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1998 28.11.–20.12.1998
Phase 4
Ausstellung
28.11.–20.12.1998

Der Kunstverein Phase 4, der aus einem Netzwerk von Künstler:innen aus den verschiedensten Gebieten besteht, lädt nationale und internationale Künstler:innen zu einer zweiwöchigen Veranstaltung. Neben einer Ausstellung im Künstlerhaus finden zahlreiche Veranstaltungen an weiteren Orten in Stuttgart statt. Das Programm besteht aus Performances, Theateraufführungen, Lesungen, Diskussionen und Livemusik sowie Exkursionen und Workshops.

 

Mit Künstler:innen aus:
Stuttgart, Karlsruhe, Frankfurt, München, Kassel, Dresden, Berlin, Hamburg, Zürich, Basel, Bern, Wien, London, New York, Seattle, San Francisco, Rio de Janeiro

Anwalt-Vernetzungsbehörde, Arosa2000, Büro für werdende Kunst, Der Zug, Downtown Kiosk NY, EC-Bar Zürich, Eduard H. Henschelss symbolische Seiten, Einmal-Label, EXITheater, Fahrradhalle, Farben, Flash Excessive Access, Funkybase, Gagarin, Giant, Gmam, I-Love-You, Icons, Interactor, Interfaces, Isis’ Sichel, Jens Kloppmann, Kassette, Kiosk Bern, Komm-Raum, Kreidler, La Maison Poubelle, Lebensräume, Mac Design, Multipled Media, Museum für werdende Kunst, Nirosta, Nomadenheft, Operation Pac Man, Ost-West, Phase 5, Photo 4, PVC, Robotrace, Schattendasein, Science Club, Sergei Obratzov Egg (Claus Richter, Oliver Hussein, Sergei Jensen), Tauschendverketten, Verschaltungskunst, Wanted, 7:13, u. a.

 

Livemusik: Asterisk, Björn Sund Trio, Die Küche, Djukebokzsystem mit Fonda, Ed Wood, Klanstabil, Pachinko Orkester, Plasique, Studio Stockholm P4 (Felix Kubin, Jacques Plaminger, superpop), Substanz t, u. a.

Organisiert von Valentin Beinroth, Bert Schnaitmann, Malte Tinnus.

2021 11.05.2021
Dienstags-Werkstatt VII
Michael Dreyer
Veranstaltung
Gespräch
11.05.2021
Kuratiert von:
Ronald Kolb

Michael Dreyer

ist ein deutscher Künstler und Gestalter. Er ist Professor für Visuelle Kommunikation an der Merz Akademie, Hochschule für Gestaltung, Kunst und Medien, Stuttgart, und war 1982 an deren Neuausrichtung beteiligt. 2006 gründete Dreyer das Projekt “W.O. Scheibe Museum” als temporären Ausstellungsraum in Stuttgart, weitergeführt in Form von Filmperformances (Atelier, 2012, von Peter Ott und Abwinkl ’83, 2021 ff., Videorevue von und mit Dreyer).

 

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Dienstags-Werkstatt

 

Ab Oktober 2020 treffen sich jeden zweiten Dienstag des Monats um 19 Uhr Künstler*innen und Kulturschaffende im Künstlerhaus Stuttgart, um ihre künstlerische Praxis vorzustellen und sich mit anderen auszutauschen, zu diskutieren und sich näher kennenzulernen.

 

Das Künstlerhaus lädt jeweils eine:n Künstler:in, oder ein Kollektiv ein – gemeint sind spartenübergreifend und transdisziplinär alle Kunst- und Kulturschaffenden – , über ihre Arbeitsweisen, ihre Hintergründe und Vorgehensweisen zu sprechen. Wir wollen eine Plattform etablieren, in der sich intensiver zur künstlerischen Praxis ausgetauscht wird und uns so vernetzen, solidarisieren und gegenseitig stärken.

 

Die Reihe richtet sich an alle Mitglieder des Künstlerhaus Stuttgart, an Künstler:innen wohnhaft in Stuttgart und Umgebung oder auf der Durchreise, an alle Kulturschaffende, Kunstvermittler:innen, Kurator:innen, usw. und ist offen für alle!

 

Das neue Format wurde von Ronald Kolb initiiert und wird vom Beirat des Künstlerhauses unterstützt.

2021 14.04.–07.07.2021
Satellit Stuttgart
News
Veranstaltung
14.04.–07.07.2021
Raum- und Projektstipendien am Schlossplatz

Season 1 — Auf der Umlaufbahn

 

Folgende Künstler:innen und Kollektive wurden für die Satellit Raum- und Projektstipendien 2021 am Schlossplatz ausgewählt:

 

Episode I

Mi 14.04.21—Mi 28.04.21

Lowland

 

Episode II

Mi 28.04.21—Mi 12.05.21

Thomas Weber

 

Episode III

Mi 12.05.21—Mi 26.05.21

Ann-Josephin Dietz

 

Episode IV

Mi 26.05.21—Mi 09.06.21

Friedrich Hensen

 

Episode V

Mi 09.06.21—Mi 23.06.21

Min Bark, Mizi Lee, Johanna Mangold, Paula Pelz

 

Episode VI

Mi 23.06.21—Mi 07.07.21

Linienscharen

 

 

SATELLIT STUTTGART ist ein Zusammenschluss von Künstler:innen in Kooperation mit dem Künstlerhaus Stuttgart und gefördert von der Wüstenrot Stiftung im Rahmen der Sonderförderung Kultur trotz Corona.

 

Die aktuelle Situation bringt für soloselbstständige Künstler:innen, Gestalter:innen und Kulturschaffende viele Herausforderungen mit sich. Satellit Stuttgart soll eine Plattform sein, durch die freie Projekte jetzt sichtbar werden. Wir möchten unser lokales Netzwerk stärken und weitreichende, interdisziplinäre Dialoge generieren.

 

Wir suchen nach neuen Orten der Kunst im öffentlichen Raum und wünschen uns Kooperation und Kollaboration unterschiedlicher Akteur:innen, um in unserer gegenwärtigen Lebensrealität Kunst weiterhin zu produzieren und erfahrbar zu machen.

 

Mit Satellit Stuttgart schaffen wir ein neues Format eines temporären, innerstädtischen Kunstraums, zu dem wir professionelle soloselbständige Künstler:innen, Gestalter:innen und Kollektive aus Stuttgart und Umgebung einladen, sich mit einem Projektvorschlag zu bewerben.

 

Durch Satellit wird eine leerstehende Ladenfläche in der Stuttgarter Innenstadt für 3 Monate (April—Juli) zum temporären Atelier, Ausstellungs- und Galerieraum, zur Interventions- und Experimentierfläche für Kulturschaffende unterschiedlicher Sparten.

 

Die Projektstipendien werden jeweils für zwei Wochen (14 Tage) an eine/n Künstler:in (oder eine Künstlergruppe/Kollektiv) vergeben. Enthalten sind, die Nutzung der Ladenfläche und ein Projektkostenzuschuss/Honorar in Höhe von 800€. Den Auf-/Abbau und Transport organisieren die Projektstipendiat:innen selbst.

 

Projektleitung: Karima Klasen, in Kooperation mit dem Künstlerhaus Stuttgart

 

Aktuelle Informationen:

Instagram @satellit_stuttgart

www.kuenstlerhaus.de

Kontakt: satellit@kuenstlerhaus.de

 

 

Design: Stefanie Schwarz
2021 13.04.2021
Dienstags-Werkstatt VI
Ania Corcilius
Veranstaltung
Gespräch
13.04.2021
Kuratiert von:
Ronald Kolb

Zu unserer sechsten Dienstags-Werkstatt laden wir Ania Corcilius ein. Aufgrund der aktuellen Bestimmungen wird auch diese Veranstaltung online stattfinden. Sie können via Zoom unter folgendem Link an der Veranstaltung teilnehmen:

 

Zoom-Meeting beitreten

 

https://us02web.zoom.us/j/86556521495?pwd=d3l6aENSTUFhZ3RoQjk4UUQzd2NTZz09

 

Meeting-ID: 865 5652 1495
Kenncode: 656406

 

Ania Corcilius

hat an der HfbK Hamburg und dem Whitney Independent Study Program New York studiert. Thematischer Schwerpunkt ihrer künstlerisch-kuratorischen Arbeit ist die Stadt als sozialer Raum. Nach vielen Jahren zuerst in Berlin und dann in San Francisco, lebt Ania Corcilius mit Ihrer Familie heute in Stuttgart. Seit 2018 engagiert sie sich beim Verein Stadtlücken e.V.

 

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Dienstags-Werkstatt

Ab Oktober 2020 treffen sich jeden zweiten Dienstag des Monats um 19 Uhr Künstler:innen und Kulturschaffende im Künstlerhaus Stuttgart, um ihre künstlerische Praxis vorzustellen und sich mit anderen auszutauschen, zu diskutieren und sich näher kennenzulernen.

 

Das Künstlerhaus lädt jeweils eine:n Künstler:in, oder ein Kollektiv ein – gemeint sind spartenübergreifend und transdisziplinär alle Kunst- und Kulturschaffenden – , über ihre Arbeitsweisen, ihre Hintergründe und Vorgehensweisen zu sprechen. Wir wollen eine Plattform etablieren, in der sich intensiver zur künstlerischen Praxis ausgetauscht wird und uns so vernetzen, solidarisieren und gegenseitig stärken.

 

Die Reihe richtet sich an alle Mitglieder des Künstlerhaus Stuttgart, an Künstler:innen wohnhaft in Stuttgart und Umgebung oder auf der Durchreise, an alle Kulturschaffende, Kunstvermittler:innen, Kurator:innen, usw. und ist offen für alle!

 

Das neue Format wurde von Ronald Kolb initiiert und wird vom Beirat des Künstlerhauses unterstützt.

Ania Corcilius, Umbau-Workshop, 1996
2021 27.03.–25.07.2021
Unusability Might be Assumed Unless There are Signs Indicating Otherwise
Ramaya Tegegne
Ausstellung
27.03.–25.07.2021
Programm:
So, 25.07.2021
15:00 Uhr

Bitte beachten Sie: Aufgrund der Entwicklungen der Corona-Pandemie ist die Ausstellung bis auf Weiteres geschlossen. Das Künstlerhaus Stuttgart wird eine Nachankündigung versenden, sobald die Ausstellungsfläche wieder geöffnet ist.

Im Zentrum von Ramaya Tegegnes Ausstellung im Künstlerhaus Stuttgart steht die auf Erfahrungen beruhende Auseinandersetzung der Künstlerin mit der zwiespältigen Rolle von Kunstinstitutionen, die eine anti-rassistische Haltung einnehmen, jedoch gleichzeitig aktiv rassialisierte Ungleichbehandlung befördern. Diese gewaltige Kluft zwischen erklärter und tatsächlicher Politik ist, so Tegegne, im Kunstbereich weit verbreitet. Aktuell steht diese Kluft insofern verstärkt im Fokus gesellschaftlicher Aufmerksamkeit, als dass verschiedene soziale Bewegungen sich nicht mehr nur für Chancengleichheit hinsichtlich der individuellen Zugänglichkeit und Repräsentation von BIPOC in Institutionen einsetzen, sondern strukturellen Rassismus aufbrechen wollen und gemeinsame institutionspolitische Gestaltungs- und Verwaltungsstrukturen einfordern. Tegegnes Ausstellung beschäftigt sich einerseits damit, wie stark rassialisierte Auswahlkriterien und Aneignungspraktiken die Funktionsweisen von Kunstinstitutionen heute noch bestimmen, und andererseits damit, wie diese historisch gewachsenen und festgeschriebenen Strukturen sich in der gelebten Alltagserfahrung widerspiegeln.

 

Tegegnes neue, in der Ausstellung präsentierte Filmarbeit Framer Framed[1] zeigt eine Beratungssitzung des Vorstands einer unbenannten Kulturinstitution in der französischsprachigen Schweiz. Dieses fiktive Vorstandstreffen beruht auf einer wahren Begebenheit aus dem Jahr 2019, als eine Gruppe Schwarzer männlicher Migranten dazu gezwungen wurde, das Foyer einer mit staatlichen Mitteln finanzierten Schweizer Kulturinstitution zu verlassen, die zu der Zeit einen Film über die Diskriminierung und Exklusion Schwarzer männlicher Migranten in der Schweiz zeigte. Ein*e Mitarbeiter*in der Institution forderte die Personengruppe mit der Begründung auf, das Foyer zu verlassen, dass sie herumlungere und Förder*innen beim Besuch einer Filmvorführung störe. Dieses Ereignis muss laut Tegegne sowohl in Zusammenhang mit der weit zurückreichenden Geschichte anti-Schwarzer Gesetze bezüglich „Herumlungerns“ und Vagabundierens, als auch im weiteren historischen Kontext rassistischer Gesetzgebung zum Eigentumsrecht und dem öffentlichen Raum gelesen werden. Framer Framed ist eine Antwort auf dieses spezifische Ereignis, das Tegegne eigens miterlebte und in das sie eingriff, indem sie zunächst den*die Mitarbeiter*in konfrontierte und sich anschließend mit einer gemeinschaftlich organisierten Briefkampagne an den Vorstand der Institution wandte. Da die Institution zu den gewählten Kontaktmaßnahmen weder ausführlich Stellung bezog noch Mittel und Wege zur Verfügung stellte, gemeinsam über mögliche angemessene Vergeltungs- und Entschädigungsmaßnahmen zu beraten, suchte Tegegne nach anderen Formen, um eine Anhörung über die Angelegenheit zu organisieren.

 

Die geskripteten, inszenierten und gespielten Beratungen in Framer Framed führen einen Ort der Verwaltungsstrukturen, Urteile und Streitbeilegung vor, der jenseits der fortgeschriebenen historischen Realität institutioneller Verfahrensweisen operiert, die Eigentumsrecht und -verhältnisse auf Basis rassialisierter Ausschluss- und Enteignungskriterien regeln. Tegegnes Film verkörpert vielmehr eine kollektive Erfahrung der Freude, Solidarität und des Trotzes, und zeugt dabei gleichzeitig von einem schmerzhaften Ergebnis: eine umfassende Beratung des Institutionsvorstands über die Gleichstellung von BIPOC realisierte sich letztlich nur in der Fiktion der künstlerischen Arbeit. Und dieses schmerzhafte Ergebnis – das mit einem realen, aktiven Unterdrückungssystem einhergeht, das Regressansprüche von BIPOC vollständig in den Bereich der Worte, nicht in den der Taten, verdrängt – entsteht durch die hinterlistige Täuschung, die Tegegnes Ansicht nach spezifisch für die Funktionsweisen des Kunstfeldes ist. In der Briefkampagne hatte Tegegne die Organisator*innen der Präsentation des Filmes – der sich mit der Diskriminierung und Exklusion Schwarzer Migranten in der Schweiz beschäftigte – sowie den Vorstand der ausrichtenden Institution dazu aufgefordert, sich für anti-rassistische Richtlinien ein- und diese selbst umzusetzen. Dass die Institution sich gegenüber diesen politischen Forderungen nicht äußerte, während sie gleichzeitig eine künstlerische Arbeit zeigte, die sich mit dem Inhalt der Forderungen direkt auseinandersetzte, ist beispielhaft dafür, wie Kunstinstitutionen strukturelle Veränderungen verhindern, indem sie künstlerische Inhalte von ihren eigenen Produktions-, Verbreitungs- und Rezeptionsbedingungen entkoppeln. Welche Rolle spielen Kunst- und Kulturorganisationen in diesem Zusammenhang, wenn ihre eigenen Positionen bezüglich sozialer Gerechtigkeit auf rein inhaltlicher Ebene verharren? Was sollen Künstler*innen als Produzent*innen von Inhalten tun, wenn institutionelle Verhaltensweisen in unmittelbarem Konflikt mit den Werten stehen, die ihre künstlerische Arbeit ausdrückt? Welche Methoden und Techniken können Künstler*innen nutzen, um ihre symbolischen, affektiven und sensorischen Interventionen mit den Strukturen, die diese künstlerischen Interventionen verwalten und regulieren, in Einklang zu bringen?

 

Framer Framed bediehnt sich der reflexiven, situationsspezifischen und interventionistischen Theatermethoden, die der brasilianische Autor, Dramaturg und Pädagoge Augusto Boal in den 1950er und 1960er Jahren aus den Traditionen des Schwarzen Experimentellen Theaters in New York und während der Zeit entwickelt hat, in der er am Teatro de Arena de São Paulo in Brasilien Forum-Theaterproduktionen organisiert hat. Boals Forum-Theaterproduktionen brachten benachteiligte lokale Gemeinschaften im Theaterraum zusammen, um in Form von Rollenspielen und Workshops politische Ziele und Forderungen für ihre Gemeinschaften zu entwickeln. Für die Darstellung der für Framer Framedaufgenommenen Beratungssitzungen hat Tegegne Filmemacher*innen und Darsteller*innen gecastet, die sich als Schwarz identifizieren und im französischsprachigen Schweizer Raum leben und arbeiten, darunter auch eine Person, die 2019 direkt in das Ereignis involviert war. Eine weitere Forum-Theatermethode, die Tegegne für ihren Film verwendet, ist eine Mischung aus geskripteten Szenen und ungeskripteten Inputs sowie Feedback, das die Darsteller*innen und Produktionsmitarbeiter*innen während des Drehs der Beratungsszenen am Set äußerten. An einem der zentralen Punkte diskutieren die Darsteller*innen und Produktionsmitarbeiter*innen vor der Kamera frei von jeglichem Skript über ihre jeweiligen Gründe, am Film mitzuarbeiten sowie darüber, was die fiktive inszenierte Beratung des Vorstands über das Feld künstlerischer Produktion aussagt. Während der geskriptete Teil der Beratungen vielfach auf Satire baut, war es Tegegne wichtig, den Aspekt der Entfremdung zu untermauern und die realen Verhältnisse der Produktionsarbeit von Framer Framed unvermittelt offenzulegen. Über die Filmproduktion hinaus war es Tegegne ein Anliegen, die in Framer Framed behandelten politischen Imperative mit einer Befragung des institutionellen Kontexts des Künstlerhaus Stuttgart und seiner Rolle für die Rezeption ihres Films, aber auch ihrer Ausstellung allgemein, zu verbinden.

 

Während der Vorbereitung von Unusability might be assumed unless there are signs indicating otherwise[2] hat sich Tegegne mit der Ausstellungsgeschichte des Künstlerhaus Stuttgart auseinandergesetzt und eine wirtschaftsrechtliche Struktur geschaffen, um die Produktionsmittel für ihre Ausstellung zu verwalten. Tegegne ist die erste Schwarze Person, die seit der Gründung im Jahr 1978 eine umfassende Einzelausstellung für das Künstlerhaus Stuttgart produziert. Dieser historische Umstand ist richtungsweisend für einige der Entscheidungen, die die Künstlerin bezüglich der Dramaturgie und Nutzung des Raumes getroffen hat, in der ihre Arbeit gezeigt wird. Mit einer Absperrung aus halb-durchsichtigen Theatervorhängen hat Tegegne einen Großteil des Raums so ausgegrenzt, dass er für Besucher*innen weitestgehend unzugänglich ist und ihnen jegliche Möglichkeit verdeckt wird, den Raum zu überblicken. Die Ambivalenz der Künstlerin gegenüber der Nutzung eines Raumes, der sich nicht weiterentwickelt hat, um für sie nutzbar zu werden, wird in der gesamten Ausstellung deutlich. Zunächst äußert sie sich in der verdeckenden und gleichzeitig durchsichtigen Grenze. Der leerstehende Teil des Raums ist für Auseinandersetzungen gesperrt, die Absperrung wird aber durch den halb-durchsichtigen Stoff, der als optischer Filter fungiert, aufgeweicht – ein eindeutiges Hindernis und Weichzeichnungslinse zugleich. Und dann ist da der von Tegegne zum Filmschauen entworfene Raum: etwas abseits, ein Rückzugsort, der Besucher*innen willkommen heißt und ein Gefühl von Intimität, Offenheit und Behagen vermittelt. Neben der symbolischen, affektiven und sensorischen Begegnung, die die Theatervorhangsstruktur schafft, hat Tegegne die Brauchbarkeit der finanziellen Bedingungen hinterfragt, mit denen Ausstellungshäuser üblicherweise arbeiten. In Vorbereitung auf ihre Ausstellung hat die Künstlerin einen eingetragenen Verein gegründet, der eine Organisationsgrundlage für ihre Arbeit bietet und ihr dem Vereinsrecht gemäß eine direktere Handhabe über die Finanzierung ihrer Ausstellung ermöglicht. Beispielsweise werden die für ihre Ausstellung beantragten Drittmittel direkt an den Verein überwiesen und nicht, wie sonst üblich, über die Gastinstitution abgewickelt. Mit Hilfe dieser wirtschaftlichen und rechtlichen Struktur verwaltet die Künstlerin die für ihre eigene Arbeit sowie für zusätzlich angestellte Personen notwendigen Mittel ohne die institutionelle Vermittlungsinstanz der Gastinstitution, die sonst gemäß ihrer Steuerpflicht die zentrale Übersichts- und Berichterstattungsverantwortung innehat. Indem sie ihr künstlerisches Interesse und dessen Umsetzung unmittelbar an materielle Grundlagen knüpft, mobilisiert Tegegnes Ausstellung Schwarzer Ambivalenzen[3] gegenüber der Brauchbarkeit etablierter, vererbter Strukturen von Kunstinstitutionen.

 

[1] Tegegne entleiht den Filmtitel von: Trinh T. Minh-ha, Framer Framed, Routledge, 1993
[2] Tegegnes Inspiration für den Ausstellungstitel stammt aus den Schriften von Sara Ahmed, im Besonderen: Sara Ahmed, What’s the Use? On the Uses of Use, Duke University Press, 2019, S. 57
[3] Ambivalenz ist eine aktive, kritische Positionierung, kein passiver Zustand des Wiederspruchs. „Ambivalenz“ und verschiedene Formen „Schwarzer Ambivalenz“ wurden zuerst in den Black Studies und Schwarzen Radikalen Traditionen formuliert. In diesem Zusammenhang ist auch der Begriff „Double Consciouness“ – doppeltes Bewusstsein – zu nennen, der häufig mit William Edward Burghardt Du Bois in Verbindung gebracht wird, der diesen Begriff in soziologische und politische Diskurse eingeführt hat, hier besonders in seiner wegweisenden Publikation The Souls of Black Folk (1903; dt. Die Seele der Schwarzen (2003)). Die Notwendigkeit von „Ambivalenz“ wurde auch in intersektionalen und Schwarzen feministischen Schriften diskutiert, die die festgeschriebenen und unterdrückenden Dichotomien aufbrechen wollen, die intersektionale vernetzte feministische Arbeit historisch verhindert haben.

Ramaya Tegegne, 2021
2021 27.03.–25.07.2021
The Supporters
Eva Barto
Ausstellung
27.03.–25.07.2021
Diskussion mit Eva Barto online livestream, Co-präsentiert mit dem Kunstverein Nürnberg, mit Milan Ther (Direktor, Kunstverein Nürnberg), und Eric Golo Stone (Künstlerischer Leiter, Künstlerhaus Stuttgart):
Di, 27.04.2021
19:00 Uhr

Bitte beachten Sie: Aufgrund der Entwicklungen der Corona-Pandemie ist die Ausstellung bis auf Weiteres geschlossen. Das Künstlerhaus Stuttgart wird eine Nachankündigung versenden, sobald die Ausstellungsfläche wieder geöffnet ist.

Die Arbeiten der Künstlerin Eva Barto zeichnen sich durch eine situationsspezifische Befragung der Bedingungen und Verhältnisse aus, innerhalb derer ihre Arbeiten hergestellt und verbreitet werden. Dabei internalisiert Barto häufig die bestehenden sozioökonomischen und materiellen Gegebenheiten eines bestimmten Ortes, nutzt diese für ihr eigenes Kunstschaffen um und erhöht deren Komplexität. Bartos Ausstellung im Künstlerhaus Stuttgart setzt sich mit dem wirtschaftsrechtlichen Rahmen auseinander, mit dem im Kunstfeld finanzielle Zuwendungen gehandhabt werden. Anstatt lediglich über die Verwaltungsstrukturen hinter Geldgeschenken, finanzieller Unterstützung und Philanthropie im Allgemeinen nachzudenken, schafft die Ausstellung eine Reihe spezifischer Geschäftsbeziehungen zwischen Förder:innen und Geförderten, Spender:innen, Sponsor:innen und den jeweiligen Zuwendungsempfänger:innen. Den rechtlichen Rahmen für diese Geschäftsbeziehungen und ihre jeweiligen Konsequenzen bieten Verträge, die die Künstlerin eigens zur Mittelverwaltung ihrer Ausstellung entwickelt und durchgesetzt hat. Transparent mit finanziellen Spenden umzugehen und Ausgleichsleistungen im Kunstfeld offenzulegen, versteht Barto als Kritik an idealisierten Vorstellungen von Unabhängigkeit und als Möglichkeit, die chaotischen, verworrenen und konsequenterweise sehr wohl in Abhängigkeiten mündenden, tatsächlich gelebten Arbeitsbeziehungen und -verhältnisse hervorzuheben.

 

Dass finanzielle Unterstützung für die Künste aktuell ein Problem darstellt, ist weit bekannt. Fundraising beruht im weltweit vernetzten Kunstbereich hauptsächlich auf privat verwalteten wirtschaftsrechtlichen Vereinbarungen im Rahmen von gemeinnützigen Spenden und Mäzenatentum. Dabei wird das US-amerikanische Kulturfördersystem, das seit den frühen 1980er Jahren vollständig auf den Strukturen einer politischen Ökonomie individueller finanzieller Beiträge beruht und von privat verwalteter Philanthropie dominiert wird, vermehrt in die Kunstfelder weiterer Länder übertragen. Ein Beispiel dafür sind die in den USA üblichen Donor Advised Funds, die in ihrer Zuwendungsform deutschen Stiftungsfonds ähnlich sind, steuerlich jedoch anders behandelt werden. Diese und ähnliche gesetzlich festgeschriebenen Mechanismen ermöglichen die rechtlich abgesicherte Umwandlung öffentlich finanzierter, kultureller Dienstleistungen in nicht-öffentliche, private Formen der Vermögensverwaltung, die durch Steuerentlastungen und Kapitalrendite begünstigt werden. Im Zusammenhang mit den Investitionskapazitäten und -entscheidungen von gemeinnützigen Organisationen sind Kunstinstitutionen in vielen Ländern damit ein zentraler Faktor. Institutionen, die Kunst produzieren und verbreiten, dienen häufig als Steueroasen zur Vermeidung von Steuerzahlungen, während die „Philanthropische Klasse“ sie gleichzeitig verstärkt für Privatinvestitionen im Rahmen der wirtschaftsrechtlichen Anreize nutzt, die gemeinnütziges Unternehmertum und soziale Anleihen für sie bereithalten. Diese Investitions- und Renditelogik ist eine treibende Kraft hinter der Ausweitung von Fundraising-Aktivitäten und Strategieabteilungen in Kunst- und Kulturorganisationen, die mit einzelnen Geldgeber:innen und deren Stiftungen innerhalb der jeweiligen Vermögensverwaltungsstrukturen zusammenarbeiten.

 

Während die Anzahl privater Stiftungen in Deutschland steigt, werden gemeinnützige Spenden von einer immer kleiner werdenden Gruppe von Individualpersonen getätigt.[1] Wenn weniger Personen mehr Geld geben, werden gemeinnützige Zwecke in Deutschland zunehmend von einer sehr kleinen, ausgewählten Personengruppe innerhalb wenig transparenter Verwaltungsarrangements bestimmt. Angesichts drohender Kürzungen öffentlicher Ausgaben drängt sich für das Kunstfeld in Deutschland und darüber hinaus (so beispielsweise auch in Frankreich, wo Barto lebt und arbeitet) die Frage auf, ob steuerbegünstigte Modelle privater Gemeinnützigkeit und der unternehmerische Ansatz, der mit Fundraising im Kunstfeld zusammenhängt, zunehmend als Ersatz für staatliche Zuschüsse erwartet werden. Wie wird sich Kunst- und Kulturförderung vor dem Hintergrund einer solchen Erwartungshaltung an private Mittel und Einnahmequellen verändern? Und welche Rolle spielt dabei gesellschaftliche und wirtschaftliche Benachteiligung, die das Modell eines privat verwalteten Patronats und seines Gemeinwohlengagements notwendig erscheinen lässt?

 

Förderung, Spenden und Sponsoring sind Antworten auf Förderanträge und Fundraising-Bemühungen. Kunstinstitutionen stehen bei der Verfestigung neoliberaler Philanthropie und unternehmerischen Fundraisings als Antworten auf eine sozioökonomische Notwendigkeit an erster Stelle. Während der Fokus meist auf einer Unterscheidung zwischen verschiedenen Förderformen wie Zuschüsse, Spenden und Sponsoring liegt, sind die Funktionsmechanismen dieser verschiedenen Kulturförderungsmodi ähnlich: die jeweiligen Zuwendungsgeber:innen schreiben die Förderbedingungen und Vergaberichtlinien sowie die Formen der Berichterstattung über die Ergebnisse entlang bestimmter Maßgaben fest, die wiederum Teil ihrer eigenen Fördervereinbarungen sind und damit den Ergebnissen und Evaluationskriterien entsprechen, die sie zur Messung ihres Erfolgs festgelegt haben. Besonders im Kunstfeld ist es zunehmend schwer, zwischen den einzelnen Fördermaßnahmen und ihren Anwendungsbedingungen zu unterscheiden, weshalb die juristische Einordnung von Spenden innerhalb der letzten Jahre komplexer geworden ist. Aus rechtlicher Perspektive dreht sich die Unterscheidung der unterschiedlichen Systeme zur finanziellen Unterstützung der Künste um die jeweiligen Gesetze, Konsequenzen und Effekte bezüglich Steuerlast, Gemeinnützigkeit und der damit zusammenhängenden Zahlungen. Aber die juristische Klassifizierung finanzieller Zuwendungen im Kunstfeld wirft auch wichtige Fragen auf. Beispielsweise gelten Spenden nach deutschem Recht als Zuwendungen oder Schenkungen, die den Empfang einer direkten Gegenleistung oder Entschädigung für die Spende über die gesetzlich verankerte Steuerentlastung hinaus verbieten. Jedoch bleiben Fragen bezüglich möglicher Gegenleistungen für Spenden ungeklärt, wenn diese Spenden für die Produktion von Kunstwerken verwendet werden, die für den Privatbesitz gedacht sind (und der Großteil von Kunstwerken ist als rechtliches Eigentum natürlich für den Privatbesitz gedacht).

 

In Vorbereitung auf ihre Ausstellung The Supporters im Künstlerhaus Stuttgart hat Barto dieses sehr aktuelle Problemfeld hinsichtlich des Deutschen Kunstkontextes untersucht und spezifische – unterschiedliche, jedoch miteinander zusammenhängende und sich oft überlappende – Formen finanzieller Unterstützung miteinander verschränkt, nämlich Fördergelder, Spenden und Sponsoring. Die Künstlerin hat sich aktiv um diese verschiedenen, für die Finanzierung der Ausstellung verwendeten Quellen bemüht – sowohl der notwendigen Produktionsmittel als auch der unterschiedlichen, jedoch vergleichbaren Beziehungsgefüge wegen. Gemeinsam mit dem Künstlerhaus Stuttgart hat Barto eine Ausstellungsförderung von der Landesregierung Baden-Württemberg eingeworben. Diese Förderung vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg erlangt besonders vor dem Hintergrund an Bedeutung, wenn man die Entwicklung der staatlichen Förderrichtlinien parallel zu veränderten öffentlichen Bedürfnislagen betrachtet. Die Förderung, die unter dem Titel „Kunst Trotz Abstand“ lief, wurde als direkte Antwort auf die Auswirkungen der Covid 19-Pandemie für freischaffende Künstler:innen und Organisationen verabschiedet. Zusätzlich zum Fokus auf Künstler*innen-Honorare und Produktionskosten, war ein Teil des Geldes für infrastrukturelle Erweiterungen gedacht, die für die Umsetzung von Gesundheitsmaßnahmen und Hygienekonzepten notwendig waren. Barto hat diese Förderung – sowie die von Seiten des Künstlerhaus Stuttgart aus seinem mit städtischen Geldern finanzierten Budget zur Verfügung gestellten Mittel – um eine Spende der Galerie Max Mayer, einer vom Inhaber Max Mayer in Düsseldorf betriebenen, kommerziellen Galerie, aufgestockt.

 

Schließlich ist Barto noch ein zusätzliches Arbeitsverhältnis eingegangen, um die im Rahmen ihrer Ausstellung im Künstlerhaus Stuttgart miteinander vergleichbaren Formen der Vergabe und des Empfangs finanzieller Zuwendungen auszudehnen. Die Künstlerin schlug vor, die Ausstellung in Stuttgart mit einer Ausstellung ihrer Arbeiten im Kunstverein Nürnberg zu spiegeln – einer Institution, die im Vergleich zum Künstlerhaus Stuttgart viel stärker auf die Einwerbung von Drittmitteln angewiesen ist. Während Bartos Ausstellung im Künstlerhaus Stuttgart fast vollständig durch öffentliche städtische und Landesmittel finanziert wird, wird die Ausstellung im Kunstverein Nürnberg, die ebenfalls den Titel The Supporters trägt, hauptsächlich durch das Sponsoring der Galerie Max Mayer ermöglicht. Während die Spende, die die Galerie Max Mayer ans Künstlerhaus Stuttgart geleistet hat, eine über die gesetzesmäßige Steuerentlastung hinausgehende Gegenleistung verbietet, ist das Sponsoring für den Kunstverein Nürnberg hinsichtlich möglicher Entschädigungszahlungen wesentlich weniger restriktiv geregelt. Der komplexe Kreislauf unterschiedlicher, aber vergleichbarer Beziehungen, den Barto zwischen diesen Kunstinstitutionen orchestriert hat, wird mit Hilfe eines Vertragssystems formalisiert, das die jeweiligen Zuwendungsformen und ihre Auswirkungen regelt. Diese Vereinbarungen sind in Form von unlimitierten Editionen, die die Künstlerin zur kostenlosen Verteilung an alle Besucher*innen erstellt hat, Teil beider Ausstellungen.

 

Das Künstlerhaus Stuttgart freut sich, “The Supporters” zu präsentieren, ein Projekt von Eva Barto, das in Zusammenarbeit mit dem Kunstverein Nürnberg und der Galerie Max Mayer, Düsseldorf, entstanden ist.

 

[1] Council on Foundations Report, “Non-Profit Law in Germany” (März, 2020). European Fundraising Association, “Growing Philanthropy in Germany“ https://efa-net.eu/features/your-voice-growing-philanthropy-in-germany (März, 2021).

 

2021 25.03.2021
Relaunch: Die neue Website des Künstlerhaus Stuttgart
News
25.03.2021

Als Schnittstelle zwischen international wahrgenommenen Ausstellungsprogrammen, der Stuttgarter Künstler:innenschaft und den wichtigen Diskursen der Stadtgesellschaft spielt das Künstlerhaus eine immer wichtigere Rolle. Diese Bedeutung schlägt sich nun auch in einer neuen Website nieder. Nach einem intensiven Arbeitsprozess geht www.kuenstlerhaus.de mit neuem Design und klarer Struktur heute online.

Die neue Online-Präsenz setzt auf Besucher:innenfreundlichkeit, Transparenz und Offenlegung aller Inhalte durch eine neue Navigation, und ein übersichtliches Design.

 

Die Idee für die neue Website war es, das Künstlerhaus Stuttgart ganzheitlich bereits auf der Startseite darzustellen, und eine Struktur zu schaffen, die es ermöglicht, Informationen leichter auffindbar zu machen, und Ausstellungsprogramm, Aktivitäten in unseren Werkstätten und Ateliers gleichberechtigt darzustellen.
Das Stuttgarter Büro matter of war dabei für das Design, Valentin Alisch für die technische Umsetzung verantwortlich Die Projektleitung lag in den Händen der Geschäftsführerin Romy Range, die vom Vorstand bei der Realisierung unterstützt wurde.

 

Transparenz und Übersichtlichkeit

Alle Bereiche des Künstlerhauses stehen jetzt gleichberechtigt nebeneinander und sind für die Nutzer:innen direkt einsehbar. Ob es sich um Ausstellungen, Werkstätten, Atelierstipendiat:innen oder um Mitgliedschaften im Künstlerhaus handelt – alles ist auf einen Blick erfassbar und über die Navigation direkt zugänglich. Die Bildkacheln auf der Startseite ermöglichen zusätzlich einen intuitiveren Zugang zu den einzelnen Menüpunkten wie Ausstellungen, Ateliers oder Werkstätten. Die Agenda bietet darüberhinaus einen Überblick über alle kommenden Veranstaltungen und Ausstellungen. Alle Inhalte sind auch weiterhin sowohl auf Deutsch als auch auf Englisch vorhanden.

 

Neue Menüpunkte, neue Inhalte

Wir haben aber nicht nur bestehende Inhalte neu strukturiert, sondern heben Beteiligungsmöglichkeiten mit den Kategorien Vermittlung und Mitgliedschaft deutlicher hervor. Im Bereich Vermittlung wird zum Beispiel in den nächsten Monaten auch unser Projekt mit dem Hölderlin-Gymnasium sichtbar.
In unserem neuen Shop kann man Editionen und Publikationen ab sofort erwerben, und den Kauf über die Website abwickeln. Auch Mitgliedschaften können ab sofort online abgeschlossen werden, was eine Vereinfachung für alle Nutzer:innen darstellt.
Neu ist darüber hinaus die Funktion der Website als umfangreiches Recherchetool mit Filteroptionen. Sie bietet unterschiedlichen Nutzer:innen die Möglichkeit, sich gezielt in eine Vielzahl von Themen zu vertiefen und Inhalte zu suchen.

 

Klares und einfaches Design

Frische Farben, viel Weißraum, großformatige Bilder und der Einsatz von Videos: Die neu gestaltete Website bietet den Nutzer:innen alle wichtigen Inhalte auf einen Blick. Jede Unterseite bietet einen Einstieg über Bilder und Videos, gefolgt von Langtexten.
So sind beispielsweise unsere Werkstätten ab sofort nicht nur über Bilder, sondern auch über Videos erfahrbar. Jede Werkstatt mit ihren Besonderheiten wird in den kommenden Monaten mit einem Kurzfilm vorgestellt. Den Anfang machen die Werkstätten für Keramik, Siebdruck und Radierung.

 

Archiv aus über 40 Jahren Künstlerhaus

Mehr als 40 Jahre Künstlerhaus Stuttgart lassen sich in unserem Archiv finden. Um den Besucher:innen die Recherche zu erleichtern, haben wir nicht nur eine Such-, sondern auch eine Filterfunktion einbauen lassen, sodass man gezielt nach Ausstellungen oder Veranstaltungen, Publikationen oder ähnlichem recherchieren kann. Wir haben Archivmaterial aufgearbeitet, Bildmaterial recherchiert, und neue Inhalte generiert. Das Archiv ist dabei weiterhin ein Work in progress. In den nächsten Monaten werden wir dieses mit weiteren Inhalten ergänzen.

Mit dieser neuen Website soll das Künstlerhaus Stuttgart in allen Facetten erlebbar sein, und alle Nutzer:innen bestmöglich über alle Aktivitäten des Vereins informieren.

2021 25.03.2021
Vorstandswechsel im Künstlerhaus: Dr. Hannelore Paflik-Huber stellt sich nicht erneut zur Wahl
News
25.03.2021

Frau Dr. Hannelore Paflik-Huber, Kunstwissenschaftlerin, stellt sich als 1. Vorsitzende in der Mitgliederversammlung am 25.3.2021 des Künstlerhaus Stuttgart e.V. nicht mehr zur Wahl.

Dies nimmt das Künstlerhaus Stuttgart zum Anlass zurückzublicken und die wichtigsten Verdienste und Aktivitäten ihrer Amtszeit aufzuführen und zu würdigen.

17 Jahre lang, von 2004 bis 2021, hat die 1. Vorsitzende die Verantwortung für das Künstlerhaus Stuttgart getragen. In dieser Zeit konnten insgesamt vier künstlerische Leiter*innen berufen werden: Axel Wieder (2007–2010, heute Direktor Kunsthalle Bergen), Misal Adnan Yıldız (2011–2014, heute Co-Direktor Kunsthalle Baden Baden), Fatima Hellberg (2015–2019, heute Direktorin des Bonner Kunstvereins) und Eric Golo Stone (künstlerischer Leiter seit 2020).

Von 2004 bis 2006 installierte sie die Gruppe Visual Music, gemeinsam mit Roland Blach, Thomas Maos, Cornelia und Holger Lund, Laurenz Theinert, Hans Dieter Huber und Wolf Helzle im Künstlerhaus. Am 13.1.2006 organisierte sie mit dieser Gruppe in den Räumlichkeiten des Künstlerhaus Stuttgart das eintägige Symposium 1. Visual Music Party.

Von 2006 an hat Frau Paflik-Huber acht Jahre lang am sogenannten grauen Tisch im 1. Stock des Künstlerhauses mit ihrem Mann, Prof. Hans Dieter Huber, eine Diskussionsrunde geleitet, an der Sean Rainbird, Staatsgalerie Stuttgart, Dr. Marion Ackermann, Kunstmuseum Stuttgart (nachfolgend Dr. Ulrike Groos), Iris Dressler, Hans D. Christ (WKV), Axel Wieder (nachfolgend Misal Adnan Yıldız), Nikolaus Koliusis, freischaffender Künstler, Klaus Gerrit Friese, Galerist, Nikolaus Forstbauer, Stuttgarter Nachrichten, Uta und Rudolf Scharpff, Sammler, teilgenommen haben. Letztere waren auch die Sponsoren der Abende, zu denen externe Vortragende eingeladen wurden. Die Inhalte der Diskussionen waren die zeitgenössische Kunst, deren Vermittlung, Förderung und Distribution, speziell auf Stuttgart und Baden-Württemberg bezogen.

2009 wurde nach einem Vorschlag des Stuttgarter Künstlers Nikolaus Koliusis dem Künstlerhaus Stuttgart der Stiftungspreis für Kunst und Wissenschaft der Hypo Real Estate Bank International AG verliehen, gemeinsam mit der Stankowski Stiftung. Das Preisgeld für jede Institution betrug 7.500 €. Die gemeinsame Preisverleihung konnte Frau Paflik-Huber in den Räumen des Künstlerhaus Stuttgart organisieren.

Als Geschäftsführerin konnte sie zuletzt 2016 Romy Range berufen.
2011 hat Frau Paflik-Huber die externe Keramikwerkstatt in das Haus integriert. Zuvor war diese nur im Sommer nutzbar und räumlich weit entfernt vom Künstlerhaus gelegen.
Des Weiteren hat sie stets Sorge getragen, dass alle Werkstätten im Hause erhalten bleiben und es ermöglicht, diese von der Ausstattung stets auf einem aktuellen Stand zu halten. Mit ihrem Engagement hat sie dafür gesorgt, dass die immer größere Nachfrage an Ateliers in Stuttgart durch den Aus- und Anbau von vier auf sieben Atelierräume beantwortet wurde. Sie hat im Liegenschaftsamt Befürworter*innen gefunden, in der Atelieretage eine Küche und einen sanitären Bereich einzubauen. Waren es zu Beginn ihrer Amtszeit 2004 circa 25 Bewerber*innen für die Atelierstipendien, so ist ihre Zahl 2020 auf 71 angestiegen. Die Jury zu der Auswahl fand stets unter ihrem Vorsitz statt.
In ihre Amtszeit fällt die Verfassung einer umfangreichen Geschäftsordnung, die vom Vorstand und Beirat in mehreren Klausurtagungen entwickelt wurde und auf das Haus der Künstler*innen in einer individuellen Sprache und Form ausgerichtet ist. Es war Frau Paflik-Huber ein großes Anliegen, das Archiv des Künstlerhauses dem Stadtarchiv Stuttgart zu übergeben. Am dortigen Ort ist das wertvolle Archivmaterial bestmöglich aufbewahrt, verwaltet, inventarisiert  und die Dokumente sind jederzeit einsehbar. Der Leiter der Stadtarchives, Prof. Roland Müller hat mit seinen Mitarbeiter*innen einen Vertrag ausgearbeitet, der das Fotomaterial, die Dokumente und Teile des Filmmaterials auf der Basis eines aktuellen Urheberrechtes zum Inhalt hat. Kostenfrei wurde 2016 alles in das Stadtarchiv überführt und in den Server dieser Institution eingespeist.

Gemeinsam mit Fatima Hellberg und Romy Range konnte Frau Paflik-Huber das ehemalige Restaurant Zadu in Federführung von dem damaligen Kämmerer und 1. Bürgermeister Michael Föll ab dem Jahr 2016 umbauen lassen. Ihre Aufgabe war es dabei, die Finanzierung mit der Stadt zu sichern und die gestalterischen sowie architektonischen Aufgaben mit zu entscheiden und zu verantworten. Das entscheidende Gremium bestand aus Architekten, Bauleitern, Liegenschaftsamt, Romy Range und Fatima Hellberg. Für die Moderation war die 1. Vorsitzende zuständig.

Für das Jubiläumsjahr 2018 hat Hannelore Paflik-Huber Michael Klett als Schirmherr gewonnen. Ihn und zahlreiche weitere private Sponsoren sowie Stiftungen konnte sie dafür gewinnen, die Publikation zum Jubiläum, die sie mit dem Künstlerhaus herausgegeben hat, zu finanzieren und einen Festakt zum Jubiläum zu veranstalten, bei dem sie als Moderatorin durch den Abend geführt hat.

2019 eröffnete in den umgebauten Räumen im Erdgeschoss das Restaurant Im Künstlerhaus, für das sie mit Romy Range und Fatima Hellberg den Restaurantbetreiber Sebastian Werning als Pächter vertraglich verpflichtet hat.

2019 ist unter ihrer Herausgeberschaft für das Künstlerhaus die Publikation „Künstlerhaus Stuttgart 40 Jahre 1978-2018“ im Verlag avedition erschienen. Das Buch umfasst die Geschichte des Hauses und die Gründungszeit des Künstlerhauses mit grundlegenden Texten des Kunstwissenschaftlers Hans Dieter Huber. Die Publikation gibt Einblick in die Werkstätten und Ateliers und stellt alle Künstlerischen Leiter*innen in Interviews und Statements vor. Zahlreiche Gratulant*innen aus der Stuttgarter-  und der internationalen Kunstszene kommen zu Wort. Es ist ein Standwerk zu einem der wichtigsten Häuser der Stadt Stuttgart und zu einer international einzigartigen Kunstinstitution.

In all den Jahren bestand ihr Anliegen darin, das Künstlerhaus finanziell abzusichern, damit das Haus ein geschützter Ort für Künstler*innen bleibt. Sie hat jederzeit einen sehr guten Kontakt mit der Stadt und den Gemeinderät*innen gehalten und zusätzlich zahlreiche Sponsor*innen gewinnen können. Die Sicherung der Zuschüsse ist ihren umsichtigen Verhandlungen mit den Politiker*innen und dem Kulturamt zu verdanken. Damit auch die Mitglieder selbst zu Wort kommen, wurden zu Beginn ihrer Amtszeit die zwei Veranstaltungsreihen Visual und Local eingeführt. Jedes Mitglied kann hier eine Veranstaltung, eine Performance, einen Vortrag, eine Vortragsreihe, einen Film, etc. vorschlagen und präsentieren. Der Beirat stimmt nach Einreichung finanziell wie inhaltlich über die eingereichten Vorschläge ab.

Ihr großes Anliegen war es, den Studierenden der Kunst und Architektur von der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart und der Kunstgeschichte der Universität Stuttgart, sowie der Fachhochschulen in Pforzheim und Schwäbisch Hall dank ihrer Lehraufträge an diesen Institutionen das Künstlerhaus  vorzustellen. So besuchte sie mit ihren Studierenden die Ausstellungen, vermittelte zahlreiche Atelier- und Werkstattbesuche von Kunstprofessor*innen, um somit immer wieder den Nachwuchs und interessierte Kreise auf das Haus aufmerksam zu machen.

Ihr oberstes Ziel war jederzeit, Künstler*innen einen Raum zu geben, damit diese in den Werkstätten ihre Arbeiten produzieren, in den Ateliers 1 bis 3 Jahre arbeiten und von dort aus Kontakte zu anderen Institutionen knüpfen konnten. Besonders wichtig war es ihr, den jeweiligen künstlerischen Leiter*innen die Freiheit für die Präsentation ihrer kuratorischen Konzepte zu geben und diese auf zwei Ausstellungsebenen zu zeigen. Die Diskussion sollte stets aktuell sein, dafür hat sie den notwendigen finanziellen Bedarf eingestellt. Es gilt, den Leiter*innen den größtmöglichen Freiraum zu geben, damit diese die noch nicht etablierte, aktuelle Kunst in Stuttgart sichtbar zu machen und den Stuttgarter Künstler*innen, Bürger*innen und einem internationalen Publikum eine aktuell geführte Diskussion anzubieten.

Des Weiteren hat sie erfolgreich in der Stadt, national und international, dazu beigetragen, dass das Künstlerhaus jederzeit im Gespräch ist, dass Neugierde geweckt wird und vor allem, dass das Alleinstellungsmerkmal dieser Kunstinstitution heute auch international anerkannt und geschätzt wird.

Als Abschiedsabend ist ein Abend mit einer Filmvorführung und Diskussion zum Werk der Filmemacherin und Künstlerin Ulrike Ottinger geplant. Pandemiebedingt steht hier noch kein Termin fest. Eine weitere Abschiedsveranstaltung ist eine Diskussionsrunde mit den Neuen Auftraggebern, die sie mit Romy Range organisiert.

Wir haben der scheidenden 1. Vorsitzenden Frau Paflik-Huber eine Menge zu verdanken. Sie prägte in all den Jahren das Haus mit ihrer großen Kenntnis der zeitgenössischen Kunst, ihrem Überblick über aktuelle, kuratorische Konzepte und ihren zahlreichen nationalen wie internationalen Kontakten. Ihrer sehr guten Vernetzung in der Stuttgarter Kunst- und Künstler*innenszene ist es zu verdanken, dass das Künstlerhaus stets im Gespräch war und ist. Ihre Lehrtätigkeit an verschiedenen Hochschulen in Baden-Württemberg ermöglichte es, viele angehende Künstler*innen und Kunstwissenschaftler*innen ans Haus zu binden. Ihre ehemaligen Studierenden des Studiengangs Kommunikationsdesign der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart haben über all die Jahre hinweg die Erscheinungsbilder des Hauses mitgestaltet.
Wir möchten zum Schluss noch etwas nicht Selbstverständliches hervorheben: Es ist ein Ehrenamt.

Foto: Florian Model
2021 22.03.2021
Atelierstipendien 2021/22
News
Ateliers
22.03.2021
Die neuen Atelierstipendiat:innen beziehen zum 01. Mai ihre Ateliers

Das Künstlerhaus Stuttgart freut sich, die neuen Atelierstipendiat:innen des Jahres 2021/22 bekanntzugeben, die ab 01. Mai 2021 ihre Ateliers im Künstlerhaus beziehen werden. Auch in diesem Jahr kann das Künstlerhaus sechs herausragenden Künstlerinnen und Künstlern, Künstlergruppen und Kollektiven Arbeitsräume für ein Jahr zur Verfügung stellen.
Neu begrüßen dürfen wir Helen Weber, Janis Eckhardt und Eva Dörr und Lena Meinhardt.

Die Stipendien von Alba Frenzel, Lennart Cleemann und Marlon Lanziner und Valentino Biagio (MAVA) wurden um ein weiteres Jahr verlängert. Jasmin Schädler wird in ihrem letzten Jahr als Stipendiatin ihr Atelier mit ihren Kolleginnen Susanne Brendel und Julia Schäfer des n.n.n. collectives  teilen.

 

Janis Eckhardt

Janis Eckhardts (*1994) Arbeitsweise verbindet ausgehend von Konstellationen und Objekten, persönliche Faszinationen mit gegenwärtigen sozialen Umständen. Arbeiten entstehen meist durch einen beiläufigen Moment, der aus den angesammelten Materialien hervorgeht. Performative Aspekte, das Wiederverwenden von eigenem und fremdem Material sowie dessen Historie, Distribution und Rekontextualisierung, ziehen sich als Mechanismen durch seine Arbeit. Dabei ist er stets auf der Suche nach nicht rein symbolischer Reproduktion und Darstellung, sondern einem Eingriff, der eine Ambivalenz produziert und aufrechterhält.

 

Helen Weber

Helen Weber (*1994) studierte Bildende Kunst in Stuttgart und in Istanbul. Arbeitet individuell und kollektiv zwischen Innen- und Außenraum. Teil des Schwäbischen Online-Albvereins, des kollektiv_mitteperformance und ROSANNAWIDUKIND. Wirft sich mit feldforscherischem Anspruch in Kontexte, was Aktionen, Skulpturen, Texte, Videoinstallationen und diverse Formen der Dokumentation zur Folge hat. Seit Längerem gilt ihr Interesse den Widersprüchen des “Deutschen Waldes”, einer ideologischen Spielwiese zwischen Survival, Waldeinsamkeit*, Volkstum, Protest, Zecken, Natur- und Klimaschutz.
*Im Juli 2020 entwaffnet der “Schwarzwald- RAMBO“ Y. Rausch bei einer Kontrolle in seinem Gartenhüttchen 4 Polizeibeamte und findet anschließend auf sechstägiger Flucht vor Polizeihubschraubern Obdach im heimischen Schwarzwald. In einem Video schildert die Anwohnerin die Situation: „Ich war im Garten beschäftigt und auf dem Weg runter habe ich die Straße abgeguckt – weil man sich halt irgendwie umschaut momentan – und dann habe ich einen jungen Mann in Tarnanzug mit einem langen Wanderstock die Straße langlaufen sehen. Er lief wie ein Wanderer.“

 

n.n.n. collective

n.n.n. collective wurde im Jahr 2014 von Jasmin Schädler, Julia Schäfer und Susanne Brendel gegründet. Schädler studierte Theaterregie an der Akademie für Darstellenden Künste Baden-Württemberg (2016) und Kunst Praxis am Dutch Art Institute (2019). Schäfer machte ihren Abschluss in Bildender Kunst an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart (2020) und Brendel studierte Bühnen- und Kostümbild und Bildende Kunst an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart (2021).
Gemeinsam entwickeln sie Formate, die sich sowohl im Bereich der Bildenden als auch der DarstellendenKunst bewegen. Inhaltlich beschäftigen sie sich gleichermaßen mit literarischen und theoretischen Texten und deren Potential, szenische Vorgänge auszulösen. Ihre Arbeiten waren u. a. im Projektraum des Kunstverein Wagenhalle, dem Schauspiel Stuttgart und dem Theater Rampe zu sehen.
Unterstützt durch die Publikationsförderung des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg erscheint 2021 ihre Publikation vom Aufgang der Sonne. Darin werden Texte und künstlerische Arbeiten präsentiert, die im Rahmen einer kritischen Auseinandersetzung mit Hegels Vorlesungen über die Philosophie der Weltgeschichte entstanden sind.

 

Eva Dörr & Lena Meinhardt

Lena Meinhardt und Eva Dörr arbeiten seit 2019 als Künstlerinnenduo zusammen. Ihre Arbeiten begegnen sich im Feld der Soundinstallation.

Lena Meinhardt war Kontaktstudentin in Computermusik an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart. Aktuell studiert sie an der HdM Stuttgart Audiovisuelle Medien. In ihren Kompositionen verselbstständigen sich Aufnahmen von Orten, Objekten oder Texten durch kraftvolle Klangsynthesen. Zusammen mit Eva Dörr, die unter anderem am KIT Karlsruhe und der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart Bildende Kunst und Mathematik studierte, entstehen Orts- oder kontextbezogene Arbeiten. Eva Dörrs künstlerische Schwerpunkte liegen im Bereich der (Sound-) Installation und dem Video. Sie konzentriert sich auf die akustische Wahrnehmung von zumeist marginalen Räumen und Orten.

Die Arbeit ABELKA ist Teil des selbstorganisierten Ausstellungsprojektes „Kehrmaschine“. Gleich getaktet mit weiteren Arbeiten der Ausstellung vermischt die 8-Kanal-Sound Installation die Lüftungsanlage der Halle mit einer 60-minütigen Komposition, die das Raumgedächtnis zum Thema hat und die Halle mit Klängen und deren Reflexionen füllt.

 

Alba Frenzel

Alba Frenzel studierte an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig. Während ihres Studiums befasste sie sich mit Fotografie im Feld der zeitgenössischen Kunst. Nach ihrem Diplom im Sommer 2017 stellte sie ihre Arbeiten Fotopapier, Licht, Ei zusammen mit weiteren Preisträger:innen im Rahmen des Fotowettbewerbs gute aussichten – junge deutsche fotografie in den Deichtorhallen Hamburg aus. Im Frühjahr 2021 erscheint ihre erste Publikation Kreatur o.T. beim Vexer Verlag.
In ihrer künstlerisch-forschenden Arbeit interessiert sie sich dafür, wie „lebendige Kunst“ entsteht. Bei ihrer aktuellen Recherche stieß sie durch Zufall auf den „Leberwurstbaum“, der im Duden auf derselben Seite steht wie „Leben“. „Meine Arbeit ist eine groß angelegte Forschung, in der mit dem Leberwurstbaum so umgegangen wird als ob er Kunst sei oder mit Kunst als sei sie ein Leberwurstbaum. Die Qualitäten, die sich metaphysisch auf die Eigenschaften von Kunst umdenken lassen, werden dabei ausgewählt.
Das von mir gesammelte heterogene Material zu dem ursprünglich in Westafrika heimischen Baum stammt aus verschiedenen gefundenen Quellen: Bildern, Katalogtexten, Videos, Fachaufsätzen und Internet-Suchergebnissen.“

 

Lennart Cleemann

Lennart Cleemann (*1990) kommt aus der Architektur. Er studierte in Hannover, Aarhus und Stuttgart. Bevor er zur Kunsthochschule in Stuttgart kam, machte er ein Praktikum bei Buchner Bründler Architekten in Basel (Schweiz). Diese Zeit prägte seine Denkweise und Arbeitshaltung bezüglich des von ihm so benannten „poetischen Pragmatismus“. In der Kunstklasse Reto Bollers hat er seine Affinität für den direkten Kontakt mit Material und dessen emotionale Potenz entdeckt.
In seiner Arbeit behandelt er vor allem Themen der Ein- und Zweisamkeit sowie Themen des sexuellen Begehrens und Konsums. Die Befreiung aus einer gefühlten Hilflosigkeit gegenüber gesellschaftlich und gedanklich festgefahrenen Strukturen ist dabei ein Ziel seiner Arbeit. Er hat eine Verbundenheit zu rohen, unbehandelten Materialen, welche häufig den Ausgangspunkt seiner Arbeit darstellen. Diese werden gerne mit Fundobjekten von der Straße und Baustellen kombiniert und in Kontext miteinander gesetzt.
Am Künstlerhaus Stuttgart hat er sich mit dem Bestreben beworben, das bereitgestellte Atelier als einen Testraum für Installationen, im Sinne einer dystopischen Wohnung, zu nutzen. Die Idee stammt vor allem aus der Auseinandersetzung mit dem Motiv des Bettes als Ort des Rückzugs, der Lethargie, aber auch der Intimität und Freude.
Er erkundet Gefühls- und Beziehungszusammenhänge, welche ihn in seinem Alltag beschäftigen. Der Testraum kann auch als eine Art Baustelle betrachtet werden, die sich in stetigem Wandel befindet. Leben und Tod, Schönheit, Zerstörung und Verfall haben hier gleichermaßen eine Daseinsberechtigung.

 

Marlon Lanziner und Valentino Biagio (MAVA)

Marlon Lanziner und Valentino Berndt arbeiten seit 2014 als Künstlergruppe MAVA an der skulpturalen Ausarbeitung von Umweltphänomenen. In ihrem Projekt “the rain brings the color” zeigen sie, wie durch Verwitterungsprozesse von Kupfermaterialien in Reaktion mit Regenwasser Farbschlieren auf einer weißen Marmortreppe entstehen und wie diese das Aussehen der Treppe transformieren.
Marlon Lanziner (*1989) und Valentino Biagio Berndt (*1988) absolvierten das Studium der Bildenden Kunst an der ABK Stuttgart von 2010 bis 2018.
2019 entwarf Marlon Lanziner mit Eva-Marie Holzner die erste Edition von „Vadonna“-Kleinskulpturen. Die aus Bronze gefertigten und individuell gefärbten Unikate beziehen sich zum einen auf die klassische Mariendarstellung, der „Madonna“, zum anderen auf das weibliche Geschlecht, und verbinden beide Aspekte in den Skulpturen.

2020 publizierte Marlon Lanziner und Valentino Berndt das MAVA Kunstbuch Die Geschwindigkeit der Erde, welches die künstlerischen Projekte von 2014 – 2020 zusammenfasst. Im folgenden Jahr 2021 planen sie die Veröffentlichung des Buches im Rahmen einer Ausstellung.

Im Rahmen des Atelierprogramms werden Arbeitsstipendien an herausragende Künstlerinnen und Künstler sowie Bewerber:innen aus den Bereichen Architektur und Theorie vergeben. Ihnen steht mietfrei ein Arbeitsraum im Künstlerhaus zur Verfügung. Zudem können die Werkstätten des Künstlerhauses kostenfrei genutzt werden. Die Arbeitsräume werden anhand der eingegangenen Bewerbungen jährlich vergeben. Die Entscheidung über die Vergabe trifft der Beirat des Künstlerhauses. Stipendienbeginn ist in diesem Jahr coronabedingt der 1. Mai 2021 . Die Jury bestand aus Vertretern des Vorstands und des Beirats des Künstlerhaus Stuttgart e.V.

Helen Weber, RAMBO 2020, Foto: Julia Schäfer
© n.n.n. collective
Janis Eckhardt, Video Still
Eva Dörr & Lena Meinhardt, ABELKA, Foto: Eva Dörr & Lena Meinhardt
Lennart Cleemann, My Dear Friends (One of Them is a Dramaqueen), Gartenstühle, variable Maße, 2020
MAVA Atelier, Foto: MAVA
Alba Frenzel
2021 09.03.2021
Dienstags-Werkstatt V
Ülkü Süngün
Veranstaltung
Gespräch
09.03.2021
Kuratiert von:
Ronald Kolb

Ülkü Süngün

studierte Bildhauerei an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste. Mit unterschiedlichen Medien wie Fotografie, Installation, Bildhauerei und Lecture Performances setzt sie sich in ihrer Arbeit kritisch mit Migrations- und Identitäts(politiken) und Erinnerung auseinander und betreibt mit ihren prozessorientierten und kollaborativen Ansätzen künstlerische Forschung. Als Dozentin an der Merz Akademie und der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart beschäftigte sie sich auch mit emanzipatorischen Fragen in der Lehre. Im Künstlerhaus realisiert sie ihr Projekt Institut für Künstlerische Migrationsforschung (IKMF). Mit ihrem 2017 gegründeten Verein, macht sie ihre bisherige künstlerische und sozial- und gesellschaftskritische Praxis strukturell sichtbar und nutzt dabei Räume nomadisch. Im Frühjahr 2019 wurde im Rahmen dieses Projektes die Veranstaltungsreihe ACTIVIST ACADEMY. VISUAL STRATEGIES I mit mehreren offenen Workshops im Künstlerhaus realisiert. 2019 hatte sie mit dem IKMF einen Aufenthalt im zeitraumexit in Mannheim: GEMEINGUT JUNGBUSCH. Sie untersuchte im Viertel Jungbusch, Funktionen von Migration und Kultureinrichtungen im Kontext der Gentrifizierung. Stationen des Aufenthaltes waren die Kurzfilm-Kinoreihe KANAKINO mit Belit Sag und Cana Bilir-Meier.

 

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Dienstags-Werkstatt

 

Das Künstlerhaus lädt jeweils eine:n Künstler:in, oder ein Kollektiv ein – gemeint sind spartenübergreifend und transdisziplinär alle Kunst- und Kulturschaffenden – , über ihre Arbeitsweisen, ihre Hintergründe und Vorgehensweisen zu sprechen. Wir wollen eine Plattform etablieren, in der sich intensiver zur künstlerischen Praxis ausgetauscht wird und uns so vernetzen, solidarisieren und gegenseitig stärken.

 

Die Reihe richtet sich an alle Mitglieder des Künstlerhaus Stuttgart, an Künstler:innen wohnhaft in Stuttgart und Umgebung oder auf der Durchreise, an alle Kulturschaffende, Kunstvermittler:innen, Kurator:innen, usw. und ist offen für alle!

 

Das neue Format wurde von Ronald Kolb initiiert und wird vom Beirat des Künstlerhauses unterstützt.

2021 09.02.2021
Dienstags-Werkstatt IV
Florian Model
Veranstaltung
Gespräch
09.02.2021
Kuratiert von:
Ronald Kolb

Florian Model

mäandert zwischen kuratorischer und künstlerischer Praxis und beschäftigt sich mit dem Einfluss technologischer Entwicklungen auf gesellschaftliche Prozesse und Strukturen, indem er die Folgen dieser komplexen Systeme simuliert. Er leitet gemeinsam mit Johanna Markert und Lukas Ludwig die nomadische gemeinnützige Organisation Anorak e.V. Zu den jüngsten Gruppenausstellungen gehören MADE IN CHINA in der MAB Society Shanghai (2013), Soft Nepotism in der Bar Du Bois Vienna (2014), Expectations in den Composing Rooms Berlin (2015), Zunfthaus der Künstler im Cabaret Voltaire Zürich und the route of friendship runs into a big beautiful wall in der Ladrón Gallery Mexico City (2018).

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Dienstags-Werkstatt

 

Ab Oktober 2020 treffen sich jeden zweiten Dienstag des Monats um 19 Uhr Künstler*innen und Kulturschaffende im Künstlerhaus Stuttgart, um ihre künstlerische Praxis vorzustellen und sich mit anderen auszutauschen, zu diskutieren und sich näher kennenzulernen.

 

Das Künstlerhaus lädt jeweils eine*n Künstler*in, oder ein Kollektiv ein – gemeint sind spartenübergreifend und transdisziplinär alle Kunst- und Kulturschaffenden – , über ihre Arbeitsweisen, ihre Hintergründe und Vorgehensweisen zu sprechen. Wir wollen eine Plattform etablieren, in der sich intensiver zur künstlerischen Praxis ausgetauscht wird und uns so vernetzen, solidarisieren und gegenseitig stärken.

 

Die Reihe richtet sich an alle Mitglieder des Künstlerhaus Stuttgart, an Künstler*innen wohnhaft in Stuttgart und Umgebung oder auf der Durchreise, an alle Kulturschaffende, Kunstvermittler*innen, Kurator*innen, usw. und ist offen für alle!

 

Das neue Format wurde von Ronald Kolb initiiert und wird vom Beirat des Künstlerhauses unterstützt.

2021 08.02.2021
Bündnis für eine gerechte Kunst- und Kulturarbeit, Baden-Württemberg
News
08.02.2021

Im Juni 2020 haben wir, Akteur:innen und Institutionen im Bereich der Künste, die in Baden-Württemberg angesiedelt sind, uns zu einem offenen, unabhängigen und disziplinübergreifenden Bündnis für gerechte, diverse und inklusive Verhältnisse im Kunst- und Kulturbetrieb zusammengeschlossen: ein Bündnis, das auf regionaler, bundesweiter und transnationaler Ebene aktiv werden möchte, um einen systemischen Wandel herbeizuführen.

 

Was uns bewegt, sind die Sorge um die Zukunft der Künste sowie die Überzeugung, dass diese nur dann unabhängig bleiben, wenn sich die Strukturen und Bedingungen des Kunst- und Kulturbetriebs sowie für Kunst- und Kulturarbeiter:innen radikal verändern. Der Begriff „Kunst- und Kulturarbeiter:innen“ schließt für uns sämtliche im Bereich der Künste freischaffend oder angestellt Tätigen ein: von den Künstler:innen, Kurator:innen oder Dramaturg:innen bis hin zu Sicherheits- und Reinigungsdiensten.

 

Neben dem Anliegen, eine grundlegende Veränderung der bestehenden kulturpolitischen Strukturen und Förderpolitiken in Zusammenarbeit mit Politik und Verwaltung zu erreichen, ist es uns ebenso wichtig, unsere eigenen Arbeits-, Denk- und Entscheidungsweisen im Hinblick auf einen gerechten, diversen und inklusiven Kunst- und Kulturbetrieb auf den Prüfstand zu stellen.

 

Mit diesem Schreiben senden wir Ihnen das erste ausführliche öffentliche Statement des Bündnis für eine gerechte Kunst- und Kulturarbeit, Baden-Württemberg.

 

STATEMENT
mehr lesen

 

MITMACHEN / KONTAKT
Dieses neue ist ein offenes und derzeit noch lückenhaftes Bündnis. Wir freuen uns auf viele weitere Beteiligte aus unterschiedlichen Bereichen und Kontexten der Künste, die an dem Bündnis mitarbeiten und / oder als Mitunterzeichner:innen auftreten möchten.

Sie haben Interesse
· aktiv am Bündnis für eine gerechte Kunst-und Kulturarbeit, Baden-Württemberg, mitzuwirken und / oder
· Mitunterzeichner:in zu werden?*

 

Dann schreiben Sie uns eine E-Mail an
info@dasbuendnis.net

 

2021 12.01.2021
Dienstags-Werkstatt III
Damaris Wurster
Veranstaltung
Gespräch
12.01.2021
Kuratiert von:
Ronald Kolb

Damaris Wurster

ist bildende Künstlerin, freie Editorin und Schriftstellerin. Sie studierte an der Merz Akademie und der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart.
In ihren Arbeiten setzt sie sich mit der Abstraktion der Fotografie und digitalen Kompositionen auseinander. Ausgangsmaterialien sind analoges Filmmaterial, digitale Fotografien sowie Found Footage. Neben ihrer künstlerischen Tätigkeit arbeitet sie als Editorin mit dem Schwerpunkt Medienkunst.
2016 gründete sie gemeinsam mit Anne Pflug und Christiana Teufel das Lowland Magazin und das gleichnamige Ausstellungsprojekt. Das Projekt soll die Vernetzung von Künstler:innen aus unterschiedlichen Disziplinen fördern.

 

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Dienstags-Werkstatt

 

Das Künstlerhaus lädt jeweils eine:n Künstler:in, oder ein Kollektiv ein – gemeint sind spartenübergreifend und transdisziplinär alle Kunst- und Kulturschaffenden – , über ihre Arbeitsweisen, ihre Hintergründe und Vorgehensweisen zu sprechen. Wir wollen eine Plattform etablieren, in der sich intensiver zur künstlerischen Praxis ausgetauscht wird und uns so vernetzen, solidarisieren und gegenseitig stärken.

 

Die Reihe richtet sich an alle Mitglieder des Künstlerhaus Stuttgart, an Künstler:innen wohnhaft in Stuttgart und Umgebung oder auf der Durchreise, an alle Kulturschaffende, Kunstvermittler:innen, Kurator:innen, usw. und ist offen für alle!

 

Das neue Format wurde von Ronald Kolb initiiert und wird vom Beirat des Künstlerhauses unterstützt.

2020 08.12.2020
Dienstags-Werkstatt II
Jasmin Schädler
Veranstaltung
Gespräch
08.12.2020
Neues Diskussionsformat des Künstlerhaus Stuttgart
Kuratiert von:
Ronald Kolb

Jasmin Schädler ist Regisseurin und bildende Künstlerin. Nach ihrem Bachelor in Physik und Kulturwissenschaften studierte sie Theaterregie bei Christof Nel an der Akademie für Darstellende Kunst Baden-Württemberg und absolvierte einen Master in Kunstpraxis am Dutch Art Institute. Ihr künstlerischer Fokus liegt in der Sezierung von Zusammenhängen und Etymologien. Technologie und Wahrnehmung stehen aktuell im Zentrum ihrer Auseinandersetzung. Ein längerfristiges künstlerisches Forschungsprojekt ist ihre Arbeit zur Interaktion zwischen Mensch und Algorithmen. Zuletzt zeigte sie hierzu eine Lecture Performance am Silent Green (Berlin) im Mai 2019.

2020 realisiert sie gemeinsam mit Bongile Gorata Lecoge-Zulu eine Arbeit für das Festival Die irritierte Stadt, in der es um die performative Diversität der Wahrnehmung des Stadtraums geht. Als Teil des Kollektivs die apokalyptischen tänzer*innen (www.apocalyptic.dance) entwickelt sie Performances in enger Zusammenarbeit mit dem Theater Rampe und als Teil der Nachwuchsplattform Freischwimmen.

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Dienstags-Werkstatt

 

Das Künstlerhaus lädt jeweils eine:n Künstler:in, oder ein Kollektiv ein – gemeint sind spartenübergreifend und transdisziplinär alle Kunst- und Kulturschaffenden – , über ihre Arbeitsweisen, ihre Hintergründe und Vorgehensweisen zu sprechen. Wir wollen eine Plattform etablieren, in der sich intensiver zur künstlerischen Praxis ausgetauscht wird und uns so vernetzen, solidarisieren und gegenseitig stärken.

 

Die Reihe richtet sich an alle Mitglieder des Künstlerhaus Stuttgart, an Künstler:innen wohnhaft in Stuttgart und Umgebung oder auf der Durchreise, an alle Kulturschaffende, Kunstvermittler:innen, Kurator:innen, usw. und ist offen für alle!

 

Das neue Format wurde von Ronald Kolb initiiert und wird vom Beirat des Künstlerhauses unterstützt.

2020 13.10.2020
Dienstags-Werkstatt I
Nana Hülsewig & Fender Schrade (NAF)
Veranstaltung
Gespräch
13.10.2020
Kuratiert von:
Ronald Kolb

NAF

sind die beiden Künstler:innen Nana Hülsewig und Fender Schrade. Ihre Zusammenarbeit begann 2013 im Künstlerhaus Stuttgart. Seidem arbeiten sie konsequent an einer Ästhetik der Überschreitung in den Bereichen Popmusik, Theater und Bildende Kunst. Für ihre Bühnenarbeiten wurden sie 2019 bereits zum zweiten Mal mit dem Tanz- und Theaterpreis Baden-Württemberg ausgezeichnet. Im Juni 2015 erhielten sie für ihre Projektreihe „NORM IST F!KTION“ die dreijährige Konzeptionsförderung des Landes Baden-Württemberg. Seit 2018 erweiterten NAF mit ihrem Projekt „DIE WERKSTATT“ ihr Duo mit internationalen Künstler:innen und entwickelten im Kollektiv künstlerische Arbeitsmethoden, ihr Instrument und ihre Kompositionen. Die Galerie für Zeitgenössische Kunst Leipzig und das Theater Rampe Stuttgart sind dabei ihre engen Verbündeten.

 

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Dienstags-Werkstatt

 

Ab Oktober 2020 treffen sich jeden zweiten Dienstag des Monats um 19 Uhr Künstler:innen und Kulturschaffende im Künstlerhaus Stuttgart, um ihre künstlerische Praxis vorzustellen und sich mit anderen auszutauschen, zu diskutieren und sich näher kennenzulernen.

 

Das Künstlerhaus lädt jeweils eine:n Künstler:in, oder ein Kollektiv ein – gemeint sind spartenübergreifend und transdisziplinär alle Kunst- und Kulturschaffenden – , über ihre Arbeitsweisen, ihre Hintergründe und Vorgehensweisen zu sprechen. Wir wollen eine Plattform etablieren, in der sich intensiver zur künstlerischen Praxis ausgetauscht wird und uns so vernetzen, solidarisieren und gegenseitig stärken.

 

Die Reihe richtet sich an alle Mitglieder des Künstlerhaus Stuttgart, an Künstler:innen wohnhaft in Stuttgart und Umgebung oder auf der Durchreise, an alle Kulturschaffende, Kunstvermittler:innen, Kurator:innen, usw. und ist offen für alle!

 

Das neue Format wurde von Ronald Kolb initiiert und wird vom Beirat des Künstlerhauses unterstützt.

NAF, NORM IST F!KTION #5/1, 2020, Foto: Regina Brocke
2020 15.03.–19.12.2020
Arbeitsgruppen
Ausstellung
Kuratiert von:
Eric Golo Stone

Künstlerhaus Vermittler:innen führen öffentliche Diskussionen in der Ausstellung: Samstag / Sonntag 12–18 Uhr

Es ist kein Geheimnis, dass das Feld der Kunst eine besonders richtungsweisende Funktion für die politische Ökonomie erlangt hat. Wir sind uns bewusst, in welchen Missstand die Kunst mittlerweile vollständig eingebunden ist. Plutokratische Herrschaftsformen und Strategien der Vermögensverwaltung definieren zunehmend die betrieblichen Strukturen der Kunstinstitutionen. Die Orte der Produktion, Distribution, Vermittlung, Rezeption und Konsumption des Kunstbetriebes sind gänzlich gleichbedeutend mit sozioökonomischer Ungleichheit. Künstler:innen sind ein gern zitiertes Beispiel dafür, wie Arbeiter*innen in einer hyperatomisierten Branche ausgebeutet, enteignet und entrechtet werden, die von asymmetrischen Eigentumsrechten, Freiberuflerverträgen, Vertraulichkeitsvereinbarungen und mündlichen Angeboten beherrscht wird.

 

Wie greifen wir in die daraus folgenden rechtlich-ökonomischen Strukturen ein, die gelebte Beziehungen und Arbeitsverhältnisse in der Kunstwelt bestimmen? Wie überwinden wir die unerträgliche Entkopplung zwischen dem politischen Anspruch, den Kunstwerke in sich tragen und den tatsächlichen politischen Gegebenheiten, die die Bedingungen der Produktion und Distribution von Kunstwerken bestimmen?

 

Die Arbeitsgruppenreihe

Die Ausstellung Arbeitsgruppen des Künstlerhauses Stuttgart stößt eine zweijährige Reihe geschlossener Arbeitsgruppen an, die eine grundlegende Neubewertung der institutionellen Verwaltungsstrukturen, sozioökonomischen Bedingungen und Arbeitsverhältnisse der Kunstproduktion und -distribution vornehmen sollen. Diese Arbeitsgruppen, bestehend aus lokalen, regionalen und internationalen Interessenträgern werden für das Künstlerhaus Stuttgart Richtlinien, Verträge und Satzungen entwerfen und umsetzen. Neben der direkten Anwendung auf das Künstlerhaus Stuttgart als reaktive institutionelle Fallstudie, bietet die Arbeitsgruppenreihe ein Modell kollaborativer Leitungsstruktur und fördert erfahrungsbasierte Untersuchungen gemeinschaftlicher politischer Strategien.

Das Künstlerhaus Stuttgart wurde 1978 von Künstler:innen gegründet und bietet deshalb einen institutionellen Rahmen, der sich organisatorisch eignet, um Ordnungsstrukturen und Entscheidungsprozesse aus Sicht praktizierender Künstler:innen neu zu betrachten und umzugestalten. Als Kunstinstitution, dem deutschen Vereinsrecht unterstellt, kommt dem Stimmrecht der Mitglieder in der Satzung des Künstlerhauses eine entscheidende Bedeutung zu. Zusätzlich zur Verantwortung, die mit der Wahrung des Stimmrechtes einhergeht, unterhalten die Mitglieder – deren Mehrheit sich aus Künstler:innen und anderen Berufsgruppen, die ihrer Arbeit künstlerische Kriterien zugrunde legen, zusammensetzt – zahlreiche Werkstätten und Ateliers, die im gleichen Gebäude wie die Ausstellungs- und Büroflächen untergebracht sind. Folglich nehmen Künstler*innen einen Platz ein, der die institutionelle Verantwortung eng mit den unmittelbaren Produktionsbedingungen des Künstlerhauses verzahnt.

 

Durch das Beharren auf dem Künstler als Schlüsselfigur in Entwurf und Umsetzung institutioneller Richtlinien, fordert die Reihe geschlossener Arbeitsgruppen am Künstlerhaus Stuttgart den weithin verinnerlichten Erwartungshorizont heraus, der besagt, dass die Arbeit von Künstler:innen notwendigerweise rein inhaltliche, zum Konsum bestimmte Ergebnisse hervorbringe. Arbeitsgruppen stellt somit auch zur Disposition, inwieweit ausstellende Kunstinstitutionen der Aufmerksamkeitsökonomie und ihrer gegenwärtigen Nachfrage nach konsumierbarem Inhalt widerstehen können, indem sie jene Arbeit von Künstler:innen, die nicht zum Konsum bestimmt ist, anerkennen und wertschätzen. Nur wie können Künstler:innen und ihre Institutionen die tatsächlich gelebten Bedingungen vollständig verwirklichen, die Kunst als untrennbar von den in Kunstwerken verankerten symbolischen, sensorischen und affektiven Systemen hervorbringen und vertreiben?

 

Das Videodokument der Arbeitsgruppe Services

Der Ausstellungsteil von Arbeitsgruppen am Künstlerhaus Stuttgart zeigt das vollständige Videoarchiv, das eine historische, geschlossene Arbeitsgruppe über Arbeitsverhältnisse und institutionelle Steuerungsstrukturen im Kunstfeld dokumentiert. Diese fand am 22. und 23. Januar 1994 im Kunstraum der Universität Lüneburg statt, einer Ausstellungsinstitution ohne Sammlung in Lüneburg (heute: Kunstraum der Leuphana Universität Lüneburg). Der Kunsthistoriker und Kurator Helmut Draxler und die Künstlerin Andrea Fraser organisierten diese zweitägige Arbeitsgruppe auf Einladung der Kodirektor:innen des Kunstraumes Beatrice von Bismarck, Diethelm Stoller und Ulf Wuggenig. Teilnehmer:innen der Arbeitsgruppe außer den Organisator:innen und Kodirektor:innen waren Judith Barry, Ute Meta Bauer, Jochen Becker, Ulrich Bischoff, Iwona Blazwick, Susan Cahan, Michael Clegg, Stephan Dillemuth, Renée Green, Martin Guttmann, Renate Lorenz, Christian Philipp Müller, Fritz Rahmann und Fred Wilson. Die ausgesprochen ehrlichen und kritisch reflektierten Arbeitsgruppendiskussionen zwischen Organisator:innen, Vertreter:innen des Kunstraumes und den eingeladenen Fachleuten wurden auf Video aufgenommen. Dieses Video wurde in der Folge als Teil der Ausstellung Services: Eine Frage nach Bedingungen und Verhältnissen projektorientierter künstlerischer Praktiken (Kunstraum Lüneburg, 24. Januar – 20. Februar 1994) gezeigt. Direkt im Anschluss an ihr Debüt im Kunstraum Lüneburg wanderte die Ausstellung Servicesan das Künstlerhaus Stuttgart (1994), den Kunstverein München (1994), das Depot in Wien (1995), das Sous-sol, École Supérieure d’Art Visuel in Genf (1995) und das Provinciaal Museum in Hasselt (1995). Hiernach wurde das Ausstellungsprojekt als Parasite am Clocktower, PS1 in New York (1997), und als Antagonisms am Museu D’Art Contemporani de Barcelona (2001) realisiert. Es wurden zwar jeweils Arbeitsgruppen mit neuen Gästen und Vertreter*innen der jeweiligen Gastinstitution organisiert, jedoch gab es keine weiteren Videoaufzeichnungen.

Die Ausstellung Services – sowie die geschlossene Arbeitsgruppe als zentrale operative Einheit, welche die Ausstellung selbst hervorbrachte – entsprang der Untersuchung des Modells der Dienstleistung, die Draxler und Fraser gemeinsam unternahmen. Das Ziel des Vorhabens war es, eine Gemeinsamkeit der Kunstpraktiken der frühen 90er-Jahre, die sich durchweg in ephemeren Displays und Aktivitäten zeigte und nicht als veräußerbare Objekte auf den Kunstmarkt übertragen wurden, in ökonomischen Begriffen zu fassen. Eine zentrale Fragestellung beispielsweise war es, inwieweit Wirtschaftstheorien der Dienstleistungserbringung herangezogen werden könnten, um das Verständnis einer Honorarverhandlung zwischen Künstler*in und Institution, bei der es um ein nicht veräußerbares Werk geht, zu erweitern. Ihre Forschung an der Dienstleistungserbringung erforderte eine Neubewertung der sozioökonomischen Bedingungen und Verhältnisse, unter denen künstlerische Praxis ausgeübt wurde. Indem sie den Begriff der Dienstleistung ins Gespräch brachten, um bestimmte Arbeitsformen im Kunstfeld zu erfassen, machten sie Gebrauch von einer langen Geschichte sozialer, rechtlicher und ökonomischer Analyse der Dienstleistungsarbeit.

 

Ein Hauptmerkmal der Dienstleistung als Arbeitsform ist die Gleichzeitigkeit von Produktion und Konsumption, die durch eine ständige Anpassung der Arbeitszeitanforderungen vermittelt werden. Zeitliche Flexibilität – die justierbare Disziplinierung der Zeit – die der Notwendigkeit der Produktion als direkte und immanente Antwort auf die Nachfrage des Verbrauchers entspringt, unterstellt Dienstleistungen den oftmals prekären rechtlichen Standards von Subunternehmer- und Freiberuflerverträgen. Im Dienstleistungssektor teilen sich Arbeitgeber und Konsument zunehmend die arbeitgebende Funktion. Die Nähe des Produzenten zu den Launen der Konsumenten ist ausschlaggebend für die Betrachtung der Missstände und Missbräuche am Dienstleistungserbringer. Desweiteren schufen die instabilen Arbeitszeitbedingungen grob asymmetrische Beziehungen zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Um die fortdauernde Ausnutzung und schlechte Behandlung der Dienstleistungsarbeiter*innen zu verstehen, ist es unabdingbar, die geschlechts- und herkunftsspezifische Dimension sowie die sozial geformten Identitäten und Körper der im Dienstleistungssektor Angestellten mit einzubeziehen. Ausbeutung, Enteignung und Entrechtung der Dienstleistenden müssen auch in ein Verhältnis zu der ursprünglichen und fortdauernden Geschichte der Sklaverei, Leibeigenschaft und des Menschenhandels gesetzt werden. Als warenförmige Arbeitsform, welche ausschließlich auf Anfrage in Auftrag gegeben wird, hat die Bereitstellung von Dienstleistungen Unternehmen und Organisationen in Arbeitsvermittlungsagenturen verwandelt, welche Sozialabgaben, Rechtsschutz und Lohnsteuern auf den Arbeiter abwälzen. Diese rechtlich gültigen Ausnahmeregelungen für Arbeitgeber haben dafür gesorgt, dass die Beauftragung von Dienstleistungen zunehmende Verbreitung in der Weltwirtschaft gefunden hat.

 

Die Dienstleistungsforschung beschreibt einen wachsenden Arbeitssektor und ein oft kopiertes Modell des Arbeitsmanagements, welches erst noch in das Arbeitsrecht, die Gewerkschaftsarbeit und in die institutionellen Einstellungspraktiken Eingang finden muss. Es gibt viele Hürden für die Regulierung der Dienstleistungsarbeit. Da gibt es die Rechtsschwierigkeiten der Anwendung vertraglicher Teilhabe auf einzelne Dienstleistungen, welche auf schriftlichen oder mündlichen privaten Einzelverträgen beruhen, die oftmals lediglich einseitige Angebote darstellen, die jeglichen Verhandlungsspielraum zu den Geschäftsbedingungen, die dem Dienstleistungserbringer zum Vorteil sein könnten, entbehren. Darüber hinaus gibt es ideologische Hindernisse für die Implementierung von Arbeitsstandards im Dienstleistungssektor. Die Interaktion zwischen Produktion und Konsumption, sowie die variablen Arbeitszeiten, die die Dienstleistung kennzeichnen, werden oft als ideale Bedingungen und Beweis für die hohe individuelle Autonomie des Dienstleisters hochgehalten. Dienstleistungsarbeit und Selbstständigkeit im Allgemeinen werden mit Unabhängigkeit und dem höheren Maß an Kontrolle darüber wann, wo und für wen man arbeitet, beworben. Es ist jedoch kein Geheimnis, dass beispielsweise die Bezeichnung „Freier Kurator“ lediglich einen Euphemismus für einen Beruf darstellt, der durch die wiederholte Betonung seiner Unabhängigkeit die tatsächlichen Abhängigkeiten, die am Werk sind, verleugnet. Selten kommt zum Vorschein, von wem welche Art von Abhängigkeit ausgeht, wenn von Unabhängigkeit die Rede ist. Die Arbeitsverhältnisse verstecken sich im dominanten Modell künstlerischer Produktion, zum Teil auch, weil die Behauptung der künstlerischen Unabhängigkeit von den bestimmenden Institutionen, Lieferketten und Fertigungssystemen oftmals die in diesen Zusammenhängen vorherrschenden Arbeitsverhältnisse verleugnet. Das Beharren auf künstlerischer Unabhängigkeit schließt einen kollektiven Prozess, in dem wir unsere Arbeitsbedingungen organisieren und gemeinsam die Bürden unserer arbeitenden Subjektivitäten aufarbeiten könnten, aus. Schließlich spalten, verneinen, widersprechen und übergehen Künstler:innen, Kurator:innen und andere Kulturarbeiter:innen durch ihre selbsterklärte Politik künstlerischer Unabhängigkeit nicht nur die materielle Politik ihrer Arbeitsverhältnisse, sie reißen auch eigentlich gemeinsame Kämpfe an sich.

 

Im Zuge der Arbeitsgruppe Services im Kunstraum Lüneburg diskutierten 1994 die Teilnehmer:innen offen ihre Arbeitserfahrungen und tauschten sich über ihre konkreten Kämpfe innerhalb sich gleichender Arbeitsbedingungen aus. Das Videodokument dieser zweitägigen Diskussion bietet einen umfassenden Einblick in diese gemeinsamen Kämpfe, chaotischen Interaktionen und komplexen Fragestellungen, die in einer Einführung sowie in vier thematischen Blöcken, einer Abschlusssitzung und einer öffentlichen Präsentation der Organisatoren und Teilnehmer:innen, verhandelt wurden. Die thematischen Sitzungen hießen: Institutionen Dienen (Serving Institutions), Dem Publikum Dienen (Serving Audiences), Gemeinschaften Dienen (Serving Communities), Künstlern und Kunst Dienen (Serving Art and Artists). Die Ausstellung Arbeitsgruppen am Künstlerhaus Stuttgart hebt diese Diskussionen der Arbeitsgruppe am Kunstraum Lüneburg hervor, um eine Geschichte der individuellen und kollektiven Zwangslagen, mit denen Arbeiter:innen im Kunstkontext konfrontiert sind, zu erzählen. Und durch die Übernahme der Arbeitsgruppenstruktur von Services strebt Arbeitsgruppen eine Aktualisierung der Geschichte der Ausstellung an. Diese Vergangenheit in die Gegenwart drängend, schlägt die Ausstellung ein Modell der intervenierenden Sinnbildung und kollektiven Organisation vor, das auf die gegenwärtige historische Konstellation der Arbeitsverhältnisse und Ordnungsstrukturen in der künstlerischen Produktion und jenseits derselben angewandt werden kann.

 

Im Kontext der Ausstellung Arbeitsgruppen entsteht eine neue Publikation The Services Working Group (1994 – 1995) in Zusammenarbeit mit dem Verlag Fillip, Vancouver. Dieses Buch greift die Geschichte der Arbeitsgruppe Services auf und stellt ihren politischen Imperativ in Bezug auf aktuelle Realitäten im Kunstbetrieb zur Disposition. Es enthält ein frisch produziertes englisch-deutsches Transkript der kompletten ursprünglichen Arbeitsgruppendiskussionen. Die vom Künstlerhaus Stuttgart und dem Kunstraum der Leuphana Universität Lüneburg koproduzierte Übersetzung dieses Transkripts übernahm Fiona Bryson. Brysons Übersetzung dient ebenfalls als Untertitel für das Videodokument der Arbeitsgruppe Services im Rahmen der Ausstellung Arbeitsgruppen.

 

Übersetzung: Anna Romanenko & Björn Kühn

This exhibition has been realized with public funding from the city of Stuttgart
Additional funding for this exhibition has been provided by Wüstenrot Stiftung and Kunstraum of the Leuphana University Lueneburg
The publication, The Services Working Group (1994 – 1995), released in conjunction with this exhibition, is published by Fillip, Vancouver

Foto: Michael Koch, Courtesy of Kunstraum of the Leuphana University Lueneburg

 

Büro:
Hannah Becker, Assistenz Geschäftsführung
Regine Pfisterer, Buchhaltung und Mitgliederbetreuung
Romy Range, Geschäftsführung

Technisches Team:
Ridvan Civelek
Eva Dörr
Kai Fischer
Siggi Kalnbach, Technische Leitung
Michelin Kober
Rebecca Ogle
Markus Feifel Pargas
Max Reschke
Anne Römpp
Ciara Tierney

 

Künstlerhaus Team Vermittlung:
Thora Gerstner
Maya Roismann
Anna Romanenko
Mira Simon

Working Groups, Ausstellungsansicht, Foto: Frank Kleinbach
Arbeitsgruppen, Ausstellungsansicht, Foto: Frank Kleinbach
Arbeitsgruppen, Ausstellungsansicht, Foto: Frank Kleinbach
Arbeitsgruppen, Ausstellungsansicht, Foto: Frank Kleinbach
Arbeitsgruppen, Ausstellungsansicht, Foto: Frank Kleinbach
Arbeitsgruppen, Ausstellungsansicht, Foto: Frank Kleinbach
Arbeitsgruppen, Ausstellungsansicht, Foto: Frank Kleinbach
Arbeitsgruppen, Ausstellungsansicht, Foto: Frank Kleinbach
Arbeitsgruppen, Ausstellungsansicht, Foto: Frank Kleinbach
Arbeitsgruppen, Ausstellungsansicht, Foto: Frank Kleinbach
Arbeitsgruppen, Ausstellungsansicht, Foto: Frank Kleinbach
Arbeitsgruppen, Ausstellungsansicht, Foto: Frank Kleinbach
Arbeitsgruppen, Ausstellungsansicht, Foto: Frank Kleinbach
Arbeitsgruppen, Ausstellungsansicht, Foto: Frank Kleinbach
Arbeitsgruppen, Ausstellungsansicht, Foto: Frank Kleinbach
Arbeitsgruppen, Ausstellungsansicht, Foto: Frank Kleinbach
Arbeitsgruppen, Ausstellungsansicht, Foto: Frank Kleinbach
Arbeitsgruppen, Ausstellungsansicht, Foto: Frank Kleinbach
Arbeitsgruppen, Ausstellungsansicht, Foto: Frank Kleinbach
Arbeitsgruppen, Ausstellungsansicht, Foto: Frank Kleinbach
Arbeitsgruppen, Ausstellungsansicht, Foto: Frank Kleinbach
2020 07.03.–08.03.2020
Flurschau 02
Christiane Lesch
Ausstellung
Werkstätten
07.03.–08.03.2020
Eröffnung:
Fr, 06.03.2020
19:00 Uhr
Arbeiten der Künstlerin:
Mo, 09.03.2020
11:00 Uhr

Öffnungszeiten

07. bis 08. März 2020, jeweils 13 bis 18 Uhr

Die Künstlerin ist anwesend.

 

Flurschau 1

In der zweiten Ausstellung der Reihe Flurschau zeigt das Künstlerhaus Stuttgart die Stuttgarter Künstlerin Christiane Lesch. Sie präsentiert erstmals eine Auswahl an Öl- und Acrylgemälden und Druckgrafiken aus ihrem über 40-jährigen Schaffen im Künstlerhaus Stuttgart.

 

Während sie seit den 1980er Jahren vor allem durch ihre Illustrationen und Kinderbücher Bekanntheit erlangte, bestimmt seit vielen Jahren die freie Malerei ihr Werk. Mit großer Leidenschaft und Intensivität beschäftigt sie sich mit Farben und Formen, die eine nicht-sinnliche Erfahrung zum Ausdruck bringen. Durch das gezielte Weglassen von Einzelheiten fordert sie den Betrachter heraus, neue Assoziationen herzustellen. Ihre Öl- und Acrylgemälde stellen dabei immer auch eine Suchbewegung, ein Wagnis dar.

 

Ein weiterer wichtiger Komplex ihrer künstlerischen Praxis ist die Radierung, die sie seit 1985 in der Werkstatt des Künstlerhauses kontinuierlich weiterentwickelt. Mit ihrem zeichnerischen Können und einer großen Portion Humor entstehen dabei eigenwillige und detailreiche Bilder, die als Kontrast oder auch als logische Ergänzung zu ihrem malerischen Werk zu verstehen sind.

 

Christiane Lesch ist 1940 geboren, und in Kiel und Erlangen aufgewachsen. Sie studierte Grafik-Design in Nürnberg. Ab 1975 arbeitete sie als Buchillustratorin für Kinderbücher und begann Anfang der 1990er Jahre das freie Malen. Seit 1985 arbeitet sie zusätzlich im druckgrafischen Bereich – der Radierung – im Künstlerhaus Stuttgart. Von 2000 bis 2009 wurde sie von der Galerie Königsblau vertreten. Sie lebt und arbeitet in Stuttgart.

 

Mit der Reihe Flurschau präsentiert das Künstlerhaus 4-mal jährlich Künstler*innen, die in den Werkstätten des Künstlerhauses arbeiten. Sie zeigen einen Auszug aus ihrem Werk dort, wo es entsteht. Der Diskurs über die Arbeiten steht dabei genauso im Mittelpunkt wie die Präsentation selbst.

 

Künstlerhaus Stuttgart

Werkstattflur, Zugang durch das Restaurant Im Künstlerhaus

Reuchlinstraße 4b

Christiane Lesch, Roter Vogel, 2017
Christiane Lesch, An der Orgel, 2019
Christiane Lesch, Über dem Fluss, 2018
2020 01.01.2020
Eric Golo Stone wird zum 1. Januar 2020 neuer Künstlerischer Leiter am Künstlerhaus Stuttgart
News
01.01.2020

Eric Golo Stone, Los Angeles, wird zum 1. Januar 2020 neuer Künstlerischer Leiter des Künstlerhaus Stuttgart. Stone tritt damit die Nachfolge von Fatima Hellberg an, deren Zeit als Künstlerische Leiterin turnusmäßig im Dezember 2019 endet.

 

Stone’s Schriften und Ausstellungen betonen rechtliche Mechanismen und sozioökonomische Bedingungen, die die Produktion, Verteilung und Rezeption von Kunst ausmachen. Von 2013 bis 2017 war er Kurator bei LAXART, Los Angeles. Im Jahr 2018 organisierte er die Ausstellung und das Programm Contractual Situations We Live By in der Kunsthalle Bern. Zusätzlich zu seiner derzeitigen Arbeit an mehreren Buchprojekten organisiert er den US CODE: Titel 26, eine Forschungsinitiative und Ausstellung im Artists Space, New York, die sich mit der daraus resultierenden Beziehung zwischen Kunstbereich, Steuerrecht und systemischer Ungleichheit in den Vereinigten Staaten beschäftigt. Seine Essays wurden unter anderem in den Kunstzeitschriften Afterall, Oktober, Texte zur Kunst und Flash Art veröffentlicht. Er hat den Creative Capital 2018  der Andy Warhol Foundation Arts Writers Grant für das Buch, Artist Contracts in the Political Economy erhalten. In diesem Buch untersucht er, wie Künstler*innen Verträge nutzen, um in die rechtlichen Rahmenbedingungen, Transaktionsstrukturen, Eigentumsbeziehungen, Schuldenverpflichtungen und Arbeitsbedingungen einzugreifen, in denen die künstlerische Produktion tätig sind.

 

„Das Künstlerhaus Stuttgart“, sagt Stone anlässlich seiner Berufung, „war immer ein Raum, in dem Ideen der institutionellen Steuerung in Frage gestellt, verordnet und als künstlerische Interessen verkörpert werden. Die Künstlerische Leitung des Künstlerhauses ist seit jeher als mehrjähriges Projekt angelegt, und diejenigen, die in die Position des künstlerischen Leiters gewählt wurden, beziehen sich oft auf ihren künstlerischen Praxishintergrund oder halten künstlerische Kriterien im Mittelpunkt ihrer Arbeit. Es ist diese besondere institutionelle Identität, die das Künstlerhaus meiner Meinung nach einzigartig qualifiziert, auf die aktuellen strukturellen Probleme zu reagieren, die in der Kunstwelt so offensichtlich sind. Eine junge Generation von Praktizierenden erkennt heute, wie das Kunstfeld weltweit zu einem Indikator und Begleiter für die weit verbreitete sozioökonomische Ungleichheit und Ausbeutung geworden ist. Ich halte es für unerlässlich, dass Kunstinstitutionen diesem Bewusstsein Raum geben, indem sie die tatsächlichen Lebensbedingungen und Beziehungen betrachten, in denen die künstlerische Produktion operiert.“

 

Das Team, der Beirat und der Vorstand des Künstlerhauses freuen sich sehr auf die künftige Zusammenarbeit mit Eric Golo Stone.

 

Dr. Hannelore Paflik-Huber, 1. Vorsitzende

 

Für weitere Informationen kontaktieren Sie bitte Romy Range (rr@kuenstlerhaus.de).

 

Foto: Sidonie Loiseleux
2019 16.11.2019
Day Is Done
Mike Kelley
Veranstaltung
16.11.2019

Mike Kelley
Day Is Done
Extracurricular Activity Projective Reconstructions #2–#32
2005–6, 169 min, Farbe, Ton

Mike Kelleys absurdes Meisterwerk Day Is Done ist ein fragmentarisches, abendfüllendes Musical, in dem Vampir*innen, Anhänger*innen der Gothicszene, Hinterwäldler*innen, Mim*innen und Dämon*innen die Hauptrollen spielen. Das Video umfasst die Teile #2 bis #32 von Kelleys facettenreichem Projekt Extracurricular Activity Projective Reconstructions, in dem Trauma, Misshandlung und unterdrückte Erinnerung vor dem Hintergrund persönlicher und massenkultureller Erfahrungen neu verhandelt werden. Für das Kunstwerk sammelte Kelley hunderte von Fotografien aus Highschool-Jahrbüchern, die „außerlehrplanmäßige Aktivitäten“ zeigen – insbesondere solche, die er als „gesellschaftlich akzeptierte Devianz-Rituale“ bezeichnete. Diese Abbildungen wurden von Kelley verschiedenen Kategorien zugeordnet, darunter religiöse Zeremonien, Zusammenkünfte von Rowdies, Tanzveranstaltungen, Feste von Provinzler*innen und Hinterwäldler*innen, Halloween und Gothicszeneparties, satanische Rituale, Pantomimen und Reitveranstaltungen. Jedes der 31 Videokapitel des Films ist einer dieser Kategorien gewidmet und beinhaltet eine Aufführung oder zeitbasierte Nachstellung der von den jeweiligen Fotografien dokumentierten Aktivitäten. Diese Reenactments wurden in einem unbekannten institutionellen Bau samt Sporthalle durchgeführt, den Kelley als „Erziehungskomplex“ (Educational Complex) bezeichnete. Das Ergebnis ist eine bewusst zusammenhanglose Erzählung, die von kulturellen und institutionellen Ritualen, der komplexen Verwundbarkeit von Jugendlichen und den möglicherweise verdrängten Erinnerungen von Erwachsenen an traumatische Erfahrungen handelt.

 

Day Is Done ist beispielhaft für Kelleys Faszination für das, was er das „amerikanische Karnevaleske“ nannte – eine ambivalente Kategorie, die zwischen Humor, Erotik, Abgründigkeit und Entfremdung angesiedelt ist. In der Annäherung an seine Subjekte orientiert sich Kelley dabei nicht immer an den anthropologischen Konventionen der Identifikation und Katalogisierung von Verhaltensweisen und Typen, sondern verfolgt einen radikal rekonstruktiven Ansatz, indem er die gesellschaftlich akzeptierten Ritualen und die volkstümliche Unterhaltung mit pervertierten, gewaltsamen und surrealistischen Ebenen überlagert.

 

Ein Screening im Künstlerhaus Kino zu Ghislaine Leungs Ausstellung CONSTITUTION.

Bild: Mike Kelley, Day Is Done, 2005-6. Mit freundlicher Genehmigung von Electronic Arts Intermix (EAI), New York und Mike Kelley Foundation for the Arts, Los Angeles.
2019 16.11.–17.11.2019
Flurschau 01
Hauke Hein
Ausstellung
Werkstätten
16.11.–17.11.2019
Eröffnung:
Fr, 15.11.2019
19:00 Uhr

Das Künstlerhaus Stuttgart präsentiert mit dem neuen Format Flurschau bis zu 4-mal jährlich Einzelschauen von Künstler*innen im Werkstattflur im Erdgeschoss des Künstlerhauses. Die Künstlerinnen und Künstler, die in den Werkstätten arbeiten, erhalten die Möglichkeit, einen Auszug aus ihrem Werk dort zu präsentieren, wo es entsteht. Damit knüpft dieses Format an die Idee des Künstlerhauses als Produktionsort an.

 

Die Auseinandersetzung mit den Arbeiten steht dabei genauso im Mittelpunkt wie die Präsentation selbst. In Gesprächen und Diskussionen soll ein stärkerer Austausch zwischen Künstlerinnen und Künstlern über das gezeigte Werk ermöglicht werden.

 

In der ersten Flurschau präsentiert das Künstlerhaus Stuttgart Hauke Hein. In der Ausstellung zeigt er Arbeiten der Konkreten Kunst und der Lithographie. Gleich mehrere in der Ausstellung gezeigte Werke stehen in der Tradition der Konkreten Kunst. „Abstrakte Ideen werden in konkreter Form sichtbar gemacht“ – so Max Bill, einer der herausragenden Vertreter dieser Kunstrichtung. Die Bilder entstehen nicht durch die subjektive künstlerische Gestaltung und Objektivierung (Abstraktion) konkreter Wirklichkeit, die Struktur selbst ist es, die in einer bewusst gedachten und gewollten Systematik dargestellt wird. Die Idee wird „konkret“.

 

Trotz der klaren und eindeutigen Konstruktion der Bilder ist ihre Objektivität flüchtig. Beim Betrachten löst sie sich in eine Vielzahl subjektiver Möglichkeiten der Wahrnehmung auf. Vieldeutigkeit und Unschärfe beruhen allerdings nicht auf einer Ungenauigkeit der Bildkonstruktion. Sie entstehen ausschließlich im Auge der Betrachter*innen. Ihr Standpunkt, ihr Blickwinkel, ihre Interpretation sind somit unverzichtbarer Bestandteil des Kunstwerks. Das Bild selbst ist ein Konstrukt und damit in gewisser Weise objektiv. Seine Wahrheit aber ist relativ.

 

An der Lithographie fasziniert ihn die Möglichkeit der seriellen Herstellung bei gleichzeitig großer Individualität des einzelnen Drucks. Das Flachdruckverfahren – im 19. Jahrhundert von Alois Senefelder entwickelt – setzt allerdings viel handwerkliche Erfahrung und eine gut ausgestattete Werkstatt voraus. Beides wird im Künstlerhaus Stuttgart angeboten. Als Druckmedium dient ein Kalkstein, auf den das geplante Motiv mit einer fetthaltigen Tinktur seitenverkehrt aufgetragen wird. Nur an diesen Stellen nimmt der Stein die später aufgerollte Farbe an. Der gleiche Stein kann mehrfach verwendet werden. Das bedeutet, dass bei gleichbleibendem Motiv durch veränderte Farbgebung ganz unterschiedliche Ergebnisse erzielt werden können. Einige Möglichkeiten werden in der Ausstellung beispielhaft gezeigt.

 

Hauke Hein, 69, studierte 1970 bis 1975 in Bochum und Berlin Kunstgeschichte, Freie Malerei und Kunstpädagogik. Später arbeitete er als Konstruktionsleiter eines metallverarbeitenden Betriebs. Seit 2015 ist er Student der Freien Kunstschule Stuttgart. In jüngster Zeit widmete er sich neben der Figuren- und Porträtmalerei vor allem der Konkreten Kunst und der Lithographie.

 

2018 erhielt sein Bild Stufungen bei der 30. Stuttgarter Kunstausstellung des Vereins zur Förderung der Kunst Stuttgart e.V. den 2. Preis in der Kategorie Mischtechnik.

 

Text: Hauke Hein/Romy Range

Hauke Hein, Selbstporträt
2019 07.11.2019
Neue Publikation: Künstlerhaus Stuttgart 40 Jahre 1978 – 2018
News
Publikationen
07.11.2019

Hrsg. Hannelore Paflik-Huber

Ein besondereres Haus mit einer besonderen Geschichte. Diese ist nun auch in Buchform erhältlich. In dieser Publikation, die anlässlich des 40-jährigen Bestehens des Künstlerhauses erscheint, wird am Beispiel der Künstlerischen Leiter*innen eine Geschichte des Kuratierens erzählt. Zu Wort kommen Kunstschaffende, die hier am Beginn ihrer Laufbahn künstlerische Projekte realisieren konnten, wie Douglas Gordon, Susanne Kriemann, Olafur Eliasson, Sharon Lockhart, Roman Signer, Oscar Tuazon und viele mehr. Persönlichkeiten der Kunstszene geben ihre Statements zur besonderen Bedeutung dieses Hauses ab. In zwei Artikeln wird erstmals die Geschichte des Hauses und die der Gründungszeit erfasst.

 

Das Künstlerhaus wurde 1978 von Stuttgarter Künstler*innen gegründet und hat sich seitdem zu einer überregional und international profilierten Institution für Gegenwartskunst entwickelt. In einem Zyklus von vier bzw. fünf Jahren wechselt die künstlerische Leitung und damit auch das kuratorische Konzept.

 

Die Herausgeberin ist Hannelore Paflik-Huber. Sie ist Dozentin für Gegenwartskunst und Ästhetik, Kuratorin und Autorin zu Zeitaspekten und feministischen Fragestellungen. Seit 2004 ist sie 1. Vorsitzende des Künstlerhauses Stuttgart e. V.

Über den Verlag

Die avedition GmbH, Fachverlag für Architektur und Design, wurde 1992 gegründet. Strategisch ist der Verlag auf interdisziplinäre Gestaltungsbereiche wie Innen- und Ausstellungsarchitektur, Szenografie, Produkt- und Kommunikationsdesign spezialisiert.

 

Deutsch
664 Seiten, Softcover
450 Abbildungen
20 x 26 cm
ISBN 978-3-89986-287-4
€ 49 [D]
Oktober 2019

Foto: Frank Kleinbach
Foto: Frank Kleinbach
Foto: Frank Kleinbach
Foto: Frank Kleinbach
Foto: Frank Kleinbach
Foto: Frank Kleinbach
Foto: Frank Kleinbach
Foto: Frank Kleinbach
Foto: Frank Kleinbach
Foto: Frank Kleinbach
Foto: Frank Kleinbach
Foto: Frank Kleinbach
2019 20.10.–08.12.2019
CONSTITUTION
Ghislaine Leung
Ausstellung
20.10.–08.12.2019
Eröffnung:
Sa, 19.10.2019
19:00 Uhr
Kuratiert von:
Fatima Hellberg

Durch eine kleine, in eine massive Wand eingelassene Tür hindurch sichtbar, hängen und falten sich weiß lackierte Wände zu einem Raum, der durch mehrere kleinere lackierte Türen akzentuiert ist. Tonale Klänge füllen Inseln und Nischen des Raums, die sich gegeneinander verschieben und bewegen. Direkt gegenüber stehen vorgefertigte weiße, mit Polyurethan gefüllte Metallpaneele, die mittels Schrauben und weißen pulverbeschichteten Metallwinkeln im Betonfußboden arretiert sind. Zwei dieser Paneele fassen kleine, nicht zu öffnende Isolierglasfenster mit Lüftungsschlitzen sowie Doppelstecker, von denen weiß ummantelte Elektrokabel zurück zu der lackierten Wand zu je einer Stromquelle verlaufen. An der Rückseite eines der Paneele befindet sich, in niedriger Höhe und nah an der Wand montiert, ein großer Monitor, auf dem eine Videodatei von einem kleinen versteckten Mediaplayer abgespielt wird, dessen Kabel durch eine Kombination aus Kabelbindern und einem unverschlossenen herzförmigen Vorhängeschloss zusammengehalten werden. Zur Energieversorgung dieser Geräte windet sich ein weißes Kabel bis zur Stromquelle des weiter entfernten Paneels. Die Steckdosen des anderen Paneels bleiben ungenutzt und sind abgedeckt. Daneben stehen drei weitere vorgefertigte weiße Metallpaneele mit jeweils einer Einzelsteckdose, von denen weiß ummantelte Kabel zu einer Stromquelle an der lackierten Wand führen. An zwei dieser Paneele sind kleine schwarze, aus Kunststoff gegossene Laternen angebracht, deren weiß ummantelte Kabel zu den Buchsen des jeweils anderen verlaufen. Ein weiteres einzeln stehendes vorgefertigtes weißes Paneel. Dieses ist ohne Stromversorgung. Ein kleiner weißer pulverbeschichteter, an der Wand angebrachter Heizkörper ist daran befestigt, der seine Energie von einem einzelnen kleinen, dunkelgrau-hellgrünen Kasten mit Digitaldisplay erhält, der außerdem ein kleines hausförmiges Keramikobjekt in Pink, Weiß und Grün mit Strom versorgt, das eine Glühbirne einschließt. Hinter dieser Reihe von Paneelen befinden sich zwei große schwarze Lautsprecher, etwas zu nah beieinander, von denen die bereits erwähnten tiefen Klänge ausgehen. Darüber hinaus eine Reihe von vierzig Keramikobjekten bedruckt mit schwarzem Text, paarweise in durchsichtiges Zellophan mit reichlich roten Herzen eingewickelt, dazu überdimensionale Rosetten und hellrosafarbenes und rotes gekräuseltes Geschenkband, die wie Eingeweide am Fuße der Objekte liegen. An der weiß lackierten Wand hängen in niedriger Höhe 272 knapp zugeschnittene Bilder, die in den Jahren 2017, 2018 und 2019 aufgenommen wurden.

CONSTITUTION wurde von der Chisenhale Gallery, London, in Auftrag gegeben und dort vom 25. Januar bis 24. März 2019 präsentiert. Die Ausstellung erhielt zusätzliche Produktionsunterstützung durch das Artist-in Residence-Programm des EMPAC, The Curtis R. Priem Experimental Media and Performing Arts Center am Rensselaer Polytechnic Institute. Für die Präsentation im Künstlerhaus Stuttgart sind zusätzliche, kontextspezifische Elemente entstanden.

Mit freundlicher Unterstützung von Fürstenberg Zeitgenössisch, Donaueschingen und ESSEX STREET, New York.

Ghislaine Leung, CONSTITUTION, Ausstellungsansicht, Künstlerhaus Stuttgart 2019. Courtesy: die Künstlerin und ESSEX STREET, New York, Foto: Frank Kleinbach
Ghislaine Leung, Lovers, 2019. Courtesy: die Künstlerin und ESSEX STREET, New York, Foto: Frank Kleinbach
Ghislaine Leung, Children (Detail), 2019. Courtesy: die Künstlerin und ESSEX STREET, New York, Foto: Frank Kleinbach
Ghislaine Leung, Children (Detail), 2019. Courtesy: die Künstlerin und ESSEX STREET, New York, Foto: Frank Kleinbach
Ghislaine Leung, Loads (Detail), 2019. Courtesy: die Künstlerin und ESSEX STREET, New York, photo: Frank Kleinbach
Ghislaine Leung, CONSTITUTION, Ausstellungsansicht, Künstlerhaus Stuttgart 2019. Courtesy: die Künstlerin und ESSEX STREET, New York, Foto: Frank Kleinbach
Ghislaine Leung, CONSTITUTION, Ausstellungsansicht, Künstlerhaus Stuttgart 2019. Courtesy: die Künstlerin und ESSEX STREET, New York, Foto: Frank Kleinbach
Ghislaine Leung, Loads (Detail), 2019. Courtesy: die Künstlerin und ESSEX STREET, New York, Foto: Frank Kleinbach
Ghislaine Leung, CONSTITUTION, Ausstellungsansicht, Künstlerhaus Stuttgart 2019. Courtesy: die Künstlerin und ESSEX STREET, New York, Foto: Frank Kleinbach
Ghislaine Leung, CONSTITUTION, Ausstellungsansicht, Künstlerhaus Stuttgart 2019. Courtesy: die Künstlerin und ESSEX STREET, New York, Foto: Frank Kleinbach
Ghislaine Leung, CONSTITUTION, Ausstellungsansicht, Künstlerhaus Stuttgart 2019. Courtesy: die Künstlerin und ESSEX STREET, New York, Foto: Frank Kleinbach
Ghislaine Leung, Bosses (Detail), 2019. Courtesy: die Künstlerin und ESSEX STREET, New York, Foto: Frank Kleinbach
Ghislaine Leung, Lovers, 2019. Courtesy: die Künstlerin und ESSEX STREET, New York, Foto: Frank Kleinbach
Ghislaine Leung, CONSTITUTION, Ausstellungsansicht, Künstlerhaus Stuttgart 2019. Courtesy: die Künstlerin und ESSEX STREET, New York, Foto: Frank Kleinbach
Ghislaine Leung, Lovers (Detail), 2019. Courtesy: die Künstlerin und ESSEX STREET, New York, Foto: Frank Kleinbach
Ghislaine Leung, Lovers (Detail), 2019. Courtesy: die Künstlerin und ESSEX STREET, New York, Foto: Frank Kleinbach
Ghislaine Leung, Lovers, 2019. Courtesy: die Künstlerin und ESSEX STREET, New York, Foto: Frank Kleinbach
Ghislaine Leung, CONSTITUTION, Ausstellungsansicht, Künstlerhaus Stuttgart 2019. Courtesy: die Künstlerin und ESSEX STREET, New York, Foto: Frank Kleinbach
Ghislaine Leung, Parents (Detail), 2019. Courtesy: die Künstlerin und ESSEX STREET, New York, Foto: Frank Kleinbach
Ghislaine Leung, CONSTITUTION, Ausstellungsansicht, Künstlerhaus Stuttgart 2019. Courtesy: die Künstlerin und ESSEX STREET, New York, Foto: Frank Kleinbach
Ghislaine Leung, CONSTITUTION, Ausstellungsansicht, Künstlerhaus Stuttgart 2019. Courtesy: die Künstlerin und ESSEX STREET, New York, Foto: Frank Kleinbach
Ghislaine Leung, Flags (Detail), 2019. Courtesy: die Künstlerin und ESSEX STREET, New York, Foto: Frank Kleinbach
Ghislaine Leung, Closer, 2019. Courtesy: die Künstlerin und ESSEX STREET, New York, Foto: Frank Kleinbach
2019 20.10.–08.12.2019
Factor X / The Work
Abel Auer
Ausstellung
20.10.–08.12.2019
Eröffnung:
Sa, 19.10.2019
19:00 Uhr
Kuratiert von:
Fatima Hellberg

Einerseits scheint eine tiefverankerte Kontinuität Dinge und Ereignisse zu verbinden und so Bedeutung zu erzeugen, die wundersam erscheint. Ob diese Kontinuität materieller oder ideeller Natur ist, magisch oder rational, sei dahingestellt – sie vermittelt das Gefühl einer ihr innewohnenden und gleichzeitig überschreitenden Vernetzung, gleich eines Gewebes oder Bewusstseins, welches das immanente Selbst überwindet. Andererseits hat man den Eindruck des Kontrollverlusts, eines Abdriftens des Realen ins Unmögliche, etwas löst sich auf und gerät aus den Fugen. In den Zwischenräumen dieser Tektonik oszilliert Abel Auers Werk.

 

Vieles in seiner Arbeit verweist auf das Verborgene, Obskure, oder gar das Esoterische – dasjenige, was man nicht so ohne weiteres wahrnimmt. Wobei es sich aber nicht um einen Fluchtpunkt des Eskapismus handelt, sondern um einen Raum d(r)inglicher und spiritueller Notwendigkeit. Eine Überschneidung des Bestimmten und etwas, das nicht im bestimmenden Archetypus des Realen gefasst werden kann – keine vermeintliche Polarität, sondern die Überzeugung, dass diese Bereiche untrennbar miteinander verknüpft sind – ist für Auers Denken von zentraler Bedeutung. In dieser Art des Verständnisses des „Wirklichen“ finden sich Anklänge an die Denkweisen avantgardistischer / spiritueller Bewegungen des 19. und frühen 20. Jahrhunderts, die Intensität und Inbrunst einer Verschwörung, und eines dunklen Netzwerks.

 

Diese Ausstellung hat sich aus einem ausführlichen Dialog über Schönheit im Angesicht der Auslöschung, Kunst als überlebensnotwendiges, magisches Denken und Sinngebung des Sinnlosen heraus entwickelt. Factor X / The Work umfasst Zeichnungen und Malereien, Collagen, Videos, Requisiten und Materialien – ein Vorschlag und eine temporäre Struktur aus bereits existierenden und neugeschaffenen Arbeiten.

Mit freundlicher Unterstützung von Corvi-Mora, London; Fürstenberg Zeitgenössisch, Donaueschingen; und Albrecht Hauff, Thieme Verlag

Aber Auer, Factor X / The Work, Ausstellungsansicht, Künstlerhaus Stuttgart 2019, Foto: Frank Kleinbach
Abel Auer, The Door, 2014, Öl und Acryl auf Leinwand, 200 x 80 cm, Foto: Frank Kleinbach
Aber Auer, Factor X / The Work, Ausstellungsansicht, Künstlerhaus Stuttgart 2019, Foto: Frank Kleinbach
Abel Auer, The Internet, 2019, Öl und Acryl auf Leinwand, 100 x 90 cm, Foto: Frank Kleinbach
Abel Auer, Blakefall, 2019, Tinte auf Papier, 49 x 77 cm, Foto: Frank Kleinbach
Abel Auer, Blakefall, 2019, Tinte auf Papier, 49 x 77 cm, Foto: Frank Kleinbach
Abel Auer, Wishing on a Star, 2019, Öl und Acryl auf Leinwand, 70 x 85 cm, Foto: Frank Kleinbach
Aber Auer, Factor X / The Work, Ausstellungsansicht, Künstlerhaus Stuttgart 2019, Foto: Frank Kleinbach
Aber Auer, Factor X / The Work, Ausstellungsansicht, Künstlerhaus Stuttgart 2019, Foto: Frank Kleinbach
Abel Auer, Inferno, 2016, Tinte auf Papier, 54,5 x 42,5 cm, Foto: Frank Kleinbach
Abel Auer, Dying Baobab, 2015-19, Öl und Acryl auf Leinwand, 179 x 200 cm, Foto: Frank Kleinbach
Aber Auer, Factor X / The Work, Ausstellungsansicht, Künstlerhaus Stuttgart 2019, Foto: Frank Kleinbach
Aber Auer, Factor X / The Work, Ausstellungsansicht, Künstlerhaus Stuttgart 2019, Foto: Frank Kleinbach
2019 13.09.–15.09.2019
Feuerseefest
Veranstaltung
Ateliers
Werkstätten
13.09.–15.09.2019

Fr, 16 bis 20 Uhr

Sa & So, 12-20 Uhr

 

Michael Wackwitz, Courtesy Feuerseefest
2019 10.07.2019
DAS MILAN-PROTOKOLL von Peter Ott im Künstlerhaus Kino
Veranstaltung
Gespräch
Screening
10.07.2019

Projekt im Rahmen der Reihe VISIT

Das Künstlerhaus Stuttgart präsentiert in der Reihe Visit am 10. Juli 2019 den Film DAS MILAN-PROTOKOLL von Peter Ott im hauseigenen Kino.

 

Die Zuschauer:innen haben im Anschluss an die Filmvorführung die Möglichkeit, mit dem Regisseur Peter Ott ins Gespräch zu kommen.

 

DAS MILAN-PROTOKOLL spielt im Grenzgebiet zwischen Irak und Syrien, fünf Jahre nach Ausbruch des Bürgerkriegs. Eine deutsche Ärztin wird bei einem Krankentransport von Angehörigen eines Clans gekidnappt, der mit dem IS zusammenarbeitet, und eine geheime Waffenlieferung in dem Transport vermutet. Der Film zeigt eindrücklich die Konflikte und Verstrickungen im Nahen Osten sowie das politische Machtspiel und die Interessen der jeweiligen Parteien.

 

Peter Ott ist seit 2007 hauptamtlicher Professor im Bereich Film und Video an der Merz Akademie in Stuttgart und ist besonders für seine Dokumentarfilme wie Übriggebliebene ausgereifte Haltungen bekannt. DAS MILAN-PROTOKOLL ist der bisher einzige deutsche Film, der an den Originalschauplätzen an der Grenze zwischen Irak und Syrien gedreht wurde.

 

DAS MILAN-PROTOKOLL erhielt 2019 den Preis der Deutschen Filmkritik für die „Beste Filmmusik“ für Ted Gaier. Nominiert waren außerdem für das „Beste Drehbuch“ Peter Ott und für die „Beste Hauptdarstellerin“ Catrin Striebeck.

 

 

2019 08.06.–15.09.2019
High Windows, Dead Birds
Stephen Sutcliffe
Ausstellung
08.06.–15.09.2019
Eröffnung:
Fr, 07.06.2019
19:00 Uhr
Kuratiert von:
Fatima Hellberg

Stephen Sutcliffes neue Arbeiten, die sich an Philip Larkins Gedichtsammlungen „The Less Deceived“, „The Whitsun Weddings“ und „High Windows“ anlehnen, sind bereits seit langer Zeit in Arbeit und bestehen aus einer Reihe reduzierter und destillierter Videocollagen. Diese erweitern Sutcliffes langjährige, nahezu zwanghafte Beschäftigung mit kulturellem Selbstverständnis, gesellschaftlichen Schichten und Betrachtungen über Tod und Scheitern und werden in Dialog mit ausgewählten Videos des Künstlers aus der Zeit der frühen 2000er bis heute präsentiert.

 

Sutcliffes Praxis ist von einer anhaltenden Auseinandersetzung mit Literatur geprägt – eine Verknüpfung, die auch in diesem neuen Werkkomplex aufs Neue bemüht, herausgefordert, aber auch problematisiert wird. Im Ton und Ansatz weisen Sutcliffe und Larkin erstaunliche Ähnlichkeiten auf: Beide unternehmen den Versuch, eine Zeit durch die Linse privater Erfahrungen sowie die Bewegungen zwischen in Schieflage geratenem Realismus und Unbehagen wiederzugeben; darüber hinaus verbindet sie ein gewisser Scharfsinn und Humor. Im Format des kurzen, collagenartigen Videos, kanalisiert Sutcliffe sowohl die charakteristische Struktur als auch die Stimmung seiner literarischen Bezüge und lässt diese auf seine eigene unverkennbare Sprache und Zeit einwirken.

 

In der Biografie Larkins, wie auch in denen vieler Schriftsteller*innen, die Sutcliffes Arbeit beeinflusst haben, darunter der ostdeutsche Autor Uwe Johnson, findet sich Rückzug als wiederkehrendes Motiv; ganz bewusst suchten diese ausgesprochen entlegene Orte auf, neigten gewissermaßen zur Trostlosigkeit. In diesem Ansatz steckt eine ambivalente Verbindung von Leben und Arbeit: Einerseits die Verweigerung von Teilhabe, andererseits das Verlangen, die gesellschaftlichen Zustände der eigenen Zeit mit unverstelltem Blick darzustellen – ein Verhältnis zu Sichtbarkeit, das heutzutage, wenn überhaupt, nur schwer aufrechtzuerhalten wäre. Sutcliffes neue Videos I am (for the birds) und General Knowledge, Arbeiten die mit Melancholie und Absurdität auf kulturelle Zugehörigkeit und ein Gefühl des Gefangenseins schauen, führen diese ambivalente Logik fort.

 

High Windows, Dead Birds ist die bislang umfassendste Präsentation von Sutcliffes künstlerischer Arbeit, und die erste im deutschsprachigen Raum. Die Ausstellung beinhaltet seine neuen Videos neben retrospektiven Elementen und räumlichen Interventionen, die in Dialog mit den Räumen des Künstlerhauses Stuttgart realisiert werden.

 

Stephen Sutcliffe (*1968, Harrogate, Großbritannien) lebt und arbeitet in Glasgow. Jüngste Einzelausstellungen umfassen: Sex Symbols in Sandwich Signs, Talbot Rice Gallery, Edinburgh (2017); Twixt, Cup and Lip, The Hepworth Wakefield (2016); Going Over, Rob Tufnell, London (2015); Outwork and Workings out, Tramway, Glasgow (2013); Cubitt, London (2009); und Art Now Lightbox, Tate Britain, London (2005). Gruppenausstellungen umfassen: Container and Contained, Künstlerhaus Stuttgart (2015); Down Where Changed, Cubitt, London (2014); The Reluctant Narrator, Museu Coleção Berardo, Lisbon, Portugal (2014); For as Long as You Like, Gaudel De Stampa, Paris (2015). In Kürze erscheint bei Sternberg Press Sutcliffe at Fifty, ein Buch über die Arbeit des Künstlers, Book Works veröffentlicht dieses Jahr das autobiografieähnliche Werk Much Obliged.

 

Stephen Sutcliffe, Despair, 2009, 17 Min 22 Sek, Foto: Frank Kleinbach
Stephen Sutcliffe, High Windows, Dead Birds, Ausstellungsansicht, Künstlerhaus Stuttgart 2019, Foto: Frank Kleinbach
Stephen Sutcliffe, High Windows, Dead Birds, Ausstellungsansicht, Künstlerhaus Stuttgart 2019, Foto: Frank Kleinbach
Stephen Sutcliffe, High Windows, Dead Birds, Ausstellungsansicht, Künstlerhaus Stuttgart 2019, Foto: Frank Kleinbach
Stephen Sutcliffe, High Windows, Dead Birds, Ausstellungsansicht, Künstlerhaus Stuttgart 2019, Foto: Frank Kleinbach
Stephen Sutcliffe, Scenes from the Life of an Impatient Man, 2015, 2 Min 11 Sek, Foto: Frank Kleinbach
Stephen Sutcliffe, Plum, 2012, 4 Min 23 Sek, Foto: Frank Kleinbach
Stephen Sutcliffe, I am (for the birds), 2019, 2 Min 35 Sek, Foto: Frank Kleinbach
Stephen Sutcliffe, Despair, 2009, 17 Min 22 Sek, Foto: Frank Kleinbach
Stephen Sutcliffe, Despair, 2009, 17 Min 22 Sek, Foto: Frank Kleinbach
2019 05.05.2019
Zauber der Moderne III
Metabolismus & Matinée
Veranstaltung
Festival
05.05.2019
Kuratiert von:
Michael Paukner und Fatima Hellberg

Zauber der Moderne ist ein dreitägiges Musikfestival im Künstlerhaus Stuttgart, das sich über zwei Etagen erstreckt und das Konzerte und Performances sowie ein Filmprogramm mit Salon beinhaltet. Das Festival ist täglich ab 16 Uhr geöffnet – mit Filmen u.a. von Cosey Fanni Tutti, Tim Plester, Rob Curry und Richard Olivier, sowie mit Essen von Björn Luchterhand.

 

PROGRAMM

Sonntag, 5. Mai, ab 16 Uhr
Metabolismus
Matinée

Bild: Christian Flamm
Fotos: Markus Milcke

Metabolismus, Zauber der Moderne, Künstlerhaus Stuttgart, 2019
Metabolismus, Zauber der Moderne, Künstlerhaus Stuttgart, 2019
Metabolismus, Zauber der Moderne, Künstlerhaus Stuttgart, 2019
Metabolismus, Zauber der Moderne, Künstlerhaus Stuttgart, 2019
Metabolismus, Zauber der Moderne, Künstlerhaus Stuttgart, 2019
Metabolismus, Zauber der Moderne, Künstlerhaus Stuttgart, 2019
Metabolismus, Zauber der Moderne, Künstlerhaus Stuttgart, 2019
Metabolismus, Zauber der Moderne, Künstlerhaus Stuttgart, 2019
Metabolismus, Zauber der Moderne, Künstlerhaus Stuttgart, 2019
2019 04.05.2019
Zauber der Moderne II
Alasdair Roberts, F.S.K., Vic Godard & Subway Sect
Veranstaltung
Festival
04.05.2019
Kuratiert von:
Michael Paukner und Fatima Hellberg

Zauber der Moderne ist ein dreitägiges Musikfestival im Künstlerhaus Stuttgart, das sich über zwei Etagen erstreckt und das Konzerte und Performances sowie ein Filmprogramm mit Salon beinhaltet. Das Festival ist täglich ab 16 Uhr geöffnet – mit Filmen u.a. von Cosey Fanni Tutti, Tim Plester, Rob Curry und Richard Olivier, sowie mit Essen von Björn Luchterhand.  Das Festival wurde mit einem Setdesign von Julia Lenzmann und Monika Nuber, mit visuellen Elementen von Graham Lambkin und Christian Flamm, konzipiert.  Zusammengestellt von Michael Paukner und Fatima Hellberg.

 

PROGRAMM

Samstag, 4. Mai, ab 20 Uhr
Alasdair Roberts
F.S.K.
Vic Godard & Subway Sect

F.S.K., Zauber der Moderne, Künstlerhaus Stuttgart, 2019, Foto: Markus Milcke
F.S.K., Zauber der Moderne, Künstlerhaus Stuttgart, 2019, Foto: Markus Milcke
F.S.K., Zauber der Moderne, Künstlerhaus Stuttgart, 2019, Foto: Markus Milcke
F.S.K., Zauber der Moderne, Künstlerhaus Stuttgart, 2019, Foto: Markus Milcke
F.S.K., Zauber der Moderne, Künstlerhaus Stuttgart, 2019, Foto: Markus Milcke
F.S.K., Zauber der Moderne, Künstlerhaus Stuttgart, 2019, Foto: Markus Milcke
F.S.K., Zauber der Moderne, Künstlerhaus Stuttgart, 2019, Foto: Markus Milcke
F.S.K., Zauber der Moderne, Künstlerhaus Stuttgart, 2019, Foto: Markus Milcke
Michael Paukner, Zauber der Moderne, Künstlerhaus Stuttgart, 2019, Foto: Markus Milcke
Zauber der Moderne, Künstlerhaus Stuttgart, 2019, Foto: Markus Milcke
Vic Godard & Subway Sect, Zauber der Moderne, Künstlerhaus Stuttgart, 2019, Foto: Markus Milcke
Vic Godard & Subway Sect, Zauber der Moderne, Künstlerhaus Stuttgart, 2019, Foto: Markus Milcke
Vic Godard & Subway Sect, Zauber der Moderne, Künstlerhaus Stuttgart, 2019, Foto: Markus Milcke
Zauber der Moderne, Künstlerhaus Stuttgart, 2019, Foto: Markus Milcke
Vic Godard & Subway Sect, Zauber der Moderne, Künstlerhaus Stuttgart, 2019, Foto: Markus Milcke
Vic Godard & Subway Sect, Zauber der Moderne, Künstlerhaus Stuttgart, 2019, Foto: Markus Milcke
Vic Godard & Subway Sect, Zauber der Moderne, Künstlerhaus Stuttgart, 2019, Foto: Markus Milcke
Vic Godard & Subway Sect, Zauber der Moderne, Künstlerhaus Stuttgart, 2019, Foto: Markus Milcke
Alasdair Roberts, Zauber der Moderne, Künstlerhaus Stuttgart, 2019, Foto: Markus Milcke
Alasdair Roberts, Zauber der Moderne, Künstlerhaus Stuttgart, 2019, Foto: Markus Milcke
2019 03.05.2019
Zauber der Moderne I
Richard Youngs, Shirley Collins, Graham Lambkin
Veranstaltung
Festival
03.05.2019
Kuratiert von:
Michael Paukner und Fatima Hellberg

Um 17 Uhr startet das Screening-Programm mit The Ballad of Shirley Collins, gefolgt von einem Gespräch zwischen Collins und dem Produzenten Paul Williams.

Zauber der Moderne ist ein dreitägiges Musikfestival im Künstlerhaus Stuttgart mit Richard Youngs, Shirley Collins, Graham Lambkin, Alasdair Roberts, F.S.K., Vic Godard & Subway Sect und Metabolismus.

 

In dieser bewusst gewählten Kombination verschiedener Sensibilitäten und Ansätze kommen Verbindungen zum Tragen, die jenseits stilistischer Kategorien existieren und von gemeinsamen Neigungen ausgehen: Eine gewisse Kontingenz und transformative Qualitäten ziehen sich durch die Klangwelten, wobei das Programm von Fantum und Anhängerschaft zeugt. Sich über zwei Stockwerke des Künstlerhauses erstreckend, versteht sich Zauber der Moderne als Gesamterlebnis – parallel zum Musikfestival gibt es ein Filmprogramm im Künstlerhaus Kino sowie einen Salon und eine Bar mit Essen und Trinken – und es entsteht eine Gemeinschaft, die über die Stuttgarter Avantgardemusik- und Kunstszenen hinausgeht.

 

Mit visuellen Elementen von Graham Lambkin und Christian Flamm, einem Set-Design von Monika Nuber und Julia Lenzmann, einer Bar von Moritz Finkbeiner und Essen von Björn Luchterhand.

 

 

PROGRAMM

Freitag, 3. Mai, ab 20 Uhr
Richard Youngs
Shirley Collins mit Ian Kearey
Graham Lambkin

Bild: Christian Flamm

Shirley Collins, Zauber der Moderne, Künstlerhaus Stuttgart, 2019, Foto: Markus Milcke
Shirley Collins mit Ian Kearey, Zauber der Moderne, Künstlerhaus Stuttgart, 2019, Foto: Markus Milcke
Shirley Collins mit Ian Kearey, Zauber der Moderne, Künstlerhaus Stuttgart, 2019, Foto: Markus Milcke
Shirley Collins, Zauber der Moderne, Künstlerhaus Stuttgart, 2019, Foto: Markus Milcke
Shirley Collins, Zauber der Moderne, Künstlerhaus Stuttgart, 2019, Foto: Markus Milcke
Zauber der Moderne, Künstlerhaus Stuttgart, 2019, Foto: Markus Milcke
Foto: Markus Milcke
Graham Lambkin, Zauber der Moderne, Künstlerhaus Stuttgart, 2019, Foto: Markus Milcke
Graham Lambkin, Zauber der Moderne, Künstlerhaus Stuttgart, 2019, Photography: Markus Milcke
Graham Lambkin, Zauber der Moderne, Künstlerhaus Stuttgart, 2019, Foto: Markus Milcke
Graham Lambkin, Zauber der Moderne, Künstlerhaus Stuttgart, 2019, Foto: Markus Milcke
Richard Youngs, Zauber der Moderne, Künstlerhaus Stuttgart, 2019, Foto: Markus Milcke
Richard Youngs, Zauber der Moderne, Künstlerhaus Stuttgart, 2019, Foto: Markus Milcke
Richard Youngs, Zauber der Moderne, Künstlerhaus Stuttgart, 2019, Foto: Markus Milcke
Richard Youngs, Zauber der Moderne, Künstlerhaus Stuttgart, 2019, Foto: Markus Milcke
Shirley Collins, Zauber der Moderne, Künstlerhaus Stuttgart, 2019, Foto: Markus Milcke
Zauber der Moderne, Künstlerhaus Stuttgart, 2019, Foto: Markus Milcke
2019 28.03.–26.04.2019
ohne Auftrag
Ingo Busch, Jochen Detscher, Ute Fischer-Dieter, Tilda George, Thora Gerstner, Susanne Hartmann, Barbara Karsch-Chaïeb, Karima Klasen, Christiane Lesch, Gisela List, Mark Metzner, Georg Ozory, Alexandra Poleschal, Johannes Rave, Christiana Teufel, Damaris Wurster
Ausstellung
Ateliers
Werkstätten
28.03.–26.04.2019
Eröffnung:
Mi, 27.03.2019
19:00 Uhr
Kuratiert von:
Carolin Wurzbacher

Ausstellung der Werkstätten und Ateliers
im Rathaus Stuttgart, 4. OG

 

„ohne Auftrag“ entstehen in den Werkstätten und Ateliers des Künstlerhauses Stuttgart bereits seit 1978 fortwährend neue Arbeiten. Hieran anknüpfend gewährt die gleichnamige Ausstellung im Stuttgarter Rathaus einen Einblick in die künstlerische Produktion der Institution. So unterschiedlich die 16 exemplarisch ausgewählten Künstler*innen sind, ist auch das Spektrum der jeweils von ihnen eingesetzten Medien. Angefangen von Zeichnung und Malerei über Fotografie und Keramik bis hin zu verschiedenen Drucktechniken verschaffen sie einen faszinierenden Eindruck der Bandbreite kreativer Möglichkeiten in den Werkstätten des Künstlerhauses.

Die präsentierten Werke interpretieren den von den Künstler*innen selbst gewählten Ausstellungstitel auf facettenreiche Weise. Während einige den Fokus auf das kreative Schaffen „ohne Auftrag“ legen, begreifen ihn andere bezogen auf den Werkprozess und variieren beispielsweise den Auftrag von Material. Darüber hinaus sind Positionen vertreten, die inhaltlich das Sujet „ohne Auftrag“ thematisieren.
Die generationsübergreifende Gruppenausstellung zeigt einmal mehr eindrücklich die Rolle des Künstlerhauses Stuttgart als Ort des Austauschs sowie der künstlerischen Produktion.

 

Mit freundlicher Unterstützung der Landeshauptstadt Stuttgart

 

2019 16.03.–26.05.2019
SPEED 2
James Richards und Leslie Thornton
Ausstellung
16.03.–26.05.2019
Eröffnung:
Fr, 15.03.2019
18:00 Uhr
Kuratiert von:
Fatima Hellberg, James Richards mit Matt Fitts

SPEED 2 findet in der Malmö Konsthall statt und ist die zweite Version der Ausstellung nach ihrer Präsentation im Künstlerhaus Stuttgart. Dieser erweiterte zweite Teil wurde zusammen mit dem Künstlerhaus in Auftrag gegeben und im Dialog mit den Räumlichkeiten der Malmö Konsthall umgesetzt.

SPEED 2 besteht aus drei eigens für die Ausstellung produzierten Arbeiten von James Richards und Leslie Thornton, sowie einer von Richards zusammengestellten Ausstellung-in-der-Ausstellung mit Arbeiten von Horst Ademeit, Tolia Astakhishvili, Adelhyd van Bender, Bruce Conner, Emily Feather, Terence McCormack, Vi Khi Nao, Jeff Preiss, Jens Thornton und Thomas Zummer.

 

Im Entstehungsprozess um SPEED 2 beschäftigten sich Richards und Thornton mit einer Reihe psychischer und zeitlicher Zustände, einem rauschartigen Verbundensein und wissenschaftlichen Staunen sowie einem Gefühl ökologischer Verunsicherung. Das Oszillieren zwischen ordnendem Impuls und Kontrollaufgabe zieht sich als wiederkehrendes Merkmal durch die diversen Ausstellungsmodi von SPEED 2: Kinovorstellung, skulpturale Videowand, Soundinstallation, Lesesaal und Gruppenausstellung.

 

Viele der in der Gruppenausstellung vertretenen Werke entstanden vor der Kulisse dunkler Vorahnungen und drohender Selbstzerstörung in der Ära des Kalten Krieges, wobei sich nicht selten unheimliche Parallelen zur Gegenwart auftun. Die vorherrschende Atmosphäre birgt eine obsessive Energie, eine wiederkehrende Faszination für Strahlung, systematische Gliederung und Aufzeichnung von Erfahrungen sowie für bewusstseinsverändernde Effekte und Rituale. Dieses Gefühl fieberhafter Wiederholung und Arbeit, das van Bender als „göttliche Schinderei“ beschrieb, kommt auch in Bruce Conners psychedelischen Inkblot Drawings zum Ausdruck.

 

SPEED 2 entstand angeregt durch einen Impuls zur Kollaboration, der aus dem gemeinsamen Arbeitsaufenthalt der Künstler_innen am CERN hervorging. Das Zentrum für Nuklearforschung wurde zu einem Ort für das gemeinsame künstlerische Arbeiten und Denken – die größte Maschine der Welt, welche die kleinsten Teilchen erforscht, eine Kombination aus dem unbegreiflich Großen und dem Alltäglichen, die sich in der Logik von SPEED 2 wiederfinden lässt. Die Ausstellung enthält eigenständige Arbeiten, darunter Richards’ großformatige Videowand Phrasing und Thorntons Kino-Installation Cut from Liquid to Snake, sowie die Wandtext- und Videoinstallation Sheep Machine Redux, welche speziell für die Räumlichkeiten der Malmö Konsthall konzipiert wurde. Alle Arbeiten sind aus den individuellen Praktiken der Künstler*innen und zugleich im Geiste der Zusammenarbeit entstanden – manchmal Bündelung, manchmal durchaus bewusste Störung der gegenseitigen Empfindungen. Die Biografien Richards’ und Thorntons unterscheiden sich in so wesentlichen Punkten wie Geschlecht, Alter und Sexualität. Jedoch vereint sie die Neigung, sich aufgeladenes Material anzueignen und es ohne offenkundige Wertung oder Moralisierung zugleich aufzufüllen und zu entleeren. Sie sind aufeinander eingespielt, jegliche Form anerkannter, bequemer Bedeutungen aufzuspüren und zu erschüttern. Dabei produzieren sie Arbeiten mit einem höchst spezifischen Sinn für den gegenwärtigen Moment und die mit ihm verbundenen Dringlichkeiten.

 

Im Auftrag von Malmö Konsthall und Künstlerhaus Stuttgart

 

Mit freundlicher Unterstützung von Pedro Barbosa; Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg; Wüstenrot Stiftung; Ritter Sport; pbb Stiftung für Kunst und Wissenschaft und British Council.
Besonderer Dank gilt Rodeo, Galerie Isabella Bortolozzi, Cabinet Gallery, Andrea Bellini, Centre d’art Contemporain Genève und CERN.

James Richards, Phrasing, 2018, three channel digital projection, continuous loop. Courtesy of the artist; Cabinet, London; Galerie Isabella Bortolozzi, Berlin; Rodeo, London/Piraeus, Foto: Helene Toresdotter
James Richards, Phrasing, 2018, three channel digital projection, continuous loop. Courtesy of the artist; Cabinet, London; Galerie Isabella Bortolozzi, Berlin; Rodeo, London/Piraeus, Foto: Helene Toresdotter
James Richards, Phrasing, 2018, three channel digital projection, continuous loop. Courtesy of the artist; Cabinet, London; Galerie Isabella Bortolozzi, Berlin; Rodeo, London/Piraeus, Foto: Helene Toresdotter
SPEED 2, Malmö Konsthall, 2019, Ausstellungsansicht, Foto: Helene Toresdotter
Horst Ademeit, Observation Photos, 1990–2003, Polaroids, 11 × 9 cm. Courtesy of Delmes & Zander, Köln, Foto: Helene Toresdotter
Adelhyd van Bender, folders, 1999–2014, mixed on paper in plastic, 32 × 29 cm, Courtesy of Delmes & Zander, Köln, Foto: Helene Toresdotter
SPEED 2, Malmö Konsthall, 2019, Ausstellungsansicht, Foto: Helene Toresdotter
SPEED 2, Malmö Konsthall, 2019, Ausstellungsansicht, Foto: Helene Toresdotter
SPEED 2, Malmö Konsthall, 2019, Ausstellungsansicht, Foto: Helene Toresdotter
SPEED 2, Malmö Konsthall, 2019, Ausstellungsansicht, photo: Helene Toresdotter
Adelhyd van Bender, folders, 1999–2014, mixed on paper in plastic, 32 × 29 cm, Courtesy of Delmes & Zander, Köln, Foto: Helene Toresdotter
Leslie Thornton, WhatItIsToBePerfect, 2018, HD Video, 32 Min, 47 Sek, Courtesy die Künstlerin, Foto: Helene Toresdotter
Tolia Astakhishvili und James Richards, ohne Titel, 2019-, HD Video, 34 Min, Foto: Helene Toresdotter
Leslie Thornton, Cut from Liquid to Snake, 2018, HD Video, 27 Min, Courtesy die Künstlerin; Rodeo, London/ Piraeus, Foto: Helene Toresdotter
Leslie Thornton, Cut from Liquid to Snake, 2018, HD video, 27 Min, Courtesy of the artist; Rodeo, London/ Piraeus, Foto: Helene Toresdotter
James Richards und Leslie Thornton, Crossing, 2016, HD Video, 19 Min, 12 Sek, Foto: Helene Toresdotter
James Richards und Leslie Thornton, Crossing, 2016, HD Video, 19 Min, 12 Sek, Foto: Helene Toresdotter
James Richards und Leslie Thornton, Crossing, 2016, HD Video, 19 Min, 12 Sek, Foto: Helene Toresdotter
James Richards und Leslie Thornton, Crossing, 2016, HD Video, 19 Min, 12 Sek, Foto: Helene Toresdotter
Vi Khi Nao, James Richards und Leslie Thornton, Sheep Machine Redux, 2019, Foto: Helene Toresdotter
Vi Khi Nao, James Richards und Leslie Thornton, Sheep Machine Redux, 2019, photo: Helene Toresdotter
2019 13.03.2019
Nominierung für den ADKV-Art Cologne Preis für Kunstvereine 2019
News
13.03.2019

Stuttgart, 13. März 2019 – Das Künstlerhaus Stuttgart ist zum zweiten Mal hintereinander und zum vierten Mal insgesamt als einer von 18 Kunstvereinen in Deutschland für den ADKV-Art Cologne Preis für Kunstvereine 2019 nominiert. Der von der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Kunstvereine sowie der Art Cologne jährlich vergebene Preis, würdigt jene Kunstvereine, die eine “innovative Ausstellungspraxis und herausragende Kunstvermittlungsarbeit”[1] leisten. Unter 300 Mitgliedskunstvereinen wählten Vertreter*innen der zeitgenössischen Kunstszene aus je einem Bundesland ihre Favoriten aus.

Zusammen mit dem Künstlerhaus Stuttgart sind folgende Kunstvereine in diesem Jahr nominiert: die KUNSTrePUBLIK, Berlin; die nGbK Neue Gesellschaft für bildende Kunst, Berlin; der Bonner Kunstverein; der Kunstverein Braunschweig; der Dortmunder Kunstverein; der riesa efau, Dresden; der Kunstverein Freiburg; der Grazer Kunstverein (Österreich); der Kunstverein St. Pauli, Hamburg; das Künstlerhaus Lauenburg; der KV – Verein für zeitgenössische Kunst Leipzig; die Halle für Kunst, Lüneburg; der Mannheimer Kunstverein; der Kunstverein Springhornhof, Neuenkirchen; der Kunstverein Neuhausen/Fildern; der Brandenburgische Kunstverein, Potsdam sowie der Nassauische Kunstverein Wiesbaden.

 

Der ADKV-Art Cologne Preis für Kunstvereine wird im April auf der Art Cologne zusammen mit dem ADKV-Art Cologne Preis für Kunstkritik vergeben.

 

[1] Quelle: Pressemitteilung, ADKV, https://kunstvereine.de/de/preise

James Richards, Phrasing, 2018, dreiteilige digitale Projektion, fortlaufende Schleife. Mit freundlicher Genehmigung von: Cabinet, London; Galerie Isabella Bortolozzi, Berlin; Rodeo, London/Piraeus, Foto: Frank Kleinbach
2019 03.03.–21.04.2019
Heedless Sleep
Henrik Potter
Ausstellung
03.03.–21.04.2019
Eröffnung:
Sa, 02.03.2019
16:00 Uhr
Kuratiert von:
Fatima Hellberg

Jeder Teil von Henrik Potters neuem Werkkomplex Heedless Sleep entfaltet einen kleinen Erzählstrang innerhalb der Ausstellung. Die einzelnen Elemente fügen sich zu einem merkwürdigen Gebilde zusammen und teilen eine gemeinsame Kontur. Dabei machen sie sich aber auch gegenseitig das Leben schwer, indem sie zugleich kitschige und ernsthafte Register ziehen. Sie müssen in Einklang gebracht werden, um in (un)behaglicher Koexistenz nebeneinander bestehen zu können.

 

Im Zentrum der für das Künstlerhaus Stuttgart entstandenen Installation steht eine strenge Komposition, die allerdings von den Eigenarten und Ausbrüchen der eigentlichen Arbeiten unterminiert wird – eine Art sickernde Logik, die ebenso auf formalen Erwägungen beruht wie auf konzeptuellen. Sowohl Form als auch Ansatz der menschengroßen Leinwände von Heedless Sleep besitzen eine eindeutig körperliche Dimension. Nicht ungleich Körpern, sind die Arbeiten gleichermaßen zerbrechlich und zäh. Die Materialien Holz, Stoff, Farbe und Lehm wurden so intensiv bearbeitet, dass die Berührung tiefen Eindruck hinterlassen hat – ihnen haften die schmutzigen und abgegriffenen Spuren von Objekten an, die über längere Zeit gebraucht und benutzt wurden. In vielerlei Hinsicht greift Heedless Sleep den aktuellen Diskurs um embodiment (z. Dt. Verkörperung), Prekarität und Gesundheit auf, verlagert die Untersuchung aber in einen Bereich, der weder hygienisch noch verwerflich abstoßend ist – eine Faszination für Verletzlichkeit und Belastbarkeit, für einen Körper, „der Dreck unter den Fingernägeln hat“; ein Einstellen auf die simultane, bemerkenswerte Widerstandsfähigkeit und Flüchtigkeit von Körpern, die leben und sich wandeln und auf Ebenen zerfallen, die sowohl greifbar als auch kaum wahrnehmbar sind. Diese Ästhetik gründet auf einer Logik, die der Vorstellung von polierter Oberflächlichkeit, Unternehmer*innentum und Produktion zuwiderläuft – eine Form des Machens, die sich vornehmlich mit den unangenehmen und peinlichen Facetten des Seins befasst.

 

In ihrer Fülle und Merkwürdigkeit bilden die Arbeiten, die aus einem erweiterten Schaffensprozess von mehr als einem Jahr hervorgegangen sind, eine Gemeinschaft. Einerseits ist dieser künstlerische Schaffensmodus mit Innerlichkeit und einer unvermeidlichen Erkundung des Selbst verbunden. Andererseits bietet er die Möglichkeit, sich auf einen ausgedehnten Moment großer Ungewissheit und Prekarität einzustellen – die Arbeiten sind vor dem Hintergrund der aktuellen sozialen und politischen Krise entstanden. Die innerhalb der Installation entstehenden Verbindungen sind sowohl materieller als auch immaterieller Natur; sie fühlen sich ein in den Augenblick, an dem Affekt und abstrakte Besorgnis in einen physischen Zustand umschlagen, auf individueller und gemeinschaftlicher Ebene. Diese Bewegungen und Risse bilden einen Unterton, der sich durch das Werk und dessen Haltung zieht.

 

Die Anliegen von Heedless Sleep artikulieren sich in der Form, und im künstlerischen Prozess. Es geht darum, „den Moment abzupassen, wo einem die Arbeit sympathisch wird, wo sie zugänglich und auf beinah anrührende Weise präsent wird, sodass man sie so, wie sie ist, einfach akzeptieren muss“. In diesem Sinne bleiben die Arbeiten nicht einer einzelnen Idee oder Geste verhaftet; vielmehr ist ihnen ein gewisser Verhandlungsspielraum eingeschrieben, der sowohl in verschiedenen Facetten der Lust als auch in einer großen Melancholie ihren Ursprung findet.

 

Der englisch-schwedische Künstler Henrik Potter lebt und arbeitet in London. Jüngste Ausstellungen umfassen Landlords are not currently collecting rent in self-love, Cell Project Space, London, 2016; Oh, of course, you were berry picking, DREI, Köln, 2015; Down Where Changed, Cubitt, London, 2014 sowie PdT im Palais de Tokyo, Paris, 2014.

Henrik Potter, It said, it said (still life, it said), (Detail), 2019, Foto: Frank Kleinbach
Henrik Potter, Heedless Sleep, Ausstellungsansicht, Künstlerhaus Stuttgart, 2019, Foto: Frank Kleinbach
Henrik Potter, A figure (a mugging) & J’arrive / Figure (bruised), (Detail), 2019, Foto: Frank Kleinbach
Henrik Potter, A Joke / First Born / A Question (after all), (Detail), 2019, Foto: Frank Kleinbach
Henrik Potter, Figure (awkward), (Detail), 2019, Foto: Frank Kleinbach
Henrik Potter, Les Amants (2018) (en deux parties), (Detail), 2019, Foto: Frank Kleinbach
Henrik Potter, For Rose (in love) / oder ‘Goth Matisse’, (Detail), 2019, Foto: Frank Kleinbach
Henrik Potter, Portrait (true blue), (Detail), 2019, Foto: Frank Kleinbach
2019 23.02.2019
Künstler*innen fragen Künstler*innen
Abel Auer, Marc Matter, Birgit Megerle und Elena Poulou
Veranstaltung
23.02.2019

Gibt es eine Form der Haltung oder der Logik, die künstlerischem Denken zutiefst eigen ist? Und wenn das so ist, welche Rolle spielt der Widerspruch in der Formulierung eines künstlerischen Denkmodells? Diese Überlegungen bilden den Kern des zweitägigen Symposiums mit Abel Auer, Marc Matter, Birgit Megerle und Elena Poulou im Künstlerhaus Stuttgart und in der Staatsgalerie Stuttgart.

 

In offenen und geschlossenen Formaten treten die Diskussionen und Präsentationen in einen Dialog mit einem avantgardistischen Erbe künstlerischen Schaffens, genauer: mit der Kanalisierung und Hinterfragung der Denkweise Marcel Duchamps. Zugleich ist dies ein Einfühlen in die ambivalenteren Facetten seines Werks, die das Potenzial simultaner Bestätigung und Verneinung mit einschließen, sowie das der Sprache entgegengebrachte Misstrauen und die Aufforderung, ein eigenes Bewertungssystem einzuführen.

 

Moderiert wird der Abend von Fatima Hellberg, Michael Hiltbrunner und Susanne M.I. Kaufmann.

Um 17.30 Uhr findet eine Führung durch die Ausstellung Marcel Duchamp. 100 Fragen. 100 Antworten. statt.

Eine gemeinsame Veranstaltung der Staatsgalerie Stuttgart, des Künstlerhauses Stuttgart und des Institute for Contemporary Art Research der Zürcher Hochschule der Künste.

 

John Cage, Music for Marcel Duchamp, 1947.
2019 23.01.2019
Was ist Natur, was ist der Mensch, was ist Kunst bei Aristoteles
Klaus Corcilius
Veranstaltung
23.01.2019

Mystizismus war noch nie eine „ungefährliche“ Bestrebung, wie der gefeierte Kabbala-Gelehrte Gerschom Scholem bemerkte. In Anbetracht der antagonistischen Haltung des Mystizismus gegenüber der institutionellen Doktrin sind die Gefahren für seine Anhänger offensichtlich; doch die Risiken für den interessierten Wissenschaftler, so Scholem, sind ebenfalls nicht unerheblich. Im Fokus von Alpha Centauri, einem zweiteiligen Experiment mit Studierenden der Kunstakademien Stockholm und Stuttgart, standen einige der Kreuzungspunkte von Geist und Materialität, und das damit verbundene Unbehagen.

Das offene Seminar mit dem Philosophen Klaus Corcilius erforscht zentrale Grundlagen der Logik und beginnt mit der Frage „Was ist Denken?“. In einer Kombination aus gelesenen Texten und auf seiner langjährigen Beschäftigung mit der Lehre Aristoteles’ basierenden Gedanken, unternimmt Corcilius’ Präsentation eine eingehende Betrachtung des Seins, und bewegt sich dabei zwischen dem Menschsein und der Natur, in Richtung einer Definition von Kunst.

Klaus Corcilius ist Professor für antike Philosophie an der Universität Tübingen. Zuvor war er außerordentlicher Professor an der University of California in Berkeley. Sein Hauptinteresse gilt der antiken Philosophie, in Theorie und Praxis sowie im Besonderen Aristoteles.

Was ist Natur, was ist der Mensch, was ist Kunst bei Aristoteles, Küstlerhaus Stuttgart (2019)
2018 16.12.2018–27.01.2019
Alpha Centauri II (Metabosch)
Leon Dürnay, Janis Eckhardt, Juliane Gebhardt, Hyunjeong Ko, Evgenia Kosareva, Lea Lenk, Jaewon Park, Tzusoo, Helen Weber
Ausstellung
16.12.2018–27.01.2019
Eröffnung:
Sa, 15.12.2018
19:00 Uhr
Kuratiert von:
Annika Eriksson und Fatima Hellberg

Alpha Centauri* ist ein Experiment in zwei Teilen mit Studierenden des Royal Institute of Art, Stockholm und der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart.

 

Die Arbeit erstreckt sich über zwei Etagen des Künstlerhauses, die zu Ateliers und Wohnräumen umfunktioniert wurden, zu einer durch individuelles sowie kollektives Wirken aktivierten und definierten Umgebung. Über den Zeitraum des Zusammenlebens und -arbeitens entsteht hier ein gemeinschaftliches Werk, das die widersprüchlichen Dimensionen von Kontrolle/Rahmen und Unvorhersehbarkeit erkundet.

 

Dieses Kapitel von Alpha Centauri, entwickelt in Zusammenarbeit mit Abel Auer, fand unter der Beteiligung von Leon Dürnay, Janis Eckhardt, Juliane Gebhardt, Hyunjeong Ko, Evgenia Kosareva, Lea Lenk, Jaewon Park, Tzusoo und Helen Weber statt. Die Studierenden erweiterten das Setting und die Parameter der ersten Gruppe und deuteten den Raum in Reaktion auf die vorgefundene Situation und durch die Entwicklung einer eigenen gemeinsamen Logik auf radikale Weise um; es entstanden neue Arbeiten, andere wurden verändert oder entfernt. Zentral für die Diskussionen während dieses Prozesses war dabei das Verhältnis zwischen Verwurzelung und Materialität und deren Beziehung zum Verborgenen, Obskuren und Unbekannten. Diese Phänomene wurden aus diversen Perspektiven untersucht, darunter die Überlegungen des Ethnobotanikers und Autors Terence McKenna zur Hyperdimensionalität der Wirklichkeit oder Paul Theks Arbeit mit Materialität und Kontingenz, bis hin zu Fragen der Intention und Aufmerksamkeit künstlerischer Produktion. Hierbei entwickelte sich innerhalb der Gruppe die gemeinsame Idee des ‚Metabosch‘ – die assoziative Entfaltung einer spekulativen Fiktion, die sich zwischen den phantasmagorischen Geisteswelten Hieronymus Boschs und der Erzählung eines quasi-spirituellen Unternehmens bewegt. Während dieses Setting zunehmend materielle Gestalt annahm, wurden dunklere, mitunter apokalyptische Untertöne laut, die Assoziationen wecken zwischen Ökologie, Unternehmenskultur und schwarzen Löchern.

 

Alpha Centauri testet die Möglichkeiten und Begrenzungen aus, mit denen sich eine Institution in der Ausrichtung eines prozessbasierten Projektes konfrontiert sieht, und untersucht die Vorgänge, die in die Erschaffung eines Environments mit materiellen sowie immateriellen Schichten einfließen. Teil dieser Prozesse sind das Geschehenlassen von Geselligkeit und Uneinigkeit und die Bedeutung des Transformativen in der Lehre und Produktion von Kunst.

 

Zusammengeführt von Annika Eriksson (Royal Institute of Art, Stockholm) und Fatima Hellberg (Künstlerhaus Stuttgart)

 

*Alpha Centauri ist das dem Sonnensystem am nächsten gelegene Sternensystem. Wissenschaftler haben versucht, die Existenz eines erdähnlichen Planeten in Alpha Centauri anhand eines Durchgangs nachzuweisen – eine geringfügige Verdunklung des Sterns während des Planetentransits wurde festgestellt – ohne jedoch einen abschließenden Nachweis zu erbringen.

Teil I von Alpha Centauri wurde realisiert mit: Maiken Buus Andersen, Izabel Färnstrand, Salad Hilowle, Sonia Sagan, Oscar Kaleva Karlsson, Vida Lavén, Mari Mattsson, Linnéa Ndangoya Palmcrantz, Emilie Palmelund, Levi Sebton und Jesper Vesterlund

Alpha Centauri II (Metabosch), Künstlerhaus Stuttgart, Foto: Frank Kleinbach
Alpha Centauri II (Metabosch), Künstlerhaus Stuttgart, Foto: Frank Kleinbach
Alpha Centauri II (Metabosch), Künstlerhaus Stuttgart, Foto: Frank Kleinbach
Alpha Centauri II (Metabosch), Künstlerhaus Stuttgart, Foto: Frank Kleinbach
Alpha Centauri II (Metabosch), Künstlerhaus Stuttgart, Foto: Frank Kleinbach
Alpha Centauri II (Metabosch), Künstlerhaus Stuttgart, Foto: Frank Kleinbach
Alpha Centauri II (Metabosch), Künstlerhaus Stuttgart, Foto: Frank Kleinbach
Alpha Centauri II (Metabosch), Künstlerhaus Stuttgart, Foto: Frank Kleinbach
Alpha Centauri II (Metabosch), Künstlerhaus Stuttgart, Foto: Frank Kleinbach
Alpha Centauri II (Metabosch), Künstlerhaus Stuttgart, Foto: Frank Kleinbach
Alpha Centauri II (Metabosch), Künstlerhaus Stuttgart, Foto: Frank Kleinbach
Alpha Centauri II (Metabosch), Künstlerhaus Stuttgart, Foto: Frank Kleinbach
Alpha Centauri II (Metabosch), Künstlerhaus Stuttgart, Foto: Frank Kleinbach
2018 13.12.2018
Linie West
Veranstaltung
Vermittlung
13.12.2018

Am Donnerstag, den 13. Dezember 2018 von 17–21 Uhr laden wir Sie herzlich ein zur

 

LINIE WEST

 

LINIE WEST ist eine gemeinsame Initiative von Institutionen für Gegenwartskunst im Stuttgarter Westen. Der Rundgang findet viermal jährlich statt und verbindet ausgewählte Stuttgarter Galerien, Kunstinstitutionen und Vereine miteinander. Zwischen 17 und 21 Uhr öffnen Galerien und Ausstellungshäuser an diesem Abend ihre Türen für alle Interessierten.

 

Künstlerhaus Stuttgart
Galerie von Braunbehrens
Galerie Thomas Fuchs
Galerie Reinhard Hauff
Strzelski Galerie

+

Das Künstlerhaus Stuttgart zeigt Alpha Centauri

2018 01.12.–12.12.2018
Alpha Centauri
Maiken Buus Andersen, Izabel Färnstrand, Salad Hilowle, Sonia Sagan, Oscar Kaleva Karlsson, Vida Lavén, Mari Mattsson, Linnéa Ndangoya Palmcrantz, Emilie Palmelund, Levi Sebton und Jesper Vesterlund
Ausstellung
01.12.–12.12.2018
Eröffnung:
Fr, 30.11.2018
19:00 Uhr
Kuratiert von:
Annika Eriksson und Fatima Hellberg

Alpha Centauri* ist ein Experiment in zwei Teilen mit Studierenden des Royal Institute of Art, Stockholm und der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart.

Die Arbeit erstreckt sich über zwei Etagen des Künstlerhauses, die zu Ateliers und Wohnräumen umfunktioniert werden, zu einer durch individuelles und kollektives Wirken aktivierten und definierten Umgebung. Über den Zeitraum des Zusammenlebens und -arbeitens entsteht hier ein gemeinschaftliches Werk, das die widersprüchlichen Dimensionen von Kontrolle/Rahmen und Unvorhersehbarkeit erkundet.

 

Als pädagogisches Projekt und als Experiment ist Alpha Centauri auch eine Reflexion über die zunehmende Allgegenwart der Managementkultur und die damit verbundene Bedeutung von Messbarkeit, Performance und Selbstbewertung. Das Projekt betrachtet diese Form des Managements und deren Manifestationen in Kunstbetrieb und -vermittlung, während es zugleich alternative Szenarien durchspielt. Teil dieses Verfahrens ist es, an der Kontingenz der gegebenen Strukturen festzuhalten, sich jedoch auch mit dem dritten, aus dem kollaborativen Prozess heraus entstehenden Geist auseinanderzusetzen – mit dem Verankerten und Materiellen und deren Verschränkungen mit dem Verborgenen und Unerkennbaren.

 

Diese Praktiken verbinden sich mit der Geschichte des Künstlerhauses Stuttgart, einem Ort, an dem die Selbstorganisation – seit seiner Gründung Ende der 1970er durch junge Künstler*innen sowie Kunststudierende – Tradition hat. Im Rahmen von Alpha Centauri werden die Energie und die Freude avantgardistischer Lebens- und Arbeitsformen in einen Diskurs eingebracht, der diese historischen Privilegien und Exklusionen jedoch auch kritisch hinterfragt.

Trotz seines unvorhersehbaren Ausgangs versucht Alpha Centauri unter gegebenen Voraussetzungen der Kunstlehre und -produktion wie Gemeinschaftlichkeit, Uneinigkeit, Transformation und dem Unbeschreiblichen zu entstehen und bestehen.

 

Teil I
Maiken Buus Andersen, Izabel Färnstrand, Salad Hilowle, Sonia Sagan, Oscar Kaleva Karlsson, Vida Lavén, Mari Mattsson, Linnéa Ndangoya Palmcrantz, Emilie Palmelund, Levi Sebton und Jesper Vesterlund
Eröffnung am 30. November mit einem Auftritt von YOR um 21 Uhr

 

Teil II von Alpha Centauri eröffnet am 15. Dezember um 19 Uhr
Leon Dürnay, Janis Eckhardt, Juliane Gebhardt, Hyunjeong Ko, Evgenia Kosareva, Lea Lenk, Jaewon Park, Tzusoo und Helen Weber

Zusammengeführt von Annika Eriksson (Royal Institute of Art, Stockholm) und Fatima Hellberg (Künstlerhaus Stuttgart)

 

*Alpha Centauri ist das dem Sonnensystem am nächsten gelegene Sternensystem. Wissenschaftler haben versucht, die Existenz eines erdähnlichen Planeten in Alpha Centauri anhand eines Durchgangs nachzuweisen – eine geringfügige Verdunklung des Sterns während des Planetentransits wurde festgestellt – ohne jedoch einen abschließenden Nachweis zu erbringen.

Alpha Centauri, Künstlerhaus Stuttgart, Foto: Frank Kleinbach
Alpha Centauri, Künstlerhaus Stuttgart, Foto: Frank Kleinbach
Alpha Centauri, Künstlerhaus Stuttgart, Foto: Frank Kleinbach
Alpha Centauri, Künstlerhaus Stuttgart, Foto: Frank Kleinbach
Alpha Centauri, Künstlerhaus Stuttgart, Foto: Frank Kleinbach
Alpha Centauri, Künstlerhaus Stuttgart, Foto: Frank Kleinbach
Alpha Centauri, Künstlerhaus Stuttgart, Foto: Frank Kleinbach
Alpha Centauri, Künstlerhaus Stuttgart, Foto: Frank Kleinbach
Alpha Centauri, Künstlerhaus Stuttgart, Foto: Frank Kleinbach
Alpha Centauri, Künstlerhaus Stuttgart, Foto: Frank Kleinbach
Alpha Centauri, Künstlerhaus Stuttgart, Foto: Frank Kleinbach
Alpha Centauri, Künstlerhaus Stuttgart, Foto: Frank Kleinbach
Alpha Centauri, Künstlerhaus Stuttgart, Foto: Frank Kleinbach
Alpha Centauri, Künstlerhaus Stuttgart, Foto: Frank Kleinbach
Alpha Centauri, Künstlerhaus Stuttgart, Foto: Frank Kleinbach
Alpha Centauri, Künstlerhaus Stuttgart, Foto: Frank Kleinbach
Alpha Centauri, Künstlerhaus Stuttgart, Foto: Frank Kleinbach
2018 26.10.2018
Occasional Criticism
Mike Sperlinger & Madeleine Bernstorff
Veranstaltung
26.10.2018
Kuratiert von:
anorak

Veröffentlichung von Occasional Criticism, ein Textband über Kino, Kritik, Publikum und darüber, wie Film sich in unser alltägliches Leben einschreibt – von Mike Sperlinger

am Freitag, den 26. Oktober um 18 Uhr im Delphi Kino
Tübinger Str. 6, 70178 Stuttgart

anschließend Dinner im Künstlerhaus Stuttgart

 

„Es ist notwendig festzustellen, … dass es nur einen wahren Grund gibt, weil es nur einen wahren Gott gibt; dass die Natur oder Kraft eines jeden Dinges nichts ist außer dem Willen Gottes; dass alle natürlichen Gründe keine wahren Gründe, sondern lediglich scheinbare Gründe sind.“
– Nicholas Malebranche

 

„Ein Theaterstück ist eine Rarität, das mit größter Sorgfalt ausgesucht, lang erwartet, erlebt, in aller Länge diskutiert und erinnert werden will. Ein Film jedoch ist weder hier noch dort.“
– Dorothy Richardson

 

Ganz im Sinne von Occasional Criticism, in welchem Mike Sperlinger die Idee weiterentwickelt, dass jede Filmvorführung letztlich bloß Gelegenheit für Spekulation, Gemeinschaft und Geselligkeit bietet, wissen wir nicht, welcher Film an diesem Abend im Delphi Kino gezeigt wird. Bevor der Film beginnt, wird eine Audioaufzeichnung aus einem anderen Kino zu hören sein, aufgenommen vor 30 Jahren in Berlin von der Filmkuratorin und Autorin Madeleine Bernstorff. Nach dem Film erhält jede*r Besucher*in eine Ausgabe von Occasional Criticism und ist herzlich dazu eingeladen, bei einem Dinner mit Sperlinger und Bernstorff im Künstlerhaus Stuttgart weiter zu diskutieren.

Der Abend ist Teil von Gemini, kuratiert von anorak und realisiert in Kooperation mit der Akademie Schloss Solitude, dem Künstlerhaus Stuttgart sowie dem Delphi Kino.

 

Die erste Ausstellungseröffnung von Gemini findet am Freitag, den 16. November um 19 Uhr im Solitude Projektraum statt. Mit Arbeiten von Rosa Aiello, Tupac Cruz, Daniel Hopp, James N. Kienitz Wilkins, Julica Morlok und Ana Wild.

 

Bild: Bau der New Jersey Schnellstraße, 17. November 1951. Courtesy: Library of Congress

Occasional Criticism, Künstlerhaus Stuttgart, Foto: Hannah Häußer
Occasional Criticism, Künstlerhaus Stuttgart, Foto: Hannah Häußer
Occasional Criticism, Künstlerhaus Stuttgart, Foto: Hannah Häußer
Occasional Criticism, Künstlerhaus Stuttgart, Foto: Hannah Häußer
2018 15.10.–27.11.2018
Das Künstlerhaus zu Gast in Waldenbuch
Katharina Culha, Jochen Detscher, Christine Dohms, Karin Eckert, Ute Fischer-Dieter, Tilda George, Thora Gerstner, Manu HarmsSchlaf, Christiane Lesch, Gisela List, Bernhard Müller, Anne Pflug, Johannes Rave, Christiana Teufel, Damaris Wurster
Veranstaltung
Ateliers
Werkstätten
15.10.–27.11.2018
Eröffnung:
So, 14.10.2018
11:00 Uhr

15 Künstler:innen der Ateliers und Werkstätten des Künstlerhauses Stuttgart zeigen im Rahmen einer Gastausstellung im Rathaus Waldenbuch eine Auswahl ihres Schaffens

 

 

Im Rathaus Waldenbuch, Marktplatz 1, 71111 Waldenbuch

 

In diesem Jahr feiert das Künstlerhaus Stuttgart sein 40-jähriges Bestehen. Seit vier Jahrzehnten zeichnet sich das Künstlerhaus inzwischen durch ein international renommiertes kuratorisches Programm aus. Darüber hinaus verfügt es seit vielen Jahren über ein interdisziplinäres Atelierprogramm mit jährlich vergebenen Stipendien sowie zehn Werkstätten, die von Drucktechnik über Audio bis hin zur Keramik reichen und vor allem lokalen Künstler:innen einen Produktionsort bieten. 1978 war es der Wunsch der Initiativgruppe, für Künstler:innen einen Produktions- und Ausstellungsort, und gleichzeitig einen Ort des Austauschs und der Kommunikation zu schaffen. Dieser Wunsch erfüllte sich, sodass auch 40 Jahre später Absolventen der Kunstakademien genauso wie erfahrene lokale und internationale Künstler:innen einen Produktionsort im Künstlerhaus vorfinden, der gleichzeitig zum Diskurs einlädt.

Erstmalig präsentiert das Künstlerhaus Stuttgart auf Einladung der Kunstfreunde Waldenbuch & Steinenbronn nun in Waldenbuch eine Ausstellung, die Arbeiten von Künstler:innen aus den Ateliers und Werkstätten des Künstlerhauses präsentieren wird. Unter dem Titel Zu Gast in Waldenbuch nehmen die Künstler:innen die Möglichkeit wahr, einen Einblick in ihr Schaffen zu geben und zeigen neben Malerei, Siebdruck und Lithographie auch Installationen und Keramiken.

Das Künstlerhaus Stuttgart bedankt sich herzlich bei den Kunstfreunden Waldenbuch & Steinenbronn für die Zusammenarbeit.

 

Thora Gerstner, Clear notion, 2015, Silbergelatineprint, 80 x 70 cm
2018 25.09.2018
A history of the world as it has become known to me & Pinochet Porn
Ellen Cantor
Veranstaltung
Screening
25.09.2018

Eine Filmvorführung, präsentiert von der Galerie Isabella Bortolozzi und dem Künstlerhaus Stuttgart im Babylon Kino in Berlin anlässlich der Buchrelease von Ellen Cantor, A history of the world as it has become known to me. Mit einer Einführung von Fatima Hellberg.

 

BABYLON
Rosa-Luxemburg-Str. 30
10178 Berlin

babylonberlin.eu

 

Dienstag, den 25. September 2018
19–22.30 Uhr

 

Ellen Cantor, Pinochet Porn (2008–2016) ist ein epischer Experimentalfilm, in dem die gesamte Bandbreite des Werks der verstorbenen Künstlerin Ellen Cantor (1961–2013) zum Ausdruck kommt. An der abendfüllenden Episodenerzählung über die miteinander verflochtenen Leben von fünf Kindern, deren Heranreifen und Aufwachsen hat Cantor die letzten fünf Jahre ihres Lebens gearbeitet. In Pinochet Porn stehen Super-8-Film, Archivmaterial und animierte Zeichnungen nebeneinander. Der Film bedient sich dem Format der Seifenoper, ist ebenso tragisch wie komisch und gezeichnet von einer subversiven Sexualität. Cantor verwebt persönliche, politische und historische Elemente; indirekt dreht sich die Geschichte um den politischen Dissens zu Zeiten des Pinochet-Regimes in Chile. Zugleich ist Pinochet Porn – der Film zeigt eine Reihe von Künstler*innen, Kurator*innen, Autor*innen, Filmemacher*innen, Underground-Protagonist*innen, Musiker*innen und deren Kinder – das Dokument eines bestimmten Moments in der New Yorker und Londoner Avantgarde-Kunst und -Kultur.

 

Ellen Cantor, A history of the world as it has become known to me
Herausgeber*innen: Lia Gangitano, Fatima Hellberg und Jamie Stevens

Mit Beiträgen von: Dodie Bellamy, Jonathan Berger, John Brattin, Ellen Cantor, Lia Gangitano, Cy Gavin, Joseph Grigely, Clara López Menéndez und John Maybury

Verleger: Sternberg Press, Künstlerhaus Stuttgart, CCA Wattis Institut für zeitgenössische Kunst und Participant Inc
Design: Pedro Cid Proença
Lektorat: Ben Caton (DE), Gitte Lindmaier (DE)
Übersetzung: Robert Schlicht
Preis: 26 EUR

 

Für eine Bestellung des Buchs, senden Sie bitte eine E-Mail an info@kuenstlerhaus.de

Die nächste Buchrelease wird mit einer Launch-Veranstaltung bei Participant Inc., New York am Sonntag, den 28. Oktober, ab 14 Uhr stattfinden.

 

 

Mit freundlicher Genehmigung von Ellen Cantor Estate und Galerie Isabella Bortolozzi, Berlin

A history of the world as it has become known to me wurde mit der großzügigen Unterstützung der Kulturstiftung des Bundes, der Stadt Stuttgart, der Wüstenrot-Stiftung, des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst, Baden-Württemberg (MWK), und Valeria Napoleone realisiert.

Ellen Cantor, Pinochet Porn, 2008–16. Mit freundlicher Genehmigung: Nachlass von Ellen Cantor und Galerie Isabella Bortolozzi, Berlin
2018 22.09.2018
Festakt - 40 Jahre Künstlerhaus Stuttgart
Veranstaltung
22.09.2018

Am 22. September 2018 feiert das Künstlerhaus Stuttgart bei einem offiziellen Festakt sein 40-jähriges Bestehen. Außerdem wird nach einjähriger Bauzeit mit dem sanierten und neu gestalteten Lokal im Künstlerhaus im Erdgeschoss ein völlig neuer Veranstaltungsort mit eigenem Gastronomieangebot im Stuttgarter Westen eingeweiht.

 

Impressionen des Abends mit einem großen Dank an Wolfgang Dauner, Jon Shit sowie alle Rednerinnen und Redner und nicht zuletzt an alle Gäste.

Mit freundlicher Unterstützung von Kessler Sekt, Lammbrauerei Hilsenbeck, Collegium Wirtemberg, WGV Versicherungen, Piano Fischer

Blick in den Biergarten, Foto: Florian Model
Blick in den Biergarten, Foto: Florian Model
Dr. Hannelore Paflik-Huber moderiert, Foto: Florian Model
Blick ins neue Lokal, Foto: Florian Model
Wolfgang Dauner spielt, Foto: Florian Model
Blick ins neue Lokal, Foto: Florian Model
Ulrich Bernhardt, Foto: Florian Model
v.l.n.r. Kazu Ito, Donald Matheson, Simon Jones, Jack Neville, Architekten des Umbaus, Foto: Florian Model
Jon Shit Performance im Biergarten, Foto: Florian Model
Jon Shit Performance im Biergarten, Foto: Florian Model
Jon Shit Performance im Biergarten, Foto: Florian Model
Der neue Betreiber: Sebastian Werning, Foto: Florian Model
Sektempfang, Foto: Florian Model
2018 10.08.2018
Wir bauen Möbel mit Simon Jones
Veranstaltung
Ateliers
Werkstätten
Vermittlung
10.08.2018

In den vergangenen vier Jahren hat der aus London stammende Architekt Simon Jones gemeinsam mit dem Künstlerhaus Stuttgart wegweisend am Umbau des Cafés mitgewirkt. Mit dem nun geplanten Workshop folgt das Künstlerhaus seiner Tradition, denn auch im ursprünglichen Café wurde das Mobiliar in Zusammenarbeit von Künstler:innen, Mitarbeiter:innen und den Nachbar:innen hergestellt.
Zu diesem Workshop wollen wir Sie herzlich eingeladen. Gemeinsam mit uns können Sie zwischen dem 10. und 24. August die neuen Möbel für das Café bauen. Erfahrung in der Arbeit mit Holz ist nicht notwendig aber vorteilhaft, ebenso wie einen oder mehrere Tage Zeit, um die Möbel komplett fertig stellen zu können.

 

Wenn Sie Interesse haben an unserem Workshop mitzuwirken, schreiben Sie uns bitte eine E-Mail an info@kuenstlerhaus.de

 

Derzeit werden der Eingang sowie die öffentlichen Räume im Erdgeschoss des Künstlerhauses renoviert und erhalten dank Simon Jones Studio und Matheson Whiteley ein neues Design. Das Londoner Designteam wird von dem Stuttgarter Büro härtner ito architekten unterstützt. Die Sanierung wird von der Stadt Stuttgart finanziert und im Herbst des Jahres 2018, anlässlich des 40. Jubiläums des Künstlerhauses, abgeschlossen.

 

Seit seiner Gründung 1978 in einer ehemaligen Kofferfabrik ist das Künstlerhaus Stuttgart ein Ort für künstlerische Produktion und Austausch. Es umfasst ein Ausstellungsprogramm mit zeitgenössischer Kunst sowie ein Atelier- und Werkstattprogramm. Das Umbauprojekt Künstlerhaus Stuttgart wurde im Rahmen des kuratorischen Programms der Künstlerischen Leiterin Fatima Hellberg initiiert und in enger Zusammenarbeit mit Dr. Hannelore Paflik-Huber, 1. Vorsitzende des Künstlerhausvorstands, und der Geschäftsführerin Romy Range realisiert. Das Projekt reflektiert die Geschichte und den Geist der Institution und zeigt Wege auf, wie deren Gründungsgedanke und die damit verbundenen Ambitionen einen Ausgangspunkt für die gegenwärtigen Bestrebungen bilden können. Der Umbau fällt mit vier Jahrzehnten künstlerischen Arbeitens und Ausstellens, mit jahrelanger Experimentierfreude und Wissensproduktion zusammen und zielt darauf ab, das avantgardistische Erbe der Institution zu pflegen und gleichzeitig die aktuellen Bedürfnisse nach einem sozialen und öffentlichen Raum in der Stadt Stuttgart zu berücksichtigen.

 

Simon Jones Studio ist ein multidisziplinäres Design Studio im Norden Londons. Die Arbeiten des Studios verbinden architektonische Projekte, Ausstellungsdesign, Möbelproduktion und praktische Herstellung. Im Mittelpunkt des Büros steht die Werkstatt mit ihrem besonderen Augenmerk auf Materialien und Details. Jones entwarf das Design für das Auditorium für die Ausstellung Container and Contained ebenso zu der Performance INPUT OUTPUT von Gregg Bordowitz, 2015. Seitdem besteht eine anhaltende Zusammenarbeit zwischen Jones und dem Künstlerhaus.

 

Das Projekt mit Simon Jones wird in Kooperation mit Kulturregion Stuttgart im Rahmen des Projekts Drehmoment realisiert.
Mit der freundlichen Unterstützung der Stadt Stuttgart. Besonderer Dank geht an den Verein Alnatura hilft! e.V., die Bürgerstiftung Stuttgart, Bosch GmbH, Kvadrat A/S und der Holzhandlung Wider GmbH & Co. KG

Werkstatt, Foto: Florian Model
Jack Neville mit Teilnehmer:innen des Möbel-Workshops, Foto: Florian Model
Werkstatt, Foto: Florian Model
Werkstatt, Foto: Florian Model
Werkstatt, Foto: Florian Model
Teilnehmerin des Möbel Workshops, Foto: Florian Model
Detail, Foto: Florian Model
Werkstatt, Foto: Florian Model
Detail, Foto: Florian Model
Werkstatt, Foto: Florian Model
2018 07.07.2018
Das Künstlerhaus flaniert – Parcours durch den Stuttgarter Westen
Veranstaltung
Ateliers
Werkstätten
07.07.2018

Mit Ingo Busch, Jochen Detscher, Tilda George, Sören Hiob, Yvette Hoffmann, Anna Jacobi, Katrin Kinsler, Karima Klasen, Karen Kreuselberg, Flora Lenzmann, Christiane Lesch, Gisela List, Mark Metzner, Ann-Kathrin Müller, Monika Nuber, Anne Pflug, Eva Schmeckenbecher, Christiana Teufel, Michael Wackwitz, Julia Wenz, Uta Weyrich & Eva Paulitsch, Damaris Wurster, Mona Zeiler und Ute Zeller von Heubach

Treffpunkt: Künstlerhaus Stuttgart, Reuchlinstraße 4b, 70178 Stuttgart
ab 20 Uhr Drinks im Künstlerhaus Stuttgart

25 Künstler*innen präsentieren an einem einzigen Nachmittag an 17 höchst unterschiedlichen und ungewöhnlichen Orten im Stuttgarter Westen neue Arbeiten und realisieren ortsspezifische Projekte im Innen- und Außenraum. Für einen Tag bringen sie das Künstlerhaus und seine Geschichte als Produktionsort buchstäblich nach draußen und zeigen Arbeiten, die von Malerei und Fotografie bis hin zu Video und raumgreifender Installation reichen.

Beginnend im Künstlerhaus Stuttgart, mit einem Lageplan ausgestattet, kann sich jeder Besucher eigenständig auf den Weg machen, und Station für Station im Stuttgarter Westen abgehen. Orte wie der Leipziger Platz und die S-Bahn-Station gehören genauso dazu wie die lokale Stammkneipe. Mit etwas Glück entdeckt man somit nicht nur neue und spannende Arbeiten, sondern auch unbekannte Orte.

Das Projekt geht auf einen Vorschlag des Künstlers Georg Ozory zurück und richtete sich an ehemalige und aktuelle Atelierstipendiaten sowie Künstler*innen, die in den Werkstätten des Künstlerhauses arbeiten.

Ein herzlicher Dank an alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die Ihre Räumlichkeiten für diesen Tag zur Verfügung stellen.

Fotos: Florian Model

Realisiert mit der Unterstützung der Landeshauptstadt Stuttgart.

Teilnehmer*innen der Veranstaltung
Teilnehmer*innen der Veranstaltung
Teilnehmer*innen der Veranstaltung
Ann-Kathrin Müller, Die Exposition, 2015/2016
Christiane Lesch, Ohne Titel, 2017
Ingo Busch, Make this place great again, 2018
Yvette Hoffmann, Elements on Earth, 2018
Anna Jacobi, Tempo!, 2018
Teilnehmer*innen vor dem "Seekneiple"
Sören Hiob, Sammlung Sören Hiob, 2018
Jochen Detscher, What’s upstairs, Doc? – houses’ horrors and domestic doom, in progress 2012–2018
Anne Pflug, Longing, 2018
Christiana Teufel, peripheral territories, 2018
2018 01.07.–14.10.2018
SPEED
James Richards und Leslie Thornton mit Horst Ademeit, Adelhyd van Bender, Bruce Conner, Emily Feather, Terence McCormack, Jeff Preiss und Jens Thornton
Ausstellung
01.07.–14.10.2018
Eröffnung:
Sa, 30.06.2018
19:00 Uhr
Kuratiert von:
Fatima Hellberg und James Richards mit Matt Fitts

SPEED besteht aus zwei eigens für die Ausstellung produzierten Arbeiten von James Richards und Leslie Thornton, sowie einer von Richards zusammengestellten Ausstellung-in-der-Ausstellung mit Arbeiten von Horst Ademeit, Adelhyd van Bender, Bruce Conner, Emily Feather, Terence McCormack, Jeff Preiss und Jens Thornton.

 

Im Entstehungsprozess um SPEED beschäftigten sich Richards und Thornton mit einer Reihe psychischer und zeitlicher Zustände, einem rauschartigen Verbundensein und wissenschaftlichen Staunen sowie einem Gefühl ökologischer Verunsicherung. Das Oszillieren zwischen ordnendem Impuls und Kontrollaufgabe zieht sich als wiederkehrendes Merkmal durch die diversen Ausstellungsmodi von SPEED: Kinovorstellung, skulpturale Videowand, Lesesaal und Gruppenausstellung.

 

Viele der in der Gruppenausstellung vertretenen Werke entstanden vor der Kulisse dunkler Vorahnungen und drohender Selbstzerstörung in der Ära des Kalten Krieges, wobei sich nicht selten unheimliche Parallelen zur Gegenwart auftun. Die vorherrschende Atmosphäre birgt eine obsessive Energie, eine wiederkehrende Faszination für Strahlung, systematische Gliederung und Aufzeichnung von Erfahrungen sowie für bewusstseinsverändernde Effekte und Rituale. Dieses Gefühl fieberhafter Wiederholung und Arbeit, das van Bender als „göttliche Schinderei“ beschrieb, kommt auch in Bruce Conners psychedelischen Inkblot Drawings zum Ausdruck.

 

Angeregt durch einen Impuls zur Kollaboration transformiert SPEED den Monolog ängstlicher Spekulation in eine dialogische Praxis. Die Ausstellung enthält eigenständige Arbeiten, darunter Richards’ großformatige Videowand Phrasing und Thorntons Kino-Installation Cut from Liquid to Snake, und doch sind alle Elemente im Geiste der Zusammenarbeit entstanden – manchmal Bündelung, manchmal durchaus bewusste Störung der gegenseitigen Empfindungen. Die Biografien Richards‘ und Thorntons unterscheiden sich in so wesentlichen Punkten wie Geschlecht, Alter und Sexualität. Jedoch vereint sie die Neigung, sich aufgeladenes Material anzueignen und es ohne offenkundige Wertung oder Moralisierung zugleich aufzufüllen und zu entleeren. Sie sind aufeinander eingespielt, jegliche Form anerkannter, bequemer Bedeutungen aufzuspüren und zu erschüttern. Dabei produzieren sie Arbeiten mit einem höchst spezifischen Sinn für den gegenwärtigen Moment und die mit ihm verbundenen Dringlichkeiten.

 

 

Im Auftrag von Künstlerhaus Stuttgart und Malmö Konsthall
Eine zweite Version von SPEED findet in der Malmö Konsthall, 15. März – 26. Mai 2019, statt

Bildnachweis: Illustrator, General Electric, (Anonym), 1964 anlässlich des Ausstiegs von Gunnar Thornton aus dem Nuclear Powered Airplane Project, das er von 1952 bis 1964 leitete.

Mit freundlicher Unterstützung von Pedro Barbosa, Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg, Wüstenrot Stiftung, Ritter Sport, pbb Stiftung für Kunst und Wissenschaft und British Council.
Besonderer Dank gilt Rodeo, Galerie Isabella Bortolozzi, Cabinet Gallery, Andrea Bellini, Centre d’art Contemporain Genève und CERN.

James Richards, Phrasing, 2018, dreiteilige digitale Projektion, fortlaufende Schleife. Mit freundlicher Genehmigung von: Cabinet, London; Galerie Isabella Bortolozzi, Berlin; Rodeo, London/Piraeus, Foto: Frank Kleinbach
James Richards, Phrasing, 2018, dreiteilige digitale Projektion, fortlaufende Schleife. Mit freundlicher Genehmigung von: Cabinet, London; Galerie Isabella Bortolozzi, Berlin; Rodeo, London/Piraeus, Foto: Frank Kleinbach
James Richards, Phrasing, 2018, dreiteilige digitale Projektion, fortlaufende Schleife. Mit freundlicher Genehmigung von: Cabinet, London; Galerie Isabella Bortolozzi, Berlin; Rodeo, London/Piraeus, Foto: Frank Kleinbach
James Richards, Phrasing, 2018, dreiteilige digitale Projektion, fortlaufende Schleife. Mit freundlicher Genehmigung von: Cabinet, London; Galerie Isabella Bortolozzi, Berlin; Rodeo, London/Piraeus, Foto: Frank Kleinbach
James Richards, Phrasing, 2018, dreiteilige digitale Projektion, fortlaufende Schleife. Mit freundlicher Genehmigung von: Cabinet, London; Galerie Isabella Bortolozzi, Berlin; Rodeo, London/Piraeus, Foto: Frank Kleinbach
Leslie Thornton, Cut from Liquid to Snake, 2018, HD Video, 27 min. Mit freundlicher Genehmigung der Künstlerin und Rodeo, London/ Piraeus, , Foto: Frank Kleinbach
Leslie Thornton, Leslie Thornton, Cut from Liquid to Snake, 2018, HD Video, 27 min. Mit freundlicher Genehmigung der Künstlerin und Rodeo, London/ Piraeus, Foto: Frank Kleinbach
Leslie Thornton, Leslie Thornton, Cut from Liquid to Snake, 2018, HD Video, 27 Min. Mit freundlicher Genehmigung der Künstlerin und Rodeo, London/ Piraeus, Foto: Frank Kleinbach
Leslie Thornton, Leslie Thornton, Cut from Liquid to Snake, 2018, HD Video, 27 Min. Mit freundlicher Genehmigung der Künstlerin und Rodeo, London/ Piraeus, Foto: Frank Kleinbach
SPEED, Ausstellungsansicht, 2018, Künstlerhaus Stuttgart, Foto: Frank Kleinbach
SPEED, Ausstellungsansicht, 2018, Künstlerhaus Stuttgart, Foto: Frank Kleinbach
Horst Ademeit, Tagesbilder, 1990–2004, beschriftete Polaroids, 11 x 9 cm. Mit Unterstützung von Delmes & Zander, Köln, Foto: Frank Kleinbach
Horst Ademeit, Oberservationsbilder, 1990–2003, beschriftete Polaroids, 11 x 9 cm. Mit Unterstützung von Delmes & Zander, Köln, Foto: Frank Kleinbach
SPEED, Ausstellungsansicht, 2018, Künstlerhaus Stuttgart, Foto: Frank Kleinbach
Emily Feather, JANUARY 4, 2003, Tinte, 13,5 × 12 cm. Mit Unterstützung des Bruce Conner Trust, Foto: Frank Kleinbach
Bruce Conner, DISSERTATION OCTOBER 5, 1994, 1994, Tinte und Bleistift, 27 × 29,5 cm. Mit Unterstützung des Bruce Conner Trust, Foto: Frank Kleinbach
Anonymouse, INKBLOT DRAWING, 2000, Tinte, 45 × 42 cm. Mit Unterstützung des Bruce Conner Trust, Foto: Frank Kleinbach
SPEED, Ausstellungsansicht, 2018, Künstlerhaus Stuttgart, Foto: Frank Kleinbach
SPEED, Ausstellungsansicht, 2018, Foto: Frank Kleinbach
Adelhyd van Bender, Ordner, 1999–2014, verschiedene Materialien auf Papier in Plastikhüllen, 32 × 29 cm. Mit Unterstützung von Delmes & Zander, Köln, Foto: Frank Kleinbach
SPEED, Ausstellungsansicht, 2018, Künstlerhaus Stuttgart, Foto: Frank Kleinbach
Horst Ademeit, Tagesbilder, 1990–2004, beschriftete Polaroids, 11 x 9 cm, Mit Unterstützung von Delmes & Zander, Köln, Foto: Frank Kleinbach
Horst Ademeit, Tagesbilder, 1990–2004, beschriftete Polaroids, 11 x 9 cm, Mit Unterstützung von Delmes & Zander, Köln, Foto: Frank Kleinbach
SPEED, Ausstellungsansicht, 2018, Künstlerhaus Stuttgart, Foto: Frank Kleinbach
Leslie Thornton, WhatItIsToBePerfect, 2018, HD Video, 32 Min 47 Sek. Mit Unterstützung der Künstlerin, Foto: Frank Kleinbach
Gefundene Objekte und Selbstdiagnose-Set, Foto: Frank Kleinbach
Gefundene Objekte und Selbstdiagnose-Set, Foto: Frank Kleinbach
Gefundene Objekte und Selbstdiagnose-Set, Foto: Frank Kleinbach
Jens Thornton, Ohne Titel (oak ridge, surrealistisch), 1943, Öl auf Holz, 31 × 24 cm, Foto: Frank Kleinbach
Jens Thornton, Ohne Titel (oak ridge, surrealistisch), 1943, Öl auf Holz, 31 × 24 cm, Foto: Frank Kleinbach
SPEED, Ausstellungsansicht, 2018, Künstlerhaus Stuttgart, Foto: Frank Kleinbach
2018 18.05.2018
A history of the world as it has become known to me
Ellen Cantor
Veranstaltung
Buchrelease
18.05.2018

Mit HOTEL KALIFORNIA, einer besonderen Lesung und Performance von Karl Holmqvist.

Dieses Buch beschäftigt sich mit Ellen Cantors Werk durch die Linse ihres Films Pinochet Porn (2008–16) und wird zu einem Dokument seiner Entstehung. Der epische Experimentalfilm bringt die facettenreiche Praxis der Künstlerin zum Ausdruck – und erweitert sie radikal. In Form einer episodischen Erzählung über fünf Kinder, die unter dem Regime von General Augusto Pinochet in Chile aufwachsen, ist der Film, der in Cantors zwei Heimatstädten London und New York aufgenommen wurde, eine Beobachtung von Geschichte vermittels fiktiver Spekulationen über private Erfahrungen in einer totalisierenden politischen Ordnung. A history of the world as it has become known to me vereint Texte und Archivmaterialien von Cantor, darunter die vollständige Reproduktion ihres gezeichneten Drehbuchs Circus Lives from Hell (2004), neben Beiträgen von Autor*innen, Künstler*innen, Beteiligten und Freund*innen, die über Cantors Praxis, den Film Pinochet Porn und eine einzigartig transgressive Vision reflektieren: explizit feministisch, erbarmungslos emotional, dramatisch im Ton und, wie Cantor selbst es ausdrückte, erwachsen im Gegenstand.

 

Herausgeber*innen: Lia Gangitano, Fatima Hellberg und Jamie Stevens
Mit Beiträgen von: Dodie Bellamy, Jonathan Berger, John Brattin, Ellen Cantor, Lia Gangitano, Cy Gavin, Jospeh Grigely, Clara López Menéndez und John Maybury
Publiziert von: Sternberg Press, Künstlerhaus Stuttgart, CCA Wattis Institute for Contemporary Arts und Participant Inc
Design: Pedro Cid Proença
Lektorat: Ben Caton
Deutsches Lektorat: Gitte Lindmaier
Übersetzung: Robert Schlicht
Preis: 26 EUR

Zur Bestellung des Buches kontaktieren Sie bitte info@kuenstlerhaus.de

 

Karl Holmqvist, Künstler, Poet und Freund von Cantor liest ein Stück von besonderer Wichtigkeit und Verbindung – „Give it more heart and more nuance…“

 

Das vollständige Programm zur Buchpräsentation schließt bevorstehende Veranstaltungen bei Participant Inc, New York und in der Galerie Isabella Bortolozzi, Berlin mit ein.

Realisiert mit freundlicher Unterstützung durch die Kulturstiftung des Bundes, die Stadt Stuttgart, die Wüstenrot Stiftung, das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg (MWK), und Valeria Napoleone

Cover "A history of the world as it has become know to me", Foto: Frank Kleinbach
Innenansicht "A history of the world as it has become known to me", Foto: Frank Kleinbach
Innenansicht "A history of the world as it has become known to me", Foto: Frank Kleinbach
Innenansicht "A history of the world as it has become known to me ", Foto: Frank Kleinbach
Innenansicht "A history of the world as it has become known to me", Foto: Frank Kleinbach
Innenansicht "A history of the world as it has become known to me", Foto: Frank Kleinbach
Innenansicht "A history of the world as it has become known to me", Foto: Frank Kleinbach
Innenansicht "A history of the world as it has become known to me", Foto: Frank Kleinbach
Innenansicht "A history of the world as it has become known to me", Foto: Frank Kleinbach
Innenansicht "A history of the world as it has become known to me", Foto: Frank Kleinbach
"A history of the world as it has become known to me", Foto: Frank Kleinbach
Karl Holmquist, book launch, "A history of the world as it has become known to me", photo: Frank Kleinbach
Book launch, "A history of the world as it has become known to me", Foto: Frank Kleinbach
2018 18.05.–06.06.2018
A history of the world as it has become known to me
Ellen Cantor
Ausstellung
18.05.–06.06.2018
Eröffnung:
Fr, 18.05.2018
20:00 Uhr
Kuratiert von:
Fatima Hellberg

Dieses Buch beschäftigt sich mit Ellen Cantors Werk durch die Linse ihres Films Pinochet Porn(2008–16) und wird zu einem Dokument seiner Entstehung. Der epische Experimentalfilm bringt die facettenreiche Praxis der Künstlerin zum Ausdruck – und erweitert sie radikal. In Form einer episodischen Erzählung über fünf Kinder, die unter dem Regime von General Augusto Pinochet in Chile aufwachsen, ist der Film, der in Cantors zwei Heimatstädten London und New York aufgenommen wurde, eine Beobachtung von Geschichte vermittels fiktiver Spekulationen über private Erfahrungen in einer totalisierenden politischen Ordnung. A history of the world as it has become known to me vereint Texte und Archivmaterialien von Cantor, darunter die vollständige Reproduktion ihres gezeichneten Drehbuchs Circus Lives from Hell (2004), neben Beiträgen von Autor_innen, Künstler_innen, Beteiligten und Freund_innen, die über Cantors Praxis, den Film Pinochet Porn und eine einzigartig transgressive Vision reflektieren: explizit feministisch, erbarmungslos emotional, dramatisch im Ton und, wie Cantor selbst es ausdrückte, erwachsen im Gegenstand.

Preis: 26 EUR
Zur Bestellung des Buches kontaktieren Sie bitte info@kuenstlerhaus.de

Herausgeber_innen: Lia Gangitano, Fatima Hellberg und Jamie Stevens
Mit Beiträgen von: Dodie Bellamy, Jonathan Berger, John Brattin, Ellen Cantor, Lia Gangitano, Cy Gavin, Jospeh Grigely, Clara López Menéndez und John Maybury
Publiziert von: Sternberg Press, Künstlerhaus Stuttgart, CCA Wattis Institute for Contemporary Arts und Participant Inc
Design: Pedro Cid Proença
Lektorat: Ben Caton
Deutsches Lektorat: Gitte Lindmaier
Übersetzung: Robert Schlicht

Karl Holmqvist, Künstler, Poet und Freund von Cantor liest ein Stück von besonderer Wichtigkeit und Verbindung – „Give it more heart and more nuance…“

Das vollständige Programm zur Buchpräsentation schließt bevorstehende Veranstaltungen bei Participant Inc, New York und in der Galerie Isabella Bortolozzi, Berlin mit ein.

 

2018 20.04.2018
Künstlerhaus Stuttgart und The End of Selling Out
Christian Flamm, Mike Sperlinger
Veranstaltung
Finissage
20.04.2018

Ein abschließendes Outdoor Screening zu Christian Flamms Ausstellung Künstlerhaus Stuttgart und Mike Sperlingers Filmprogramm The End of Selling Out.

Als zwei parallele Stränge eines Projekts führen Flamms Ausstellung und das von Mike Sperlinger ausgewählte Filmprogramm auf einen historischen Konflikt kultureller Produktion zurück. Auf Unterlaufung und Techniken der Enttäuschung – Strategien und Haltungen innerhalb einer bestimmten Reihe von Geschichten, Überbleibseln und Unterordnungen. Diese Verschiebungen der moralischen Auffassungen künstlerischer Produktion wurden in Künstlerhaus Stuttgart heraufbeschworen durch eine Kombination ausgestellten Zweifels und vager Erinnerung und einem Filmprogramm, das in drei Kapiteln präsentiert wurde – The Target Shoots First, The Future of Exploitation und Can Artists Sell Out?. Dieses letzte Zusammentreffen hebt zwei Filme des Programms von Oliver Payne/Nick Relph und Jay Chung/Q Takeki Maeda hervor, die sich beide mit Fragen des Überlebens, innerer Notwendigkeit und Sehnsucht beschäftigen.

 

House and Garage
von Oliver Payne und Nick Relph, 2000, 40 min

The Sixth Year (Teil 3)
von Jay Chung und Q Takeki Maeda, 2013, 12 min

bricks black, Künstlerhaus Stuttgart und The End of Selling Out
2018 24.02.–15.04.2018
Künstlerhaus Stuttgart
Christian Flamm
Ausstellung
24.02.–15.04.2018
Eröffnung:
Fr, 23.02.2018
19:00 Uhr
Kuratiert von:
Mike Sperlinger

„Man gewöhnt sich an einiges.“

 

Künstlerhaus Stuttgart ist Christian Flamms erstes Ausstellungsprojekt, das sich ausschließlich mit Skulptur befasst. Darin rücken die Hauptinteressen des Künstlers, namentlich Haltung und Komposition, in den Vordergrund. Von persönlicher Erinnerung geleitet und geteilter Erfahrung getragen wird die Vergangenheit in die Gegenwart überführt, bis diese sich schließlich auflöst.

Die Ausstellung wird begleitet von The End of Selling Out, einem speziell konzipierten Filmprogramm.

 

The End of Selling Out

Eröffnungsveranstaltung: 23. Februar, 20 Uhr
Vorführung und Gespräch mit dem Londoner Filmemacher Paul Kelly, der unter anderem seinen Film Take Three Girls (The Dolly Mixture Story) als Europapremiere zeigen wird. Gefolgt von einem Gespräch zwischen Sperlinger und Kelly.

 

Kinoprogramm – Teil 1: The Target Shoots First

24. Februar – 11. März, Mittwoch bis Sonntag von 12-18 Uhr

Debt Begins At 20
Stephanie Beroes, 1980, 40 min
Grassroots-Dokumentation über die Punk-Szene in Pittsburgh.

The Target Shoots First
Chris Wilcha, 2000, 72 min
Videotagebuch eines Philosophie-Absolventen, der im Tonträgerversand arbeitet und in deren Bemühungen verwickelt wird, bei ihren Katalogkunden Nirvana und andere Grungebands zu vermarkten.
Durchsetzt mit Werbespots mit Stücken von Mobys Album Play.

 

Kinoprogramm – Teil 2: The Future of Exploitation
12. März – 29. März, Mittwoch bis Sonntag von 12-18 Uhr

Dig!
Ondi Timoner, 2004, 100 min
Paralleles Portrait von The Brian Jonestown Massacre und The Dandy Warhols auf der Suche nach Ruhm.

What is a Group?
Ian Svenonius, 2016, 30 min
‘The first Sci-Fi Documentary Rock ‘n’ Roll Exploitation Film.’

Durchsetzt mit ausgewählten Werbespots:
John Lydon – Country Life
Bob Dylan – Chrysler
Robyn – Volvo Drive-E

 

Kinoprogramm – Teil 3: Can Artists Sell Out?
30. März – 15. April, Mittwoch bis Sonntag von 12-18 Uhr

Arena Brains
Robert Longo, 1987, 35 min
Satire über die Kunstwelt New Yorks in den 1980ern, mit Ray Liotta als geldsüchtiger Künstler.

Lukas & Hoffmann zu Gast bei der Künstlergruppe Schleifschnecke
Cosima von Bonin, mit Nicolaus Schafhausen und Markus Schneider, 1994, 60 min

House and Garage
Payne und Relph, 2000, 25 min
Zwei junge Künstler, noch an der Kunsthochschule, versuchen Popmusik, Jugendkultur, Kunst und Kommodifizierung zu verbinden.

The Sixth Year
Jay Chung und Q Takeki Maeda, 2013, 65 min
Satirische Online TV Serie über die Kunstwelt.

Durchsetzt mit Ausschnitten aus Argument by Anthony McCall & Andrew Tyndall, 1978
Mehrere kurze Auszüge aus dem Film, die einen leeren Bildschirm zeigen, zu dem ein dröhnendes Voiceover über die Schwierigkeit klagt, eine radikale Kunstpraxis mit einem normalen Job zu verbinden.

Realisiert mit der Unterstützung der Stiftung der Landesbank-Baden-Württemberg, Hugo Boss und PhotoFabrics.

      

Christian Flamm, Künstlerhaus Stuttgart, Künstlerhaus Stuttgart, 2018
Christian Flamm, Künstlerhaus Stuttgart, exhibition view, 2018, Foto: Frank Kleinbach
Christian Flamm, Künstlerhaus Stuttgart (Detail), Ausstellungsansicht, 2018, photo: Frank Kleinbach
Christian Flamm, Künstlerhaus Stuttgart, Ausstellungsansicht, 2018, Foto: Frank Kleinbach
Christian Flamm, Künstlerhaus Stuttgart, Ausstellungsansicht, 2018, Foto: Frank Kleinbach
Christian Flamm, Künstlerhaus Stuttgart (Detail), Ausstellungsansicht, 2018, Foto: Frank Kleinbach
Christian Flamm, Künstlerhaus Stuttgart, Ausstellungsansicht, 2018, Foto: Frank Kleinbach
Christian Flamm, Künstlerhaus Stuttgart, 2018, Ausstellungsansicht, Foto: Frank Kleinbach
Christian Flamm, Künstlerhaus Stuttgart (Detail), 2018, Ausstellungsansicht, Foto: Frank Kleinbach
Christian Flamm, Künstlerhaus Stuttgart, 2018, Ausstellungsansicht, Foto: Frank Kleinbach
Christian Flamm, Künstlerhaus Stuttgart (Detail), Ausstellungsansicht, 2018, Foto: Frank Kleinbach
Christian Flamm, Künstlerhaus Stuttgart (Detail), Künstlerhaus Stuttgart, 2018, Foto: Frank Kleinbach
Christian Flamm, Künstlerhaus Stuttgart (Detail), Künstlerhaus Stuttgart, 2018, Foto: Frank Kleinbach
Christian Flamm, Künstlerhaus Stuttgart (Detail), Künstlerhaus Stuttgart, 2018, Foto: Frank Kleinbach
Paul Kelly, Take Three Girls (The Dolly Mixture Story), 2008 in The End of Selling Out, 2018, Foto: Frank Kleinbach
Chris Wilcha, The Target Shoots First, 2000 in The End of Selling Out, 2018, Foto: Frank Kleinbach
Christian Flamm, Künstlerhaus Stuttgart, Künstlerhaus Stuttgart, 2018, Foto: Frank Kleinbach
2018 08.02.2018
L. Cohen
James Benning
Veranstaltung
Gespräch
Screening
08.02.2018

L. Cohen (2017, 48 min) ist eine Filmvorführung und ein Gespräch mit James Benning im Künstlerhaus Kino. Benning spricht an dem Abend über einige seiner Arbeiten und seine Haltungen zum Film, darunter Aspekte wie Aufmerksamkeit, Einstimmung und Geduld, den eigenen Sinnen Beachtung schenken; sie schärfen und verfeinern. Und über den Vorgang der Bewusstwerdung, wie sich Gedanken, Erinnerungen, Erwartungen, Annahmen und Selbstablenkung in die Wahrnehmung einschleichen.

James Benning, Künstlerhaus Kino, Foto: Dina Karadžić
2018 20.01.2018
Spring Bloom in the Marginal Ice Zone
Jana Winderen
Veranstaltung
Finissage
Konzert
20.01.2018

Spring Bloom in the Marginal Ice Zone ist ein Konzert von Jana Winderen und markierte die Veröffentlichung der abschließenden Publikation von Techne, mit Beiträgen von Judith Engel, Lina Lenzmann und Boris Ondreička.

Techne ist eine Kooperation zwischen dem Künstlerhaus Stuttgart und Theater Rampe. Das Projekt wird mit der Unterstützung der Kulturstiftung des Bundes und des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg (MWK) realisiert.

Spring Bloom in the Marginal Ice Zone, Finnisage, 2018, Foto: Frank Kleinbach
2018 12.01.2018
One Rotation of This Light
Janis Eckhardt, Cerith Wyn Evans, Anne McGuire, Peter Wächtler
Veranstaltung
Screening
12.01.2018

One Rotation of This Light ist eine Reihe von Screenings im Setting This Light von Andrew Norman Wilson, welches sich zwischen Kino und Skulptur verortet. Das erste Screening, Raumdunkel, zusammengestellt von Fatima Hellberg und Johanna Markert zeigt:

 

Degrees of Blindness von Cerith Wyn Evans
19 min ● SD Video ● Farbe ● Ton ● 1988

 

Far Out von Peter Wächtler
4 min 24 sek ● HD Video ● Farbe ● Ton ● 2016

 

All Smiles and Sadness von Anne McGuire
7 min ● SD Video ● S/W ● Ton ● 1999

 

Vögel sterben von Janis Eckhardt
3 min 27 sek ● HD Video ● Farbe ● Ton ● 2017

 

Kim Wilde Auditions von Cerith Wyn Evans
5 min ● SD Video ● Farbe ● Ton ● 1995

 

One Rotation of This Light setzt sich in drei Zyklen fort, welche sich über den Abend, die Nacht und den folgenden Tag erstrecken. Das Programm wurde in Zusammenarbeit mit Katharina Jabs und ihrem Filmseminar an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart entwickelt. Im Laufe der 24 Stunden werden Arbeiten von Künstler*innen und Filmemacher*innen gezeigt, darunter Cyprien Gaillard, Lucile Hadžihalilović, Brigid McCaffrey und Aleksei Yuryevich German sowie Found Footage und weitere Filme, ausgewählt aus den Playlists von This Light.

Weitere Informationen und das vollständige Programm finden Sie unter thislight.org.

 

 

One Rotation of This Light ist Teil einer fortlaufenden Veranstaltungsreihe von Techne and the Decency of Means, einer Ausstellung und Kooperation zwischen dem Künstlerhaus Stuttgart und Theater Rampe. Das Projekt wird mit der Unterstützung der Kulturstiftung des Bundes und des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg (MWK) realisiert.

Cerith Wyn Evans, Videostill, Kim Wilde Auditions, 1995
2017 11.12.2017
Faust
Hans-Joachim Irmler
Veranstaltung
Konzert
11.12.2017

Ein Konzert von Hans-Joachim Irmler von der Band FAUST.

 

Hans-Joachim Irmler begann früh mit tonerzeugender Technologie zu experimentieren. Als Teenager baute er seine erste Orgel, 1969 zog er nach Hamburg, um Kunst zu studieren und fürs Fernsehen zu arbeiten. Aus einer losen Gruppe an Künstler*innen, Musiker*innen und Filmemacher*innen kristallisierte sich die Band Faust heraus – eine Band, die mittlerweile allen, mit einem Interesse and Avant-Garde Musik, bekannt ist.

2017 24.11.2017
Some Thoughts on the Invented Life
Bonnie Camplin
Veranstaltung
Gespräch
Screening
24.11.2017

Ein Gespräch und eine Reflexion mit Bonnie Camplin über Produktion aus den Perspektiven der Mittel, der Überlebenskunst und der Energie.

 

Mit ausgewählten Film- und Videoarbeiten, darunter:
Get Me A Mirror, 2006, 5′ 58”
Cancer, 2004, 4′ 39”
Terrazzo, 2008, 3′ 12”
Special Afflictions by Roy Harryhozen, 2006, 5′
Colonial Fanny, 2007, 1′ 33”
“A” (Like Akarova), 2006, 3′
Good Health, 2003, 2′ 50”

 

Dieses Screening und Gespräch ist Teil einer aktuellen Veranstaltungsreihe im Rahmen von Techne and the Decency of Means, einer Ausstellung und Zusammenarbeit zwischen Künstlerhaus Stuttgart und Theater Rampe.

Das Projekt wird realisiert mit der Unterstützung der Kulturstiftung des Bundes und des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg (MWK).
Diese Ausstellung und die damit verbundenen Veranstaltungen werden mit der Unterstützung der Kulturstiftung des Bundes und des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst, Baden-Württemberg (MWK), der SV SparkassenVersicherung, der pbb Stiftung Deutsche Pfandbriefbank, der Hypo Kulturstiftung, Ritter Sport, dem ifa (Institut für Auslandsbeziehungen) sowie dem Regierungspräsidium, dem Bezirksbeirat West und der Bürgerstiftung Stuttgart realisiert.
Techne and the Decency of Means wird kuratiert von Fatima Hellberg und Johanna Markert (Künstlerhaus Stuttgart) mit Marie Bues und Martina Grohmann (Theater Rampe). Der Ausstellungstitel ist eine Hommage an den Autor und Filmemacher Stefan Themerson, dessen Praxis sich um die Rückbesinnung auf die Bedingungen der eigenen Mittel bemüht.

2017 12.11.2017–21.01.2018
This Light
Andrew Norman Wilson mit Saul Bass, Charles Bernstein, Alice Coltrane, Lucile Hadžihalilović, L. Q. Jones, William E. Jones, Elem Klimov, Andres Laracuente, Jon Lovitz, Toshio Matsumoto, Gunvor Nelson, Leontyne Price, Sterling Ruby, Boris Sagal, Saki Sato, Hiroshi Teshigahara, Aleksei Yuryevich, Andrzej Żuławski
Ausstellung
12.11.2017–21.01.2018
Eröffnung:
Sa, 11.11.2017
19:00 Uhr

“Diese Skulptur ist ein Prototyp für ein freies Kino, das aus dem Verlangen heraus entsteht, individuelle und privatisierte Sehgewohnheiten in ein öffentliches Setting zu übertragen. Das Kino trägt den Namen This Light.”

 

Wenn öffentlicher Raum rapide privatisiert wird und sich Aufmerksamkeit im Streaming von medialen Inhalten in Einsamkeit verliert, aktiviert dieses Kino jene Möglichkeiten, die Netzwerktechnologien mit sich bringen. In einem subjektiven, mäandernden und kontinuierlichen Zeigen von Video- und Filmmaterial öffnet es einen Raum, hin zu einer kollektiven Seherfahrung.

 

Die täglich wechselnden Playlists und damit verbundenen Veranstaltungen werden konzipiert von Andrew Norman Wilson und eingeladenen Gästen. This Light ist Teil der Ausstellung Techne and the Decency of Means.

 

Alle Playlisten und das aktuelle Programm unter: thislight.org

 

Andrew Norman Wilson ist Künstler und lebt in Los Angeles. Nachdem er Journalismus und Kommunikation studierte, arbeitete er an verschiedenen aktivistischen Dokumentarfilmprojekten und als kommerzieller Videoproduzent. Seit 2008 hat er unter anderem im Whitney Museum; im MoMa PS1, New York und im Centre Pompidou, Paris ausgestellt und unterrichtete an den Universitäten Harvard, Oxford und Cambridge.

 

Techne and the Decency of Means und die damit verbundenen Veranstaltungen werden mit der Unterstützung der Kulturstiftung des Bundes und des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst, Baden-Württemberg (MWK), der SV SparkassenVersicherung, der pbb Stiftung Deutsche Pfandbriefbank, der Hypo Kulturstiftung, Ritter Sport, dem ifa (Institut für Auslandsbeziehungen) sowie dem Regierungspräsidium, dem Bezirksbeirat West und der Bürgerstiftung Stuttgart realisiert.

2017 12.11.2017–21.01.2018
Techne and the Decency of Means
Ulrich Bernhardt, Tyler Coburn & Ian Hatcher, Annabella Spielmannleitner & Benjamin Köder, This Light und Andrew Norman Wilson
Ausstellung
12.11.2017–21.01.2018
Eröffnung:
Sa, 11.11.2017
17:00 Uhr
Kuratiert von:
Fatima Hellberg, Johanna Markert, Marie Bues, Martina Grohmann

Techne and the Decency of Means geht aus einer Produktionsplattform hervor, die in Kollaboration von Künstlerhaus Stuttgart und Theater Rampe realisiert wird. Das Projekt umfasst neu konzipierte Arbeiten und Formate, die Künstler*innen übergreifend für den Ausstellungsraum und die Bühne entwickelt haben, und nimmt in seiner Herangehensweise und Haltung Bezug auf das antike Verständnis von ‚téchne‘, als ein Wissen, das sich im Machen artikuliert.

Téchne ist ein Begriff, der immer wieder auf sich selbst zurückverweist und einen Prozess beschreibt, der materiell und funktional verankert und im selben Moment kontingent und unbeherrschbar ist. Dabei deutet téchne auf eine wechselseitige Abhängigkeit von zwei Wissensformen hin, einer theoretischen und einer praktischen, ohne eine innere Trennung oder Hierarchie zwischen beiden vorauszusetzen.
Viele der hier gezeigten Arbeiten nehmen gleichzeitig mehrere Rollen und Funktionen ein. Von Andrew Norman Wilsons This Light, eine Arbeit, die als Skulptur, Kino und Prototyp operiert, zu Ulrich Bernhardts Die Schrecklich Gute Mutter, teils Ofen, teils Skulptur und Performance. Diese vielgestaltigen Werke sind als Settings realisiert, Environments die betreten werden können. Dies ist eine Qualität, die auch bei Setting Sculpture, einem Skulpturenpark und Event Setting von Annabella Spielmannleitner und Benjamin Köder, spürbar wird.

Die Videoarbeiten, Performances und Installationen dieser Ausstellung sind durch die Produktionsplattform Techne verbunden, welche die Bedingungen und Bewegungen zwischen Absicht und Material in den Fokus nimmt. Ein wiederkehrendes Element der entwickelten Arbeiten ist die Neugier an und Bemühung um eine besondere Form des Begreifens. Ein Begreifen, das vom Material ausgeht und in seiner inhaltlichen und formalen Gestalt bei einem Verständnis ankommt, das seine Aufmerksamkeit aktiv auf das Machen als einen hervorbringenden Prozess legt. Diese Auseinandersetzung, die sowohl aus einer ursprünglichen Intention hervorgeht als auch mit in Betracht zieht, wie eine Technologie oder Materialität auf Prozesse rückbeziehend einwirkt, schließt ein Nachdenken über die Bedingungen von Entfremdung mit ein. Ein Verständnis gegenüber der Ökologie einer Praxis zu entwickeln, ist ein Verweis darauf, Produktion nicht als isolierten Vorgang zu betrachten, sondern auch Formen des Machens zu berücksichtigen, die naturgegeben und notwendigerweise verhandelt und verortet werden müssen.
Das Wort téchne wird in seiner ursprünglichen Bedeutung nicht mehr benutzt. Und doch galt es hier, über einen längeren Zeitraum hinweg und durch die Realisierung mehrerer Projekte, an einer Auseinandersetzung mit diesem Begriff festzuhalten, der oszilliert, sich windet und verhandelt zwischen dem, was ist und was (noch) nicht ist. Die Ausstellung ist ein Knotenpunkt dieses Austausches und der Produktionsprozesse, die téchne sowohl dem Zweifel und der Entfremdung aussetzen als auch mit der Lust und dem Vergnügen verbunden sind, der Welt etwas hinzuzufügen.

Diese Ausstellung und die damit verbundenen Veranstaltungen werden mit der Unterstützung der Kulturstiftung des Bundes und des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst, Baden-Württemberg (MWK), der SV SparkassenVersicherung, der pbb Stiftung Deutsche Pfandbriefbank, der Hypo Kulturstiftung, Ritter Sport, dem ifa (Institut für Auslandsbeziehungen) sowie dem Regierungspräsidium, dem Bezirksbeirat West und der Bürgerstiftung Stuttgart realisiert.
Der Ausstellungstitel ist eine Hommage an den Autor und Filmemacher Stefan Themerson, dessen Praxis sich um die Rückbesinnung auf die Bedingungen der eigenen Mittel bemüht.

 

 

Andrew Norman Wilson, This Light, 2017, Foto: Frank Kleinbach
Tyler Coburn, Remote Viewer, 2017, Foto: Frank Kleinbach
Tyler Coburn, Remote Viewer (Detail), 2017, Foto: Frank Kleinbach
Andrew Norman Wilson, This Light, 2017, Foto: Frank Kleinbach
Annabella Spielmannleitner & Benjamin Köder, Setting Sculpture, 2017, Foto: Frank Kleinbach
Annabella Spielmannleitner & Benjamin Köder, Setting Sculpture, 2017, Foto: Frank Kleinbach
One Rotation of This Light, Künstlerhaus 2018, Foto: Frank Kleinbach
Ulrich Bernhardt, Die Schrecklich Gute Mutter, 2017, Foto: Frank Kleinbach
2017 11.11.2017
Elegy on Pharmakon
Boris Ondreička
Veranstaltung
11.11.2017

A performance reflecting on the ancient notion of ‚téchne‘ following Boris Ondreička’s long running research and writing on Pharmakon.

Boris Ondreička (*1969) ist Künstler, Autor und seit 1987 Sänger und Song-Schreiber der lo-fi-Band Kosa z nosa, von 2001 bis 2011 war er Leiter der Kunst-Initiative tranzit.sk, seit 2012 ist er Kurator am Thyssen-Bornemisza Art Contemporary, Wien.

Artist: Boris Ondreička
2017 21.10.2017
Smart People*, Perfect Couple and other works
Hildegarde Duane
Veranstaltung
Screening
21.10.2017
Kuratiert von:
F

Ein Nachmittag mit Filmen von Hildegarde Duane and einer Abschlussveranstaltung ihrer Ausstellung Western Woman im Künstlerhaus Stuttgart.

 

Hildegarde Duane, The Shape of the Universe, 1983, 1 Min 57 Sek
Hildegarde Duane und David Lamelas, Smart People, 1991, 10 Min
Hildegarde Duane, Blind Drink, 1982, 1 Min 10 Sek
Hildegarde Duane, Perfect Couple, 1982, 8 Min 30 Sek
Hildegarde Duane und David Lamelas, Scheherazade, 1980, 24 Min

 

Dem Screening geht um 16 Uhr ein Rundgang durch die Ausstellung mit der Kuratorin Fatima Hellberg voraus, gefolgt von einem Gespräch mit Hildegarde Duane.

 

*Hildegarde Duane und David Lamelas, 1991

 

Die Ausstellung und alle damit verbundenen Veranstaltungen wurden mit Unterstützung des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg, Albrecht und Sabrina Hauff, dem ZKM Karlsruhe und optiplan realisiert. Besonderer Dank gilt dem Württembergischen Kunstverein, LUX und Eidotech.

Hildegarde Duane und Peter Ivers, 1982, Foto: Ilene Segalove
2017 01.10.–29.10.2017
Die Revolution und Saturn streiten sich um ihr Kind
Sören Hiob
Ausstellung
01.10.–29.10.2017
Eröffnung:
Sa, 30.09.2017
19:00 Uhr
Kuratiert von:
Fatima Hellberg

Ausstellung bei Dold Projects, St. Georgen, Schwarzwald

 

Sören Hiobs Arbeiten kommen ein wenig schockiert, angewidert, reserviert und traumatisiert daher, aber sie tun es immer gefasst und entschieden. Diese Ausstellung zeigt neue und bereits existierende Gemälde und Videoarbeiten.

Sören Hiob lebt und arbeitet in Stuttgart. Jüngste Ausstellungen (Auswahl): Heute im Interview: Die Dinge, Künstlerhaus Dortmund, 2017; if you are into it I’m out of it, Palermo Galerie, Stuttgart, 2016; According to Georges Perec, Akademie der Bildenden Künste Warschau, 2015; The Call of the Wild, Kunstmuseum Bonn, 2015; Stipendium Vordemberge-Gildewart, Kunstmuseum Liechtenstein, Vaduz, 2013. Hiob ist Atelierstipendiat im Künstlerhaus Stuttgart.

Die Ausstellung ist nach Vereinbarung geöffnet

Dold Projects
Gerwigstraße 11
D–78112 St. Georgen
www.doldprojects.de

Realisiert in Zusammenarbeit zwischen dem Künstlerhaus und Dold Projects.

Sören Hiob, Die Revolution und Saturn streiten sich um ihr Kind
2017 15.09.–17.09.2017
Feuerseefest
Veranstaltung
Ateliers
Werkstätten
15.09.–17.09.2017

Fr, 16-20 Uhr

Sa & So, 12-20 Uhr

Foto: Manu HarmsSchlaf
Michael Wackwitz und Hendrik Fleck, Foto: Manu HarmsSchlaf
Christiane Lesch, Foto: Manu HarmsSchlaf
Yvette Hoffmann, Foto: Manu HarmsSchlaf
Hendrik Fleck, Foto: Manu HarmsSchlaf
Hendrik Fleck und Michael Wackwitz, Foto: Manu HarmsSchlaf
2017 09.09.2017
Pink Slip
Hildegarde Duane, Steven Cairns, Fatima Hellberg
Veranstaltung
Gespräch
Screening
09.09.2017

Screening und Gespräch mit Hildegarde Duane, Steven Cairns und Fatima Hellberg.

 

Programm

HD, Pink Slip, 1983, Video, 7 min

HD, Silk, 1977, Video, 1 min 15 sek

HD, East is Red, 1976, Video, 26 min

HD, The Shape of the Universe, 1983, Video, 1 min 57 sek

HD, Blind Drink, 1982, Video, 1 min 10 sek
HD, Freedom, 1988, Video, 2 min 20 sek

 

Mit Unterstützung des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg und Albrecht und Sabrina Hauff

Hildegarde Duane, Pink Slip (Videostill) 1983, Video, 7 Min
2017 09.09.–22.10.2017
Western Woman
Hildegarde Duane
Ausstellung
09.09.–22.10.2017
Eröffnung:
Fr, 08.09.2017
19:00 Uhr
Kuratiert von:
Steven Cairns, Hildegarde Duane und Fatima Hellberg

Die in Los Angeles lebende Künstlerin Hildegarde Duane, die seit Mitte der Siebzigerjahre medienübergreifend arbeitet, umwirbt in ihren Video- und Fotogeschichten die Randbereiche massenmedialer Unterhaltung und deren archetypische Figuren. Auf zwei Etagen zeigt das Künstlerhaus Stuttgart nun die erste Einzelausstellung der Künstlerin in Europa und bietet damit einen umfassenden Überblick ihrer Arbeiten von 1978 bis heute.

 

Western Woman ist zugleich eine Anspielung auf Duanes kalifornische Wurzeln und auf die stereotypen Konventionen, die die Künstlerin in ihren Werken sowohl aufruft als auch ins Wanken bringt. Ihre Annäherung an den Feminismus und feministische Diskurse offenbart eine Haltung und einen subversiven Darstellungsmodus, die sich des Humors, der Ironie und der Doppelbödigkeit gleichermaßen bedienen. Duanes langjährige Faszination für die Feinheiten und potenziellen Verkehrungen symbolträchtiger Bilder verrät ein Gespür für das Abgründige und den kritischen Punkt eines Bildes, an dem es in sein Gegenteil umschlagen kann – eine Qualität, die sie als „durchdringend und dennoch losgelöst“ beschreibt.

 

Duane arbeitet häufig kollaborativ; ihre künstlerische Praxis erwächst geradezu aus einem Geist der Kollaboration und begann 1975 mit vielfältigen Videoprojekten in den Schnitträumen des Long Beach Museum of Art. Zahlreiche Künstler*innen, Schauspieler*innen und Musiker*innen wirken bei diesen Projekten vor und hinter der Kamera mit; dabei ist die langjährige Zusammenarbeit mit dem ehemals in Los Angeles lebenden argentinischen Künstler David Lamelas von zentraler Bedeutung. Andere wiederkehrende Kooperationspartner*innen, darunter Ilene Segalove, bilden eine Peergroup von Künstler*innen und Videomacher*innen der Westküste, deren Anliegen denen der Pictures Generation vorausgingen.

 

Die Ausstellung wirft ein Schlaglicht auf Schlüsselwerke in Duanes Schaffen und umfasst video- und bildbasierte Installationen, die mit Größe und Form experimentieren. Viele der hier gezeigten Fotogeschichten werden für diese Präsentation von der Künstlerin neu konzipiert; ihnen gegenübergestellt sind jüngere Bild- und Textarbeiten sowie Monitore mit zentralen Videos. Der treffende geistreiche Ton von Duanes Arbeiten unterstreicht deren Aktualität. Die kühne Bildsprache der Künstlerin und ihre stets scharfsinnigen Neuinterpretationen des Banalen haben eine Wirkungskraft, die sich einfacher Kategorisierung entzieht. Unehrfürchtig und energisch erschafft sie fortwährend das (weibliche) Bild, um es dann wieder aufzulösen.

 

Mit Unterstützung des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg und Albrecht und Sabrina Hauff

Hildegarde Duane, Ausstellungsansicht, 2017, Foto: Frank Kleinbach
Hildegarde Duane, Pink Slip, 1983, Video, 7 min, Foto: Frank Kleinbach
Hildegarde Duane, Pink Slip (Videostill) 1983, Video, 7 min, Foto: Frank Kleinbach
Hildegarde Duane, Ausstellungsansicht, 2017, Foto: Frank Kleinbach
Hildegarde Duane und David Lamelas, G.U.N., 1997, Video, 12 min 15 sec, Foto: Frank Kleinbach
Hildegarde Duane, Juliet, 2003, Ausstellungsansicht, Foto: Frank Kleinbach
Hildegarde Duane, Ausstellungsansicht, 2017, Foto: Frank Kleinbach
Hildegarde Duane, Ausstellungsansicht, 2017, Foto: Frank Kleinbach
Hildegarde Duane, Ausstellungsansicht, 2017, Foto: Frank Kleinbach
Hildegarde Duane, Ausstellungsansicht, 2017, Foto: Frank Kleinbach
Hildegarde Duane, Ausstellungsansicht, 2017, Foto: Frank Kleinbach
Hildegarde Duane, Ausstellungsansicht, 2017, Foto: Frank Kleinbach
Hildegarde Duane, Ausstellungsansicht, 2017, Foto: Frank Kleinbach
Hildegarde Duane, Ausstellungsansicht, 2017, Foto: Frank Kleinbach
Hildegarde Duane, Goat to Wolf, 2017, Foto: Frank Kleinbach
2017 08.09.2017
PURPUR SPYTT
FFUS
Veranstaltung
Konzert
08.09.2017

Ein Konzert von Purpur Spytt im Künstlerhaus Erdgeschoss, zur Ausstellungseröffnung von Hildegarde Duanes Western Woman.

 

Design: Moritz Finkbeiner
2017 04.06.–30.07.2017
Pinochet Porn
Ellen Cantor
Ausstellung
04.06.–30.07.2017
Eröffnung:
Sa, 03.06.2017
19:00 Uhr
Kuratiert von:
Fatima Hellberg

Künstlerhaus Kino
2. Stock

 

Gefolgt von Screenings mittwochs–sonntags
4. Juni–30. Juli, 12 und 16 Uhr

 

Das neukonzipierte Künstlerhaus Kino eröffnet mit Pinochet Porn (2008–16), einem epischen Experimentalfilm, in dem die gesamte Bandbreite des Werks der verstorbenen Künstlerin Ellen Cantor (1961–2013) zum Ausdruck kommt. An dieser abendfüllenden Episodenerzählung über die miteinander verflochtenen Leben von fünf Kindern, deren Heranreifen und Aufwachsen arbeitete Cantor die letzten fünf Jahre ihres Lebens.

 

Den Ausgangspunkt des Filmes bildet eine Serie von 82 Zeichnungen mit dem Titel Circus Lives from Hell, die sich später zum Drehbuch der episodischen Erzählung entwickeln sollte. Der Film bestehend aus Super-8-Film, Archivmaterial und animierten Zeichnungen, bedient sich dem Format der Seifenoper, ist ebenso tragisch wie komisch und gezeichnet von einer subversiven Sexualität. Cantor verwebt persönliche, politische und historische Elemente; indirekt dreht sich die Geschichte um den politischen Dissens zu Zeiten des Pinochet-Regimes in Chile. Jedes Kind, dem sich der Film widmet, wird zu einem Container seines individuellen komplexen Erlebens der Diktatur. Ebendiese Strukturen, die die erwachsenen Charaktere im Rückblick erschaffen, verweisen auf die zentrale Fragestellung des Films: Entscheidet man sich für die Tragödie? (Is tragedy a choice?)

 

Pinochet Porn ist das Dokument eines ausgedehnten Moments einer avantgardistischen Szene in New York und London – er entstand unter Mitwirkung einer Reihe von Künstler*innen, Kurator*innen, Autor*innen, Filmemacher*innen, zentralen Figuren des Underground, Musiker*innen und deren Kindern. Diese Präsentation ist die Deutschlandpremiere des Filmes und folgt einer langfristigeren Beschäftigung mit der künstlerischen Praxis und Herangehensweise Cantors. Den Abschluss und Höhepunkt dieses Projektes bildet die Publikation A history of the world as it has become known to me (Sternberg Press, Sommer 2018), herausgegeben von Lia Gangitano, Fatima Hellberg und Jamie Stevens.

 

Pinochet Porn (2008–16)
Super-8-Film übertragen auf Video (s/w und in Farbe, Ton), 123 min
Regie: Ellen Cantor

Bild: Ellen Cantor, Pinochet Porn, Courtesy Estate of Ellen Cantor.

Gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes

Ellen Cantor, Pinochet Porn, Künstlerhaus Kino, 2017, Foto: Frank Kleinbach
Ellen Cantor, Pinochet Porn, Künstlerhaus Kino, 2017, Foto: Frank Kleinbach
Künstlerhaus Kino, 2017, Foto: Frank Kleinbach
Künstlerhaus Kino, 2017, Foto: Frank Kleinbach
Pinochet Porn (2008–2016), 2016, Installationsansicht, Foto: Frank Kleinbach
Pinochet Porn (2008–2016), 2016, Installationsansicht, Foto: Frank Kleinbach
Pinochet Porn (2008–2016), 2016, Installationsansicht, Foto: Frank Kleinbach
Pinochet Porn (2008–2016), 2016, Videostill, Foto: Frank Kleinbach
2017 21.04.2017
YOUR WORDS IN MY MOUTH MY VOICE ON YOUR TONGUE
Ghislaine Leung mit Lucie Berjoan, Callum Copley, Ioanna Gerakidi, François Girard-Meunier, Rosie Haward, Asja Novak, Stefanie Rau
Veranstaltung
21.04.2017

Ein kollaboratives Set, das sich innerhalb des dreitägigen Workshops YOUR WORDS IN MY MOUTH | MY VOICE ON YOUR TONGUE entwickelt hat und sich dabei auf Transkription im materiellsten und lebendigsten Sinne durch Schreiben, Lesen und Ausstellungsformen konzentriert.

 

Die YOUR WORDS IN MY MOUTH | MY VOICE ON YOUR TONGUE Workshop- und Veranstaltungsreihe wurde mit Ghislaine Leung, der Critical Studies Abteilung des Sandberg Institute Amsterdam sowie mit Lucie Berjoan, Callum Copley, Ioanna Gerakidi, François Girard-Meunier, Rosie Haward, Asja Novak and Stefanie Rau und dem Künstlerhaus Stuttgart entwickelt.

2017 20.04.2017
Hollis & Money
Ghislaine Leung mit John Knight, Jay Chung and Q Takeki Maeda, Loretta Fahrenholz, Kathy Acker, Jesper List Thomsen, Stephen G. Rhodes, Claudia Rankine, Rosa Aiello, Julia Heyward, Meredith Monk
Veranstaltung
20.04.2017

Ein Abend mit Videos und Lesungen, präsentiert von Ghislaine Leung.

 

Programm

  • Ghislaine Leung, Hollis and Money, 2017, Spoken Word (live), 5 min
  • John Knight, MacGuffin 8-2975, 1975, 16mm Film übertragen auf Digital Video, s/w, kein Ton, 9 min 37 sek. Courtesy: Greene Naftali und Cabinet
  • Jay Chung und Q Takeki Maeda, Loretta Fahrenholz, The Sixth Year, Episode 2, 2013, Digital Video, Farbe, Ton, 8 min 7 sek. Courtesy: Die Künstler*innen und Cabinet
  • Kathy Acker, Raw Heat, 1977, Spoken Word, 4 min 30 sek. Courtesy: Western Front Archive
  • Jesper List Thomsen, #L O V E O F G O D, 2015, Spoken Word (live), 7 min. Courtesy: Der Künstler
  • Stephen G. Rhodes, Responsible Cats (with Keston Sutherland), 2016, Digital Video, Farbe, Ton, 3 min 50 sek. Courtesy: Der Künstler
  • Claudia Rankine, From Citizen, 2015, Spoken Word, Ausschnitt 4 min 30 sek.
  • Rosa Aiello, A River In It, 2015, Digital Video, Farbe, Stereo Sound, 9 min 48 sek. Courtesy: Die Künstlerin. Sprecherin: Olga Pedan
  • Julia Heyward, Shake Daddy Shake, 1976, 16mm Film übertragen auf Digital Video, s/w, Stereo Sound, 5 min 22 sek. Courtesy: Die Künstlerin und EAI
  • Meredith Monk, Last Song, 2008, Ton, 7 min 16 sek.

 

Hollis & Money findet im Rahmen des dreitägigen Workshops YOUR WORDS IN MY MOUTH | MY VOICE ON YOUR TONGUE von Ghislaine Leung, dem Critical Studies Programm des Sandberg Institute Amsterdam und dem Künstlerhaus Stuttgart statt.

Hollis & Money wurde beauftragt vom Cell Project Space in Zusammenarbeit mit dem ICA, London als Teil von Ghislaine Leungs The Moves im Cell Project Space

2017 11.02.–30.04.2017
Johanna
Dorota Jurczak
Ausstellung
11.02.–30.04.2017
Eröffnung:
Fr, 10.02.2017
19:00 Uhr
Kuratiert von:
Fatima Hellberg

They were two superior eels at the bottom of the tank and they recognized each other like italics1

Eine ebenso geheimnistuerische wie freimütige Stimmung verbindet die menschlichen und nicht-menschlichen Figuren, die Dorota Jurczaks Bildwelt bevölkern. Es ist eine Laune, die sich auch als Unbehagen niederschlagen kann. Die Ausstellung inszeniert neue Radierungen und Bronzereliefs, die ihren Ursprung in den Werkstätten des Künstlerhauses haben, als Installation, die der Betrachter umrunden und durchschreiten kann.

 

Zwei zentrale Gestalten der Ausstellung sind die zarten Umrisse eines Jungen und eines Mädchens, die jeweils vor einer halb geöffneten bzw. geschlossenen Tür stehend, deren Türknauf festhalten. Als lebensgroße Bronzereliefs sind sie unbeholfen an der Schwelle zwischen Warten und Eintreten gefangen. Sie sehen einander nicht – die Augen der Figuren fehlen, aber die fein modellierten Türknäufe erwidern den Blick des Betrachters durchaus. Es gibt eine Spannung zwischen dem Drang zu kommunizieren und dem Wunsch sich zu verstecken, die in den beiden Skulpturen, aber auch in den Figurationen der Radierungen zum Ausdruck kommt. Es gibt keinen einzelnen Ort innerhalb und zwischen den Arbeiten, der die Essenz als solche in sich birgt, stattdessen baut sich ein wechselseitiges Verständnis auf; charakterlicher Ausdruck ist mit gleicher Sorgfalt einem Vogel, einer Brust, sowie den beiden dünnen Gestalten mit den langen Händen verliehen. Jurczaks Figuration deutet an, wie viel – oder viel eher – wie wenig es braucht, um Geist und Idiosynkrasie eines Wesens heraufzubeschwören.

 

Johanna“ wird zur Chiffre oder Hülle einer möglichen Personifizierung, oder zum Ersatz für eine solche; gleichzeitig ist es ein Verweis auf den Vornamen der damaligen Leiterin der Radierwerkstatt. Johanna, diese Johanna, ist eine Reflexion sowohl über die fiktionale Möglichkeit und Melodie eines Namens und zugleich ein Hinweis auf den physischen und kollektiven Prozess, der die Erstellung der Figuren überhaupt ermöglichte.

 

1 Anne Carson, Autobiography of Red, 1998

 

Dorota Jurczak (geb. 1978 Warschau, Polen) lebt und arbeitet in Stuttgart. Zu ihren letzten Einzelausstellungen zählen: ~.{ }.~, Culturgest, Lissabon und Porto (2016); Lucifers, Etablissement d’en face, Brüssel und Bzzz, Galeria Piktogram, Warschau (2015); Kloake, Corvi-Mora, London (2011). Eine Auswahl an Gruppenausstellungen schließt ein: Tarantallegra, Hester Gallery, New York (2016); Affective Affinities, Frans Hals Museum, De Hallen Haarlem (2014); Exposition d’Hiver, Marc Jancou Contemporary, Genf; Salon der Angst, Kunsthalle Wien, Wien; A Top-Hat, a Monocle, and a Butterfly, Etablissement d’en face, Brüssel; Zweiter Streich, Fürstenberg Zeitgenössisch, Donaueschingen (2013); The Slimy Trail of Slug and Snail, P.S.1 MoMA, New York (mit Abel Auer) (2007); Von Mäusen und Menschen, 4. Berlin Biennale für zeitgenössische Kunst, Berlin (2004).

Mit freundlicher Unterstützung von Corvi Mora, London, Sammlung Scharpff sowie
   
Fotos: Frank Kleinbach

Dorota Jurczak, JOHANNA, Ausstellungsansicht, Künstlerhaus Stuttgart, 2017, Foto: Frank Kleinbach
Dorota Jurczak, JOHANNA, Ausstellungsansicht, Künstlerhaus Stuttgart, 2017, Foto: Frank Kleinbach
Dorota Jurczak, im 4. stockwerk (junge), 2017, Foto: Frank Kleinbach
Dorota Jurczak, JOHANNA, Ausstellungsansicht, Künstlerhaus Stuttgart, 2017, Foto: Frank Kleinbach
Dorota Jurczak, sam, we dwoije, we troije, 2017, Foto: Frank Kleinbach
Dorota Jurczak, im 4. stockwerk (junge) (Detail), 2017, Foto: Frank Kleinbach
Dorota Jurczak, im 4. stockwerk (junge) (Detail), 2017, Foto: Frank Kleinbach
Dorota Jurczak, im 4. stockwerk (junge), 2017, Foto: Frank Kleinbach
Dorota Jurczak, JOHANNA, Ausstellungsansicht, Künstlerhaus Stuttgart, 2017, Foto: Frank Kleinbach
Dorota Jurczak, im 4. stockwerk (mädchen), 2017, Foto: Frank Kleinbach
Dorota Jurczak, JOHANNA, Ausstellungsansicht, Künstlerhaus Stuttgart, 2017, Foto: Frank Kleinbach
Dorota Jurczak, JOHANNA, Ausstellungsansicht, Künstlerhaus Stuttgart, 2017, Foto: Frank Kleinbach
Dorota Jurczak, introligator, urny, wykrzyknik, flasher, 2017, Foto: Frank Kleinbach
Dorota Jurczak, sam, we dwoije, we troije, 2017, Foto: Frank Kleinbach
Dorota Jurczak, ptak I-VI, 2017, Foto: Frank Kleinbach
DJ stand von Christian Flamm, Foto: Frank Kleinbach
DJ stand von Christian Flamm, Foto: Frank Kleinbach
2017 07.02.2017
Der Umbau Raum
Nicolaus Schafhausen
Veranstaltung
Gespräch
07.02.2017

Der Umbau Raum war ein Projekt und Modell, das in den Jahren 1996–98 von Nicolaus Schafhausen im Künstlerhaus Stuttgart realisiert wurde. Ohne festgelegten Zeitplan und nur teilweise in seiner Nutzung definiert, war Der Umbau Raum ein von Künstler*innen gestalteter Ort mit Einrichtungsgegenständen und Objekten, der als Bibliothek, Arbeitsplatz, Wohnzimmer und Treffpunkt genutzt wurde.

Der Umbau Raum als Ort, aber auch als Metapher, ist Ausgangspunkt dieses Gespräches zwischen Schafhausen und Fatima Hellberg.

 

Der Abend ist der erste in einer Reihe an Betrachtungen und Gesprächen im Hinblick auf das Jubiläum 2018 und hat seinen Ausgangspunkt sowohl in einem avantgardistischen Gründungsethos des Künstlerhauses als auch den Arten und Weisen, in denen dieser erweitert und kritisch reflektiert wurde.

 

Nicolaus Schafhausen ist Kurator, Autor und Direktor der Kunsthalle Wien. Seit 2012 ist er Strategischer Direktor der Fogo Islands Arts, einer Initiative der kanadischen Shorefast Foundation. Er kuratierte den Deutschen Pavillon der 52. und 53. Venedig Biennale und 2015 den Kosovo Pavillon. 2015 war Schafhausen Co-Kurator der 6. Moskau Biennale für Zeitgenössische Kunst. Er lehrt am HISK, Higher Institute for Fine Arts in Gent und ist Gastprofessor an der HBKsaar, Saarbrücken. Von 1995–98 war er der Künstlerische Leiter des Künstlerhauses.

Nicolaus Schafhausen und der Umbau Raum, Nicolaus Schafhausen und Fatima Hellberg im Gespräch, 2017, Foto: Sandra Schuck
Nicolaus Schafhausen und der Umbau Raum, Nicolaus Schafhausen und Fatima Hellberg im Gespräch, 2017
2016 24.11.2016
Reality Models
Andrew Norman Wilson
Veranstaltung

Eine Veranstaltung zur Eröffnung von Techne im Theater Rampe.

 

In den 1980er-Jahren war Peppermint Park der Titel einer Reihe von pädagogischen Heimvideos. Ihr Produzent, eine Investorengruppe, wollte aus den Erzählmodellen Profit schlagen, die die Sesamstraße zu Bildungs- und Unterhaltungszwecken für Kinder entwickelt hatte. In der Show treten verschiedene Puppen auf, die Kindern unterschiedliche Lektionen beibringen – von Buchstaben, Zahlen und Farben bis hin zu Tieren und anderem. Als ich klein war, besaß ein Freund der Familie mehrere Kopien der VHS-Kassetten und ich weiß noch, wie mir die für mich unerklärliche Tanzsequenz einer ausreißenden Marionette, die wie eine Vogelscheuche aussah, Angst einjagte (youtube.com/watch?v=RLq0XFmcTPE). Vor einigen Jahren tauchten einige Ausschnitte aus der Show im Internet wieder auf; seither hat sich meine Beziehung zu der tanzenden Vogelscheuche von Entsetzen zu Faszination gewandelt.

 

2010 bewiesen der Physiker Aaron O’Connell und seine Kollegen, dass ein kleines, mit bloßem Auge erkennbares Stück Metall zur gleichen Zeit schwingen und nicht schwingen kann. Dies bedeutet im Wesentlichen, dass Gegenstände unabhängig von ihrer Größe an zwei Orten zugleich sein können. Wie es scheint, bedeutet Existenz also, unbeständig zu sein, während Sterben bedeutet, beständig zu werden. Oder dass klassische Logik – in der ein Ding entweder A oder B, niemals jedoch A und B zugleich ist – abgelöst wird von einer Quantenlogik, nach der alle künftigen Möglichkeiten in der Gegenwart existieren.

 

Jeder gute theoretische Physiker weiß, dass seine Realitätsmodelle einen ästhetischen konzeptuellen Raum beschreiben, in dem alle Materie nur Information ist. O’Connell formuliert es so: „Menschen haben Realitätsmodelle, und diese Modelle sind Beschreibungen, bringen uns aber der Wahrheit nicht näher.“1 Wie Dinge aufgrund der physikalischen Kausalität erscheinen, spielt sich also in einem Kino der Objekte ab. Das soll nicht heißen, dass es Drehbuchautoren für unser Leben gibt, nur, dass jedes Schauen, jedes Messen auch eine Justierung, eine Farce, eine Übersetzung, eine Interpretation ist. Und wer könnte schon von sich behaupten, dass er oder sie nie auf Erzählungen zurückgreifen würde, um Dingen einen Sinn zu geben?

Eine Entität, die sich in der Quantenlogik auf den Tod zubewegt, könnte man für das Gegenstück zu der Erzählkonvention halten, wonach sich Film und Literatur auf ein Ende zubewegen. Dauer und Häufigkeit der Handlung auf der Leinwand (Plot) fallen zeitlich immer enger mit der chronologischen Abfolge der Ereignisse zusammen (Story). Nehmen wir James Camerons Science-Fiction-Actionthriller Terminator.

 

Im Jahr 1984 erscheint der Terminator aus dem Jahr 2029, um die weibliche Hauptfigur des Films, Sarah Connor, zu ermorden. Der gesamte Film besteht aus dieser Verfolgungsjagd und endet, als Sarah den Terminator in einer Hydraulikpresse zerstört. Plot und Story entsprechen einander hiereins zu eins – sie sind deckungsgleich – und das Publikum verlässt das Kino gebannt von einer amourösen Distanz.

 

Auflösung, Verwandlung, Entwicklung – Kinoleinwände und Fernsehbildschirme verlangen beständig nach neuen Ausdrucksformen. Diese neuen Inhalte entspringen einer Endlosschleife, die sie zugleich reproduzieren – eine ziellose, unendliche Menge an kommerziellen Produktzyklen, die sich hinter neuen Gesichtern und Moden verstecken. Im Ausstellungsraum wird die unendliche Kausalschleife jedoch zu einer Erzähltechnik, die auf der Oberfläche zur vollen Entfaltung kommen kann. Sie bildet eine Schleife, bevor irgendjemand auf der Bildfläche erscheint und nachdem alle verschwunden sind. Die Erzählschleife wird zum realen Objekt.

Ich will damit nicht sagen, dass ich mich als Künstler besonders befreit fühle. Und ich habe mit dem Gedanken gespielt, mir ein Boot zu kaufen und angeln zu lernen, um das Meer essen und den Regen trinken zu können, frei von allen Verpflichtungen, die eine Mietwohnung und ein Beruf mit sich bringen. Doch vielleicht hat mich diese Aussteiger- und Angellaune, die ich mir als Erinnerung an eine mögliche Alternative bewahre, wie ein Ablenkungsmanöver in einem Film in die Irre geleitet, so dass ich meine dann freier zu sein. Vielleicht sollte ich in eine Zukunft investieren und anfangen, Geld zu sparen und Eigentum zu erwerben, anstatt in Wohnzimmern und fremden Betten zu schlafen, bloß um Dinge zu machen, die niemand gebrauchen kann.

 

Ist ein Kühlschrank ein MacGuffin, eine Technik, die dazu dient, Erzählungen über Wirtschaftswachstum, technischen Fortschritt und Familienwerte eine bestimmte Richtung zu geben? Ein Produkt, das man wiederum mit weiteren Produkten zu füllen hat? Wenn ich Kinder hätte, wäre der Kühlschrank dann der Grund, warum sie bei mir blieben? Und wenn sie mich nicht mehr bräuchten, würden sie mich dann genauso lieben? Würden sie von meinem Tod und ihrem Erbe träumen? Schon gut, ich bin momentan nicht dieser Mensch. Und überhaupt bin ich ein Strohmann-Argument – eine rhetorische Technik, ein Trugschluss, ein Widerspruch – und versuche nur, durch diesen gottverdammten Tag zu kommen. Vielleicht gibt es viele weitere Tage … selbst wenn es ausschließlich nach mir ginge, wäre ich mir da nicht so sicher. Ich stelle mir die Unendlichkeit des Todes vor und breche in Panik aus. Ich zittere innerhalb dieser geschlossenen Gedankenschleife, fühle mich jedoch mit allen anderen verbunden, die je deswegen existiert haben. Mensch zu sein bedeutet, an der Wahnvorstellung zu leiden, dass man eine willenlose Puppe sein könnte, und Künstler zu sein bedeutet, Dinge zu machen, die man gerne auf der Welt sehen möchte, um dieser Wahnvorstellung zu trotzen, indem man an all dem vorbeikommuniziert, was man rational wegerklären könnte.

 

1  Aaron O’Connell, „Struggling with Quantum Logic: Q&A with Aaron O’Connell” www.blog.ted.com, 2011 (abgerufen am 19. Aug. 2016)

 

Andrew Norman Wilson ist Künstler und lebt in Los Angeles. Er nimmt am TechneResidency Programm und an der Ausstellung teil. Zu seinen letzten Ausstellungen zählen die Gwangju Biennale (2016), die Berlin Biennale (2016), die Bucharest Biennale (2016), Bread and Roses im Museum of Modern Art Warschau (2016) und On Sweat, Paper and Porcelain bei CCS Bard in Annandale-on-Hudson, New York (2015). Er hat Vorträge an den Universitäten in Oxford und Harvard sowie an der Universität der Künste Berlin und CalArts gehalten. Über seine Arbeit wurde in Aperture, Art in America, Artforum, Buzzed, Frieze, Gizmodo/Gawker, The New Yorker und Wired berichtet.

Foto: Luzie Marquardt
2016 22.10.2016
EASTER
Max Boss, Stine Omar
Veranstaltung
Performance
22.10.2016

Ein Abend mit Max Boss und Stine Omar a.k.a. Easter in der Neuen Schachtel – eine Offsite-Performance zur Ausstellung Hamlet im Künstlerhaus Stuttgart.

 

Neue Schachtel
Innerer Nordbahnhof
70191 Stuttgart

        

Easter, 2016
Easter, 2016
2016 20.10.2016
Confusion, exhaustion, boredom and often bitterness
Alkisti Efthymiou
Veranstaltung
Gespräch
20.10.2016
Kuratiert von:
anorak

Confusion, exhaustion, boredom and often bitterness
ein Gespräch mit Alkisti Efthymiou am Donnerstag, den 20. Oktober um 19 Uhr.

 

Der Abend ist Teil von Mixed Feelings und wird präsentiert von anorak im Künstlerhaus Stuttgart.

 

It’s hard to know what we institute when we don’t institute but we do know what it feels like.
– Stefano Harney und Fred Moten

 

Confusion, exhaustion, boredom and often bitterness ist ein Nachdenken und Gespräch mit Alkisti Efthymiou über die affektive Arbeitsrealität in prekären (Beinahe-)Institutionen. Vor der Kulisse eines künstlichen Lagerfeuers wird Alkisti zunächst über ihre Erfahrungen mit und Gedanken zu ihrem langjährigen Engagement in der Athen Biennale sprechen. In diesem ersten Teil wird sie versuchen die Konflikte und inneren Widersprüche zu beschreiben, die zwischen dem Glauben an und der Hingabe für das kritische und kreative Potential einer solchen (Beinahe-)Institution auf der einen und den frustrierend instabilen Arbeitsbedingungen auf der anderen Seite, auftauchen.

Diese Gedanken bilden den Rahmen für ein Gespräch über Fragen der Prekarität in einer Gegenwart der ‚Krise‘, die eingeschrieben in unseren Alltag, zum Normalzustand wird. Oder anders formuliert: Wieso fühlt es sich so schwierig an etwas zu ‚instituieren‘, wenn es keine Möglichkeit gibt zu wissen, dass wir etwas, geschweige denn was wir in Gang setzen oder einrichten.

 

Mixed Feelings wird kuratiert und präsentiert von anorak, in Kollaboration mit dem Künstlerhaus Stuttgart und der Palermo Galerie. Mixed Feelings ist Veranstaltungsreihe und Ausstellung und dreht sich um die Frage, inwieweit Alltäglichkeit einen Zugang zu einem sozialen Raum eröffnet und diesen erfahrbar macht – das Alltägliche als Atmosphäre.

 

Die Ausstellung in der Palermo Galerie geht noch bis zum 25. Oktober und ist nach Anmeldung geöffnet.

Alkisti Efthymiou (geb. 1988) lebt als Kulturschaffende und angehende Autorin in Athen. Derzeit absolviert sie ein Masterstudium in Gender Studies an der Panteion Universität für Sozial- und Politikwissenschaften (Athen) und arbeitet als Kuratorische Assistentin im Künstlerhaus Stuttgart. Mit einem Hintergrund im Bereich Kulturwissenschaften, feministischer und queerer Theorie interessieren sie Fragestellungen zu den Themenfeldern Gender, Identität, Sexualität und Affekt in Verbindung zu zeitgenössischer Kunst. Bis Juni diesen Jahres arbeitete sie als Programmkoordinatorin der Athen Biennale.

 

Anorak ist ein Kollektiv und Kunstverein um Lukas Ludwig, Florian Model und Johanna Markert. Im Mittelpunkt unserer Arbeit steht der kollaborative Prozess. Wir sind davon überzeugt, dass diese gemeinschaftliche Arbeitsweise Möglichkeiten eröffnet, die über unsere individuelle Arbeit hinausgehen.

 

Mixed Feelings wird kuratiert und präsentiert von anorak, in Kollaboration mit dem Künstlerhaus Stuttgart und der Palermo Galerie. Mixed Feelings ist Veranstaltungsreihe und Ausstellung und dreht sich um die Frage, inwieweit Alltäglichkeit einen Zugang zu einem sozialen Raum eröffnet und diesen erfahrbar macht – das Alltägliche als Atmosphäre.

Die Ausstellung in der Palermo Galerie geht noch bis zum 25. Oktober und ist nach Anmeldung geöffnet.

Confusion, exhaustion, boredom and often bitterness
Confusion, exhaustion, boredom and often bitterness
Confusion, exhaustion, boredom and often bitterness
Confusion, exhaustion, boredom and often bitterness
Confusion, exhaustion, boredom and often bitterness
2016 01.10.–18.12.2016
Hamlet
Robert Ashley, Stephan Dillemuth & Nils Norman, Trisha Donnelly, Easter, Marie-Louise Ekman, Kristina Abelli Elander, Anne Haugsgjerd, Richard Vogel
Ausstellung
01.10.–18.12.2016
Eröffnung:
Fr, 30.09.2016
19:00 Uhr
Kuratiert von:
Fatima Hellberg und Annika Eriksson

Hamlet ist eine Gruppenausstellung, die von der gleichnamigen Arbeit des schwedischen Künstlers Richard Vogel ausgeht. Vogels Version des Hamlet (1997) ist eine Video-Assemblage aus gefundenem und inszeniertem Bildmaterial und eine melancholische, trocken-humorvolle Reflexion darüber, was es heißt, ein Leben zu ordnen. Der Künstler richtet sein Augenmerk beständig, aber durchaus mit Ambivalenz auf die fließenden Übergänge zwischen Verlangen und Überlebenskunst – das heißt auf die Art und Weise, wie unser Leben, insbesondere unser Zusammenleben, immer mit dem einhergeht, was das notwendige Maß übersteigt, aber dennoch unverzichtbar ist. Wie im ursprünglichen Shakespearedrama besteht die Tragödie in Vogels Hamlet in der Form der fortdauernden und beunruhigenden Aussicht, zu einer Lebensform zu gelangen, die nicht nur toleriert werden kann, sondern sich als sinnvolles, vielleicht sogar gutes Leben beschreiben lässt.

 

Dieses zu verhandeln zieht sich mit all seinen Freuden und Leiden wie ein roter Faden durch die Ausstellung und kommt auch in dem Film Barnförbjudet (1979) der Filmemacherin und Dramatikerin Marie-Louise Ekman zum Tragen. Auf ihrer Suche nach Möglichkeiten des Zusammenseins und seltenen Momenten der Erfüllung reden die Figuren in Ekmans Film ständig über die Köpfe der anderen hinweg, sie reden übereinander und aneinander vorbei. Wie gehen wir mit Widersprüchen um, die beschämend oder zweifelhaft, peinlich oder unbehaglich scheinen? Die Tragödie ist eine Hülle, ein Ort, an dem sich Widersprüche entfalten, und nach außen gekehrt und beobachtet werden können. Die Frage von Intimität und Distanz spielt bei den Arbeiten und der Form dieser Ausstellung eine Schlüsselrolle.

 

Die Ausstellung präsentiert eine Reihe von räumlichen Veränderungen, die von der Künstlerin Annika Eriksson (Mutter) in Zusammenarbeit mit Fatima Hellberg (Tochter), der Künstlerischen Leiterin des Künstlerhauses, konzipiert wurden; zu sehen sind außerdem Werke mit bewegten Bildern von Robert Ashley, Stephan Dillemuth & Nils Norman, Trisha Donnelly, Marie-Louise Ekman mit Kristina Abelli Elander und Richard Vogel.

 

Mit einer Performance von Easter am Samstag, dem 22. Oktober, um 22 Uhr, Neue Schachtel, Innerer Nordbahnhof, 70191 Stuttgart.

Mit freundlicher Unterstützung von

Marie-Louise Ekman, Barnförbjudet / Adults Only, 1979 (Film, 82'), Foto: Frank Kleinbach
Stephan Dillemuth & Nils Norman, Cramer, we have an Armageddon, 2008, Foto: Frank Kleinbach
Trisha Donnelly, Ohne Titel, 2004, Foto: Frank Kleinbach
Hamlet, Ausstellungsansicht, 2016, Foto: Frank Kleinbach
Hamlet, Ausstellungsansicht, 2016, Foto: Frank Kleinbach