der Idee von Heimat. Raum und Objekt dienen dabei als skulpturale Kommunikatoren von zwischenmenschlichen Beziehungen.

Besichtigung nach Terminvereinbarung.

Kontakt: lennart.cleemann@web.de

2021 09.06.–23.06.2021
Satellit Stuttgart No. 5: Fünfte Kraft
Min Bark, Mizi Lee, Johanna Mangold, Jan-Hendrik Pelz
Veranstaltung
09.06.–23.06.2021
Eröffnung:
Sa, 12.06.2021
11:00 Uhr

Projekt- und Raumstipendium No. 5

 

Home in an Eggshell

 

09. Juni bis 23. Juni 2021

 

„Home“ (eng.), zu deutsch: Zuhause, Heim, Heimat, Heimstätte

In Zeiten der Corona-Pandemie bekommt der Begriff „Zuhause“ weltweit eine vollkommen neue und prägende Bedeutung. Durch die Isolation sind alle Teile der Gesellschaft zurückgeworfen auf jenen persönlichen Ort, der als „Lebens-Standort“ fungiert und sich eng mit der Identität der jeweiligen Menschen verbindet.

 

Ist es jedoch so einfach, das „Zuhause“ als schützende, vier Wände zu definieren oder ist dieser Begriff und die damit verbundenen Bedeutungen weitaus vielschichtiger und schwammiger, als dass sie auf eine simple Formel heruntergebrochen werden könnten?

 

Aber auch mit den Menschen, die aus anderen Ländern nach Deutschland kommen und hier leben, verändert sich die Debatte um diesen Begriff. Es ist von zentraler gesellschaftlicher Bedeutung, an dieser Stelle in einen neuen Dialog zu treten und festgefahrene und beschriebene Begrifflichkeiten wieder zu diskutieren und zu verhandeln.

Im Rahmen von Kunst und Kultur kann hierfür ein Anstoss gegeben werden. Wir haben unsere Arbeit als Künstlergruppe diesem Bereich gewidmet, da diese Thematik bei uns allen im künstlerischen oder auch im privaten Bereich eine eigene, besondere Rolle spielt.

 

Termine:

 

Samstag, 12.06.2021, 11–19:30 Uhr – Eröffnung
Alle Künstler:innen sind anwesend.

 

Sonntag, 13.06.2021, 15:30–19:30 Uhr

Johanna Mangold ist anwesend.

 

Donnerstag, 17.06.2021, 15:30–19:30 Uhr

Jan-Hendrik Pelz ist anwesend.

 

Freitag, 18.06.2021, 15:30–19:30 Uhr

Min Bark ist anwesend.

 

Samstag, 19.06.2021, 15:30–19:30 Uhr

Min Bark ist anwesend.

 

Sonntag, 20.06.2021, 15:30–19:30 Uhr

Mizi Lee ist anwesend.

 

Mehr über das Projekt Satellit Stuttgart unter:

Instagram: satellit_stuttgart

 

Season 1 — Auf der Umlaufbahn

Folgende Künstler:innen und Kollektive wurden für die Satellit Raum- und Projektstipendien 2021 am Schlossplatz ausgewählt:

 

Episode I
Mi 14.04.21—Mi 28.04.21

Lowland

 

Episode II
Mi 28.04.21—Mi 12.05.21

Thomas Weber

 

Episode III
Mi 12.05.21—Mi 26.05.21

Ann-Josephin Dietz

 

Episode IV
Mi 26.05.21—Mi 09.06.21

Friedrich Hensen

 

Episode V
Mi 09.06.21—Mi 23.06.21

Fünfte Kraft: Min Bark, Mizi Lee, Johanna Mangold, Jan-Hendrik Pelz

 

Episode VI
Mi 23.06.21—Mi 07.07.21

Linienscharen

 

SATELLIT STUTTGART ist ein Zusammenschluss von Künstler:innen in Kooperation mit dem Künstlerhaus Stuttgart und gefördert von der Wüstenrot Stiftung im Rahmen der Sonderförderung Kultur trotz Corona.

 

Die aktuelle Situation bringt für soloselbstständige Künstler:innen, Gestalter:innen und Kulturschaffende viele Herausforderungen mit sich. Satellit Stuttgart soll eine Plattform sein, durch die freie Projekte jetzt sichtbar werden. Wir möchten unser lokales Netzwerk stärken und weitreichende, interdisziplinäre Dialoge generieren.

 

Wir suchen nach neuen Orten der Kunst im öffentlichen Raum und wünschen uns Kooperation und Kollaboration unterschiedlicher Akteur:innen, um in unserer gegenwärtigen Lebensrealität Kunst weiterhin zu produzieren und erfahrbar zu machen.

 

Mit Satellit Stuttgart schaffen wir ein neues Format eines temporären, innerstädtischen Kunstraums, zu dem wir professionelle soloselbständige Künstler:innen, Gestalter:innen und Kollektive aus Stuttgart und Umgebung einladen.

Eine leerstehende Ladenfläche in der Stuttgarter Innenstadt wird für 3 Monate (April—Juli) zum temporären Atelier, Ausstellungs- und Galerieraum, zur Interventions- und Experimentierfläche für Kulturschaffende unterschiedlicher Sparten.

 

Die Projektstipendien werden jeweils für zwei Wochen (14 Tage) an eine/n Künstler:in (oder eine Künstlergruppe/Kollektiv) vergeben.

 

Projektleitung: Karima Klasen, in Kooperation mit dem Künstlerhaus Stuttgart

Fünfte Kraft, Ausstellungsansicht "Home in an Eggshell", 2021, Foto: Frank Kleinbach
Fünfte Kraft, Ausstellungsansicht "Home in an Eggshell", 2021, Foto: Frank Kleinbach
Fünfte Kraft, Ausstellungsansicht "Home in an Eggshell", 2021, Foto: Frank Kleinbach
Fünfte Kraft, Ausstellungsansicht "Home in an Eggshell", 2021, Foto: Frank Kleinbach
Fünfte Kraft, Ausstellungsansicht "Home in an Eggshell", 2021, Foto: Frank Kleinbach
Fünfte Kraft, Ausstellungsansicht "Home in an Eggshell", 2021, Foto: Frank Kleinbach
Fünfte Kraft, Ausstellungsansicht "Home in an Eggshell", 2021, Foto: Frank Kleinbach
Fünfte Kraft, Ausstellungsansicht "Home in an Eggshell", 2021, Foto: Frank Kleinbach
Raumstipendium No. 5: Fünfte Kraft, Ausstellungsansicht "Home in an Eggshell", 2021, Foto: Frank Kleinbach
Fünfte Kraft, Ausstellungsansicht "Home in an Eggshell", 2021, Foto: Frank Kleinbach
Fünfte Kraft, Ausstellungsansicht "Home in an Eggshell", 2021, Foto: Frank Kleinbach
Fünfte Kraft, Ausstellungsansicht "Home in an Eggshell", 2021, Foto: Frank Kleinbach
Fünfte Kraft, Ausstellungsansicht "Home in an Eggshell", 2021, Foto: Frank Kleinbach
Design: Steffi Schwarz
Design: Steffi Schwarz
2021 08.06.2021, 19:00 Uhr
Dienstags-Werkstatt VIII
Ronald Kolb
Veranstaltung
08.06.2021, 19:00 Uhr

Zu unserer achten Dienstags-Werkstatt tauschen wir die Rolle:
Ronald Kolb wird das Workshop-, Veranstaltungs- und Ausstellungsprojekt „Small Projects for Coming Communities“ vorstellen, welches 2018 in Stuttgart stattgefunden hat und ihm als Skizze eines erweiterten Ausstellungsbegriffs („expanded exhibition“) dient.

 

Dienstag, 08. Juni 2021, 19 Uhr

 

https://us02web.zoom.us/j/87291399689?pwd=QkFoNXYzRUZGdlBnbUtXb3hBWjlJZz09

Meeting-ID: 872 9139 9689

Kenncode: 498907

 

Ronald Kolb

arbeitet als Dozent, Gestalter und Filmemacher in Stuttgart und Zürich. Er studierte Visuelle Kommunikation (MA) an der Merz Akademie, Hochschule für Gestaltung, Kunst und Medien, Stuttgart und betreibt ein Design- und Forschungsbüro (www.biotop3000.de), das Publikationen und Webdesign entwickelt u.a. für die Kunststiftung Baden-Württemberg, ifa (Institut für Auslandsbeziehungen, Deutschland), Donaueschinger Musiktage, Badischer Kunstverein, ZKM. Von 2009–2015 war er in verschiedenen Lehrtätigkeiten an der Merz Akademie engagiert.

Seit 2017 ist er Ko-Leiter des Postgraduiertenstudiengang Curating (www.curating.org) an der Zürcher Hochschule der Künste. In diesem Zusammenhang ko-organisierte er Ausstellungen (zb.: “Queering the exhibition”) und Konferenzen (u.a. “Decolonizing Art Institutions”, Kunstmuseum Basel, 2017; Contemporary Art Biennials–Our Hegemonic Machines in Times of Emergency, Bucharest Bienniale 2020).

 

Er ist Mitherausgeber des Webjournals On-Curating.org (www.on-curating.org) und PHD Student des PHD in Practice in Curating, einer Kooperation der ZHDK und der University of Reading.

 

___

 

Dienstags-Werkstatt

 

Mit der Dienstags-Werkstatt lädt das Künstlerhaus Künstler:innen oder Kollektive ein, über ihre Arbeitsweisen, Hintergründe und Vorgehensweisen zu sprechen. Wir wollen eine Plattform etablieren, in der sich intensiver zur künstlerischen Praxis ausgetauscht wird und uns so vernetzen, solidarisieren und gegenseitig stärken.

Die Reihe richtet sich an alle Mitglieder des Künstlerhaus Stuttgart, an Künstler:innen aus Stuttgart und Umgebung, oder auf der Durchreise, an alle Kunstvermittler:innen, Kurator:innen, Kulturschaffende usw. und ist offen für alle!

Lecture Performance von Jeanne von Heeswijk, Small Projects for Coming Communities, Symposium im Hospitalhof Stuttgart, 11. Mai 2019
2021 26.05.–08.06.2021
Satellit Stuttgart No. 4: Friedrich Hensen
Veranstaltung
26.05.–08.06.2021

 

 

Projekt- und Raumstipendium No. 4

 

Friedrich Hensen: HUMAN CLOUD

 

Die Ausstellung HUMAN CLOUD untersucht in einer Rauminstallation über Klang, Bewegtbild, und Wort auf poetische Weise die Frage nach dem Menschsein im digitalen Zeitalter. Wie sehr sind wir Cyborg oder waren es schon immer? Wie sehr sind wir mit der Technologie, Stichwort: Technosphäre, verbunden. Jene Fragen, die sich uns als hollywoodschriftzuggroße Lettern aufbahren: Wir Menschen stellen uns SCI-FI meistens märchenhaft vor. Wieso existieren immer noch keine fliegenden Autos? Oder Hologramme? Wieso existiert immer noch keine Siedlung auf dem Mars?!

 

Doch was vergessen wird ist, dass wir gleich einer drehenden Bewegung uns auf der Zeitachse bewegen. Die Zukunft ist wie hinter ein Ecke versteckt, an der wir schwer vorbeischauen können. Die Zukunft können wir nur erahnen. Der Rückblick ist einfach, nach Vorne kann nur ungewiss gegangen werden. Und die Gewöhnung an das Aktuelle verdeckt eventuell die Sicht darauf, dass wir schon längst im Zeitalter des Science-Fiction angekommen sind, die sich etwas anders anfühlt als die düstere Welt von Blade Runner.

 

Willkommen im 21. Jahrhundert!

 

Termine

 

Donnerstag, 27.05.2021 – ArtsUp-Stammtisch / Livestream aus dem Satellit

Anmelden bitte unter: https://us02web.zoom.us/meeting/register/tZEufuivrTIsHtWvv402reJIcWBQZIaC3Knm

 

Samstag, 29.05.2021, 19 Uhr – Vernissage

 

Dienstag, 01.06.2021, 19 Uhr– Lecture Performance: humanCloud

 

Samstag, 05.06.2021, 19 Uhr– Konzert mit TwoPartout und Livestream

 

Wo?
Ladengeschäft, Königstraße 22, 70173 Stuttgart

 

 

Friedrich Hensen ist Künstler, Musiker und Poet aus Stuttgart.

Er studierte 2012-2020 an der ABK Stuttgart und nahm ab 2017 an zahlreichen Veranstaltungen des CAMPUS GEGENWART an der HMDK Stuttgart teil, wodurch er in Kontakt mit der Neuen Musik kam.

Ausgangspunkt seiner Arbeit beschreibt er als „Durchquerung von Sphären“.

Mit diesen interdisziplinären Ansatz arbeitetet er meist multimedial und installativ, in denen er verschiedenen Medien in anderen transformiert und resamplet.

Neue Ansätze zu finden und Dinge neu zu Verknüpfen ist ein tragendes Element seiner Arbeit, mit dem Ziel an Multiperspektivität zu gelangen, beispielsweise Methoden als Sänger, Komponist oder Poet wieder in die Bildende Kunst einzupflegen.

 

Mehr über das Projekt Satellit Stuttgart unter:

Instagram: satellit_stuttgart

 

 

Season 1 — Auf der Umlaufbahn

Folgende Künstler:innen und Kollektive wurden für die Satellit Raum- und Projektstipendien 2021 am Schlossplatz ausgewählt:

 

Episode I

Mi 14.04.21—Mi 28.04.21

Lowland

 

Episode II

Mi 28.04.21—Mi 12.05.21

Thomas Weber

 

Episode III

Mi 12.05.21—Mi 26.05.21

Ann-Josephin Dietz

 

Episode IV

Mi 26.05.21—Mi 09.06.21

Friedrich Hensen

 

Episode V

Mi 09.06.21—Mi 23.06.21

Fünfte Kraft: Min Bark, Mizi Lee, Johanna Mangold, Paula Pelz

 

Episode VI

Mi 23.06.21—Mi 07.07.21

Linienscharen

 

SATELLIT STUTTGART ist ein Zusammenschluss von Künstler:innen in Kooperation mit dem Künstlerhaus Stuttgart und gefördert von der Wüstenrot Stiftung im Rahmen der Sonderförderung Kultur trotz Corona.

 

Die aktuelle Situation bringt für soloselbstständige Künstler:innen, Gestalter:innen und Kulturschaffende viele Herausforderungen mit sich. Satellit Stuttgart soll eine Plattform sein, durch die freie Projekte jetzt sichtbar werden. Wir möchten unser lokales Netzwerk stärken und weitreichende, interdisziplinäre Dialoge generieren.

 

Wir suchen nach neuen Orten der Kunst im öffentlichen Raum und wünschen uns Kooperation und Kollaboration unterschiedlicher Akteur:innen, um in unserer gegenwärtigen Lebensrealität Kunst weiterhin zu produzieren und erfahrbar zu machen.

 

Mit Satellit Stuttgart schaffen wir ein neues Format eines temporären, innerstädtischen Kunstraums, zu dem wir professionelle soloselbständige Künstler:innen, Gestalter:innen und Kollektive aus Stuttgart und Umgebung einladen.

 

Eine leerstehende Ladenfläche in der Stuttgarter Innenstadt wird für 3 Monate (April—Juli) zum temporären Atelier, Ausstellungs- und Galerieraum, zur Interventions- und Experimentierfläche für Kulturschaffende unterschiedlicher Sparten.

 

Die Projektstipendien werden jeweils für zwei Wochen (14 Tage) an eine/n Künstler:in (oder eine Künstlergruppe/Kollektiv) vergeben.

 

Projektleitung: Karima Klasen, in Kooperation mit dem Künstlerhaus Stuttgart

Friedrich Hensen, HUMAN CLOUD, Satellit 2021, Foto: Frank Kleinbach
Friedrich Hensen, HUMAN CLOUD, Satellit 2021, Foto: Frank Kleinbach
Friedrich Hensen, HUMAN CLOUD, Satellit 2021, Foto: Frank Kleinbach
Friedrich Hensen, HUMAN CLOUD, Satellit 2021, Foto: Frank Kleinbach
Friedrich Hensen, HUMAN CLOUD, Satellit 2021, Foto: Frank Kleinbach
Friedrich Hensen, HUMAN CLOUD, Satellit 2021, Foto: Frank Kleinbach
Friedrich Hensen, HUMAN CLOUD, Satellit 2021, Foto: Frank Kleinbach
Friedrich Hensen, HUMAN CLOUD, Satellit 2021, Foto: Frank Kleinbach
Friedrich Hensen, HUMAN CLOUD, Satellit 2021, Foto: Frank Kleinbach
Raumstipendium No. 4: Friedrich Hensen, HUMAN CLOUD, Satellit 2021, Foto: Frank Kleinbach
Friedrich Hensen, HUMAN CLOUD, Satellit 2021, Foto: Frank Kleinbach
Raumstipendium No. 4: Friedrich Hensen, HUMAN CLOUD, Satellit 2021, Foto: Frank Kleinbach
Design: Steffi Schwarz
2021 12.05.–26.05.2021
Satellit Stuttgart No. 3: Ann-Josephin Dietz
Veranstaltung
12.05.–26.05.2021

Projekt- und Raumstipendium No. 3

 

Ann-Josephin Dietz: CARPE DIEM. Holistic Nail Concepts

 

12.05. bis 26.05.2021

 

Das Nagelstudio Holistic Nail Concepts wird durch Alana Heubeck betrieben, die zudem Eigentümerin und ganzheitlicher Colour-Coach der Praxis CARPE DIEM ist. Sie wird nach einem persönlichen Beratungsgespräch per Zoom ein individuelles Nagel-Set, abgestimmt auf den Konstitutionstyp für die Interessent:innen zusammenstellen. Dieses kann anschließend im Nagelstudio abgeholt und mit einer Handlungsanweisung  selbstständig angewendet werden. Durch die offenen Sprechstunden vor Ort und den Instagram-Kanal @heubeckalana wird Passant:innen ein Einblick in die Arbeitsweise und ein persönlicher Kontakt mit Alana Heubeck gewährt.

 

Ann-Josephin Dietz studierte 2013–2020 an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart sowie an der University of Edinburgh (Abschluss: Diplom). Sie arbeitet mit den Medien Fotografie, Performance, Video, Intervention und Installation. Mit ihren künstlerischen Projekten war sie in zahlreichen Gruppenausstellungen, u. a. im UG Museum Folkwang, Essen; Galerie Parrotta Contemporary Art, Bonn; Schaulager der EIGEN+ART, Leipzig; Heidelberger Kunstverein; Minshar Gallery, Tel Aviv; Projektraum AKKU, Stuttgart und Staatsgalerie Stuttgart vertreten.

 

Öffnungszeiten

montags 12-14 Uhr, 15-18 Uhr
dienstags 12-14 Uhr, 15-18 Uhr

 

Live Veranstaltungen jeweils montags 14 Uhr und dienstags 17 Uhr

 

Persönliche Termine nach Absprache unter alana-heubeck(at)web.de

 

Mehr über das Projekt Satellit Stuttgart unter:

Instagram: satellit_stuttgart

 

 

Season 1 — Auf der Umlaufbahn

Folgende Künstler:innen und Kollektive wurden für die Satellit Raum- und Projektstipendien 2021 am Schlossplatz ausgewählt:

 

Episode I
Mi 14.04.21—Mi 28.04.21

Lowland

 

Episode II
Mi 28.04.21—Mi 12.05.21

Thomas Weber

 

Episode III
Mi 12.05.21—Mi 26.05.21

Ann-Josephin Dietz

 

Episode IV
Mi 26.05.21—Mi 09.06.21

Friedrich Hensen

 

Episode V
Mi 09.06.21—Mi 23.06.21

Fünfte Kraft: Min Bark, Mizi Lee, Johanna Mangold, Paula Pelz

 

Episode VI
Mi 23.06.21—Mi 07.07.21

Linienscharen

 

 

SATELLIT STUTTGART ist ein Zusammenschluss von Künstler:innen in Kooperation mit dem Künstlerhaus Stuttgart und gefördert von der Wüstenrot Stiftung im Rahmen der Sonderförderung Kultur trotz Corona.

 

Die aktuelle Situation bringt für soloselbstständige Künstler:innen, Gestalter:innen und Kulturschaffende viele Herausforderungen mit sich. Satellit Stuttgart soll eine Plattform sein, durch die freie Projekte jetzt sichtbar werden. Wir möchten unser lokales Netzwerk stärken und weitreichende, interdisziplinäre Dialoge generieren.

 

Wir suchen nach neuen Orten der Kunst im öffentlichen Raum und wünschen uns Kooperation und Kollaboration unterschiedlicher Akteur:innen, um in unserer gegenwärtigen Lebensrealität Kunst weiterhin zu produzieren und erfahrbar zu machen.

 

Mit Satellit Stuttgart schaffen wir ein neues Format eines temporären, innerstädtischen Kunstraums, zu dem wir professionelle soloselbständige Künstler:innen, Gestalter:innen und Kollektive aus Stuttgart und Umgebung einladen.

 

Eine leerstehende Ladenfläche in der Stuttgarter Innenstadt wird für 3 Monate (April—Juli) zum temporären Atelier, Ausstellungs- und Galerieraum, zur Interventions- und Experimentierfläche für Kulturschaffende unterschiedlicher Sparten.

 

Die Projektstipendien werden jeweils für zwei Wochen (14 Tage) an eine/n Künstler:in (oder eine Künstlergruppe/Kollektiv) vergeben.

 

Projektleitung: Karima Klasen, in Kooperation mit dem Künstlerhaus Stuttgart

Ann-Josephin Dietz, CARPE DIEM. Holistic Nail Concepts, Satellit 2021, Foto: Frank Kleinbach
Raumstipendium No. 3: Ann-Josephin Dietz, CARPE DIEM. Holistic Nail Concepts, Satellit 2021, Foto: Frank Kleinbach
Raumstipendium No. 3: Ann-Josephin Dietz, CARPE DIEM. Holistic Nail Concepts, Satellit 2021, Foto: Frank Kleinbach
Ann-Josephin Dietz, CARPE DIEM. Holistic Nail Concepts, Satellit 2021, Foto: Frank Kleinbach
Ann-Josephin Dietz, CARPE DIEM. Holistic Nail Concepts, Satellit 2021, Foto: Frank Kleinbach
Ann-Josephin Dietz, CARPE DIEM. Holistic Nail Concepts, Satellit 2021, Foto: Frank Kleinbach
Ann-Josephin Dietz, CARPE DIEM. Holistic Nail Concepts, Satellit 2021, Foto: Frank Kleinbach
Ann-Josephin Dietz, CARPE DIEM. Holistic Nail Concepts, Satellit 2021, Foto: Frank Kleinbach
Design: Steffi Schwarz
Design: Steffi Schwarz
2021 11.05.2021, 19:00 Uhr
Dienstags-Werkstatt VII
Michael Dreyer
Veranstaltung
Gespräch
11.05.2021, 19:00 Uhr
Kuratiert von:
Ronald Kolb

Zu unserer siebten Dienstags-Werkstatt laden wir Michael Dreyer ein.

 

Dienstag, 11. Mai 2021, 19 Uhr

 

Michael Dreyer

ist Künstler und Gestalter. Er arbeitet mit installativen Medien und realisiert Filme, in denen er teilweise selbst performt. 2006 gründete Dreyer das Projekt W.O. Scheibe Museum als temporären Ausstellungsraum in Stuttgart, weitergeführt in Form von Filmperformances (Atelier, 2012, von Peter Ott, und Abwinkl, 2021 ff., Videorevue von und mit Dreyer). Letzte Ausstellung Gemeinschaftsarbeiten/Society Pieces, Badischer Kunstverein, Karlsruhe, 2016. Die Publikation Michael Dreyer – Theorie und Plastik, hg. von Helmut Draxler mit Texten von Barbara Buchmaier, Kai van Eikels und Felix Ensslin, erschien 2016 im Verbrecher Verlag, Berlin. Dreyer betreut gestalterisch die nGbK, neue Gesellschaft für bildende Kunst, Berlin und die Reihe Polypen im Verlag bbooks, Berlin. Er ist Professor für Visuelle Kommunikation an der Merz Akademie, Hochschule für Gestaltung, Kunst und Medien, Stuttgart, und war 1983 an deren Neuausrichtung beteiligt; lebt seit 2002 in Stuttgart.
www.michaeldreyer.info

 

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Dienstags-Werkstatt

 

Das Künstlerhaus lädt jeweils eine:n Künstler:in, oder ein Kollektiv ein – gemeint sind spartenübergreifend und transdisziplinär alle Kunst- und Kulturschaffenden – , über ihre Arbeitsweisen, ihre Hintergründe und Vorgehensweisen zu sprechen. Wir wollen eine Plattform etablieren, in der sich intensiver zur künstlerischen Praxis ausgetauscht wird und uns so vernetzen, solidarisieren und gegenseitig stärken.

 

Die Reihe richtet sich an alle Mitglieder des Künstlerhaus Stuttgart, an Künstler:innen wohnhaft in Stuttgart und Umgebung oder auf der Durchreise, an alle Kulturschaffende, Kunstvermittler:innen, Kurator:innen, usw. und ist offen für alle!

 

Das neue Format wurde von Ronald Kolb initiiert und wird vom Beirat des Künstlerhauses unterstützt.

Bühnenbild für ABWINKL (under construction)
2021 29.04.–12.05.2021
Satellit Stuttgart No 2: Thomas Weber
Veranstaltung
29.04.–12.05.2021
Bilder aus der näheren Umgebung

Projekt- und Raumstipendium No. 2

 

Thomas Weber “Bilder aus der näheren Umgebung”

 

29.04. bis 12.05.2021

 

“Seit mehreren Jahrzehnten male ich mit Acrylfarben Bilder auf Papier im Einheitsformat (Din A3). Dabei handelt es sich meist um abstrahierte Formen, die aber Bezüge zur realen Welt erkennen lassen und immer anthropologische Bezüge besitzen. Der Bezug zur menschlichen Existenz ist maßgeblich. Mit geometrischen Formen, die als Wesen durch den Bildraum fliegen, gleiten … aber auch mit architektonischen Elementen in Form von Quadern; mit Objekten wie Schiffen, Flugobjekten oder mit Landschaften erzähle ich Grundsätzliches zum menschlichen Dasein. Dabei hat die Formenwelt stets etwas Wesenhaftes und steht in engem Zusammenhang zu meiner bildhauerischen Arbeit.

Die Bilder entstehen in großen Serien. Ich zeige sie gerne in zusammenhängenden Rhythmen, z.B. als große Wandinstallationen. Dabei hat jedes Bild seine Existenzberechtigung als Einzelbild. Ein weiterer spannender Moment sind natürlich die Entwicklungen, die gerade in größeren Zusammenhängen sichtbar werden, und das nicht nur tages- oder monatsweise, sondern auch über Jahre und Jahrzehnte hinweg.

Das serielle Arbeiten ist ein Hauptmerkmal meiner künstlerischen Arbeit. So gibt es auch andere Werkkomplexe, die ähnlich angelegt sind und deren Entwicklung ich über Jahrzehnte voran treibe, immer den menschlichen Bezug im Blickpunkt.”

 

Zu folgenden Zeiten ist Thomas Weber jeweils von 14 – 18 Uhr anwesend:

 

Do. 29.4. //Fr. 30.4. //So. 2.5.//Di. 4.5. //Do. 6.5. //Fr. 7.5.//Sa. 8.5.//Mo.10.5 //Di. 11.5.

 

Mehr über das Projekt Satellit Stuttgart unter:

Instagram: satellit_stuttgart

 

 

 

Season 1 — Auf der Umlaufbahn

Folgende Künstler:innen und Kollektive wurden für die Satellit Raum- und Projektstipendien 2021 am Schlossplatz ausgewählt:

 

Episode I
Mi 14.04.21—Mi 28.04.21

Lowland

 

Episode II
Mi 28.04.21—Mi 12.05.21

Thomas Weber

 

Episode III
Mi 12.05.21—Mi 26.05.21

Ann-Josephin Dietz

 

Episode IV
Mi 26.05.21—Mi 09.06.21

Friedrich Hensen

 

Episode V
Mi 09.06.21—Mi 23.06.21

Fünfte Kraft: Min Bark, Mizi Lee, Johanna Mangold, Jan-Hendrik Pelz

 

Episode VI
Mi 23.06.21—Mi 07.07.21

Linienscharen

 

 

SATELLIT STUTTGART ist ein Zusammenschluss von Künstler:innen in Kooperation mit dem Künstlerhaus Stuttgart und gefördert von der Wüstenrot Stiftung im Rahmen der Sonderförderung Kultur trotz Corona.

 

Die aktuelle Situation bringt für soloselbstständige Künstler:innen, Gestalter:innen und Kulturschaffende viele Herausforderungen mit sich. Satellit Stuttgart soll eine Plattform sein, durch die freie Projekte jetzt sichtbar werden. Wir möchten unser lokales Netzwerk stärken und weitreichende, interdisziplinäre Dialoge generieren.

 

Wir suchen nach neuen Orten der Kunst im öffentlichen Raum und wünschen uns Kooperation und Kollaboration unterschiedlicher Akteur:innen, um in unserer gegenwärtigen Lebensrealität Kunst weiterhin zu produzieren und erfahrbar zu machen.

 

Mit Satellit Stuttgart schaffen wir ein neues Format eines temporären, innerstädtischen Kunstraums, zu dem wir professionelle soloselbständige Künstler:innen, Gestalter:innen und Kollektive aus Stuttgart und Umgebung einladen.

 

Eine leerstehende Ladenfläche in der Stuttgarter Innenstadt wird für 3 Monate (April—Juli) zum temporären Atelier, Ausstellungs- und Galerieraum, zur Interventions- und Experimentierfläche für Kulturschaffende unterschiedlicher Sparten.

 

Die Projektstipendien werden jeweils für zwei Wochen (14 Tage) an eine/n Künstler:in (oder eine Künstlergruppe/Kollektiv) vergeben.

 

Projektleitung: Karima Klasen, in Kooperation mit dem Künstlerhaus Stuttgart

 

Thomas Weber, Bilder aus der näheren Umgebung, Satellit 2021, Foto: Frank Kleinbach
Thomas Weber, Bilder aus der näheren Umgebung, Satellit 2021, Foto: Frank Kleinbach
Thomas Weber, Bilder aus der näheren Umgebung, Satellit 2021, Foto: Frank Kleinbach
Raumstipendium No. 2: Thomas Weber, Bilder aus der näheren Umgebung, Satellit 2021, Foto: Frank Kleinbach
Thomas Weber, Bilder aus der näheren Umgebung, Satellit 2021, Foto: Frank Kleinbach
Satellit 2021, Foto: Frank Kleinbach
Design: Stefanie Schwarz
2021 27.04.2021, 19:00 Uhr
Gespräch mit Eva Barto
Veranstaltung
Vortrag
27.04.2021, 19:00 Uhr

Wir laden Sie ein zu einem Gespräch mit der Künstlerin Eva Barto. Organisiert in Verbindung mit ihren aktuellen Ausstellungen im Künstlerhaus Stuttgart und im Kunstverein Nürnberg.

 

27. April 2021, 19 Uhr

 

Online: https://us02web.zoom.us/j/89943878326

 

An der Diskussion nehmen Milan Ther (Direktor, Kunstverein Nürnberg) und Eric Golo Stone (Künstlerischer Leiter, Künstlerhaus Stuttgart) teil.

 

Die Arbeiten der Künstlerin Eva Barto zeichnen sich durch eine situationsspezifische Befragung der Bedingungen und Verhältnisse aus, innerhalb derer ihre Arbeiten hergestellt und verbreitet werden. Dabei internalisiert Barto häufig die bestehenden sozioökonomischen und materiellen Gegebenheiten eines bestimmten Ortes, nutzt diese für ihr eigenes Kunstschaffen um und erhöht deren Komplexität. Bartos Ausstellung im Künstlerhaus Stuttgart setzt sich mit dem wirtschaftsrechtlichen Rahmen auseinander, mit dem im Kunstfeld finanzielle Zuwendungen gehandhabt werden. Anstatt lediglich über die Verwaltungsstrukturen hinter Geldgeschenken, finanzieller Unterstützung und Philanthropie im Allgemeinen nachzudenken, schafft die Ausstellung eine Reihe spezifischer Geschäftsbeziehungen zwischen Förder:innen und Geförderten, Spender:innen, Sponsor:innen und den jeweiligen Zuwendungsempfänger:innen. Den rechtlichen Rahmen für diese Geschäftsbeziehungen und ihre jeweiligen Konsequenzen bieten Verträge, die die Künstlerin eigens zur Mittelverwaltung ihrer Ausstellung entwickelt und durchgesetzt hat. Transparent mit finanziellen Spenden umzugehen und Ausgleichsleistungen im Kunstfeld offenzulegen, versteht Barto als Kritik an idealisierten Vorstellungen von Unabhängigkeit und als Möglichkeit, die chaotischen, verworrenen und konsequenterweise sehr wohl in Abhängigkeiten mündenden, tatsächlich gelebten Arbeitsbeziehungen und -verhältnisse hervorzuheben.

 

 

Bitte beachten Sie:

Aufgrund der aktuellen Gesundheitsvorschriften ist die Ausstellung zurzeit geschlossen. Aktuelle Informationen zur Wiedereröffnung der Ausstellungsräume finden Sie auf der Website des Künstlerhauses. Die Website informiert Sie auch über unsere digitalen Angebote im Zusammenhang mit der Ausstellung.

 

Es ist unser aller Wunsch, die Ausstellungsräume so bald wie möglich unter den besten Sicherheitsbedingungen wieder öffnen zu können. Als öffentliche Institution sieht sich das Künstlerhaus in der Verantwortung gegenüber Besucherinnen und Besuchern, sowie den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Hauses, die größtmögliche Vorsorge zu treffen, um die weitere Verbreitung des COVID-19 Virus zu verhindern.

 

Radikale Fürsorge ist für uns nicht nur ein Lippenbekenntnis oder ein theoretisches Konzept – Kunsträume müssen Konzepte radikaler Empathie und Fürsorge auch auf politischer Ebene umsetzen. Wir arbeiten hinter den Kulissen fortlaufend daran, dass das Künstlerhaus Stuttgart, wenn es wieder geöffnet wird, auch Menschen mit erhöhtem Infektionsrisiko den Besuch ermöglichen kann.

2021 16.04.2021
Neuer Vorstand am Künstlerhaus Stuttgart
News
16.04.2021

Am 25. März 2021 haben die Mitglieder des Künstlerhauses einen neuen Vorstand und Beirat gewählt. Die eigentlich für 2020 vorgesehene Versammlung wurde pandemiebedingt in das Frühjahr 2021 verschoben und musste schließlich digital durchgeführt werden. Dennoch konnte das Künstlerhaus bei dieser Hauptversammlung eine Rekordbeteiligung verzeichnen. In den Beirat gewählt wurden: Yvette Hoffmann, Björn Kühn, Florian Model, Monika Nuber, Jasmin Schädler und Damaris Wurster. Der neue Vorstand setzt sich zusammen aus:

Ania Corcilius (1. Vorstand), Anna Schiefer (2. Vorstand) und Daniel Niccoli (Schatzmeister).

 

Ania Corcilius, Künstlerin und Kuratorin, bringt Erfahrung in den Vorständen des Hamburger Kunstvereins, der neuen Gesellschaft für bildende Kunst Berlin und der San Francisco Creative Arts Charter School mit in das Amt. In Stuttgart lehrte sie zuletzt an der Merz-Akademie und engagiert sich bei den Stadtlücken, die bis 2020 Atelier-Stipendiat*innen am Künstlerhaus waren.

 

Anna Schiefer, Künstlerin und Kunstvermittlerin, ist Absolventin der ABK Stuttgart, Gründungsmitglied des Kollektivs Verlag für Handbücher und ehemalige Atelier- Stipendiatin des Künstlerhauses. Dank zahlreicher Residenzprogramme und Forschungstätigkeiten an Kunstinstitutionen und -hochschulen im In- und Ausland kann sie auf ein breites Netzwerk zurückgreifen.

 

Daniel Niccoli, IT-Architekt und selbständiger IT-Berater, ist zuerst als Werkstattnutzer zum Künstlerhaus gekommen. Neben seiner unternehmerischen Erfahrung wird er sein Interesse an Beteiligungsformen und Kommunikationsprozessen in die Vorstandsarbeit einbringen.

 

Gemeinsam mit dem Beirat möchte der Vorstand die Bedeutung des Künstlerhauses als Institution der Stadt Stuttgart, die an der Spitze des internationalen Kunstdiskurses Impulse setzt stärken. Gleichzeitig wird eine engere Verzahnung des kuratierten Programms mit der künstlerischen Produktion vor Ort und mit der Stadtgesellschaft angestrebt. Ziel ist es, das Künstlerhaus als Ort vitaler künstlerischer Auseinandersetzung auf höchstem Niveau in Stuttgart auszubauen und sichtbar zu machen.

 

 

Foto: Florian Model
2021 14.04.–07.07.2021
Satellit Stuttgart
News
Veranstaltung
14.04.–07.07.2021
Raum- und Projektstipendien am Schlossplatz

Season 1 — Auf der Umlaufbahn

 

Folgende Künstler:innen und Kollektive wurden für die Satellit Raum- und Projektstipendien 2021 am Schlossplatz ausgewählt:

 

Episode I

Mi 14.04.21—Mi 28.04.21

Lowland

 

Episode II

Mi 28.04.21—Mi 12.05.21

Thomas Weber

 

Episode III

Mi 12.05.21—Mi 26.05.21

Ann-Josephin Dietz

 

Episode IV

Mi 26.05.21—Mi 09.06.21

Friedrich Hensen

 

Episode V

Mi 09.06.21—Mi 23.06.21

Fünfte Kraft: Min Bark, Mizi Lee, Johanna Mangold, Paula Pelz

 

Episode VI

Mi 23.06.21—Mi 07.07.21

Linienscharen

 

 

SATELLIT STUTTGART ist ein Zusammenschluss von Künstler:innen in Kooperation mit dem Künstlerhaus Stuttgart und gefördert von der Wüstenrot Stiftung im Rahmen der Sonderförderung Kultur trotz Corona.

 

Die aktuelle Situation bringt für soloselbstständige Künstler:innen, Gestalter:innen und Kulturschaffende viele Herausforderungen mit sich. Satellit Stuttgart soll eine Plattform sein, durch die freie Projekte jetzt sichtbar werden. Wir möchten unser lokales Netzwerk stärken und weitreichende, interdisziplinäre Dialoge generieren.

 

Wir suchen nach neuen Orten der Kunst im öffentlichen Raum und wünschen uns Kooperation und Kollaboration unterschiedlicher Akteur:innen, um in unserer gegenwärtigen Lebensrealität Kunst weiterhin zu produzieren und erfahrbar zu machen.

 

Mit Satellit Stuttgart schaffen wir ein neues Format eines temporären, innerstädtischen Kunstraums, zu dem wir professionelle soloselbständige Künstler:innen, Gestalter:innen und Kollektive aus Stuttgart und Umgebung einladen, sich mit einem Projektvorschlag zu bewerben.

 

Durch Satellit wird eine leerstehende Ladenfläche in der Stuttgarter Innenstadt für 3 Monate (April—Juli) zum temporären Atelier, Ausstellungs- und Galerieraum, zur Interventions- und Experimentierfläche für Kulturschaffende unterschiedlicher Sparten.

 

Die Projektstipendien werden jeweils für zwei Wochen (14 Tage) an eine/n Künstler:in (oder eine Künstlergruppe/Kollektiv) vergeben. Enthalten sind, die Nutzung der Ladenfläche und ein Projektkostenzuschuss/Honorar in Höhe von 800€. Den Auf-/Abbau und Transport organisieren die Projektstipendiat:innen selbst.

 

Projektleitung: Karima Klasen, in Kooperation mit dem Künstlerhaus Stuttgart

 

Aktuelle Informationen:

Instagram @satellit_stuttgart

www.kuenstlerhaus.de

Kontakt: satellit@kuenstlerhaus.de

 

 

Design: Stefanie Schwarz
Satellit Stuttgart, Foto: Frank Kleinbach
Satellit Stuttgart, Foto: Frank Kleinbach
Linienscharen, Funkenflug, Satellit 2021, Foto: Frank Kleinbach
Raumstipendium No. 6: Linienscharen, Funkenflug, Satellit 2021, Foto: Frank Kleinbach
Fünfte Kraft, Ausstellungsansicht "Home in an Eggshell", 2021, Foto: Frank Kleinbach
Friedrich Hensen, HUMAN CLOUD, Satellit 2021, Foto: Frank Kleinbach
Friedrich Hensen, HUMAN CLOUD, Satellit 2021, Foto: Frank Kleinbach
Raumstipendium No. 4: Friedrich Hensen, HUMAN CLOUD, Satellit 2021, Foto: Frank Kleinbach
Raumstipendium No. 3: Ann-Josephin Dietz, CARPE DIEM. Holistic Nail Concepts, Satellit 2021, Foto: Frank Kleinbach
Raumstipendium No. 3: Ann-Josephin Dietz, CARPE DIEM. Holistic Nail Concepts, Satellit 2021, Foto: Frank Kleinbach
Thomas Weber, Bilder aus der näheren Umgebung, Foto: Frank Kleinbach
Raumstipendium No. 2: Thomas Weber, Bilder aus der näheren Umgebung, Satellit 2021, Foto: Frank Kleinbach
2021 13.04.2021, 19:00 Uhr
Dienstags-Werkstatt VI
Ania Corcilius
Veranstaltung
Gespräch
13.04.2021, 19:00 Uhr
Kuratiert von:
Ronald Kolb

Zu unserer sechsten Dienstags-Werkstatt laden wir Ania Corcilius ein. Aufgrund der aktuellen Bestimmungen wird auch diese Veranstaltung online stattfinden. Sie können via Zoom unter folgendem Link an der Veranstaltung teilnehmen:

 

Zoom-Meeting beitreten

 

https://us02web.zoom.us/j/86556521495?pwd=d3l6aENSTUFhZ3RoQjk4UUQzd2NTZz09

 

Meeting-ID: 865 5652 1495
Kenncode: 656406

 

Ania Corcilius

hat an der HfbK Hamburg und dem Whitney Independent Study Program New York studiert. Thematischer Schwerpunkt ihrer künstlerisch-kuratorischen Arbeit ist die Stadt als sozialer Raum. Nach vielen Jahren zuerst in Berlin und dann in San Francisco, lebt Ania Corcilius mit Ihrer Familie heute in Stuttgart. Seit 2018 engagiert sie sich beim Verein Stadtlücken e.V.

 

___

 

Dienstags-Werkstatt

Ab Oktober 2020 treffen sich jeden zweiten Dienstag des Monats um 19 Uhr Künstler:innen und Kulturschaffende im Künstlerhaus Stuttgart, um ihre künstlerische Praxis vorzustellen und sich mit anderen auszutauschen, zu diskutieren und sich näher kennenzulernen.

 

Das Künstlerhaus lädt jeweils eine:n Künstler:in, oder ein Kollektiv ein – gemeint sind spartenübergreifend und transdisziplinär alle Kunst- und Kulturschaffenden – , über ihre Arbeitsweisen, ihre Hintergründe und Vorgehensweisen zu sprechen. Wir wollen eine Plattform etablieren, in der sich intensiver zur künstlerischen Praxis ausgetauscht wird und uns so vernetzen, solidarisieren und gegenseitig stärken.

 

Die Reihe richtet sich an alle Mitglieder des Künstlerhaus Stuttgart, an Künstler:innen wohnhaft in Stuttgart und Umgebung oder auf der Durchreise, an alle Kulturschaffende, Kunstvermittler:innen, Kurator:innen, usw. und ist offen für alle!

 

Das neue Format wurde von Ronald Kolb initiiert und wird vom Beirat des Künstlerhauses unterstützt.

Ania Corcilius, Umbau-Workshop, 1996
2021 27.03.–25.07.2021
Unusability Might be Assumed Unless There are Signs Indicating Otherwise
Ramaya Tegegne
Ausstellung
27.03.–25.07.2021
Programm:
So, 25.07.2021
15:00 Uhr

Im Zentrum von Ramaya Tegegnes Ausstellung im Künstlerhaus Stuttgart steht die auf Erfahrungen beruhende Auseinandersetzung der Künstlerin mit der zwiespältigen Rolle von Kunstinstitutionen, die eine anti-rassistische Haltung einnehmen, jedoch gleichzeitig aktiv rassialisierte Ungleichbehandlung befördern. Diese gewaltige Kluft zwischen erklärter und tatsächlicher Politik ist, so Tegegne, im Kunstbereich weit verbreitet. Aktuell steht diese Kluft insofern verstärkt im Fokus gesellschaftlicher Aufmerksamkeit, als dass verschiedene soziale Bewegungen sich nicht mehr nur für Chancengleichheit hinsichtlich der individuellen Zugänglichkeit und Repräsentation von BIPOC in Institutionen einsetzen, sondern strukturellen Rassismus aufbrechen wollen und gemeinsame institutionspolitische Gestaltungs- und Verwaltungsstrukturen einfordern. Tegegnes Ausstellung beschäftigt sich einerseits damit, wie stark rassialisierte Auswahlkriterien und Aneignungspraktiken die Funktionsweisen von Kunstinstitutionen heute noch bestimmen, und andererseits damit, wie diese historisch gewachsenen und festgeschriebenen Strukturen sich in der gelebten Alltagserfahrung widerspiegeln.

 

Tegegnes neue, in der Ausstellung präsentierte Filmarbeit Framer Framed[1] zeigt eine Beratungssitzung des Vorstands einer unbenannten Kulturinstitution in der französischsprachigen Schweiz. Dieses fiktive Vorstandstreffen beruht auf einer wahren Begebenheit aus dem Jahr 2019, als eine Gruppe Schwarzer männlicher Migranten dazu gezwungen wurde, das Foyer einer mit staatlichen Mitteln finanzierten Schweizer Kulturinstitution zu verlassen, die zu der Zeit einen Film über die Diskriminierung und Exklusion Schwarzer männlicher Migranten in der Schweiz zeigte. Ein*e Mitarbeiter*in der Institution forderte die Personengruppe mit der Begründung auf, das Foyer zu verlassen, dass sie herumlungere und Förder*innen beim Besuch einer Filmvorführung störe. Dieses Ereignis muss laut Tegegne sowohl in Zusammenhang mit der weit zurückreichenden Geschichte anti-Schwarzer Gesetze bezüglich „Herumlungerns“ und Vagabundierens, als auch im weiteren historischen Kontext rassistischer Gesetzgebung zum Eigentumsrecht und dem öffentlichen Raum gelesen werden. Framer Framed ist eine Antwort auf dieses spezifische Ereignis, das Tegegne eigens miterlebte und in das sie eingriff, indem sie zunächst den*die Mitarbeiter*in konfrontierte und sich anschließend mit einer gemeinschaftlich organisierten Briefkampagne an den Vorstand der Institution wandte. Da die Institution zu den gewählten Kontaktmaßnahmen weder ausführlich Stellung bezog noch Mittel und Wege zur Verfügung stellte, gemeinsam über mögliche angemessene Vergeltungs- und Entschädigungsmaßnahmen zu beraten, suchte Tegegne nach anderen Formen, um eine Anhörung über die Angelegenheit zu organisieren.

 

Die geskripteten, inszenierten und gespielten Beratungen in Framer Framed führen einen Ort der Verwaltungsstrukturen, Urteile und Streitbeilegung vor, der jenseits der fortgeschriebenen historischen Realität institutioneller Verfahrensweisen operiert, die Eigentumsrecht und -verhältnisse auf Basis rassialisierter Ausschluss- und Enteignungskriterien regeln. Tegegnes Film verkörpert vielmehr eine kollektive Erfahrung der Freude, Solidarität und des Trotzes, und zeugt dabei gleichzeitig von einem schmerzhaften Ergebnis: eine umfassende Beratung des Institutionsvorstands über die Gleichstellung von BIPOC realisierte sich letztlich nur in der Fiktion der künstlerischen Arbeit. Und dieses schmerzhafte Ergebnis – das mit einem realen, aktiven Unterdrückungssystem einhergeht, das Regressansprüche von BIPOC vollständig in den Bereich der Worte, nicht in den der Taten, verdrängt – entsteht durch die hinterlistige Täuschung, die Tegegnes Ansicht nach spezifisch für die Funktionsweisen des Kunstfeldes ist. In der Briefkampagne hatte Tegegne die Organisator*innen der Präsentation des Filmes – der sich mit der Diskriminierung und Exklusion Schwarzer Migranten in der Schweiz beschäftigte – sowie den Vorstand der ausrichtenden Institution dazu aufgefordert, sich für anti-rassistische Richtlinien ein- und diese selbst umzusetzen. Dass die Institution sich gegenüber diesen politischen Forderungen nicht äußerte, während sie gleichzeitig eine künstlerische Arbeit zeigte, die sich mit dem Inhalt der Forderungen direkt auseinandersetzte, ist beispielhaft dafür, wie Kunstinstitutionen strukturelle Veränderungen verhindern, indem sie künstlerische Inhalte von ihren eigenen Produktions-, Verbreitungs- und Rezeptionsbedingungen entkoppeln. Welche Rolle spielen Kunst- und Kulturorganisationen in diesem Zusammenhang, wenn ihre eigenen Positionen bezüglich sozialer Gerechtigkeit auf rein inhaltlicher Ebene verharren? Was sollen Künstler*innen als Produzent*innen von Inhalten tun, wenn institutionelle Verhaltensweisen in unmittelbarem Konflikt mit den Werten stehen, die ihre künstlerische Arbeit ausdrückt? Welche Methoden und Techniken können Künstler*innen nutzen, um ihre symbolischen, affektiven und sensorischen Interventionen mit den Strukturen, die diese künstlerischen Interventionen verwalten und regulieren, in Einklang zu bringen?

 

Framer Framed bediehnt sich der reflexiven, situationsspezifischen und interventionistischen Theatermethoden, die der brasilianische Autor, Dramaturg und Pädagoge Augusto Boal in den 1950er und 1960er Jahren aus den Traditionen des Schwarzen Experimentellen Theaters in New York und während der Zeit entwickelt hat, in der er am Teatro de Arena de São Paulo in Brasilien Forum-Theaterproduktionen organisiert hat. Boals Forum-Theaterproduktionen brachten benachteiligte lokale Gemeinschaften im Theaterraum zusammen, um in Form von Rollenspielen und Workshops politische Ziele und Forderungen für ihre Gemeinschaften zu entwickeln. Für die Darstellung der für Framer Framedaufgenommenen Beratungssitzungen hat Tegegne Filmemacher*innen und Darsteller*innen gecastet, die sich als Schwarz identifizieren und im französischsprachigen Schweizer Raum leben und arbeiten, darunter auch eine Person, die 2019 direkt in das Ereignis involviert war. Eine weitere Forum-Theatermethode, die Tegegne für ihren Film verwendet, ist eine Mischung aus geskripteten Szenen und ungeskripteten Inputs sowie Feedback, das die Darsteller*innen und Produktionsmitarbeiter*innen während des Drehs der Beratungsszenen am Set äußerten. An einem der zentralen Punkte diskutieren die Darsteller*innen und Produktionsmitarbeiter*innen vor der Kamera frei von jeglichem Skript über ihre jeweiligen Gründe, am Film mitzuarbeiten sowie darüber, was die fiktive inszenierte Beratung des Vorstands über das Feld künstlerischer Produktion aussagt. Während der geskriptete Teil der Beratungen vielfach auf Satire baut, war es Tegegne wichtig, den Aspekt der Entfremdung zu untermauern und die realen Verhältnisse der Produktionsarbeit von Framer Framed unvermittelt offenzulegen. Über die Filmproduktion hinaus war es Tegegne ein Anliegen, die in Framer Framed behandelten politischen Imperative mit einer Befragung des institutionellen Kontexts des Künstlerhaus Stuttgart und seiner Rolle für die Rezeption ihres Films, aber auch ihrer Ausstellung allgemein, zu verbinden.

 

Während der Vorbereitung von Unusability might be assumed unless there are signs indicating otherwise[2] hat sich Tegegne mit der Ausstellungsgeschichte des Künstlerhaus Stuttgart auseinandergesetzt und eine wirtschaftsrechtliche Struktur geschaffen, um die Produktionsmittel für ihre Ausstellung zu verwalten. Tegegne ist die erste Schwarze Person, die seit der Gründung im Jahr 1978 eine umfassende Einzelausstellung für das Künstlerhaus Stuttgart produziert. Dieser historische Umstand ist richtungsweisend für einige der Entscheidungen, die die Künstlerin bezüglich der Dramaturgie und Nutzung des Raumes getroffen hat, in der ihre Arbeit gezeigt wird. Mit einer Absperrung aus halb-durchsichtigen Theatervorhängen hat Tegegne einen Großteil des Raums so ausgegrenzt, dass er für Besucher*innen weitestgehend unzugänglich ist und ihnen jegliche Möglichkeit verdeckt wird, den Raum zu überblicken. Die Ambivalenz der Künstlerin gegenüber der Nutzung eines Raumes, der sich nicht weiterentwickelt hat, um für sie nutzbar zu werden, wird in der gesamten Ausstellung deutlich. Zunächst äußert sie sich in der verdeckenden und gleichzeitig durchsichtigen Grenze. Der leerstehende Teil des Raums ist für Auseinandersetzungen gesperrt, die Absperrung wird aber durch den halb-durchsichtigen Stoff, der als optischer Filter fungiert, aufgeweicht – ein eindeutiges Hindernis und Weichzeichnungslinse zugleich. Und dann ist da der von Tegegne zum Filmschauen entworfene Raum: etwas abseits, ein Rückzugsort, der Besucher*innen willkommen heißt und ein Gefühl von Intimität, Offenheit und Behagen vermittelt. Neben der symbolischen, affektiven und sensorischen Begegnung, die die Theatervorhangsstruktur schafft, hat Tegegne die Brauchbarkeit der finanziellen Bedingungen hinterfragt, mit denen Ausstellungshäuser üblicherweise arbeiten. In Vorbereitung auf ihre Ausstellung hat die Künstlerin einen eingetragenen Verein gegründet, der eine Organisationsgrundlage für ihre Arbeit bietet und ihr dem Vereinsrecht gemäß eine direktere Handhabe über die Finanzierung ihrer Ausstellung ermöglicht. Beispielsweise werden die für ihre Ausstellung beantragten Drittmittel direkt an den Verein überwiesen und nicht, wie sonst üblich, über die Gastinstitution abgewickelt. Mit Hilfe dieser wirtschaftlichen und rechtlichen Struktur verwaltet die Künstlerin die für ihre eigene Arbeit sowie für zusätzlich angestellte Personen notwendigen Mittel ohne die institutionelle Vermittlungsinstanz der Gastinstitution, die sonst gemäß ihrer Steuerpflicht die zentrale Übersichts- und Berichterstattungsverantwortung innehat. Indem sie ihr künstlerisches Interesse und dessen Umsetzung unmittelbar an materielle Grundlagen knüpft, mobilisiert Tegegnes Ausstellung Schwarzer Ambivalenzen[3] gegenüber der Brauchbarkeit etablierter, vererbter Strukturen von Kunstinstitutionen.

 

[1] Tegegne entleiht den Filmtitel von: Trinh T. Minh-ha, Framer Framed, Routledge, 1993
[2] Tegegnes Inspiration für den Ausstellungstitel stammt aus den Schriften von Sara Ahmed, im Besonderen: Sara Ahmed, What’s the Use? On the Uses of Use, Duke University Press, 2019, S. 57
[3] Ambivalenz ist eine aktive, kritische Positionierung, kein passiver Zustand des Wiederspruchs. „Ambivalenz“ und verschiedene Formen „Schwarzer Ambivalenz“ wurden zuerst in den Black Studies und Schwarzen Radikalen Traditionen formuliert. In diesem Zusammenhang ist auch der Begriff „Double Consciouness“ – doppeltes Bewusstsein – zu nennen, der häufig mit William Edward Burghardt Du Bois in Verbindung gebracht wird, der diesen Begriff in soziologische und politische Diskurse eingeführt hat, hier besonders in seiner wegweisenden Publikation The Souls of Black Folk (1903; dt. Die Seele der Schwarzen (2003)). Die Notwendigkeit von „Ambivalenz“ wurde auch in intersektionalen und Schwarzen feministischen Schriften diskutiert, die die festgeschriebenen und unterdrückenden Dichotomien aufbrechen wollen, die intersektionale vernetzte feministische Arbeit historisch verhindert haben.

Ramaya Tegegne, 2021
Ramaya Tegegne, Ausstellungsansicht, 2021, Foto: Frank Kleinbach
Ramaya Tegegne, Ausstellungsansicht, 2021, Foto: Frank Kleinbach
Ramaya Tegegne, Ausstellungsansicht, 2021, Foto: Frank Kleinbach
Ramaya Tegegne, Ausstellungsansicht, 2021, Foto: Frank Kleinbach
Ramaya Tegegne, Ausstellungsansicht, 2021, Foto: Frank Kleinbach
Ramaya Tegegne, Ausstellungsansicht, 2021, Foto: Frank Kleinbach
Ramaya Tegegne, Ausstellungsansicht, 2021, Foto: Frank Kleinbach
2021 27.03.–25.07.2021
The Supporters
Eva Barto
Ausstellung
27.03.–25.07.2021
Diskussion mit Eva Barto online livestream, Co-präsentiert mit dem Kunstverein Nürnberg, mit Milan Ther (Direktor, Kunstverein Nürnberg), und Eric Golo Stone (Künstlerischer Leiter, Künstlerhaus Stuttgart):
Di, 27.04.2021
19:00 Uhr

Die Arbeiten der Künstlerin Eva Barto zeichnen sich durch eine situationsspezifische Befragung der Bedingungen und Verhältnisse aus, innerhalb derer ihre Arbeiten hergestellt und verbreitet werden. Dabei internalisiert Barto häufig die bestehenden sozioökonomischen und materiellen Gegebenheiten eines bestimmten Ortes, nutzt diese für ihr eigenes Kunstschaffen um und erhöht deren Komplexität. Bartos Ausstellung im Künstlerhaus Stuttgart setzt sich mit dem wirtschaftsrechtlichen Rahmen auseinander, mit dem im Kunstfeld finanzielle Zuwendungen gehandhabt werden. Anstatt lediglich über die Verwaltungsstrukturen hinter Geldgeschenken, finanzieller Unterstützung und Philanthropie im Allgemeinen nachzudenken, schafft die Ausstellung eine Reihe spezifischer Geschäftsbeziehungen zwischen Förder:innen und Geförderten, Spender:innen, Sponsor:innen und den jeweiligen Zuwendungsempfänger:innen. Den rechtlichen Rahmen für diese Geschäftsbeziehungen und ihre jeweiligen Konsequenzen bieten Verträge, die die Künstlerin eigens zur Mittelverwaltung ihrer Ausstellung entwickelt und durchgesetzt hat. Transparent mit finanziellen Spenden umzugehen und Ausgleichsleistungen im Kunstfeld offenzulegen, versteht Barto als Kritik an idealisierten Vorstellungen von Unabhängigkeit und als Möglichkeit, die chaotischen, verworrenen und konsequenterweise sehr wohl in Abhängigkeiten mündenden, tatsächlich gelebten Arbeitsbeziehungen und -verhältnisse hervorzuheben.

 

Dass finanzielle Unterstützung für die Künste aktuell ein Problem darstellt, ist weit bekannt. Fundraising beruht im weltweit vernetzten Kunstbereich hauptsächlich auf privat verwalteten wirtschaftsrechtlichen Vereinbarungen im Rahmen von gemeinnützigen Spenden und Mäzenatentum. Dabei wird das US-amerikanische Kulturfördersystem, das seit den frühen 1980er Jahren vollständig auf den Strukturen einer politischen Ökonomie individueller finanzieller Beiträge beruht und von privat verwalteter Philanthropie dominiert wird, vermehrt in die Kunstfelder weiterer Länder übertragen. Ein Beispiel dafür sind die in den USA üblichen Donor Advised Funds, die in ihrer Zuwendungsform deutschen Stiftungsfonds ähnlich sind, steuerlich jedoch anders behandelt werden. Diese und ähnliche gesetzlich festgeschriebenen Mechanismen ermöglichen die rechtlich abgesicherte Umwandlung öffentlich finanzierter, kultureller Dienstleistungen in nicht-öffentliche, private Formen der Vermögensverwaltung, die durch Steuerentlastungen und Kapitalrendite begünstigt werden. Im Zusammenhang mit den Investitionskapazitäten und -entscheidungen von gemeinnützigen Organisationen sind Kunstinstitutionen in vielen Ländern damit ein zentraler Faktor. Institutionen, die Kunst produzieren und verbreiten, dienen häufig als Steueroasen zur Vermeidung von Steuerzahlungen, während die „Philanthropische Klasse“ sie gleichzeitig verstärkt für Privatinvestitionen im Rahmen der wirtschaftsrechtlichen Anreize nutzt, die gemeinnütziges Unternehmertum und soziale Anleihen für sie bereithalten. Diese Investitions- und Renditelogik ist eine treibende Kraft hinter der Ausweitung von Fundraising-Aktivitäten und Strategieabteilungen in Kunst- und Kulturorganisationen, die mit einzelnen Geldgeber:innen und deren Stiftungen innerhalb der jeweiligen Vermögensverwaltungsstrukturen zusammenarbeiten.

 

Während die Anzahl privater Stiftungen in Deutschland steigt, werden gemeinnützige Spenden von einer immer kleiner werdenden Gruppe von Individualpersonen getätigt.[1] Wenn weniger Personen mehr Geld geben, werden gemeinnützige Zwecke in Deutschland zunehmend von einer sehr kleinen, ausgewählten Personengruppe innerhalb wenig transparenter Verwaltungsarrangements bestimmt. Angesichts drohender Kürzungen öffentlicher Ausgaben drängt sich für das Kunstfeld in Deutschland und darüber hinaus (so beispielsweise auch in Frankreich, wo Barto lebt und arbeitet) die Frage auf, ob steuerbegünstigte Modelle privater Gemeinnützigkeit und der unternehmerische Ansatz, der mit Fundraising im Kunstfeld zusammenhängt, zunehmend als Ersatz für staatliche Zuschüsse erwartet werden. Wie wird sich Kunst- und Kulturförderung vor dem Hintergrund einer solchen Erwartungshaltung an private Mittel und Einnahmequellen verändern? Und welche Rolle spielt dabei gesellschaftliche und wirtschaftliche Benachteiligung, die das Modell eines privat verwalteten Patronats und seines Gemeinwohlengagements notwendig erscheinen lässt?

 

Förderung, Spenden und Sponsoring sind Antworten auf Förderanträge und Fundraising-Bemühungen. Kunstinstitutionen stehen bei der Verfestigung neoliberaler Philanthropie und unternehmerischen Fundraisings als Antworten auf eine sozioökonomische Notwendigkeit an erster Stelle. Während der Fokus meist auf einer Unterscheidung zwischen verschiedenen Förderformen wie Zuschüsse, Spenden und Sponsoring liegt, sind die Funktionsmechanismen dieser verschiedenen Kulturförderungsmodi ähnlich: die jeweiligen Zuwendungsgeber:innen schreiben die Förderbedingungen und Vergaberichtlinien sowie die Formen der Berichterstattung über die Ergebnisse entlang bestimmter Maßgaben fest, die wiederum Teil ihrer eigenen Fördervereinbarungen sind und damit den Ergebnissen und Evaluationskriterien entsprechen, die sie zur Messung ihres Erfolgs festgelegt haben. Besonders im Kunstfeld ist es zunehmend schwer, zwischen den einzelnen Fördermaßnahmen und ihren Anwendungsbedingungen zu unterscheiden, weshalb die juristische Einordnung von Spenden innerhalb der letzten Jahre komplexer geworden ist. Aus rechtlicher Perspektive dreht sich die Unterscheidung der unterschiedlichen Systeme zur finanziellen Unterstützung der Künste um die jeweiligen Gesetze, Konsequenzen und Effekte bezüglich Steuerlast, Gemeinnützigkeit und der damit zusammenhängenden Zahlungen. Aber die juristische Klassifizierung finanzieller Zuwendungen im Kunstfeld wirft auch wichtige Fragen auf. Beispielsweise gelten Spenden nach deutschem Recht als Zuwendungen oder Schenkungen, die den Empfang einer direkten Gegenleistung oder Entschädigung für die Spende über die gesetzlich verankerte Steuerentlastung hinaus verbieten. Jedoch bleiben Fragen bezüglich möglicher Gegenleistungen für Spenden ungeklärt, wenn diese Spenden für die Produktion von Kunstwerken verwendet werden, die für den Privatbesitz gedacht sind (und der Großteil von Kunstwerken ist als rechtliches Eigentum natürlich für den Privatbesitz gedacht).

 

In Vorbereitung auf ihre Ausstellung The Supporters im Künstlerhaus Stuttgart hat Barto dieses sehr aktuelle Problemfeld hinsichtlich des Deutschen Kunstkontextes untersucht und spezifische – unterschiedliche, jedoch miteinander zusammenhängende und sich oft überlappende – Formen finanzieller Unterstützung miteinander verschränkt, nämlich Fördergelder, Spenden und Sponsoring. Die Künstlerin hat sich aktiv um diese verschiedenen, für die Finanzierung der Ausstellung verwendeten Quellen bemüht – sowohl der notwendigen Produktionsmittel als auch der unterschiedlichen, jedoch vergleichbaren Beziehungsgefüge wegen. Gemeinsam mit dem Künstlerhaus Stuttgart hat Barto eine Ausstellungsförderung von der Landesregierung Baden-Württemberg eingeworben. Diese Förderung vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg erlangt besonders vor dem Hintergrund an Bedeutung, wenn man die Entwicklung der staatlichen Förderrichtlinien parallel zu veränderten öffentlichen Bedürfnislagen betrachtet. Die Förderung, die unter dem Titel „Kunst Trotz Abstand“ lief, wurde als direkte Antwort auf die Auswirkungen der Covid 19-Pandemie für freischaffende Künstler:innen und Organisationen verabschiedet. Zusätzlich zum Fokus auf Künstler*innen-Honorare und Produktionskosten, war ein Teil des Geldes für infrastrukturelle Erweiterungen gedacht, die für die Umsetzung von Gesundheitsmaßnahmen und Hygienekonzepten notwendig waren. Barto hat diese Förderung – sowie die von Seiten des Künstlerhaus Stuttgart aus seinem mit städtischen Geldern finanzierten Budget zur Verfügung gestellten Mittel – um eine Spende der Galerie Max Mayer, einer vom Inhaber Max Mayer in Düsseldorf betriebenen, kommerziellen Galerie, aufgestockt.

 

Schließlich ist Barto noch ein zusätzliches Arbeitsverhältnis eingegangen, um die im Rahmen ihrer Ausstellung im Künstlerhaus Stuttgart miteinander vergleichbaren Formen der Vergabe und des Empfangs finanzieller Zuwendungen auszudehnen. Die Künstlerin schlug vor, die Ausstellung in Stuttgart mit einer Ausstellung ihrer Arbeiten im Kunstverein Nürnberg zu spiegeln – einer Institution, die im Vergleich zum Künstlerhaus Stuttgart viel stärker auf die Einwerbung von Drittmitteln angewiesen ist. Während Bartos Ausstellung im Künstlerhaus Stuttgart fast vollständig durch öffentliche städtische und Landesmittel finanziert wird, wird die Ausstellung im Kunstverein Nürnberg, die ebenfalls den Titel The Supporters trägt, hauptsächlich durch das Sponsoring der Galerie Max Mayer ermöglicht. Während die Spende, die die Galerie Max Mayer ans Künstlerhaus Stuttgart geleistet hat, eine über die gesetzesmäßige Steuerentlastung hinausgehende Gegenleistung verbietet, ist das Sponsoring für den Kunstverein Nürnberg hinsichtlich möglicher Entschädigungszahlungen wesentlich weniger restriktiv geregelt. Der komplexe Kreislauf unterschiedlicher, aber vergleichbarer Beziehungen, den Barto zwischen diesen Kunstinstitutionen orchestriert hat, wird mit Hilfe eines Vertragssystems formalisiert, das die jeweiligen Zuwendungsformen und ihre Auswirkungen regelt. Diese Vereinbarungen sind in Form von unlimitierten Editionen, die die Künstlerin zur kostenlosen Verteilung an alle Besucher*innen erstellt hat, Teil beider Ausstellungen.

 

Das Künstlerhaus Stuttgart freut sich, “The Supporters” zu präsentieren, ein Projekt von Eva Barto, das in Zusammenarbeit mit dem Kunstverein Nürnberg und der Galerie Max Mayer, Düsseldorf, entstanden ist.

 

[1] Council on Foundations Report, “Non-Profit Law in Germany” (März, 2020). European Fundraising Association, “Growing Philanthropy in Germany“ https://efa-net.eu/features/your-voice-growing-philanthropy-in-germany (März, 2021).

 

Eva Barto, Ausstellungsansicht, 2021, Foto: Frank Kleinbach
Eva Barto, Ausstellungsansicht, 2021, Foto: Frank Kleinbach
2021 25.03.2021
Relaunch: Die neue Website des Künstlerhaus Stuttgart
News
25.03.2021

Als Schnittstelle zwischen international wahrgenommenen Ausstellungsprogrammen, der Stuttgarter Künstler:innenschaft und den wichtigen Diskursen der Stadtgesellschaft spielt das Künstlerhaus eine immer wichtigere Rolle. Diese Bedeutung schlägt sich nun auch in einer neuen Website nieder. Nach einem intensiven Arbeitsprozess geht www.kuenstlerhaus.de mit neuem Design und klarer Struktur heute online.

Die neue Online-Präsenz setzt auf Besucher:innenfreundlichkeit, Transparenz und Offenlegung aller Inhalte durch eine neue Navigation, und ein übersichtliches Design.

 

Die Idee für die neue Website war es, das Künstlerhaus Stuttgart ganzheitlich bereits auf der Startseite darzustellen, und eine Struktur zu schaffen, die es ermöglicht, Informationen leichter auffindbar zu machen, und Ausstellungsprogramm, Aktivitäten in unseren Werkstätten und Ateliers gleichberechtigt darzustellen.
Das Stuttgarter Büro matter of war dabei für das Design, Valentin Alisch für die technische Umsetzung verantwortlich Die Projektleitung lag in den Händen der Geschäftsführerin Romy Range, die vom Vorstand bei der Realisierung unterstützt wurde.

 

Transparenz und Übersichtlichkeit

Alle Bereiche des Künstlerhauses stehen jetzt gleichberechtigt nebeneinander und sind für die Nutzer:innen direkt einsehbar. Ob es sich um Ausstellungen, Werkstätten, Atelierstipendiat:innen oder um Mitgliedschaften im Künstlerhaus handelt – alles ist auf einen Blick erfassbar und über die Navigation direkt zugänglich. Die Bildkacheln auf der Startseite ermöglichen zusätzlich einen intuitiveren Zugang zu den einzelnen Menüpunkten wie Ausstellungen, Ateliers oder Werkstätten. Die Agenda bietet darüberhinaus einen Überblick über alle kommenden Veranstaltungen und Ausstellungen. Alle Inhalte sind auch weiterhin sowohl auf Deutsch als auch auf Englisch vorhanden.

 

Neue Menüpunkte, neue Inhalte

Wir haben aber nicht nur bestehende Inhalte neu strukturiert, sondern heben Beteiligungsmöglichkeiten mit den Kategorien Vermittlung und Mitgliedschaft deutlicher hervor. Im Bereich Vermittlung wird zum Beispiel in den nächsten Monaten auch unser Projekt mit dem Hölderlin-Gymnasium sichtbar.
In unserem neuen Shop kann man Editionen und Publikationen ab sofort erwerben, und den Kauf über die Website abwickeln. Auch Mitgliedschaften können ab sofort online abgeschlossen werden, was eine Vereinfachung für alle Nutzer:innen darstellt.
Neu ist darüber hinaus die Funktion der Website als umfangreiches Recherchetool mit Filteroptionen. Sie bietet unterschiedlichen Nutzer:innen die Möglichkeit, sich gezielt in eine Vielzahl von Themen zu vertiefen und Inhalte zu suchen.

 

Klares und einfaches Design

Frische Farben, viel Weißraum, großformatige Bilder und der Einsatz von Videos: Die neu gestaltete Website bietet den Nutzer:innen alle wichtigen Inhalte auf einen Blick. Jede Unterseite bietet einen Einstieg über Bilder und Videos, gefolgt von Langtexten.
So sind beispielsweise unsere Werkstätten ab sofort nicht nur über Bilder, sondern auch über Videos erfahrbar. Jede Werkstatt mit ihren Besonderheiten wird in den kommenden Monaten mit einem Kurzfilm vorgestellt. Den Anfang machen die Werkstätten für Keramik, Siebdruck und Radierung.

 

Archiv aus über 40 Jahren Künstlerhaus

Mehr als 40 Jahre Künstlerhaus Stuttgart lassen sich in unserem Archiv finden. Um den Besucher:innen die Recherche zu erleichtern, haben wir nicht nur eine Such-, sondern auch eine Filterfunktion einbauen lassen, sodass man gezielt nach Ausstellungen oder Veranstaltungen, Publikationen oder ähnlichem recherchieren kann. Wir haben Archivmaterial aufgearbeitet, Bildmaterial recherchiert, und neue Inhalte generiert. Das Archiv ist dabei weiterhin ein Work in progress. In den nächsten Monaten werden wir dieses mit weiteren Inhalten ergänzen.

Mit dieser neuen Website soll das Künstlerhaus Stuttgart in allen Facetten erlebbar sein, und alle Nutzer:innen bestmöglich über alle Aktivitäten des Vereins informieren.

2021 25.03.2021
Vorstandswechsel im Künstlerhaus: Dr. Hannelore Paflik-Huber stellt sich nicht erneut zur Wahl
News
25.03.2021

Frau Dr. Hannelore Paflik-Huber, Kunstwissenschaftlerin, stellt sich als 1. Vorsitzende in der Mitgliederversammlung am 25.3.2021 des Künstlerhaus Stuttgart e.V. nicht mehr zur Wahl.

Dies nimmt das Künstlerhaus Stuttgart zum Anlass zurückzublicken und die wichtigsten Verdienste und Aktivitäten ihrer Amtszeit aufzuführen und zu würdigen.

17 Jahre lang, von 2004 bis 2021, hat die 1. Vorsitzende die Verantwortung für das Künstlerhaus Stuttgart getragen. In dieser Zeit konnten insgesamt vier künstlerische Leiter*innen berufen werden: Axel Wieder (2007–2010, heute Direktor Kunsthalle Bergen), Misal Adnan Yıldız (2011–2014, heute Co-Direktor Kunsthalle Baden Baden), Fatima Hellberg (2015–2019, heute Direktorin des Bonner Kunstvereins) und Eric Golo Stone (künstlerischer Leiter seit 2020).

Von 2004 bis 2006 installierte sie die Gruppe Visual Music, gemeinsam mit Roland Blach, Thomas Maos, Cornelia und Holger Lund, Laurenz Theinert, Hans Dieter Huber und Wolf Helzle im Künstlerhaus. Am 13.1.2006 organisierte sie mit dieser Gruppe in den Räumlichkeiten des Künstlerhaus Stuttgart das eintägige Symposium 1. Visual Music Party.

Von 2006 an hat Frau Paflik-Huber acht Jahre lang am sogenannten grauen Tisch im 1. Stock des Künstlerhauses mit ihrem Mann, Prof. Hans Dieter Huber, eine Diskussionsrunde geleitet, an der Sean Rainbird, Staatsgalerie Stuttgart, Dr. Marion Ackermann, Kunstmuseum Stuttgart (nachfolgend Dr. Ulrike Groos), Iris Dressler, Hans D. Christ (WKV), Axel Wieder (nachfolgend Misal Adnan Yıldız), Nikolaus Koliusis, freischaffender Künstler, Klaus Gerrit Friese, Galerist, Nikolaus Forstbauer, Stuttgarter Nachrichten, Uta und Rudolf Scharpff, Sammler, teilgenommen haben. Letztere waren auch die Sponsoren der Abende, zu denen externe Vortragende eingeladen wurden. Die Inhalte der Diskussionen waren die zeitgenössische Kunst, deren Vermittlung, Förderung und Distribution, speziell auf Stuttgart und Baden-Württemberg bezogen.

2009 wurde nach einem Vorschlag des Stuttgarter Künstlers Nikolaus Koliusis dem Künstlerhaus Stuttgart der Stiftungspreis für Kunst und Wissenschaft der Hypo Real Estate Bank International AG verliehen, gemeinsam mit der Stankowski Stiftung. Das Preisgeld für jede Institution betrug 7.500 €. Die gemeinsame Preisverleihung konnte Frau Paflik-Huber in den Räumen des Künstlerhaus Stuttgart organisieren.

Als Geschäftsführerin konnte sie zuletzt 2016 Romy Range berufen.
2011 hat Frau Paflik-Huber die externe Keramikwerkstatt in das Haus integriert. Zuvor war diese nur im Sommer nutzbar und räumlich weit entfernt vom Künstlerhaus gelegen.
Des Weiteren hat sie stets Sorge getragen, dass alle Werkstätten im Hause erhalten bleiben und es ermöglicht, diese von der Ausstattung stets auf einem aktuellen Stand zu halten. Mit ihrem Engagement hat sie dafür gesorgt, dass die immer größere Nachfrage an Ateliers in Stuttgart durch den Aus- und Anbau von vier auf sieben Atelierräume beantwortet wurde. Sie hat im Liegenschaftsamt Befürworter*innen gefunden, in der Atelieretage eine Küche und einen sanitären Bereich einzubauen. Waren es zu Beginn ihrer Amtszeit 2004 circa 25 Bewerber*innen für die Atelierstipendien, so ist ihre Zahl 2020 auf 71 angestiegen. Die Jury zu der Auswahl fand stets unter ihrem Vorsitz statt.
In ihre Amtszeit fällt die Verfassung einer umfangreichen Geschäftsordnung, die vom Vorstand und Beirat in mehreren Klausurtagungen entwickelt wurde und auf das Haus der Künstler*innen in einer individuellen Sprache und Form ausgerichtet ist. Es war Frau Paflik-Huber ein großes Anliegen, das Archiv des Künstlerhauses dem Stadtarchiv Stuttgart zu übergeben. Am dortigen Ort ist das wertvolle Archivmaterial bestmöglich aufbewahrt, verwaltet, inventarisiert  und die Dokumente sind jederzeit einsehbar. Der Leiter der Stadtarchives, Prof. Roland Müller hat mit seinen Mitarbeiter*innen einen Vertrag ausgearbeitet, der das Fotomaterial, die Dokumente und Teile des Filmmaterials auf der Basis eines aktuellen Urheberrechtes zum Inhalt hat. Kostenfrei wurde 2016 alles in das Stadtarchiv überführt und in den Server dieser Institution eingespeist.

Gemeinsam mit Fatima Hellberg und Romy Range konnte Frau Paflik-Huber das ehemalige Restaurant Zadu in Federführung von dem damaligen Kämmerer und 1. Bürgermeister Michael Föll ab dem Jahr 2016 umbauen lassen. Ihre Aufgabe war es dabei, die Finanzierung mit der Stadt zu sichern und die gestalterischen sowie architektonischen Aufgaben mit zu entscheiden und zu verantworten. Das entscheidende Gremium bestand aus Architekten, Bauleitern, Liegenschaftsamt, Romy Range und Fatima Hellberg. Für die Moderation war die 1. Vorsitzende zuständig.

Für das Jubiläumsjahr 2018 hat Hannelore Paflik-Huber Michael Klett als Schirmherr gewonnen. Ihn und zahlreiche weitere private Sponsoren sowie Stiftungen konnte sie dafür gewinnen, die Publikation zum Jubiläum, die sie mit dem Künstlerhaus herausgegeben hat, zu finanzieren und einen Festakt zum Jubiläum zu veranstalten, bei dem sie als Moderatorin durch den Abend geführt hat.

2019 eröffnete in den umgebauten Räumen im Erdgeschoss das Restaurant Im Künstlerhaus, für das sie mit Romy Range und Fatima Hellberg den Restaurantbetreiber Sebastian Werning als Pächter vertraglich verpflichtet hat.

2019 ist unter ihrer Herausgeberschaft für das Künstlerhaus die Publikation „Künstlerhaus Stuttgart 40 Jahre 1978-2018“ im Verlag avedition erschienen. Das Buch umfasst die Geschichte des Hauses und die Gründungszeit des Künstlerhauses mit grundlegenden Texten des Kunstwissenschaftlers Hans Dieter Huber. Die Publikation gibt Einblick in die Werkstätten und Ateliers und stellt alle Künstlerischen Leiter*innen in Interviews und Statements vor. Zahlreiche Gratulant*innen aus der Stuttgarter-  und der internationalen Kunstszene kommen zu Wort. Es ist ein Standwerk zu einem der wichtigsten Häuser der Stadt Stuttgart und zu einer international einzigartigen Kunstinstitution.

In all den Jahren bestand ihr Anliegen darin, das Künstlerhaus finanziell abzusichern, damit das Haus ein geschützter Ort für Künstler*innen bleibt. Sie hat jederzeit einen sehr guten Kontakt mit der Stadt und den Gemeinderät*innen gehalten und zusätzlich zahlreiche Sponsor*innen gewinnen können. Die Sicherung der Zuschüsse ist ihren umsichtigen Verhandlungen mit den Politiker*innen und dem Kulturamt zu verdanken. Damit auch die Mitglieder selbst zu Wort kommen, wurden zu Beginn ihrer Amtszeit die zwei Veranstaltungsreihen Visual und Local eingeführt. Jedes Mitglied kann hier eine Veranstaltung, eine Performance, einen Vortrag, eine Vortragsreihe, einen Film, etc. vorschlagen und präsentieren. Der Beirat stimmt nach Einreichung finanziell wie inhaltlich über die eingereichten Vorschläge ab.

Ihr großes Anliegen war es, den Studierenden der Kunst und Architektur von der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart und der Kunstgeschichte der Universität Stuttgart, sowie der Fachhochschulen in Pforzheim und Schwäbisch Hall dank ihrer Lehraufträge an diesen Institutionen das Künstlerhaus  vorzustellen. So besuchte sie mit ihren Studierenden die Ausstellungen, vermittelte zahlreiche Atelier- und Werkstattbesuche von Kunstprofessor*innen, um somit immer wieder den Nachwuchs und interessierte Kreise auf das Haus aufmerksam zu machen.

Ihr oberstes Ziel war jederzeit, Künstler*innen einen Raum zu geben, damit diese in den Werkstätten ihre Arbeiten produzieren, in den Ateliers 1 bis 3 Jahre arbeiten und von dort aus Kontakte zu anderen Institutionen knüpfen konnten. Besonders wichtig war es ihr, den jeweiligen künstlerischen Leiter*innen die Freiheit für die Präsentation ihrer kuratorischen Konzepte zu geben und diese auf zwei Ausstellungsebenen zu zeigen. Die Diskussion sollte stets aktuell sein, dafür hat sie den notwendigen finanziellen Bedarf eingestellt. Es gilt, den Leiter*innen den größtmöglichen Freiraum zu geben, damit diese die noch nicht etablierte, aktuelle Kunst in Stuttgart sichtbar zu machen und den Stuttgarter Künstler*innen, Bürger*innen und einem internationalen Publikum eine aktuell geführte Diskussion anzubieten.

Des Weiteren hat sie erfolgreich in der Stadt, national und international, dazu beigetragen, dass das Künstlerhaus jederzeit im Gespräch ist, dass Neugierde geweckt wird und vor allem, dass das Alleinstellungsmerkmal dieser Kunstinstitution heute auch international anerkannt und geschätzt wird.

Als Abschiedsabend ist ein Abend mit einer Filmvorführung und Diskussion zum Werk der Filmemacherin und Künstlerin Ulrike Ottinger geplant. Pandemiebedingt steht hier noch kein Termin fest. Eine weitere Abschiedsveranstaltung ist eine Diskussionsrunde mit den Neuen Auftraggebern, die sie mit Romy Range organisiert.

Wir haben der scheidenden 1. Vorsitzenden Frau Paflik-Huber eine Menge zu verdanken. Sie prägte in all den Jahren das Haus mit ihrer großen Kenntnis der zeitgenössischen Kunst, ihrem Überblick über aktuelle, kuratorische Konzepte und ihren zahlreichen nationalen wie internationalen Kontakten. Ihrer sehr guten Vernetzung in der Stuttgarter Kunst- und Künstler*innenszene ist es zu verdanken, dass das Künstlerhaus stets im Gespräch war und ist. Ihre Lehrtätigkeit an verschiedenen Hochschulen in Baden-Württemberg ermöglichte es, viele angehende Künstler*innen und Kunstwissenschaftler*innen ans Haus zu binden. Ihre ehemaligen Studierenden des Studiengangs Kommunikationsdesign der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart haben über all die Jahre hinweg die Erscheinungsbilder des Hauses mitgestaltet.
Wir möchten zum Schluss noch etwas nicht Selbstverständliches hervorheben: Es ist ein Ehrenamt.

Foto: Florian Model
2021 22.03.2021
Atelierstipendien 2021/22
News
Ateliers
22.03.2021
Die neuen Atelierstipendiat:innen beziehen zum 01. Mai ihre Ateliers

Das Künstlerhaus Stuttgart freut sich, die neuen Atelierstipendiat:innen des Jahres 2021/22 bekanntzugeben, die ab 01. Mai 2021 ihre Ateliers im Künstlerhaus beziehen werden. Auch in diesem Jahr kann das Künstlerhaus sechs herausragenden Künstlerinnen und Künstlern, Künstlergruppen und Kollektiven Arbeitsräume für ein Jahr zur Verfügung stellen.
Neu begrüßen dürfen wir Helen Weber, Janis Eckhardt und Eva Dörr und Lena Meinhardt.

Die Stipendien von Alba Frenzel, Lennart Cleemann und Marlon Lanziner und Valentino Berndt (MAVA) wurden um ein weiteres Jahr verlängert. Jasmin Schädler wird in ihrem letzten Jahr als Stipendiatin ihr Atelier mit ihren Kolleginnen Susanne Brendel und Julia Schäfer des n.n.n. collectives teilen.

 

Janis Eckhardt

Janis Eckhardts (*1994) Arbeitsweise verbindet ausgehend von Konstellationen und Objekten, persönliche Faszinationen mit gegenwärtigen sozialen Umständen. Arbeiten entstehen meist durch einen beiläufigen Moment, der aus den angesammelten Materialien hervorgeht. Performative Aspekte, das Wiederverwenden von eigenem und fremdem Material sowie dessen Historie, Distribution und Rekontextualisierung, ziehen sich als Mechanismen durch seine Arbeit. Dabei ist er stets auf der Suche nach nicht rein symbolischer Reproduktion und Darstellung, sondern einem Eingriff, der eine Ambivalenz produziert und aufrechterhält.

 

Helen Weber

Helen Weber (*1994) studierte Bildende Kunst in Stuttgart und in Istanbul. Arbeitet individuell und kollektiv zwischen Innen- und Außenraum. Teil des Schwäbischen Online-Albvereins, des kollektiv_mitteperformance und ROSANNAWIDUKIND. Wirft sich mit feldforscherischem Anspruch in Kontexte, was Aktionen, Skulpturen, Texte, Videoinstallationen und diverse Formen der Dokumentation zur Folge hat. Seit Längerem gilt ihr Interesse den Widersprüchen des “Deutschen Waldes”, einer ideologischen Spielwiese zwischen Survival, Waldeinsamkeit*, Volkstum, Protest, Zecken, Natur- und Klimaschutz.
*Im Juli 2020 entwaffnet der “Schwarzwald- RAMBO“ Y. Rausch bei einer Kontrolle in seinem Gartenhüttchen 4 Polizeibeamte und findet anschließend auf sechstägiger Flucht vor Polizeihubschraubern Obdach im heimischen Schwarzwald. In einem Video schildert die Anwohnerin die Situation: „Ich war im Garten beschäftigt und auf dem Weg runter habe ich die Straße abgeguckt – weil man sich halt irgendwie umschaut momentan – und dann habe ich einen jungen Mann in Tarnanzug mit einem langen Wanderstock die Straße langlaufen sehen. Er lief wie ein Wanderer.“

 

n.n.n. collective

n.n.n. collective wurde im Jahr 2014 von Jasmin Schädler, Julia Schäfer und Susanne Brendel gegründet. Schädler studierte Theaterregie an der Akademie für Darstellenden Künste Baden-Württemberg (2016) und Kunst Praxis am Dutch Art Institute (2019). Schäfer machte ihren Abschluss in Bildender Kunst an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart (2020) und Brendel studierte Bühnen- und Kostümbild und Bildende Kunst an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart (2021).
Gemeinsam entwickeln sie Formate, die sich sowohl im Bereich der Bildenden als auch der DarstellendenKunst bewegen. Inhaltlich beschäftigen sie sich gleichermaßen mit literarischen und theoretischen Texten und deren Potential, szenische Vorgänge auszulösen. Ihre Arbeiten waren u. a. im Projektraum des Kunstverein Wagenhalle, dem Schauspiel Stuttgart und dem Theater Rampe zu sehen.
Unterstützt durch die Publikationsförderung des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg erscheint 2021 ihre Publikation vom Aufgang der Sonne. Darin werden Texte und künstlerische Arbeiten präsentiert, die im Rahmen einer kritischen Auseinandersetzung mit Hegels Vorlesungen über die Philosophie der Weltgeschichte entstanden sind.

 

Eva Dörr & Lena Meinhardt

Lena Meinhardt und Eva Dörr arbeiten seit 2019 als Künstlerinnenduo zusammen. Ihre Arbeiten begegnen sich im Feld der Soundinstallation.

Lena Meinhardt war Kontaktstudentin in Computermusik an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart. Aktuell studiert sie an der HdM Stuttgart Audiovisuelle Medien. In ihren Kompositionen verselbstständigen sich Aufnahmen von Orten, Objekten oder Texten durch kraftvolle Klangsynthesen. Zusammen mit Eva Dörr, die unter anderem am KIT Karlsruhe und der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart Bildende Kunst und Mathematik studierte, entstehen Orts- oder kontextbezogene Arbeiten. Eva Dörrs künstlerische Schwerpunkte liegen im Bereich der (Sound-) Installation und dem Video. Sie konzentriert sich auf die akustische Wahrnehmung von zumeist marginalen Räumen und Orten.

Die Arbeit ABELKA ist Teil des selbstorganisierten Ausstellungsprojektes „Kehrmaschine“. Gleich getaktet mit weiteren Arbeiten der Ausstellung vermischt die 8-Kanal-Sound Installation die Lüftungsanlage der Halle mit einer 60-minütigen Komposition, die das Raumgedächtnis zum Thema hat und die Halle mit Klängen und deren Reflexionen füllt.

 

Alba Frenzel

Alba Frenzel studierte an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig. Während ihres Studiums befasste sie sich mit Fotografie im Feld der zeitgenössischen Kunst. Nach ihrem Diplom im Sommer 2017 stellte sie ihre Arbeiten Fotopapier, Licht, Ei zusammen mit weiteren Preisträger:innen im Rahmen des Fotowettbewerbs gute aussichten – junge deutsche fotografie in den Deichtorhallen Hamburg aus. Im Frühjahr 2021 erscheint ihre erste Publikation Kreatur o.T. beim Vexer Verlag.
In ihrer künstlerisch-forschenden Arbeit interessiert sie sich dafür, wie „lebendige Kunst“ entsteht. Bei ihrer aktuellen Recherche stieß sie durch Zufall auf den „Leberwurstbaum“, der im Duden auf derselben Seite steht wie „Leben“. „Meine Arbeit ist eine groß angelegte Forschung, in der mit dem Leberwurstbaum so umgegangen wird als ob er Kunst sei oder mit Kunst als sei sie ein Leberwurstbaum. Die Qualitäten, die sich metaphysisch auf die Eigenschaften von Kunst umdenken lassen, werden dabei ausgewählt.
Das von mir gesammelte heterogene Material zu dem ursprünglich in Westafrika heimischen Baum stammt aus verschiedenen gefundenen Quellen: Bildern, Katalogtexten, Videos, Fachaufsätzen und Internet-Suchergebnissen.“

 

Lennart Cleemann

Lennart Cleemann (*1990) kommt aus der Architektur. Er studierte in Hannover, Aarhus und Stuttgart. Bevor er zur Kunsthochschule in Stuttgart kam, machte er ein Praktikum bei Buchner Bründler Architekten in Basel (Schweiz). Diese Zeit prägte seine Denkweise und Arbeitshaltung bezüglich des von ihm so benannten „poetischen Pragmatismus“. In der Kunstklasse Reto Bollers hat er seine Affinität für den direkten Kontakt mit Material und dessen emotionale Potenz entdeckt.
In seiner Arbeit behandelt er vor allem Themen der Ein- und Zweisamkeit sowie Themen des sexuellen Begehrens und Konsums. Die Befreiung aus einer gefühlten Hilflosigkeit gegenüber gesellschaftlich und gedanklich festgefahrenen Strukturen ist dabei ein Ziel seiner Arbeit. Er hat eine Verbundenheit zu rohen, unbehandelten Materialen, welche häufig den Ausgangspunkt seiner Arbeit darstellen. Diese werden gerne mit Fundobjekten von der Straße und Baustellen kombiniert und in Kontext miteinander gesetzt.
Am Künstlerhaus Stuttgart hat er sich mit dem Bestreben beworben, das bereitgestellte Atelier als einen Testraum für Installationen, im Sinne einer dystopischen Wohnung, zu nutzen. Die Idee stammt vor allem aus der Auseinandersetzung mit dem Motiv des Bettes als Ort des Rückzugs, der Lethargie, aber auch der Intimität und Freude.
Er erkundet Gefühls- und Beziehungszusammenhänge, welche ihn in seinem Alltag beschäftigen. Der Testraum kann auch als eine Art Baustelle betrachtet werden, die sich in stetigem Wandel befindet. Leben und Tod, Schönheit, Zerstörung und Verfall haben hier gleichermaßen eine Daseinsberechtigung.

 

Marlon Lanziner und Valentino Berndt (MAVA)

Marlon Lanziner und Valentino Berndt arbeiten seit 2014 als Künstlergruppe MAVA an der skulpturalen Ausarbeitung von Umweltphänomenen. In ihrem Projekt “the rain brings the color” zeigen sie, wie durch Verwitterungsprozesse von Kupfermaterialien in Reaktion mit Regenwasser Farbschlieren auf einer weißen Marmortreppe entstehen und wie diese das Aussehen der Treppe transformieren.
Marlon Lanziner (*1989) und Valentino Berndt (*1988) absolvierten das Studium der Bildenden Kunst an der ABK Stuttgart von 2010 bis 2018.
2019 entwarf Marlon Lanziner mit Eva-Marie Holzner die erste Edition von „Vadonna“-Kleinskulpturen. Die aus Bronze gefertigten und individuell gefärbten Unikate beziehen sich zum einen auf die klassische Mariendarstellung, der „Madonna“, zum anderen auf das weibliche Geschlecht, und verbinden beide Aspekte in den Skulpturen.

2020 publizierte Marlon Lanziner und Valentino Berndt das MAVA Kunstbuch Die Geschwindigkeit der Erde, welches die künstlerischen Projekte von 2014 – 2020 zusammenfasst. Im folgenden Jahr 2021 planen sie die Veröffentlichung des Buches im Rahmen einer Ausstellung.

Im Rahmen des Atelierprogramms werden Arbeitsstipendien an herausragende Künstlerinnen und Künstler sowie Bewerber:innen aus den Bereichen Architektur und Theorie vergeben. Ihnen steht mietfrei ein Arbeitsraum im Künstlerhaus zur Verfügung. Zudem können die Werkstätten des Künstlerhauses kostenfrei genutzt werden. Die Arbeitsräume werden anhand der eingegangenen Bewerbungen jährlich vergeben. Die Entscheidung über die Vergabe trifft der Beirat des Künstlerhauses. Stipendienbeginn ist in diesem Jahr coronabedingt der 1. Mai 2021 . Die Jury bestand aus Vertretern des Vorstands und des Beirats des Künstlerhaus Stuttgart e.V.

Helen Weber, RAMBO 2020, Foto: Julia Schäfer
© n.n.n. collective
Janis Eckhardt, Video Still
Eva Dörr & Lena Meinhardt, ABELKA, Foto: Eva Dörr & Lena Meinhardt
Lennart Cleemann, My Dear Friends (One of Them is a Dramaqueen), Gartenstühle, variable Maße, 2020
MAVA Atelier, Foto: MAVA
Alba Frenzel
2021 09.03.2021, 19:00 Uhr
Dienstags-Werkstatt V
Ülkü Süngün
Veranstaltung
Gespräch
09.03.2021, 19:00 Uhr
Kuratiert von:
Ronald Kolb

Ülkü Süngün

studierte Bildhauerei an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste. Mit unterschiedlichen Medien wie Fotografie, Installation, Bildhauerei und Lecture Performances setzt sie sich in ihrer Arbeit kritisch mit Migrations- und Identitäts(politiken) und Erinnerung auseinander und betreibt mit ihren prozessorientierten und kollaborativen Ansätzen künstlerische Forschung. Als Dozentin an der Merz Akademie und der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart beschäftigte sie sich auch mit emanzipatorischen Fragen in der Lehre. Im Künstlerhaus realisiert sie ihr Projekt Institut für Künstlerische Migrationsforschung (IKMF). Mit ihrem 2017 gegründeten Verein, macht sie ihre bisherige künstlerische und sozial- und gesellschaftskritische Praxis strukturell sichtbar und nutzt dabei Räume nomadisch. Im Frühjahr 2019 wurde im Rahmen dieses Projektes die Veranstaltungsreihe ACTIVIST ACADEMY. VISUAL STRATEGIES I mit mehreren offenen Workshops im Künstlerhaus realisiert. 2019 hatte sie mit dem IKMF einen Aufenthalt im zeitraumexit in Mannheim: GEMEINGUT JUNGBUSCH. Sie untersuchte im Viertel Jungbusch, Funktionen von Migration und Kultureinrichtungen im Kontext der Gentrifizierung. Stationen des Aufenthaltes waren die Kurzfilm-Kinoreihe KANAKINO mit Belit Sag und Cana Bilir-Meier.

 

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Dienstags-Werkstatt

 

Das Künstlerhaus lädt jeweils eine:n Künstler:in, oder ein Kollektiv ein – gemeint sind spartenübergreifend und transdisziplinär alle Kunst- und Kulturschaffenden – , über ihre Arbeitsweisen, ihre Hintergründe und Vorgehensweisen zu sprechen. Wir wollen eine Plattform etablieren, in der sich intensiver zur künstlerischen Praxis ausgetauscht wird und uns so vernetzen, solidarisieren und gegenseitig stärken.

 

Die Reihe richtet sich an alle Mitglieder des Künstlerhaus Stuttgart, an Künstler:innen wohnhaft in Stuttgart und Umgebung oder auf der Durchreise, an alle Kulturschaffende, Kunstvermittler:innen, Kurator:innen, usw. und ist offen für alle!

 

Das neue Format wurde von Ronald Kolb initiiert und wird vom Beirat des Künstlerhauses unterstützt.

2021 09.02.2021, 19:00 Uhr
Dienstags-Werkstatt IV
Florian Model
Veranstaltung
Gespräch
09.02.2021, 19:00 Uhr
Kuratiert von:
Ronald Kolb

Florian Model

mäandert zwischen kuratorischer und künstlerischer Praxis und beschäftigt sich mit dem Einfluss technologischer Entwicklungen auf gesellschaftliche Prozesse und Strukturen, indem er die Folgen dieser komplexen Systeme simuliert. Er leitet gemeinsam mit Johanna Markert und Lukas Ludwig die nomadische gemeinnützige Organisation Anorak e.V. Zu den jüngsten Gruppenausstellungen gehören MADE IN CHINA in der MAB Society Shanghai (2013), Soft Nepotism in der Bar Du Bois Vienna (2014), Expectations in den Composing Rooms Berlin (2015), Zunfthaus der Künstler im Cabaret Voltaire Zürich und the route of friendship runs into a big beautiful wall in der Ladrón Gallery Mexico City (2018).

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Dienstags-Werkstatt

 

Ab Oktober 2020 treffen sich jeden zweiten Dienstag des Monats um 19 Uhr Künstler*innen und Kulturschaffende im Künstlerhaus Stuttgart, um ihre künstlerische Praxis vorzustellen und sich mit anderen auszutauschen, zu diskutieren und sich näher kennenzulernen.

 

Das Künstlerhaus lädt jeweils eine*n Künstler*in, oder ein Kollektiv ein – gemeint sind spartenübergreifend und transdisziplinär alle Kunst- und Kulturschaffenden – , über ihre Arbeitsweisen, ihre Hintergründe und Vorgehensweisen zu sprechen. Wir wollen eine Plattform etablieren, in der sich intensiver zur künstlerischen Praxis ausgetauscht wird und uns so vernetzen, solidarisieren und gegenseitig stärken.

 

Die Reihe richtet sich an alle Mitglieder des Künstlerhaus Stuttgart, an Künstler*innen wohnhaft in Stuttgart und Umgebung oder auf der Durchreise, an alle Kulturschaffende, Kunstvermittler*innen, Kurator*innen, usw. und ist offen für alle!

 

Das neue Format wurde von Ronald Kolb initiiert und wird vom Beirat des Künstlerhauses unterstützt.

2021 08.02.2021
Bündnis für eine gerechte Kunst- und Kulturarbeit, Baden-Württemberg
News
08.02.2021

Im Juni 2020 haben wir, Akteur:innen und Institutionen im Bereich der Künste, die in Baden-Württemberg angesiedelt sind, uns zu einem offenen, unabhängigen und disziplinübergreifenden Bündnis für gerechte, diverse und inklusive Verhältnisse im Kunst- und Kulturbetrieb zusammengeschlossen: ein Bündnis, das auf regionaler, bundesweiter und transnationaler Ebene aktiv werden möchte, um einen systemischen Wandel herbeizuführen.

 

Was uns bewegt, sind die Sorge um die Zukunft der Künste sowie die Überzeugung, dass diese nur dann unabhängig bleiben, wenn sich die Strukturen und Bedingungen des Kunst- und Kulturbetriebs sowie für Kunst- und Kulturarbeiter:innen radikal verändern. Der Begriff „Kunst- und Kulturarbeiter:innen“ schließt für uns sämtliche im Bereich der Künste freischaffend oder angestellt Tätigen ein: von den Künstler:innen, Kurator:innen oder Dramaturg:innen bis hin zu Sicherheits- und Reinigungsdiensten.

 

Neben dem Anliegen, eine grundlegende Veränderung der bestehenden kulturpolitischen Strukturen und Förderpolitiken in Zusammenarbeit mit Politik und Verwaltung zu erreichen, ist es uns ebenso wichtig, unsere eigenen Arbeits-, Denk- und Entscheidungsweisen im Hinblick auf einen gerechten, diversen und inklusiven Kunst- und Kulturbetrieb auf den Prüfstand zu stellen.

 

Mit diesem Schreiben senden wir Ihnen das erste ausführliche öffentliche Statement des Bündnis für eine gerechte Kunst- und Kulturarbeit, Baden-Württemberg.

 

STATEMENT
mehr lesen

 

MITMACHEN / KONTAKT
Dieses neue ist ein offenes und derzeit noch lückenhaftes Bündnis. Wir freuen uns auf viele weitere Beteiligte aus unterschiedlichen Bereichen und Kontexten der Künste, die an dem Bündnis mitarbeiten und / oder als Mitunterzeichner:innen auftreten möchten.

Sie haben Interesse
· aktiv am Bündnis für eine gerechte Kunst-und Kulturarbeit, Baden-Württemberg, mitzuwirken und / oder
· Mitunterzeichner:in zu werden?*

 

Dann schreiben Sie uns eine E-Mail an
info@dasbuendnis.net

 

Mehr Informationen unter www.dasbuendnis.net

 

2021 12.01.2021, 19:00 Uhr
Dienstags-Werkstatt III
Damaris Wurster
Veranstaltung
Gespräch
12.01.2021, 19:00 Uhr
Kuratiert von:
Ronald Kolb

Damaris Wurster

ist bildende Künstlerin, freie Editorin und Schriftstellerin. Sie studierte an der Merz Akademie und der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart.
In ihren Arbeiten setzt sie sich mit der Abstraktion der Fotografie und digitalen Kompositionen auseinander. Ausgangsmaterialien sind analoges Filmmaterial, digitale Fotografien sowie Found Footage. Neben ihrer künstlerischen Tätigkeit arbeitet sie als Editorin mit dem Schwerpunkt Medienkunst.
2016 gründete sie gemeinsam mit Anne Pflug und Christiana Teufel das Lowland Magazin und das gleichnamige Ausstellungsprojekt. Das Projekt soll die Vernetzung von Künstler:innen aus unterschiedlichen Disziplinen fördern.

 

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Dienstags-Werkstatt

 

Das Künstlerhaus lädt jeweils eine:n Künstler:in, oder ein Kollektiv ein – gemeint sind spartenübergreifend und transdisziplinär alle Kunst- und Kulturschaffenden – , über ihre Arbeitsweisen, ihre Hintergründe und Vorgehensweisen zu sprechen. Wir wollen eine Plattform etablieren, in der sich intensiver zur künstlerischen Praxis ausgetauscht wird und uns so vernetzen, solidarisieren und gegenseitig stärken.

 

Die Reihe richtet sich an alle Mitglieder des Künstlerhaus Stuttgart, an Künstler:innen wohnhaft in Stuttgart und Umgebung oder auf der Durchreise, an alle Kulturschaffende, Kunstvermittler:innen, Kurator:innen, usw. und ist offen für alle!

 

Das neue Format wurde von Ronald Kolb initiiert und wird vom Beirat des Künstlerhauses unterstützt.

2020 08.12.2020, 19:00 Uhr
Dienstags-Werkstatt II
Jasmin Schädler
Veranstaltung
Gespräch
08.12.2020, 19:00 Uhr
Neues Diskussionsformat des Künstlerhaus Stuttgart
Kuratiert von:
Ronald Kolb

Jasmin Schädler ist Regisseurin und bildende Künstlerin. Nach ihrem Bachelor in Physik und Kulturwissenschaften studierte sie Theaterregie bei Christof Nel an der Akademie für Darstellende Kunst Baden-Württemberg und absolvierte einen Master in Kunstpraxis am Dutch Art Institute. Ihr künstlerischer Fokus liegt in der Sezierung von Zusammenhängen und Etymologien. Technologie und Wahrnehmung stehen aktuell im Zentrum ihrer Auseinandersetzung. Ein längerfristiges künstlerisches Forschungsprojekt ist ihre Arbeit zur Interaktion zwischen Mensch und Algorithmen. Zuletzt zeigte sie hierzu eine Lecture Performance am Silent Green (Berlin) im Mai 2019.

2020 realisiert sie gemeinsam mit Bongile Gorata Lecoge-Zulu eine Arbeit für das Festival Die irritierte Stadt, in der es um die performative Diversität der Wahrnehmung des Stadtraums geht. Als Teil des Kollektivs die apokalyptischen tänzer*innen (www.apocalyptic.dance) entwickelt sie Performances in enger Zusammenarbeit mit dem Theater Rampe und als Teil der Nachwuchsplattform Freischwimmen.

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Dienstags-Werkstatt

 

Das Künstlerhaus lädt jeweils eine:n Künstler:in, oder ein Kollektiv ein – gemeint sind spartenübergreifend und transdisziplinär alle Kunst- und Kulturschaffenden – , über ihre Arbeitsweisen, ihre Hintergründe und Vorgehensweisen zu sprechen. Wir wollen eine Plattform etablieren, in der sich intensiver zur künstlerischen Praxis ausgetauscht wird und uns so vernetzen, solidarisieren und gegenseitig stärken.

 

Die Reihe richtet sich an alle Mitglieder des Künstlerhaus Stuttgart, an Künstler:innen wohnhaft in Stuttgart und Umgebung oder auf der Durchreise, an alle Kulturschaffende, Kunstvermittler:innen, Kurator:innen, usw. und ist offen für alle!

 

Das neue Format wurde von Ronald Kolb initiiert und wird vom Beirat des Künstlerhauses unterstützt.

2020 13.10.2020, 19:00 Uhr
Dienstags-Werkstatt I
Nana Hülsewig & Fender Schrade (NAF)
Veranstaltung
Gespräch
13.10.2020, 19:00 Uhr
Kuratiert von:
Ronald Kolb

NAF

sind die beiden Künstler:innen Nana Hülsewig und Fender Schrade. Ihre Zusammenarbeit begann 2013 im Künstlerhaus Stuttgart. Seidem arbeiten sie konsequent an einer Ästhetik der Überschreitung in den Bereichen Popmusik, Theater und Bildende Kunst. Für ihre Bühnenarbeiten wurden sie 2019 bereits zum zweiten Mal mit dem Tanz- und Theaterpreis Baden-Württemberg ausgezeichnet. Im Juni 2015 erhielten sie für ihre Projektreihe „NORM IST F!KTION“ die dreijährige Konzeptionsförderung des Landes Baden-Württemberg. Seit 2018 erweiterten NAF mit ihrem Projekt „DIE WERKSTATT“ ihr Duo mit internationalen Künstler:innen und entwickelten im Kollektiv künstlerische Arbeitsmethoden, ihr Instrument und ihre Kompositionen. Die Galerie für Zeitgenössische Kunst Leipzig und das Theater Rampe Stuttgart sind dabei ihre engen Verbündeten.

 

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Dienstags-Werkstatt

 

Ab Oktober 2020 treffen sich jeden zweiten Dienstag des Monats um 19 Uhr Künstler:innen und Kulturschaffende im Künstlerhaus Stuttgart, um ihre künstlerische Praxis vorzustellen und sich mit anderen auszutauschen, zu diskutieren und sich näher kennenzulernen.

 

Das Künstlerhaus lädt jeweils eine:n Künstler:in, oder ein Kollektiv ein – gemeint sind spartenübergreifend und transdisziplinär alle Kunst- und Kulturschaffenden – , über ihre Arbeitsweisen, ihre Hintergründe und Vorgehensweisen zu sprechen. Wir wollen eine Plattform etablieren, in der sich intensiver zur künstlerischen Praxis ausgetauscht wird und uns so vernetzen, solidarisieren und gegenseitig stärken.

 

Die Reihe richtet sich an alle Mitglieder des Künstlerhaus Stuttgart, an Künstler:innen wohnhaft in Stuttgart und Umgebung oder auf der Durchreise, an alle Kulturschaffende, Kunstvermittler:innen, Kurator:innen, usw. und ist offen für alle!

 

Das neue Format wurde von Ronald Kolb initiiert und wird vom Beirat des Künstlerhauses unterstützt.

NAF, NORM IST F!KTION #5/1, 2020, Foto: Regina Brocke
2020 15.03.–19.12.2020
Arbeitsgruppen
Ausstellung
Kuratiert von:
Eric Golo Stone

Künstlerhaus Vermittler:innen führen öffentliche Diskussionen in der Ausstellung: Samstag / Sonntag 12–18 Uhr

Es ist kein Geheimnis, dass das Feld der Kunst eine besonders richtungsweisende Funktion für die politische Ökonomie erlangt hat. Wir sind uns bewusst, in welchen Missstand die Kunst mittlerweile vollständig eingebunden ist. Plutokratische Herrschaftsformen und Strategien der Vermögensverwaltung definieren zunehmend die betrieblichen Strukturen der Kunstinstitutionen. Die Orte der Produktion, Distribution, Vermittlung, Rezeption und Konsumption des Kunstbetriebes sind gänzlich gleichbedeutend mit sozioökonomischer Ungleichheit. Künstler:innen sind ein gern zitiertes Beispiel dafür, wie Arbeiter*innen in einer hyperatomisierten Branche ausgebeutet, enteignet und entrechtet werden, die von asymmetrischen Eigentumsrechten, Freiberuflerverträgen, Vertraulichkeitsvereinbarungen und mündlichen Angeboten beherrscht wird.

 

Wie greifen wir in die daraus folgenden rechtlich-ökonomischen Strukturen ein, die gelebte Beziehungen und Arbeitsverhältnisse in der Kunstwelt bestimmen? Wie überwinden wir die unerträgliche Entkopplung zwischen dem politischen Anspruch, den Kunstwerke in sich tragen und den tatsächlichen politischen Gegebenheiten, die die Bedingungen der Produktion und Distribution von Kunstwerken bestimmen?

 

Die Arbeitsgruppenreihe

Die Ausstellung Arbeitsgruppen des Künstlerhauses Stuttgart stößt eine zweijährige Reihe geschlossener Arbeitsgruppen an, die eine grundlegende Neubewertung der institutionellen Verwaltungsstrukturen, sozioökonomischen Bedingungen und Arbeitsverhältnisse der Kunstproduktion und -distribution vornehmen sollen. Diese Arbeitsgruppen, bestehend aus lokalen, regionalen und internationalen Interessenträgern werden für das Künstlerhaus Stuttgart Richtlinien, Verträge und Satzungen entwerfen und umsetzen. Neben der direkten Anwendung auf das Künstlerhaus Stuttgart als reaktive institutionelle Fallstudie, bietet die Arbeitsgruppenreihe ein Modell kollaborativer Leitungsstruktur und fördert erfahrungsbasierte Untersuchungen gemeinschaftlicher politischer Strategien.

Das Künstlerhaus Stuttgart wurde 1978 von Künstler:innen gegründet und bietet deshalb einen institutionellen Rahmen, der sich organisatorisch eignet, um Ordnungsstrukturen und Entscheidungsprozesse aus Sicht praktizierender Künstler:innen neu zu betrachten und umzugestalten. Als Kunstinstitution, dem deutschen Vereinsrecht unterstellt, kommt dem Stimmrecht der Mitglieder in der Satzung des Künstlerhauses eine entscheidende Bedeutung zu. Zusätzlich zur Verantwortung, die mit der Wahrung des Stimmrechtes einhergeht, unterhalten die Mitglieder – deren Mehrheit sich aus Künstler:innen und anderen Berufsgruppen, die ihrer Arbeit künstlerische Kriterien zugrunde legen, zusammensetzt – zahlreiche Werkstätten und Ateliers, die im gleichen Gebäude wie die Ausstellungs- und Büroflächen untergebracht sind. Folglich nehmen Künstler*innen einen Platz ein, der die institutionelle Verantwortung eng mit den unmittelbaren Produktionsbedingungen des Künstlerhauses verzahnt.

 

Durch das Beharren auf dem Künstler als Schlüsselfigur in Entwurf und Umsetzung institutioneller Richtlinien, fordert die Reihe geschlossener Arbeitsgruppen am Künstlerhaus Stuttgart den weithin verinnerlichten Erwartungshorizont heraus, der besagt, dass die Arbeit von Künstler:innen notwendigerweise rein inhaltliche, zum Konsum bestimmte Ergebnisse hervorbringe. Arbeitsgruppen stellt somit auch zur Disposition, inwieweit ausstellende Kunstinstitutionen der Aufmerksamkeitsökonomie und ihrer gegenwärtigen Nachfrage nach konsumierbarem Inhalt widerstehen können, indem sie jene Arbeit von Künstler:innen, die nicht zum Konsum bestimmt ist, anerkennen und wertschätzen. Nur wie können Künstler:innen und ihre Institutionen die tatsächlich gelebten Bedingungen vollständig verwirklichen, die Kunst als untrennbar von den in Kunstwerken verankerten symbolischen, sensorischen und affektiven Systemen hervorbringen und vertreiben?

 

Das Videodokument der Arbeitsgruppe Services

Der Ausstellungsteil von Arbeitsgruppen am Künstlerhaus Stuttgart zeigt das vollständige Videoarchiv, das eine historische, geschlossene Arbeitsgruppe über Arbeitsverhältnisse und institutionelle Steuerungsstrukturen im Kunstfeld dokumentiert. Diese fand am 22. und 23. Januar 1994 im Kunstraum der Universität Lüneburg statt, einer Ausstellungsinstitution ohne Sammlung in Lüneburg (heute: Kunstraum der Leuphana Universität Lüneburg). Der Kunsthistoriker und Kurator Helmut Draxler und die Künstlerin Andrea Fraser organisierten diese zweitägige Arbeitsgruppe auf Einladung der Kodirektor:innen des Kunstraumes Beatrice von Bismarck, Diethelm Stoller und Ulf Wuggenig. Teilnehmer:innen der Arbeitsgruppe außer den Organisator:innen und Kodirektor:innen waren Judith Barry, Ute Meta Bauer, Jochen Becker, Ulrich Bischoff, Iwona Blazwick, Susan Cahan, Michael Clegg, Stephan Dillemuth, Renée Green, Martin Guttmann, Renate Lorenz, Christian Philipp Müller, Fritz Rahmann und Fred Wilson. Die ausgesprochen ehrlichen und kritisch reflektierten Arbeitsgruppendiskussionen zwischen Organisator:innen, Vertreter:innen des Kunstraumes und den eingeladenen Fachleuten wurden auf Video aufgenommen. Dieses Video wurde in der Folge als Teil der Ausstellung Services: Eine Frage nach Bedingungen und Verhältnissen projektorientierter künstlerischer Praktiken (Kunstraum Lüneburg, 24. Januar – 20. Februar 1994) gezeigt. Direkt im Anschluss an ihr Debüt im Kunstraum Lüneburg wanderte die Ausstellung Servicesan das Künstlerhaus Stuttgart (1994), den Kunstverein München (1994), das Depot in Wien (1995), das Sous-sol, École Supérieure d’Art Visuel in Genf (1995) und das Provinciaal Museum in Hasselt (1995). Hiernach wurde das Ausstellungsprojekt als Parasite am Clocktower, PS1 in New York (1997), und als Antagonisms am Museu D’Art Contemporani de Barcelona (2001) realisiert. Es wurden zwar jeweils Arbeitsgruppen mit neuen Gästen und Vertreter*innen der jeweiligen Gastinstitution organisiert, jedoch gab es keine weiteren Videoaufzeichnungen.

Die Ausstellung Services – sowie die geschlossene Arbeitsgruppe als zentrale operative Einheit, welche die Ausstellung selbst hervorbrachte – entsprang der Untersuchung des Modells der Dienstleistung, die Draxler und Fraser gemeinsam unternahmen. Das Ziel des Vorhabens war es, eine Gemeinsamkeit der Kunstpraktiken der frühen 90er-Jahre, die sich durchweg in ephemeren Displays und Aktivitäten zeigte und nicht als veräußerbare Objekte auf den Kunstmarkt übertragen wurden, in ökonomischen Begriffen zu fassen. Eine zentrale Fragestellung beispielsweise war es, inwieweit Wirtschaftstheorien der Dienstleistungserbringung herangezogen werden könnten, um das Verständnis einer Honorarverhandlung zwischen Künstler*in und Institution, bei der es um ein nicht veräußerbares Werk geht, zu erweitern. Ihre Forschung an der Dienstleistungserbringung erforderte eine Neubewertung der sozioökonomischen Bedingungen und Verhältnisse, unter denen künstlerische Praxis ausgeübt wurde. Indem sie den Begriff der Dienstleistung ins Gespräch brachten, um bestimmte Arbeitsformen im Kunstfeld zu erfassen, machten sie Gebrauch von einer langen Geschichte sozialer, rechtlicher und ökonomischer Analyse der Dienstleistungsarbeit.

 

Ein Hauptmerkmal der Dienstleistung als Arbeitsform ist die Gleichzeitigkeit von Produktion und Konsumption, die durch eine ständige Anpassung der Arbeitszeitanforderungen vermittelt werden. Zeitliche Flexibilität – die justierbare Disziplinierung der Zeit – die der Notwendigkeit der Produktion als direkte und immanente Antwort auf die Nachfrage des Verbrauchers entspringt, unterstellt Dienstleistungen den oftmals prekären rechtlichen Standards von Subunternehmer- und Freiberuflerverträgen. Im Dienstleistungssektor teilen sich Arbeitgeber und Konsument zunehmend die arbeitgebende Funktion. Die Nähe des Produzenten zu den Launen der Konsumenten ist ausschlaggebend für die Betrachtung der Missstände und Missbräuche am Dienstleistungserbringer. Desweiteren schufen die instabilen Arbeitszeitbedingungen grob asymmetrische Beziehungen zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Um die fortdauernde Ausnutzung und schlechte Behandlung der Dienstleistungsarbeiter*innen zu verstehen, ist es unabdingbar, die geschlechts- und herkunftsspezifische Dimension sowie die sozial geformten Identitäten und Körper der im Dienstleistungssektor Angestellten mit einzubeziehen. Ausbeutung, Enteignung und Entrechtung der Dienstleistenden müssen auch in ein Verhältnis zu der ursprünglichen und fortdauernden Geschichte der Sklaverei, Leibeigenschaft und des Menschenhandels gesetzt werden. Als warenförmige Arbeitsform, welche ausschließlich auf Anfrage in Auftrag gegeben wird, hat die Bereitstellung von Dienstleistungen Unternehmen und Organisationen in Arbeitsvermittlungsagenturen verwandelt, welche Sozialabgaben, Rechtsschutz und Lohnsteuern auf den Arbeiter abwälzen. Diese rechtlich gültigen Ausnahmeregelungen für Arbeitgeber haben dafür gesorgt, dass die Beauftragung von Dienstleistungen zunehmende Verbreitung in der Weltwirtschaft gefunden hat.

 

Die Dienstleistungsforschung beschreibt einen wachsenden Arbeitssektor und ein oft kopiertes Modell des Arbeitsmanagements, welches erst noch in das Arbeitsrecht, die Gewerkschaftsarbeit und in die institutionellen Einstellungspraktiken Eingang finden muss. Es gibt viele Hürden für die Regulierung der Dienstleistungsarbeit. Da gibt es die Rechtsschwierigkeiten der Anwendung vertraglicher Teilhabe auf einzelne Dienstleistungen, welche auf schriftlichen oder mündlichen privaten Einzelverträgen beruhen, die oftmals lediglich einseitige Angebote darstellen, die jeglichen Verhandlungsspielraum zu den Geschäftsbedingungen, die dem Dienstleistungserbringer zum Vorteil sein könnten, entbehren. Darüber hinaus gibt es ideologische Hindernisse für die Implementierung von Arbeitsstandards im Dienstleistungssektor. Die Interaktion zwischen Produktion und Konsumption, sowie die variablen Arbeitszeiten, die die Dienstleistung kennzeichnen, werden oft als ideale Bedingungen und Beweis für die hohe individuelle Autonomie des Dienstleisters hochgehalten. Dienstleistungsarbeit und Selbstständigkeit im Allgemeinen werden mit Unabhängigkeit und dem höheren Maß an Kontrolle darüber wann, wo und für wen man arbeitet, beworben. Es ist jedoch kein Geheimnis, dass beispielsweise die Bezeichnung „Freier Kurator“ lediglich einen Euphemismus für einen Beruf darstellt, der durch die wiederholte Betonung seiner Unabhängigkeit die tatsächlichen Abhängigkeiten, die am Werk sind, verleugnet. Selten kommt zum Vorschein, von wem welche Art von Abhängigkeit ausgeht, wenn von Unabhängigkeit die Rede ist. Die Arbeitsverhältnisse verstecken sich im dominanten Modell künstlerischer Produktion, zum Teil auch, weil die Behauptung der künstlerischen Unabhängigkeit von den bestimmenden Institutionen, Lieferketten und Fertigungssystemen oftmals die in diesen Zusammenhängen vorherrschenden Arbeitsverhältnisse verleugnet. Das Beharren auf künstlerischer Unabhängigkeit schließt einen kollektiven Prozess, in dem wir unsere Arbeitsbedingungen organisieren und gemeinsam die Bürden unserer arbeitenden Subjektivitäten aufarbeiten könnten, aus. Schließlich spalten, verneinen, widersprechen und übergehen Künstler:innen, Kurator:innen und andere Kulturarbeiter:innen durch ihre selbsterklärte Politik künstlerischer Unabhängigkeit nicht nur die materielle Politik ihrer Arbeitsverhältnisse, sie reißen auch eigentlich gemeinsame Kämpfe an sich.

 

Im Zuge der Arbeitsgruppe Services im Kunstraum Lüneburg diskutierten 1994 die Teilnehmer:innen offen ihre Arbeitserfahrungen und tauschten sich über ihre konkreten Kämpfe innerhalb sich gleichender Arbeitsbedingungen aus. Das Videodokument dieser zweitägigen Diskussion bietet einen umfassenden Einblick in diese gemeinsamen Kämpfe, chaotischen Interaktionen und komplexen Fragestellungen, die in einer Einführung sowie in vier thematischen Blöcken, einer Abschlusssitzung und einer öffentlichen Präsentation der Organisatoren und Teilnehmer:innen, verhandelt wurden. Die thematischen Sitzungen hießen: Institutionen Dienen (Serving Institutions), Dem Publikum Dienen (Serving Audiences), Gemeinschaften Dienen (Serving Communities), Künstlern und Kunst Dienen (Serving Art and Artists). Die Ausstellung Arbeitsgruppen am Künstlerhaus Stuttgart hebt diese Diskussionen der Arbeitsgruppe am Kunstraum Lüneburg hervor, um eine Geschichte der individuellen und kollektiven Zwangslagen, mit denen Arbeiter:innen im Kunstkontext konfrontiert sind, zu erzählen. Und durch die Übernahme der Arbeitsgruppenstruktur von Services strebt Arbeitsgruppen eine Aktualisierung der Geschichte der Ausstellung an. Diese Vergangenheit in die Gegenwart drängend, schlägt die Ausstellung ein Modell der intervenierenden Sinnbildung und kollektiven Organisation vor, das auf die gegenwärtige historische Konstellation der Arbeitsverhältnisse und Ordnungsstrukturen in der künstlerischen Produktion und jenseits derselben angewandt werden kann.

 

Im Kontext der Ausstellung Arbeitsgruppen entsteht eine neue Publikation The Services Working Group (1994 – 1995) in Zusammenarbeit mit dem Verlag Fillip, Vancouver. Dieses Buch greift die Geschichte der Arbeitsgruppe Services auf und stellt ihren politischen Imperativ in Bezug auf aktuelle Realitäten im Kunstbetrieb zur Disposition. Es enthält ein frisch produziertes englisch-deutsches Transkript der kompletten ursprünglichen Arbeitsgruppendiskussionen. Die vom Künstlerhaus Stuttgart und dem Kunstraum der Leuphana Universität Lüneburg koproduzierte Übersetzung dieses Transkripts übernahm Fiona Bryson. Brysons Übersetzung dient ebenfalls als Untertitel für das Videodokument der Arbeitsgruppe Services im Rahmen der Ausstellung Arbeitsgruppen.

 

Übersetzung: Anna Romanenko & Björn Kühn

This exhibition has been realized with public funding from the city of Stuttgart
Additional funding for this exhibition has been provided by Wüstenrot Stiftung and Kunstraum of the Leuphana University Lueneburg
The publication, The Services Working Group (1994 – 1995), released in conjunction with this exhibition, is published by Fillip, Vancouver

Foto: Michael Koch, Courtesy of Kunstraum of the Leuphana University Lueneburg

 

Büro:
Hannah Becker, Assistenz Geschäftsführung
Regine Pfisterer, Buchhaltung und Mitgliederbetreuung
Romy Range, Geschäftsführung

Technisches Team:
Ridvan Civelek
Eva Dörr
Kai Fischer
Siggi Kalnbach, Technische Leitung
Michelin Kober
Rebecca Ogle
Markus Feifel Pargas
Max Reschke
Anne Römpp
Ciara Tierney

 

Künstlerhaus Team Vermittlung:
Thora Gerstner
Maya Roismann
Anna Romanenko
Mira Simon

Working Groups, Ausstellungsansicht, Foto: Frank Kleinbach
Arbeitsgruppen, Ausstellungsansicht, Foto: Frank Kleinbach
Arbeitsgruppen, Ausstellungsansicht, Foto: Frank Kleinbach
Arbeitsgruppen, Ausstellungsansicht, Foto: Frank Kleinbach
Arbeitsgruppen, Ausstellungsansicht, Foto: Frank Kleinbach
Arbeitsgruppen, Ausstellungsansicht, Foto: Frank Kleinbach
Arbeitsgruppen, Ausstellungsansicht, Foto: Frank Kleinbach
Arbeitsgruppen, Ausstellungsansicht, Foto: Frank Kleinbach
Arbeitsgruppen, Ausstellungsansicht, Foto: Frank Kleinbach
Arbeitsgruppen, Ausstellungsansicht, Foto: Frank Kleinbach
Arbeitsgruppen, Ausstellungsansicht, Foto: Frank Kleinbach
Arbeitsgruppen, Ausstellungsansicht, Foto: Frank Kleinbach
Arbeitsgruppen, Ausstellungsansicht, Foto: Frank Kleinbach
Arbeitsgruppen, Ausstellungsansicht, Foto: Frank Kleinbach
Arbeitsgruppen, Ausstellungsansicht, Foto: Frank Kleinbach
Arbeitsgruppen, Ausstellungsansicht, Foto: Frank Kleinbach
Arbeitsgruppen, Ausstellungsansicht, Foto: Frank Kleinbach
Arbeitsgruppen, Ausstellungsansicht, Foto: Frank Kleinbach
Arbeitsgruppen, Ausstellungsansicht, Foto: Frank Kleinbach
Arbeitsgruppen, Ausstellungsansicht, Foto: Frank Kleinbach
Arbeitsgruppen, Ausstellungsansicht, Foto: Frank Kleinbach
2020 07.03.–08.03.2020
Flurschau 02
Christiane Lesch
Ausstellung
Werkstätten
07.03.–08.03.2020
Eröffnung:
Fr, 06.03.2020
19:00 Uhr
Arbeiten der Künstlerin:
Mo, 09.03.2020
11:00 Uhr

Öffnungszeiten

07. bis 08. März 2020, jeweils 13 bis 18 Uhr

Die Künstlerin ist anwesend.

 

Flurschau 1

In der zweiten Ausstellung der Reihe Flurschau zeigt das Künstlerhaus Stuttgart die Stuttgarter Künstlerin Christiane Lesch. Sie präsentiert erstmals eine Auswahl an Öl- und Acrylgemälden und Druckgrafiken aus ihrem über 40-jährigen Schaffen im Künstlerhaus Stuttgart.

 

Während sie seit den 1980er Jahren vor allem durch ihre Illustrationen und Kinderbücher Bekanntheit erlangte, bestimmt seit vielen Jahren die freie Malerei ihr Werk. Mit großer Leidenschaft und Intensivität beschäftigt sie sich mit Farben und Formen, die eine nicht-sinnliche Erfahrung zum Ausdruck bringen. Durch das gezielte Weglassen von Einzelheiten fordert sie den Betrachter heraus, neue Assoziationen herzustellen. Ihre Öl- und Acrylgemälde stellen dabei immer auch eine Suchbewegung, ein Wagnis dar.

 

Ein weiterer wichtiger Komplex ihrer künstlerischen Praxis ist die Radierung, die sie seit 1985 in der Werkstatt des Künstlerhauses kontinuierlich weiterentwickelt. Mit ihrem zeichnerischen Können und einer großen Portion Humor entstehen dabei eigenwillige und detailreiche Bilder, die als Kontrast oder auch als logische Ergänzung zu ihrem malerischen Werk zu verstehen sind.

 

Christiane Lesch ist 1940 geboren, und in Kiel und Erlangen aufgewachsen. Sie studierte Grafik-Design in Nürnberg. Ab 1975 arbeitete sie als Buchillustratorin für Kinderbücher und begann Anfang der 1990er Jahre das freie Malen. Seit 1985 arbeitet sie zusätzlich im druckgrafischen Bereich – der Radierung – im Künstlerhaus Stuttgart. Von 2000 bis 2009 wurde sie von der Galerie Königsblau vertreten. Sie lebt und arbeitet in Stuttgart.

 

Mit der Reihe Flurschau präsentiert das Künstlerhaus 4-mal jährlich Künstler*innen, die in den Werkstätten des Künstlerhauses arbeiten. Sie zeigen einen Auszug aus ihrem Werk dort, wo es entsteht. Der Diskurs über die Arbeiten steht dabei genauso im Mittelpunkt wie die Präsentation selbst.

 

Künstlerhaus Stuttgart

Werkstattflur, Zugang durch das Restaurant Im Künstlerhaus

Reuchlinstraße 4b

Christiane Lesch, Roter Vogel, 2017
Christiane Lesch, An der Orgel, 2019
Christiane Lesch, Über dem Fluss, 2018
2020 01.01.2020
Eric Golo Stone wird zum 1. Januar 2020 neuer Künstlerischer Leiter am Künstlerhaus Stuttgart
News
01.01.2020

Eric Golo Stone, Los Angeles, wird zum 1. Januar 2020 neuer Künstlerischer Leiter des Künstlerhaus Stuttgart. Stone tritt damit die Nachfolge von Fatima Hellberg an, deren Zeit als Künstlerische Leiterin turnusmäßig im Dezember 2019 endet.

 

Stone’s Schriften und Ausstellungen betonen rechtliche Mechanismen und sozioökonomische Bedingungen, die die Produktion, Verteilung und Rezeption von Kunst ausmachen. Von 2013 bis 2017 war er Kurator bei LAXART, Los Angeles. Im Jahr 2018 organisierte er die Ausstellung und das Programm Contractual Situations We Live By in der Kunsthalle Bern. Zusätzlich zu seiner derzeitigen Arbeit an mehreren Buchprojekten organisiert er den US CODE: Titel 26, eine Forschungsinitiative und Ausstellung im Artists Space, New York, die sich mit der daraus resultierenden Beziehung zwischen Kunstbereich, Steuerrecht und systemischer Ungleichheit in den Vereinigten Staaten beschäftigt. Seine Essays wurden unter anderem in den Kunstzeitschriften Afterall, Oktober, Texte zur Kunst und Flash Art veröffentlicht. Er hat den Creative Capital 2018  der Andy Warhol Foundation Arts Writers Grant für das Buch, Artist Contracts in the Political Economy erhalten. In diesem Buch untersucht er, wie Künstler*innen Verträge nutzen, um in die rechtlichen Rahmenbedingungen, Transaktionsstrukturen, Eigentumsbeziehungen, Schuldenverpflichtungen und Arbeitsbedingungen einzugreifen, in denen die künstlerische Produktion tätig sind.

 

„Das Künstlerhaus Stuttgart“, sagt Stone anlässlich seiner Berufung, „war immer ein Raum, in dem Ideen der institutionellen Steuerung in Frage gestellt, verordnet und als künstlerische Interessen verkörpert werden. Die Künstlerische Leitung des Künstlerhauses ist seit jeher als mehrjähriges Projekt angelegt, und diejenigen, die in die Position des künstlerischen Leiters gewählt wurden, beziehen sich oft auf ihren künstlerischen Praxishintergrund oder halten künstlerische Kriterien im Mittelpunkt ihrer Arbeit. Es ist diese besondere institutionelle Identität, die das Künstlerhaus meiner Meinung nach einzigartig qualifiziert, auf die aktuellen strukturellen Probleme zu reagieren, die in der Kunstwelt so offensichtlich sind. Eine junge Generation von Praktizierenden erkennt heute, wie das Kunstfeld weltweit zu einem Indikator und Begleiter für die weit verbreitete sozioökonomische Ungleichheit und Ausbeutung geworden ist. Ich halte es für unerlässlich, dass Kunstinstitutionen diesem Bewusstsein Raum geben, indem sie die tatsächlichen Lebensbedingungen und Beziehungen betrachten, in denen die künstlerische Produktion operiert.“

 

Das Team, der Beirat und der Vorstand des Künstlerhauses freuen sich sehr auf die künftige Zusammenarbeit mit Eric Golo Stone.

 

Dr. Hannelore Paflik-Huber, 1. Vorsitzende

 

Für weitere Informationen kontaktieren Sie bitte Romy Range (rr@kuenstlerhaus.de).

 

Foto: Sidonie Loiseleux
2019 16.11.2019
19:00–22:00 Uhr
Day Is Done
Mike Kelley
Veranstaltung
16.11.2019
19:00–22:00 Uhr

Mike Kelley
Day Is Done
Extracurricular Activity Projective Reconstructions #2–#32
2005–6, 169 min, Farbe, Ton

Mike Kelleys absurdes Meisterwerk Day Is Done ist ein fragmentarisches, abendfüllendes Musical, in dem Vampir*innen, Anhänger*innen der Gothicszene, Hinterwäldler*innen, Mim*innen und Dämon*innen die Hauptrollen spielen. Das Video umfasst die Teile #2 bis #32 von Kelleys facettenreichem Projekt Extracurricular Activity Projective Reconstructions, in dem Trauma, Misshandlung und unterdrückte Erinnerung vor dem Hintergrund persönlicher und massenkultureller Erfahrungen neu verhandelt werden. Für das Kunstwerk sammelte Kelley hunderte von Fotografien aus Highschool-Jahrbüchern, die „außerlehrplanmäßige Aktivitäten“ zeigen – insbesondere solche, die er als „gesellschaftlich akzeptierte Devianz-Rituale“ bezeichnete. Diese Abbildungen wurden von Kelley verschiedenen Kategorien zugeordnet, darunter religiöse Zeremonien, Zusammenkünfte von Rowdies, Tanzveranstaltungen, Feste von Provinzler*innen und Hinterwäldler*innen, Halloween und Gothicszeneparties, satanische Rituale, Pantomimen und Reitveranstaltungen. Jedes der 31 Videokapitel des Films ist einer dieser Kategorien gewidmet und beinhaltet eine Aufführung oder zeitbasierte Nachstellung der von den jeweiligen Fotografien dokumentierten Aktivitäten. Diese Reenactments wurden in einem unbekannten institutionellen Bau samt Sporthalle durchgeführt, den Kelley als „Erziehungskomplex“ (Educational Complex) bezeichnete. Das Ergebnis ist eine bewusst zusammenhanglose Erzählung, die von kulturellen und institutionellen Ritualen, der komplexen Verwundbarkeit von Jugendlichen und den möglicherweise verdrängten Erinnerungen von Erwachsenen an traumatische Erfahrungen handelt.

 

Day Is Done ist beispielhaft für Kelleys Faszination für das, was er das „amerikanische Karnevaleske“ nannte – eine ambivalente Kategorie, die zwischen Humor, Erotik, Abgründigkeit und Entfremdung angesiedelt ist. In der Annäherung an seine Subjekte orientiert sich Kelley dabei nicht immer an den anthropologischen Konventionen der Identifikation und Katalogisierung von Verhaltensweisen und Typen, sondern verfolgt einen radikal rekonstruktiven Ansatz, indem er die gesellschaftlich akzeptierten Ritualen und die volkstümliche Unterhaltung mit pervertierten, gewaltsamen und surrealistischen Ebenen überlagert.

 

Ein Screening im Künstlerhaus Kino zu Ghislaine Leungs Ausstellung CONSTITUTION.

Bild: Mike Kelley, Day Is Done, 2005-6. Mit freundlicher Genehmigung von Electronic Arts Intermix (EAI), New York und Mike Kelley Foundation for the Arts, Los Angeles.
2019 16.11.–17.11.2019
Flurschau 01
Hauke Hein
Ausstellung
Werkstätten
16.11.–17.11.2019
Eröffnung:
Fr, 15.11.2019
19:00 Uhr

Das Künstlerhaus Stuttgart präsentiert mit dem neuen Format Flurschau bis zu 4-mal jährlich Einzelschauen von Künstler*innen im Werkstattflur im Erdgeschoss des Künstlerhauses. Die Künstlerinnen und Künstler, die in den Werkstätten arbeiten, erhalten die Möglichkeit, einen Auszug aus ihrem Werk dort zu präsentieren, wo es entsteht. Damit knüpft dieses Format an die Idee des Künstlerhauses als Produktionsort an.

 

Die Auseinandersetzung mit den Arbeiten steht dabei genauso im Mittelpunkt wie die Präsentation selbst. In Gesprächen und Diskussionen soll ein stärkerer Austausch zwischen Künstlerinnen und Künstlern über das gezeigte Werk ermöglicht werden.

 

In der ersten Flurschau präsentiert das Künstlerhaus Stuttgart Hauke Hein. In der Ausstellung zeigt er Arbeiten der Konkreten Kunst und der Lithographie. Gleich mehrere in der Ausstellung gezeigte Werke stehen in der Tradition der Konkreten Kunst. „Abstrakte Ideen werden in konkreter Form sichtbar gemacht“ – so Max Bill, einer der herausragenden Vertreter dieser Kunstrichtung. Die Bilder entstehen nicht durch die subjektive künstlerische Gestaltung und Objektivierung (Abstraktion) konkreter Wirklichkeit, die Struktur selbst ist es, die in einer bewusst gedachten und gewollten Systematik dargestellt wird. Die Idee wird „konkret“.

 

Trotz der klaren und eindeutigen Konstruktion der Bilder ist ihre Objektivität flüchtig. Beim Betrachten löst sie sich in eine Vielzahl subjektiver Möglichkeiten der Wahrnehmung auf. Vieldeutigkeit und Unschärfe beruhen allerdings nicht auf einer Ungenauigkeit der Bildkonstruktion. Sie entstehen ausschließlich im Auge der Betrachter*innen. Ihr Standpunkt, ihr Blickwinkel, ihre Interpretation sind somit unverzichtbarer Bestandteil des Kunstwerks. Das Bild selbst ist ein Konstrukt und damit in gewisser Weise objektiv. Seine Wahrheit aber ist relativ.

 

An der Lithographie fasziniert ihn die Möglichkeit der seriellen Herstellung bei gleichzeitig großer Individualität des einzelnen Drucks. Das Flachdruckverfahren – im 19. Jahrhundert von Alois Senefelder entwickelt – setzt allerdings viel handwerkliche Erfahrung und eine gut ausgestattete Werkstatt voraus. Beides wird im Künstlerhaus Stuttgart angeboten. Als Druckmedium dient ein Kalkstein, auf den das geplante Motiv mit einer fetthaltigen Tinktur seitenverkehrt aufgetragen wird. Nur an diesen Stellen nimmt der Stein die später aufgerollte Farbe an. Der gleiche Stein kann mehrfach verwendet werden. Das bedeutet, dass bei gleichbleibendem Motiv durch veränderte Farbgebung ganz unterschiedliche Ergebnisse erzielt werden können. Einige Möglichkeiten werden in der Ausstellung beispielhaft gezeigt.

 

Hauke Hein, 69, studierte 1970 bis 1975 in Bochum und Berlin Kunstgeschichte, Freie Malerei und Kunstpädagogik. Später arbeitete er als Konstruktionsleiter eines metallverarbeitenden Betriebs. Seit 2015 ist er Student der Freien Kunstschule Stuttgart. In jüngster Zeit widmete er sich neben der Figuren- und Porträtmalerei vor allem der Konkreten Kunst und der Lithographie.

 

2018 erhielt sein Bild Stufungen bei der 30. Stuttgarter Kunstausstellung des Vereins zur Förderung der Kunst Stuttgart e.V. den 2. Preis in der Kategorie Mischtechnik.

 

Text: Hauke Hein/Romy Range

Hauke Hein, Selbstporträt
2019 07.11.2019
Neue Publikation: Künstlerhaus Stuttgart 40 Jahre 1978 – 2018
News
Publikationen
07.11.2019

Hrsg. Hannelore Paflik-Huber

Ein besondereres Haus mit einer besonderen Geschichte. Diese ist nun auch in Buchform erhältlich. In dieser Publikation, die anlässlich des 40-jährigen Bestehens des Künstlerhauses erscheint, wird am Beispiel der Künstlerischen Leiter*innen eine Geschichte des Kuratierens erzählt. Zu Wort kommen Kunstschaffende, die hier am Beginn ihrer Laufbahn künstlerische Projekte realisieren konnten, wie Douglas Gordon, Susanne Kriemann, Olafur Eliasson, Sharon Lockhart, Roman Signer, Oscar Tuazon und viele mehr. Persönlichkeiten der Kunstszene geben ihre Statements zur besonderen Bedeutung dieses Hauses ab. In zwei Artikeln wird erstmals die Geschichte des Hauses und die der Gründungszeit erfasst.

 

Das Künstlerhaus wurde 1978 von Stuttgarter Künstler*innen gegründet und hat sich seitdem zu einer überregional und international profilierten Institution für Gegenwartskunst entwickelt. In einem Zyklus von vier bzw. fünf Jahren wechselt die künstlerische Leitung und damit auch das kuratorische Konzept.

 

Die Herausgeberin ist Hannelore Paflik-Huber. Sie ist Dozentin für Gegenwartskunst und Ästhetik, Kuratorin und Autorin zu Zeitaspekten und feministischen Fragestellungen. Seit 2004 ist sie 1. Vorsitzende des Künstlerhauses Stuttgart e. V.

Über den Verlag

Die avedition GmbH, Fachverlag für Architektur und Design, wurde 1992 gegründet. Strategisch ist der Verlag auf interdisziplinäre Gestaltungsbereiche wie Innen- und Ausstellungsarchitektur, Szenografie, Produkt- und Kommunikationsdesign spezialisiert.

 

Deutsch
664 Seiten, Softcover
450 Abbildungen
20 x 26 cm
ISBN 978-3-89986-287-4
€ 49 [D]
Oktober 2019

Foto: Frank Kleinbach
Foto: Frank Kleinbach
Foto: Frank Kleinbach
Foto: Frank Kleinbach
Foto: Frank Kleinbach
Foto: Frank Kleinbach
Foto: Frank Kleinbach
Foto: Frank Kleinbach
Foto: Frank Kleinbach
Foto: Frank Kleinbach
Foto: Frank Kleinbach
Foto: Frank Kleinbach
2019 20.10.–08.12.2019
CONSTITUTION
Ghislaine Leung
Ausstellung
20.10.–08.12.2019
Eröffnung:
Sa, 19.10.2019
19:00 Uhr
Kuratiert von:
Fatima Hellberg

Durch eine kleine, in eine massive Wand eingelassene Tür hindurch sichtbar, hängen und falten sich weiß lackierte Wände zu einem Raum, der durch mehrere kleinere lackierte Türen akzentuiert ist. Tonale Klänge füllen Inseln und Nischen des Raums, die sich gegeneinander verschieben und bewegen. Direkt gegenüber stehen vorgefertigte weiße, mit Polyurethan gefüllte Metallpaneele, die mittels Schrauben und weißen pulverbeschichteten Metallwinkeln im Betonfußboden arretiert sind. Zwei dieser Paneele fassen kleine, nicht zu öffnende Isolierglasfenster mit Lüftungsschlitzen sowie Doppelstecker, von denen weiß ummantelte Elektrokabel zurück zu der lackierten Wand zu je einer Stromquelle verlaufen. An der Rückseite eines der Paneele befindet sich, in niedriger Höhe und nah an der Wand montiert, ein großer Monitor, auf dem eine Videodatei von einem kleinen versteckten Mediaplayer abgespielt wird, dessen Kabel durch eine Kombination aus Kabelbindern und einem unverschlossenen herzförmigen Vorhängeschloss zusammengehalten werden. Zur Energieversorgung dieser Geräte windet sich ein weißes Kabel bis zur Stromquelle des weiter entfernten Paneels. Die Steckdosen des anderen Paneels bleiben ungenutzt und sind abgedeckt. Daneben stehen drei weitere vorgefertigte weiße Metallpaneele mit jeweils einer Einzelsteckdose, von denen weiß ummantelte Kabel zu einer Stromquelle an der lackierten Wand führen. An zwei dieser Paneele sind kleine schwarze, aus Kunststoff gegossene Laternen angebracht, deren weiß ummantelte Kabel zu den Buchsen des jeweils anderen verlaufen. Ein weiteres einzeln stehendes vorgefertigtes weißes Paneel. Dieses ist ohne Stromversorgung. Ein kleiner weißer pulverbeschichteter, an der Wand angebrachter Heizkörper ist daran befestigt, der seine Energie von einem einzelnen kleinen, dunkelgrau-hellgrünen Kasten mit Digitaldisplay erhält, der außerdem ein kleines hausförmiges Keramikobjekt in Pink, Weiß und Grün mit Strom versorgt, das eine Glühbirne einschließt. Hinter dieser Reihe von Paneelen befinden sich zwei große schwarze Lautsprecher, etwas zu nah beieinander, von denen die bereits erwähnten tiefen Klänge ausgehen. Darüber hinaus eine Reihe von vierzig Keramikobjekten bedruckt mit schwarzem Text, paarweise in durchsichtiges Zellophan mit reichlich roten Herzen eingewickelt, dazu überdimensionale Rosetten und hellrosafarbenes und rotes gekräuseltes Geschenkband, die wie Eingeweide am Fuße der Objekte liegen. An der weiß lackierten Wand hängen in niedriger Höhe 272 knapp zugeschnittene Bilder, die in den Jahren 2017, 2018 und 2019 aufgenommen wurden.

CONSTITUTION wurde von der Chisenhale Gallery, London, in Auftrag gegeben und dort vom 25. Januar bis 24. März 2019 präsentiert. Die Ausstellung erhielt zusätzliche Produktionsunterstützung durch das Artist-in Residence-Programm des EMPAC, The Curtis R. Priem Experimental Media and Performing Arts Center am Rensselaer Polytechnic Institute. Für die Präsentation im Künstlerhaus Stuttgart sind zusätzliche, kontextspezifische Elemente entstanden.

Mit freundlicher Unterstützung von Fürstenberg Zeitgenössisch, Donaueschingen und ESSEX STREET, New York.

Ghislaine Leung, CONSTITUTION, Ausstellungsansicht, Künstlerhaus Stuttgart 2019. Courtesy: die Künstlerin und ESSEX STREET, New York, Foto: Frank Kleinbach
Ghislaine Leung, Lovers, 2019. Courtesy: die Künstlerin und ESSEX STREET, New York, Foto: Frank Kleinbach
Ghislaine Leung, Children (Detail), 2019. Courtesy: die Künstlerin und ESSEX STREET, New York, Foto: Frank Kleinbach
Ghislaine Leung, Children (Detail), 2019. Courtesy: die Künstlerin und ESSEX STREET, New York, Foto: Frank Kleinbach
Ghislaine Leung, Loads (Detail), 2019. Courtesy: die Künstlerin und ESSEX STREET, New York, photo: Frank Kleinbach
Ghislaine Leung, CONSTITUTION, Ausstellungsansicht, Künstlerhaus Stuttgart 2019. Courtesy: die Künstlerin und ESSEX STREET, New York, Foto: Frank Kleinbach
Ghislaine Leung, CONSTITUTION, Ausstellungsansicht, Künstlerhaus Stuttgart 2019. Courtesy: die Künstlerin und ESSEX STREET, New York, Foto: Frank Kleinbach
Ghislaine Leung, Loads (Detail), 2019. Courtesy: die Künstlerin und ESSEX STREET, New York, Foto: Frank Kleinbach
Ghislaine Leung, CONSTITUTION, Ausstellungsansicht, Künstlerhaus Stuttgart 2019. Courtesy: die Künstlerin und ESSEX STREET, New York, Foto: Frank Kleinbach
Ghislaine Leung, CONSTITUTION, Ausstellungsansicht, Künstlerhaus Stuttgart 2019. Courtesy: die Künstlerin und ESSEX STREET, New York, Foto: Frank Kleinbach
Ghislaine Leung, CONSTITUTION, Ausstellungsansicht, Künstlerhaus Stuttgart 2019. Courtesy: die Künstlerin und ESSEX STREET, New York, Foto: Frank Kleinbach
Ghislaine Leung, Bosses (Detail), 2019. Courtesy: die Künstlerin und ESSEX STREET, New York, Foto: Frank Kleinbach
Ghislaine Leung, Lovers, 2019. Courtesy: die Künstlerin und ESSEX STREET, New York, Foto: Frank Kleinbach
Ghislaine Leung, CONSTITUTION, Ausstellungsansicht, Künstlerhaus Stuttgart 2019. Courtesy: die Künstlerin und ESSEX STREET, New York, Foto: Frank Kleinbach
Ghislaine Leung, Lovers (Detail), 2019. Courtesy: die Künstlerin und ESSEX STREET, New York, Foto: Frank Kleinbach
Ghislaine Leung, Lovers (Detail), 2019. Courtesy: die Künstlerin und ESSEX STREET, New York, Foto: Frank Kleinbach
Ghislaine Leung, Lovers, 2019. Courtesy: die Künstlerin und ESSEX STREET, New York, Foto: Frank Kleinbach
Ghislaine Leung, CONSTITUTION, Ausstellungsansicht, Künstlerhaus Stuttgart 2019. Courtesy: die Künstlerin und ESSEX STREET, New York, Foto: Frank Kleinbach
Ghislaine Leung, Parents (Detail), 2019. Courtesy: die Künstlerin und ESSEX STREET, New York, Foto: Frank Kleinbach
Ghislaine Leung, CONSTITUTION, Ausstellungsansicht, Künstlerhaus Stuttgart 2019. Courtesy: die Künstlerin und ESSEX STREET, New York, Foto: Frank Kleinbach
Ghislaine Leung, CONSTITUTION, Ausstellungsansicht, Künstlerhaus Stuttgart 2019. Courtesy: die Künstlerin und ESSEX STREET, New York, Foto: Frank Kleinbach
Ghislaine Leung, Flags (Detail), 2019. Courtesy: die Künstlerin und ESSEX STREET, New York, Foto: Frank Kleinbach
Ghislaine Leung, Closer, 2019. Courtesy: die Künstlerin und ESSEX STREET, New York, Foto: Frank Kleinbach
2019 20.10.–08.12.2019
Factor X / The Work
Abel Auer
Ausstellung
20.10.–08.12.2019
Eröffnung:
Sa, 19.10.2019
19:00 Uhr
Kuratiert von:
Fatima Hellberg

Einerseits scheint eine tiefverankerte Kontinuität Dinge und Ereignisse zu verbinden und so Bedeutung zu erzeugen, die wundersam erscheint. Ob diese Kontinuität materieller oder ideeller Natur ist, magisch oder rational, sei dahingestellt – sie vermittelt das Gefühl einer ihr innewohnenden und gleichzeitig überschreitenden Vernetzung, gleich eines Gewebes oder Bewusstseins, welches das immanente Selbst überwindet. Andererseits hat man den Eindruck des Kontrollverlusts, eines Abdriftens des Realen ins Unmögliche, etwas löst sich auf und gerät aus den Fugen. In den Zwischenräumen dieser Tektonik oszilliert Abel Auers Werk.

 

Vieles in seiner Arbeit verweist auf das Verborgene, Obskure, oder gar das Esoterische – dasjenige, was man nicht so ohne weiteres wahrnimmt. Wobei es sich aber nicht um einen Fluchtpunkt des Eskapismus handelt, sondern um einen Raum d(r)inglicher und spiritueller Notwendigkeit. Eine Überschneidung des Bestimmten und etwas, das nicht im bestimmenden Archetypus des Realen gefasst werden kann – keine vermeintliche Polarität, sondern die Überzeugung, dass diese Bereiche untrennbar miteinander verknüpft sind – ist für Auers Denken von zentraler Bedeutung. In dieser Art des Verständnisses des „Wirklichen“ finden sich Anklänge an die Denkweisen avantgardistischer / spiritueller Bewegungen des 19. und frühen 20. Jahrhunderts, die Intensität und Inbrunst einer Verschwörung, und eines dunklen Netzwerks.

 

Diese Ausstellung hat sich aus einem ausführlichen Dialog über Schönheit im Angesicht der Auslöschung, Kunst als überlebensnotwendiges, magisches Denken und Sinngebung des Sinnlosen heraus entwickelt. Factor X / The Work umfasst Zeichnungen und Malereien, Collagen, Videos, Requisiten und Materialien – ein Vorschlag und eine temporäre Struktur aus bereits existierenden und neugeschaffenen Arbeiten.

Mit freundlicher Unterstützung von Corvi-Mora, London; Fürstenberg Zeitgenössisch, Donaueschingen; und Albrecht Hauff, Thieme Verlag

Aber Auer, Factor X / The Work, Ausstellungsansicht, Künstlerhaus Stuttgart 2019, Foto: Frank Kleinbach
Abel Auer, The Door, 2014, Öl und Acryl auf Leinwand, 200 x 80 cm, Foto: Frank Kleinbach
Aber Auer, Factor X / The Work, Ausstellungsansicht, Künstlerhaus Stuttgart 2019, Foto: Frank Kleinbach
Abel Auer, The Internet, 2019, Öl und Acryl auf Leinwand, 100 x 90 cm, Foto: Frank Kleinbach
Abel Auer, Blakefall, 2019, Tinte auf Papier, 49 x 77 cm, Foto: Frank Kleinbach
Abel Auer, Blakefall, 2019, Tinte auf Papier, 49 x 77 cm, Foto: Frank Kleinbach
Abel Auer, Wishing on a Star, 2019, Öl und Acryl auf Leinwand, 70 x 85 cm, Foto: Frank Kleinbach
Aber Auer, Factor X / The Work, Ausstellungsansicht, Künstlerhaus Stuttgart 2019, Foto: Frank Kleinbach
Aber Auer, Factor X / The Work, Ausstellungsansicht, Künstlerhaus Stuttgart 2019, Foto: Frank Kleinbach
Abel Auer, Inferno, 2016, Tinte auf Papier, 54,5 x 42,5 cm, Foto: Frank Kleinbach
Abel Auer, Dying Baobab, 2015-19, Öl und Acryl auf Leinwand, 179 x 200 cm, Foto: Frank Kleinbach
Aber Auer, Factor X / The Work, Ausstellungsansicht, Künstlerhaus Stuttgart 2019, Foto: Frank Kleinbach
Aber Auer, Factor X / The Work, Ausstellungsansicht, Künstlerhaus Stuttgart 2019, Foto: Frank Kleinbach
2019 13.09.–15.09.2019
Feuerseefest
Veranstaltung
Ateliers
Werkstätten
13.09.–15.09.2019

Fr, 16 bis 20 Uhr

Sa & So, 12-20 Uhr

 

Michael Wackwitz, Courtesy Feuerseefest
2019 10.07.2019, 20:00 Uhr
DAS MILAN-PROTOKOLL von Peter Ott im Künstlerhaus Kino
Veranstaltung
Gespräch
Screening
10.07.2019, 20:00 Uhr

Projekt im Rahmen der Reihe VISIT

Das Künstlerhaus Stuttgart präsentiert in der Reihe Visit am 10. Juli 2019 den Film DAS MILAN-PROTOKOLL von Peter Ott im hauseigenen Kino.

 

Die Zuschauer:innen haben im Anschluss an die Filmvorführung die Möglichkeit, mit dem Regisseur Peter Ott ins Gespräch zu kommen.

 

DAS MILAN-PROTOKOLL spielt im Grenzgebiet zwischen Irak und Syrien, fünf Jahre nach Ausbruch des Bürgerkriegs. Eine deutsche Ärztin wird bei einem Krankentransport von Angehörigen eines Clans gekidnappt, der mit dem IS zusammenarbeitet, und eine geheime Waffenlieferung in dem Transport vermutet. Der Film zeigt eindrücklich die Konflikte und Verstrickungen im Nahen Osten sowie das politische Machtspiel und die Interessen der jeweiligen Parteien.

 

Peter Ott ist seit 2007 hauptamtlicher Professor im Bereich Film und Video an der Merz Akademie in Stuttgart und ist besonders für seine Dokumentarfilme wie Übriggebliebene ausgereifte Haltungen bekannt. DAS MILAN-PROTOKOLL ist der bisher einzige deutsche Film, der an den Originalschauplätzen an der Grenze zwischen Irak und Syrien gedreht wurde.

 

DAS MILAN-PROTOKOLL erhielt 2019 den Preis der Deutschen Filmkritik für die „Beste Filmmusik“ für Ted Gaier. Nominiert waren außerdem für das „Beste Drehbuch“ Peter Ott und für die „Beste Hauptdarstellerin“ Catrin Striebeck.

 

 

2019 08.06.–15.09.2019
High Windows, Dead Birds
Stephen Sutcliffe
Ausstellung
08.06.–15.09.2019
Eröffnung:
Fr, 07.06.2019
19:00 Uhr
Kuratiert von:
Fatima Hellberg

Stephen Sutcliffes neue Arbeiten, die sich an Philip Larkins Gedichtsammlungen „The Less Deceived“, „The Whitsun Weddings“ und „High Windows“ anlehnen, sind bereits seit langer Zeit in Arbeit und bestehen aus einer Reihe reduzierter und destillierter Videocollagen. Diese erweitern Sutcliffes langjährige, nahezu zwanghafte Beschäftigung mit kulturellem Selbstverständnis, gesellschaftlichen Schichten und Betrachtungen über Tod und Scheitern und werden in Dialog mit ausgewählten Videos des Künstlers aus der Zeit der frühen 2000er bis heute präsentiert.

 

Sutcliffes Praxis ist von einer anhaltenden Auseinandersetzung mit Literatur geprägt – eine Verknüpfung, die auch in diesem neuen Werkkomplex aufs Neue bemüht, herausgefordert, aber auch problematisiert wird. Im Ton und Ansatz weisen Sutcliffe und Larkin erstaunliche Ähnlichkeiten auf: Beide unternehmen den Versuch, eine Zeit durch die Linse privater Erfahrungen sowie die Bewegungen zwischen in Schieflage geratenem Realismus und Unbehagen wiederzugeben; darüber hinaus verbindet sie ein gewisser Scharfsinn und Humor. Im Format des kurzen, collagenartigen Videos, kanalisiert Sutcliffe sowohl die charakteristische Struktur als auch die Stimmung seiner literarischen Bezüge und lässt diese auf seine eigene unverkennbare Sprache und Zeit einwirken.

 

In der Biografie Larkins, wie auch in denen vieler Schriftsteller*innen, die Sutcliffes Arbeit beeinflusst haben, darunter der ostdeutsche Autor Uwe Johnson, findet sich Rückzug als wiederkehrendes Motiv; ganz bewusst suchten diese ausgesprochen entlegene Orte auf, neigten gewissermaßen zur Trostlosigkeit. In diesem Ansatz steckt eine ambivalente Verbindung von Leben und Arbeit: Einerseits die Verweigerung von Teilhabe, andererseits das Verlangen, die gesellschaftlichen Zustände der eigenen Zeit mit unverstelltem Blick darzustellen – ein Verhältnis zu Sichtbarkeit, das heutzutage, wenn überhaupt, nur schwer aufrechtzuerhalten wäre. Sutcliffes neue Videos I am (for the birds) und General Knowledge, Arbeiten die mit Melancholie und Absurdität auf kulturelle Zugehörigkeit und ein Gefühl des Gefangenseins schauen, führen diese ambivalente Logik fort.

 

High Windows, Dead Birds ist die bislang umfassendste Präsentation von Sutcliffes künstlerischer Arbeit, und die erste im deutschsprachigen Raum. Die Ausstellung beinhaltet seine neuen Videos neben retrospektiven Elementen und räumlichen Interventionen, die in Dialog mit den Räumen des Künstlerhauses Stuttgart realisiert werden.

 

Stephen Sutcliffe (*1968, Harrogate, Großbritannien) lebt und arbeitet in Glasgow. Jüngste Einzelausstellungen umfassen: Sex Symbols in Sandwich Signs, Talbot Rice Gallery, Edinburgh (2017); Twixt, Cup and Lip, The Hepworth Wakefield (2016); Going Over, Rob Tufnell, London (2015); Outwork and Workings out, Tramway, Glasgow (2013); Cubitt, London (2009); und Art Now Lightbox, Tate Britain, London (2005). Gruppenausstellungen umfassen: Container and Contained, Künstlerhaus Stuttgart (2015); Down Where Changed, Cubitt, London (2014); The Reluctant Narrator, Museu Coleção Berardo, Lisbon, Portugal (2014); For as Long as You Like, Gaudel De Stampa, Paris (2015). In Kürze erscheint bei Sternberg Press Sutcliffe at Fifty, ein Buch über die Arbeit des Künstlers, Book Works veröffentlicht dieses Jahr das autobiografieähnliche Werk Much Obliged.

 

Stephen Sutcliffe, Despair, 2009, 17 Min 22 Sek, Foto: Frank Kleinbach
Stephen Sutcliffe, High Windows, Dead Birds, Ausstellungsansicht, Künstlerhaus Stuttgart 2019, Foto: Frank Kleinbach
Stephen Sutcliffe, High Windows, Dead Birds, Ausstellungsansicht, Künstlerhaus Stuttgart 2019, Foto: Frank Kleinbach
Stephen Sutcliffe, High Windows, Dead Birds, Ausstellungsansicht, Künstlerhaus Stuttgart 2019, Foto: Frank Kleinbach
Stephen Sutcliffe, High Windows, Dead Birds, Ausstellungsansicht, Künstlerhaus Stuttgart 2019, Foto: Frank Kleinbach
Stephen Sutcliffe, Scenes from the Life of an Impatient Man, 2015, 2 Min 11 Sek, Foto: Frank Kleinbach
Stephen Sutcliffe, Plum, 2012, 4 Min 23 Sek, Foto: Frank Kleinbach
Stephen Sutcliffe, I am (for the birds), 2019, 2 Min 35 Sek, Foto: Frank Kleinbach
Stephen Sutcliffe, Despair, 2009, 17 Min 22 Sek, Foto: Frank Kleinbach
Stephen Sutcliffe, Despair, 2009, 17 Min 22 Sek, Foto: Frank Kleinbach
2019 05.05.2019, 16:00 Uhr
Zauber der Moderne III
Metabolismus & Matinée
Veranstaltung
Festival
05.05.2019, 16:00 Uhr
Kuratiert von:
Michael Paukner und Fatima Hellberg

Zauber der Moderne ist ein dreitägiges Musikfestival im Künstlerhaus Stuttgart, das sich über zwei Etagen erstreckt und das Konzerte und Performances sowie ein Filmprogramm mit Salon beinhaltet. Das Festival ist täglich ab 16 Uhr geöffnet – mit Filmen u.a. von Cosey Fanni Tutti, Tim Plester, Rob Curry und Richard Olivier, sowie mit Essen von Björn Luchterhand.

 

PROGRAMM

Sonntag, 5. Mai, ab 16 Uhr
Metabolismus
Matinée

Bild: Christian Flamm
Fotos: Markus Milcke

Metabolismus, Zauber der Moderne, Künstlerhaus Stuttgart, 2019
Metabolismus, Zauber der Moderne, Künstlerhaus Stuttgart, 2019
Metabolismus, Zauber der Moderne, Künstlerhaus Stuttgart, 2019
Metabolismus, Zauber der Moderne, Künstlerhaus Stuttgart, 2019
Metabolismus, Zauber der Moderne, Künstlerhaus Stuttgart, 2019
Metabolismus, Zauber der Moderne, Künstlerhaus Stuttgart, 2019
Metabolismus, Zauber der Moderne, Künstlerhaus Stuttgart, 2019
Metabolismus, Zauber der Moderne, Künstlerhaus Stuttgart, 2019
Metabolismus, Zauber der Moderne, Künstlerhaus Stuttgart, 2019
2019 04.05.2019, 20:00 Uhr
Zauber der Moderne II
Alasdair Roberts, F.S.K., Vic Godard & Subway Sect
Veranstaltung
Festival
04.05.2019, 20:00 Uhr
Kuratiert von:
Michael Paukner und Fatima Hellberg

Zauber der Moderne ist ein dreitägiges Musikfestival im Künstlerhaus Stuttgart, das sich über zwei Etagen erstreckt und das Konzerte und Performances sowie ein Filmprogramm mit Salon beinhaltet. Das Festival ist täglich ab 16 Uhr geöffnet – mit Filmen u.a. von Cosey Fanni Tutti, Tim Plester, Rob Curry und Richard Olivier, sowie mit Essen von Björn Luchterhand.  Das Festival wurde mit einem Setdesign von Julia Lenzmann und Monika Nuber, mit visuellen Elementen von Graham Lambkin und Christian Flamm, konzipiert.  Zusammengestellt von Michael Paukner und Fatima Hellberg.

 

PROGRAMM

Samstag, 4. Mai, ab 20 Uhr
Alasdair Roberts
F.S.K.
Vic Godard & Subway Sect

F.S.K., Zauber der Moderne, Künstlerhaus Stuttgart, 2019, Foto: Markus Milcke
F.S.K., Zauber der Moderne, Künstlerhaus Stuttgart, 2019, Foto: Markus Milcke
F.S.K., Zauber der Moderne, Künstlerhaus Stuttgart, 2019, Foto: Markus Milcke
F.S.K., Zauber der Moderne, Künstlerhaus Stuttgart, 2019, Foto: Markus Milcke
F.S.K., Zauber der Moderne, Künstlerhaus Stuttgart, 2019, Foto: Markus Milcke
F.S.K., Zauber der Moderne, Künstlerhaus Stuttgart, 2019, Foto: Markus Milcke
F.S.K., Zauber der Moderne, Künstlerhaus Stuttgart, 2019, Foto: Markus Milcke
F.S.K., Zauber der Moderne, Künstlerhaus Stuttgart, 2019, Foto: Markus Milcke
Michael Paukner, Zauber der Moderne, Künstlerhaus Stuttgart, 2019, Foto: Markus Milcke
Zauber der Moderne, Künstlerhaus Stuttgart, 2019, Foto: Markus Milcke
Vic Godard & Subway Sect, Zauber der Moderne, Künstlerhaus Stuttgart, 2019, Foto: Markus Milcke
Vic Godard & Subway Sect, Zauber der Moderne, Künstlerhaus Stuttgart, 2019, Foto: Markus Milcke
Vic Godard & Subway Sect, Zauber der Moderne, Künstlerhaus Stuttgart, 2019, Foto: Markus Milcke
Zauber der Moderne, Künstlerhaus Stuttgart, 2019, Foto: Markus Milcke
Vic Godard & Subway Sect, Zauber der Moderne, Künstlerhaus Stuttgart, 2019, Foto: Markus Milcke
Vic Godard & Subway Sect, Zauber der Moderne, Künstlerhaus Stuttgart, 2019, Foto: Markus Milcke
Vic Godard & Subway Sect, Zauber der Moderne, Künstlerhaus Stuttgart, 2019, Foto: Markus Milcke
Vic Godard & Subway Sect, Zauber der Moderne, Künstlerhaus Stuttgart, 2019, Foto: Markus Milcke
Alasdair Roberts, Zauber der Moderne, Künstlerhaus Stuttgart, 2019, Foto: Markus Milcke
Alasdair Roberts, Zauber der Moderne, Künstlerhaus Stuttgart, 2019, Foto: Markus Milcke
2019 03.05.2019, 20:00 Uhr
Zauber der Moderne I
Richard Youngs, Shirley Collins, Graham Lambkin
Veranstaltung
Festival
03.05.2019, 20:00 Uhr
Kuratiert von:
Michael Paukner und Fatima Hellberg

Um 17 Uhr startet das Screening-Programm mit The Ballad of Shirley Collins, gefolgt von einem Gespräch zwischen Collins und dem Produzenten Paul Williams.

Zauber der Moderne ist ein dreitägiges Musikfestival im Künstlerhaus Stuttgart mit Richard Youngs, Shirley Collins, Graham Lambkin, Alasdair Roberts, F.S.K., Vic Godard & Subway Sect und Metabolismus.

 

In dieser bewusst gewählten Kombination verschiedener Sensibilitäten und Ansätze kommen Verbindungen zum Tragen, die jenseits stilistischer Kategorien existieren und von gemeinsamen Neigungen ausgehen: Eine gewisse Kontingenz und transformative Qualitäten ziehen sich durch die Klangwelten, wobei das Programm von Fantum und Anhängerschaft zeugt. Sich über zwei Stockwerke des Künstlerhauses erstreckend, versteht sich Zauber der Moderne als Gesamterlebnis – parallel zum Musikfestival gibt es ein Filmprogramm im Künstlerhaus Kino sowie einen Salon und eine Bar mit Essen und Trinken – und es entsteht eine Gemeinschaft, die über die Stuttgarter Avantgardemusik- und Kunstszenen hinausgeht.

 

Mit visuellen Elementen von Graham Lambkin und Christian Flamm, einem Set-Design von Monika Nuber und Julia Lenzmann, einer Bar von Moritz Finkbeiner und Essen von Björn Luchterhand.

 

 

PROGRAMM

Freitag, 3. Mai, ab 20 Uhr
Richard Youngs
Shirley Collins mit Ian Kearey
Graham Lambkin

Bild: Christian Flamm

Shirley Collins, Zauber der Moderne, Künstlerhaus Stuttgart, 2019, Foto: Markus Milcke
Shirley Collins mit Ian Kearey, Zauber der Moderne, Künstlerhaus Stuttgart, 2019, Foto: Markus Milcke
Shirley Collins mit Ian Kearey, Zauber der Moderne, Künstlerhaus Stuttgart, 2019, Foto: Markus Milcke
Shirley Collins, Zauber der Moderne, Künstlerhaus Stuttgart, 2019, Foto: Markus Milcke
Shirley Collins, Zauber der Moderne, Künstlerhaus Stuttgart, 2019, Foto: Markus Milcke
Zauber der Moderne, Künstlerhaus Stuttgart, 2019, Foto: Markus Milcke
Foto: Markus Milcke
Graham Lambkin, Zauber der Moderne, Künstlerhaus Stuttgart, 2019, Foto: Markus Milcke
Graham Lambkin, Zauber der Moderne, Künstlerhaus Stuttgart, 2019, Photography: Markus Milcke
Graham Lambkin, Zauber der Moderne, Künstlerhaus Stuttgart, 2019, Foto: Markus Milcke
Graham Lambkin, Zauber der Moderne, Künstlerhaus Stuttgart, 2019, Foto: Markus Milcke
Richard Youngs, Zauber der Moderne, Künstlerhaus Stuttgart, 2019, Foto: Markus Milcke
Richard Youngs, Zauber der Moderne, Künstlerhaus Stuttgart, 2019, Foto: Markus Milcke
Richard Youngs, Zauber der Moderne, Künstlerhaus Stuttgart, 2019, Foto: Markus Milcke
Richard Youngs, Zauber der Moderne, Künstlerhaus Stuttgart, 2019, Foto: Markus Milcke
Shirley Collins, Zauber der Moderne, Künstlerhaus Stuttgart, 2019, Foto: Markus Milcke
Zauber der Moderne, Künstlerhaus Stuttgart, 2019, Foto: Markus Milcke
2019 28.03.–26.04.2019
ohne Auftrag
Ingo Busch, Jochen Detscher, Ute Fischer-Dieter, Tilda George, Thora Gerstner, Susanne Hartmann, Barbara Karsch-Chaïeb, Karima Klasen, Christiane Lesch, Gisela List, Mark Metzner, Georg Ozory, Alexandra Poleschal, Johannes Rave, Christiana Teufel, Damaris Wurster
Ausstellung
Ateliers
Werkstätten
28.03.–26.04.2019
Eröffnung:
Mi, 27.03.2019
19:00 Uhr
Kuratiert von:
Carolin Wurzbacher

Ausstellung der Werkstätten und Ateliers
im Rathaus Stuttgart, 4. OG

 

„ohne Auftrag“ entstehen in den Werkstätten und Ateliers des Künstlerhauses Stuttgart bereits seit 1978 fortwährend neue Arbeiten. Hieran anknüpfend gewährt die gleichnamige Ausstellung im Stuttgarter Rathaus einen Einblick in die künstlerische Produktion der Institution. So unterschiedlich die 16 exemplarisch ausgewählten Künstler*innen sind, ist auch das Spektrum der jeweils von ihnen eingesetzten Medien. Angefangen von Zeichnung und Malerei über Fotografie und Keramik bis hin zu verschiedenen Drucktechniken verschaffen sie einen faszinierenden Eindruck der Bandbreite kreativer Möglichkeiten in den Werkstätten des Künstlerhauses.

Die präsentierten Werke interpretieren den von den Künstler*innen selbst gewählten Ausstellungstitel auf facettenreiche Weise. Während einige den Fokus auf das kreative Schaffen „ohne Auftrag“ legen, begreifen ihn andere bezogen auf den Werkprozess und variieren beispielsweise den Auftrag von Material. Darüber hinaus sind Positionen vertreten, die inhaltlich das Sujet „ohne Auftrag“ thematisieren.
Die generationsübergreifende Gruppenausstellung zeigt einmal mehr eindrücklich die Rolle des Künstlerhauses Stuttgart als Ort des Austauschs sowie der künstlerischen Produktion.

 

Mit freundlicher Unterstützung der Landeshauptstadt Stuttgart

 

2019 16.03.–26.05.2019
SPEED 2
James Richards und Leslie Thornton
Ausstellung
16.03.–26.05.2019
Eröffnung:
Fr, 15.03.2019
18:00 Uhr
Kuratiert von:
Fatima Hellberg, James Richards mit Matt Fitts

SPEED 2 findet in der Malmö Konsthall statt und ist die zweite Version der Ausstellung nach ihrer Präsentation im Künstlerhaus Stuttgart. Dieser erweiterte zweite Teil wurde zusammen mit dem Künstlerhaus in Auftrag gegeben und im Dialog mit den Räumlichkeiten der Malmö Konsthall umgesetzt.

SPEED 2 besteht aus drei eigens für die Ausstellung produzierten Arbeiten von James Richards und Leslie Thornton, sowie einer von Richards zusammengestellten Ausstellung-in-der-Ausstellung mit Arbeiten von Horst Ademeit, Tolia Astakhishvili, Adelhyd van Bender, Bruce Conner, Emily Feather, Terence McCormack, Vi Khi Nao, Jeff Preiss, Jens Thornton und Thomas Zummer.

 

Im Entstehungsprozess um SPEED 2 beschäftigten sich Richards und Thornton mit einer Reihe psychischer und zeitlicher Zustände, einem rauschartigen Verbundensein und wissenschaftlichen Staunen sowie einem Gefühl ökologischer Verunsicherung. Das Oszillieren zwischen ordnendem Impuls und Kontrollaufgabe zieht sich als wiederkehrendes Merkmal durch die diversen Ausstellungsmodi von SPEED 2: Kinovorstellung, skulpturale Videowand, Soundinstallation, Lesesaal und Gruppenausstellung.

 

Viele der in der Gruppenausstellung vertretenen Werke entstanden vor der Kulisse dunkler Vorahnungen und drohender Selbstzerstörung in der Ära des Kalten Krieges, wobei sich nicht selten unheimliche Parallelen zur Gegenwart auftun. Die vorherrschende Atmosphäre birgt eine obsessive Energie, eine wiederkehrende Faszination für Strahlung, systematische Gliederung und Aufzeichnung von Erfahrungen sowie für bewusstseinsverändernde Effekte und Rituale. Dieses Gefühl fieberhafter Wiederholung und Arbeit, das van Bender als „göttliche Schinderei“ beschrieb, kommt auch in Bruce Conners psychedelischen Inkblot Drawings zum Ausdruck.

 

SPEED 2 entstand angeregt durch einen Impuls zur Kollaboration, der aus dem gemeinsamen Arbeitsaufenthalt der Künstler_innen am CERN hervorging. Das Zentrum für Nuklearforschung wurde zu einem Ort für das gemeinsame künstlerische Arbeiten und Denken – die größte Maschine der Welt, welche die kleinsten Teilchen erforscht, eine Kombination aus dem unbegreiflich Großen und dem Alltäglichen, die sich in der Logik von SPEED 2 wiederfinden lässt. Die Ausstellung enthält eigenständige Arbeiten, darunter Richards’ großformatige Videowand Phrasing und Thorntons Kino-Installation Cut from Liquid to Snake, sowie die Wandtext- und Videoinstallation Sheep Machine Redux, welche speziell für die Räumlichkeiten der Malmö Konsthall konzipiert wurde. Alle Arbeiten sind aus den individuellen Praktiken der Künstler*innen und zugleich im Geiste der Zusammenarbeit entstanden – manchmal Bündelung, manchmal durchaus bewusste Störung der gegenseitigen Empfindungen. Die Biografien Richards’ und Thorntons unterscheiden sich in so wesentlichen Punkten wie Geschlecht, Alter und Sexualität. Jedoch vereint sie die Neigung, sich aufgeladenes Material anzueignen und es ohne offenkundige Wertung oder Moralisierung zugleich aufzufüllen und zu entleeren. Sie sind aufeinander eingespielt, jegliche Form anerkannter, bequemer Bedeutungen aufzuspüren und zu erschüttern. Dabei produzieren sie Arbeiten mit einem höchst spezifischen Sinn für den gegenwärtigen Moment und die mit ihm verbundenen Dringlichkeiten.

 

Im Auftrag von Malmö Konsthall und Künstlerhaus Stuttgart

 

Mit freundlicher Unterstützung von Pedro Barbosa; Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg; Wüstenrot Stiftung; Ritter Sport; pbb Stiftung für Kunst und Wissenschaft und British Council.
Besonderer Dank gilt Rodeo, Galerie Isabella Bortolozzi, Cabinet Gallery, Andrea Bellini, Centre d’art Contemporain Genève und CERN.

James Richards, Phrasing, 2018, three channel digital projection, continuous loop. Courtesy of the artist; Cabinet, London; Galerie Isabella Bortolozzi, Berlin; Rodeo, London/Piraeus, Foto: Helene Toresdotter
James Richards, Phrasing, 2018, three channel digital projection, continuous loop. Courtesy of the artist; Cabinet, London; Galerie Isabella Bortolozzi, Berlin; Rodeo, London/Piraeus, Foto: Helene Toresdotter
James Richards, Phrasing, 2018, three channel digital projection, continuous loop. Courtesy of the artist; Cabinet, London; Galerie Isabella Bortolozzi, Berlin; Rodeo, London/Piraeus, Foto: Helene Toresdotter
SPEED 2, Malmö Konsthall, 2019, Ausstellungsansicht, Foto: Helene Toresdotter
Horst Ademeit, Observation Photos, 1990–2003, Polaroids, 11 × 9 cm. Courtesy of Delmes & Zander, Köln, Foto: Helene Toresdotter
Adelhyd van Bender, folders, 1999–2014, mixed on paper in plastic, 32 × 29 cm, Courtesy of Delmes & Zander, Köln, Foto: Helene Toresdotter
SPEED 2, Malmö Konsthall, 2019, Ausstellungsansicht, Foto: Helene Toresdotter
SPEED 2, Malmö Konsthall, 2019, Ausstellungsansicht, Foto: Helene Toresdotter
SPEED 2, Malmö Konsthall, 2019, Ausstellungsansicht, Foto: Helene Toresdotter
SPEED 2, Malmö Konsthall, 2019, Ausstellungsansicht, photo: Helene Toresdotter
Adelhyd van Bender, folders, 1999–2014, mixed on paper in plastic, 32 × 29 cm, Courtesy of Delmes & Zander, Köln, Foto: Helene Toresdotter
Leslie Thornton, WhatItIsToBePerfect, 2018, HD Video, 32 Min, 47 Sek, Courtesy die Künstlerin, Foto: Helene Toresdotter
Tolia Astakhishvili und James Richards, ohne Titel, 2019-, HD Video, 34 Min, Foto: Helene Toresdotter
Leslie Thornton, Cut from Liquid to Snake, 2018, HD Video, 27 Min, Courtesy die Künstlerin; Rodeo, London/ Piraeus, Foto: Helene Toresdotter
Leslie Thornton, Cut from Liquid to Snake, 2018, HD video, 27 Min, Courtesy of the artist; Rodeo, London/ Piraeus, Foto: Helene Toresdotter
James Richards und Leslie Thornton, Crossing, 2016, HD Video, 19 Min, 12 Sek, Foto: Helene Toresdotter
James Richards und Leslie Thornton, Crossing, 2016, HD Video, 19 Min, 12 Sek, Foto: Helene Toresdotter
James Richards und Leslie Thornton, Crossing, 2016, HD Video, 19 Min, 12 Sek, Foto: Helene Toresdotter
James Richards und Leslie Thornton, Crossing, 2016, HD Video, 19 Min, 12 Sek, Foto: Helene Toresdotter
Vi Khi Nao, James Richards und Leslie Thornton, Sheep Machine Redux, 2019, Foto: Helene Toresdotter
Vi Khi Nao, James Richards und Leslie Thornton, Sheep Machine Redux, 2019, photo: Helene Toresdotter
2019 13.03.2019
Nominierung für den ADKV-Art Cologne Preis für Kunstvereine 2019
News
13.03.2019

Stuttgart, 13. März 2019 – Das Künstlerhaus Stuttgart ist zum zweiten Mal hintereinander und zum vierten Mal insgesamt als einer von 18 Kunstvereinen in Deutschland für den ADKV-Art Cologne Preis für Kunstvereine 2019 nominiert. Der von der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Kunstvereine sowie der Art Cologne jährlich vergebene Preis, würdigt jene Kunstvereine, die eine “innovative Ausstellungspraxis und herausragende Kunstvermittlungsarbeit”[1] leisten. Unter 300 Mitgliedskunstvereinen wählten Vertreter*innen der zeitgenössischen Kunstszene aus je einem Bundesland ihre Favoriten aus.

Zusammen mit dem Künstlerhaus Stuttgart sind folgende Kunstvereine in diesem Jahr nominiert: die KUNSTrePUBLIK, Berlin; die nGbK Neue Gesellschaft für bildende Kunst, Berlin; der Bonner Kunstverein; der Kunstverein Braunschweig; der Dortmunder Kunstverein; der riesa efau, Dresden; der Kunstverein Freiburg; der Grazer Kunstverein (Österreich); der Kunstverein St. Pauli, Hamburg; das Künstlerhaus Lauenburg; der KV – Verein für zeitgenössische Kunst Leipzig; die Halle für Kunst, Lüneburg; der Mannheimer Kunstverein; der Kunstverein Springhornhof, Neuenkirchen; der Kunstverein Neuhausen/Fildern; der Brandenburgische Kunstverein, Potsdam sowie der Nassauische Kunstverein Wiesbaden.

 

Der ADKV-Art Cologne Preis für Kunstvereine wird im April auf der Art Cologne zusammen mit dem ADKV-Art Cologne Preis für Kunstkritik vergeben.

 

[1] Quelle: Pressemitteilung, ADKV, https://kunstvereine.de/de/preise

James Richards, Phrasing, 2018, dreiteilige digitale Projektion, fortlaufende Schleife. Mit freundlicher Genehmigung von: Cabinet, London; Galerie Isabella Bortolozzi, Berlin; Rodeo, London/Piraeus, Foto: Frank Kleinbach
2019 03.03.–21.04.2019
Heedless Sleep
Henrik Potter
Ausstellung
03.03.–21.04.2019
Eröffnung:
Sa, 02.03.2019
16:00 Uhr
Kuratiert von:
Fatima Hellberg

Jeder Teil von Henrik Potters neuem Werkkomplex Heedless Sleep entfaltet einen kleinen Erzählstrang innerhalb der Ausstellung. Die einzelnen Elemente fügen sich zu einem merkwürdigen Gebilde zusammen und teilen eine gemeinsame Kontur. Dabei machen sie sich aber auch gegenseitig das Leben schwer, indem sie zugleich kitschige und ernsthafte Register ziehen. Sie müssen in Einklang gebracht werden, um in (un)behaglicher Koexistenz nebeneinander bestehen zu können.

 

Im Zentrum der für das Künstlerhaus Stuttgart entstandenen Installation steht eine strenge Komposition, die allerdings von den Eigenarten und Ausbrüchen der eigentlichen Arbeiten unterminiert wird – eine Art sickernde Logik, die ebenso auf formalen Erwägungen beruht wie auf konzeptuellen. Sowohl Form als auch Ansatz der menschengroßen Leinwände von Heedless Sleep besitzen eine eindeutig körperliche Dimension. Nicht ungleich Körpern, sind die Arbeiten gleichermaßen zerbrechlich und zäh. Die Materialien Holz, Stoff, Farbe und Lehm wurden so intensiv bearbeitet, dass die Berührung tiefen Eindruck hinterlassen hat – ihnen haften die schmutzigen und abgegriffenen Spuren von Objekten an, die über längere Zeit gebraucht und benutzt wurden. In vielerlei Hinsicht greift Heedless Sleep den aktuellen Diskurs um embodiment (z. Dt. Verkörperung), Prekarität und Gesundheit auf, verlagert die Untersuchung aber in einen Bereich, der weder hygienisch noch verwerflich abstoßend ist – eine Faszination für Verletzlichkeit und Belastbarkeit, für einen Körper, „der Dreck unter den Fingernägeln hat“; ein Einstellen auf die simultane, bemerkenswerte Widerstandsfähigkeit und Flüchtigkeit von Körpern, die leben und sich wandeln und auf Ebenen zerfallen, die sowohl greifbar als auch kaum wahrnehmbar sind. Diese Ästhetik gründet auf einer Logik, die der Vorstellung von polierter Oberflächlichkeit, Unternehmer*innentum und Produktion zuwiderläuft – eine Form des Machens, die sich vornehmlich mit den unangenehmen und peinlichen Facetten des Seins befasst.

 

In ihrer Fülle und Merkwürdigkeit bilden die Arbeiten, die aus einem erweiterten Schaffensprozess von mehr als einem Jahr hervorgegangen sind, eine Gemeinschaft. Einerseits ist dieser künstlerische Schaffensmodus mit Innerlichkeit und einer unvermeidlichen Erkundung des Selbst verbunden. Andererseits bietet er die Möglichkeit, sich auf einen ausgedehnten Moment großer Ungewissheit und Prekarität einzustellen – die Arbeiten sind vor dem Hintergrund der aktuellen sozialen und politischen Krise entstanden. Die innerhalb der Installation entstehenden Verbindungen sind sowohl materieller als auch immaterieller Natur; sie fühlen sich ein in den Augenblick, an dem Affekt und abstrakte Besorgnis in einen physischen Zustand umschlagen, auf individueller und gemeinschaftlicher Ebene. Diese Bewegungen und Risse bilden einen Unterton, der sich durch das Werk und dessen Haltung zieht.

 

Die Anliegen von Heedless Sleep artikulieren sich in der Form, und im künstlerischen Prozess. Es geht darum, „den Moment abzupassen, wo einem die Arbeit sympathisch wird, wo sie zugänglich und auf beinah anrührende Weise präsent wird, sodass man sie so, wie sie ist, einfach akzeptieren muss“. In diesem Sinne bleiben die Arbeiten nicht einer einzelnen Idee oder Geste verhaftet; vielmehr ist ihnen ein gewisser Verhandlungsspielraum eingeschrieben, der sowohl in verschiedenen Facetten der Lust als auch in einer großen Melancholie ihren Ursprung findet.

 

Der englisch-schwedische Künstler Henrik Potter lebt und arbeitet in London. Jüngste Ausstellungen umfassen Landlords are not currently collecting rent in self-love, Cell Project Space, London, 2016; Oh, of course, you were berry picking, DREI, Köln, 2015; Down Where Changed, Cubitt, London, 2014 sowie PdT im Palais de Tokyo, Paris, 2014.

Henrik Potter, It said, it said (still life, it said), (Detail), 2019, Foto: Frank Kleinbach
Henrik Potter, Heedless Sleep, Ausstellungsansicht, Künstlerhaus Stuttgart, 2019, Foto: Frank Kleinbach
Henrik Potter, A figure (a mugging) & J’arrive / Figure (bruised), (Detail), 2019, Foto: Frank Kleinbach
Henrik Potter, A Joke / First Born / A Question (after all), (Detail), 2019, Foto: Frank Kleinbach
Henrik Potter, Figure (awkward), (Detail), 2019, Foto: Frank Kleinbach
Henrik Potter, Les Amants (2018) (en deux parties), (Detail), 2019, Foto: Frank Kleinbach
Henrik Potter, For Rose (in love) / oder ‘Goth Matisse’, (Detail), 2019, Foto: Frank Kleinbach
Henrik Potter, Portrait (true blue), (Detail), 2019, Foto: Frank Kleinbach
2019 23.02.2019, 18:30 Uhr
Künstler*innen fragen Künstler*innen
Abel Auer, Marc Matter, Birgit Megerle und Elena Poulou
Veranstaltung
23.02.2019, 18:30 Uhr

Gibt es eine Form der Haltung oder der Logik, die künstlerischem Denken zutiefst eigen ist? Und wenn das so ist, welche Rolle spielt der Widerspruch in der Formulierung eines künstlerischen Denkmodells? Diese Überlegungen bilden den Kern des zweitägigen Symposiums mit Abel Auer, Marc Matter, Birgit Megerle und Elena Poulou im Künstlerhaus Stuttgart und in der Staatsgalerie Stuttgart.

 

In offenen und geschlossenen Formaten treten die Diskussionen und Präsentationen in einen Dialog mit einem avantgardistischen Erbe künstlerischen Schaffens, genauer: mit der Kanalisierung und Hinterfragung der Denkweise Marcel Duchamps. Zugleich ist dies ein Einfühlen in die ambivalenteren Facetten seines Werks, die das Potenzial simultaner Bestätigung und Verneinung mit einschließen, sowie das der Sprache entgegengebrachte Misstrauen und die Aufforderung, ein eigenes Bewertungssystem einzuführen.

 

Moderiert wird der Abend von Fatima Hellberg, Michael Hiltbrunner und Susanne M.I. Kaufmann.

Um 17.30 Uhr findet eine Führung durch die Ausstellung Marcel Duchamp. 100 Fragen. 100 Antworten. statt.

Eine gemeinsame Veranstaltung der Staatsgalerie Stuttgart, des Künstlerhauses Stuttgart und des Institute for Contemporary Art Research der Zürcher Hochschule der Künste.